Martin Stankowski

Martin Stankowski (* 1944 i​n Meschede) i​st ein deutscher Publizist, Rundfunkautor, Geschichtenerzähler, Fremdenführer u​nd Kabarettist.

Martin Stankowski bei einer Veranstaltung in Köln (2010)

Leben

Seit Ende d​er 1960er Jahre l​ebt Martin Stankowski i​n Köln. Er studierte Germanistik u​nd Theologie u​nd promovierte 1974 a​n der Freien Universität Berlin i​m Fach Germanistik m​it seiner Dissertation Die linkskatholische Presse i​n Deutschland n​ach 1945. In d​en 1960er Jahren w​ar er Herausgeber d​er Zeitschrift Das große Wagnis d​es Quickborn-Jüngerenbundes i​m Bund d​er Deutschen Katholischen Jugend[1]. Von 1968 b​is 1974 gehörte e​r zu d​en Herausgebern d​er linkskatholischen Zeitschrift Kritischer Katholizismus. In d​en 1970er Jahren w​ar er e​iner der Initiatoren d​er Bürgerinitiativenbewegung a​ls Mittel d​er Gegenöffentlichkeit dienenden Stattzeitung Kölner VolksBlatt.

Er arbeitet als Journalist und Moderator überwiegend für den WDR und hat eine Reihe von Büchern veröffentlicht. Bekannt wurde Stankowski durch seine Exkursionen[2][3] zu historischen und aktuellen Schauplätzen des Kölner Stadtgeschehens. Sein erstmals 1988/89 erschienenes zweibändiges Buch Köln – Der andere Stadtführer ist zum Klassiker geworden. Auch Kabarettprogramme, die er zusammen mit Jürgen Becker und Rainer Pause produzierte, trugen zu seiner Popularität bei und sind teilweise in Buchform und als Tonträger veröffentlicht. Stankowski war 1983 Mitbegründer des Köln Archiv, einer Sammlung über Protestbewegungen in Köln seit den 1960er Jahren, die im Historischen Archiv der Stadt Köln aufbewahrt war, nach dem Einsturz am 3. März 2009 aber zunächst als verschollen gilt. Bisweilen fällt Stankowski durch gezielte Provokationen auf, etwa als er die Wiedereinführung des Amtes eines Hundeschlägers forderte.[4] 2017 war er Gesprächspartner in der WDR-Dokumentation Geheimnis Kölner Dom.

Programme

  • Biotop für Bekloppte
  • Tschüss Bonn – Eine Rheinische Kaffeefahrt
  • Unger Uns – Eine Archäologische Tiefenbohrung
    (Das Programm für das Martin Stankowski zusammen mit Jürgen Becker, Hermann Josef Beck und Wolfgang Jägers mit der Morenhovener Lupe ausgezeichnet wurde.)[5]
  • Tod im Rheinland[6]
  • Der Rhein. Der Rest ist Ufer
  • Völker zum Rhein, zum Rhein[7]

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Der Löwe von Köln. Martin Stankowski erzählt Kölner Legenden und Geschichten (= Sagenhafte Vergangenheit. Bd. 4). Alano, Aachen 1987, ISBN 3-924007-31-4.
  • Köln. Der Andere Stadtführer (m. Unterstützung v. Irene Franken u. Heinz Marx). Bd. 1: Altstadt/Innenstadt/Dom. Bd. 2: Neustadt/Südstadt/Ringe/Rhein/Deutz. Volksblatt Verlag, Köln 1988/89, ISBN 3-923243-87-1
  • Viktor Böll (Hrsg.): Heinrich Böll und Köln (= KiWi 336). Mit einer Wanderung durch Heinrich Bölls Köln von Martin Stankowski. Kiepenheuer und Witsch, Köln 1994, ISBN 3-462-02321-7.
  • gemeinsam mit Jürgen Becker: Biotop für Bekloppte. Ein Lesebuch für Immis und Heimathirsche (= KiWi 369). Kiepenheuer und Witsch, Köln 1995, ISBN 3-462-02423-X.
  • gemeinsam mit Rainer Pause: Tod im Rheinland. Eine bunte Knochenlese (= KiWi 392). Letzte Worte von Carmen Thomas. Herausgegeben von Rainer Osnowski. Kiepenheuer und Witsch, Köln 1995, ISBN 3-462-02473-6 (Neue, vollständig überarbeitete Auflage. Letzte Worte von Elke Heidenreich. ebenda 2004, ISBN 3-462-03572-X; als CD, aufgenommen am 6./7. November 2004 in der Trauerhalle des Kölner Friedhof Melaten. WortArt, Köln 2005, ISBN 3-7857-3034-9).
  • gemeinsam mit Ulrike Puvogel: Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein (= Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Band 1). 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0.
  • Einen Türken bauen. Geschichten über Alltagsrituale und Redensarten (= Der grüne Zweig 198). Pieper und the Grüne Kraft MedienXperimente, Löhrbach 1999, ISBN 3-925817-98-0.
  • gemeinsam mit Inge Wozelka: Köln. Eine lebendige Stadtgeschichte. Kiepenheuer und Witsch, Köln 2000, ISBN 3-462-03500-2.
  • gemeinsam mit Petra Metzger: Köln. Der andere Stadtführer. KiWi, Köln 2003, ISBN 3-462-03534-7.
  • Kleine Geschichte Kölns. Von den Römern bis zur Neuzeit. KiWi, Köln 2004, ISBN 3-462-03550-9.
  • Der andere Rheinreiseführer Links + Rechts. Vom Kölner Dom bis zur Loreley. KiWi, Köln 2005, ISBN 3-462-03573-8.
  • Wir Rheinländer von A–Z. Ein Lexikon. KiWi, Köln 2006, ISBN 3-462-03597-5 (Zur Dauerausstellung „Wir Rheinländer“ im Rheinischen Freilichtmuseum Kommern).
  • gemeinsam mit Jürgen Becker und Franz Meurer: Von wegen nix zu machen. Werkzeugkiste für Weltverbesserer (= KiWi 989). Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007, ISBN 978-3-462-03795-1.

Auszeichnungen

Engagement

Stankowski i​st u. a. Mitglied d​es Bürgerkomitees alternative Ehrenbürgerschaft, d​as in Köln d​ie "Alternative Kölner Ehrenbürgerschaft" vergibt.[11]

Commons: Martin Stankowski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. siehe Quickborn-Arbeitskreis
  2. http://www.stadt-koeln.de/veranstaltungskalender/02000/index.html?lang=de Exkursion mit Martin Stankowski im Veranstaltungskalender der Stadt Köln
  3. http://www.stadt-koeln.de/veranstaltungskalender/02505/index.html?lang=de Exkursion mit Martin Stankowski im Veranstaltungskalender der Stadt Köln
  4. http://www.maulkorbzwang.de/Briefe/presse/streunendehundetot.htm
  5. http://www.burgtheater.de/kabarett/archiv/kaba0110.htm Kabarett Nachrichten des Nürnberger Burgtheater e.V vom Oktober 2001
  6. Archivierte Kopie (Memento vom 20. September 2007 im Internet Archive) Programm Tod im Rheinland
  7. Archivierte Kopie (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive) Programm der Rheintour Völker zum Rhein, zum Rhein
  8. http://www.stadt-koeln.de/presse/mitteilungen/artikel/2005/06/04557/ Erwähnung der Preise in Pressemitteilung der Stadt Köln
  9. http://www.morenhovener-kabarett-tage.de/lupe.htm Liste der Preisträger der Morenhovener Lupe
  10. Homepage Severinsbürgerpreis e.V., abgerufen am 26. September 2013
  11. Hedwig Neven DuMont wird alternative Ehrenbürgerin; express.de, 19. Juli 2011
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.