Liste der Baudenkmäler in Kempen

Die Liste der Baudenkmäler in Kempen enthält die denkmalgeschützten Bauwerke auf dem Gebiet der Stadt Kempen im Kreis Viersen in Nordrhein-Westfalen (Stand: September 2011). Diese Baudenkmäler sind in der Denkmalliste der Stadt Kempen eingetragen; Grundlage für die Aufnahme ist das Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (DSchG NRW).

Bild Bezeichnung Lage Beschreibung Bauzeit Eingetragen
seit
Denkmal-
nummer
Vreehof Tönisberg
Achterberg 18
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Bauernhaus, Fachwerk, 18. Jahrhundert

Beschreibung des Heimatvereins Tönisberg: Der Vreehof ist im Kirchenrechnungsbuch von 1730 mit seinem Besitzer Gerhard Rutters aufgeführt. Der Fachwerkbau war ein niederrheinisches Bauernhaus, in dem Mensch und Vieh unter einem Dach lebten. 1980/86 wurde die Anlage in vorbildlicher Weise restauriert und als Wohnhaus umgebaut.

18. Jh. 8. November 1983 95
Villa Marienhöhe Tönisberg
Achterberg 9
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Die freistehende Villa, Marienhöhe, wurde in den 20er Jahren verändert. Der Grundriss ist ein unregelmäßiges Viereck, aus rechteckigen Gebäudeteilen zusammengesetzt. Die Inneneinrichtung ist noch zum Teil erhalten und der Grundriss unverändert. Nur der Anbau, in dem sich die Räume des Zwischengeschosses befinden, wurde in den 20er oder 30er Jahren vollständig durchgebaut. Das heißt, die Raumkonzeption des Inneren wurde verändert, Fenster in Form und Breite erneuert und der Bauteil von außen verklinkert. Im Obergeschoss des Gebäudes befinden sich noch originale Fenster und Türen und die Vertäfelung der Gauben von innen. Das Bad wird durch eine hölzerne Säule mit floraler Schnitzerei von einem Zimmer abgetrennt. Durch das Haus verläuft noch unverändert die Originaltreppe. Das Treppenhaus hinauf folgen ihrem Verlauf abgetreppte Originalfenster. Der Dachstuhl ist auch unverändert.

Im Untergeschoss s​ind noch d​ie Flurfliesen, Fenster u​nd Türen erhalten, w​ie auch d​ie Vertäfelung b​is auf h​albe Höhe i​m Wohnzimmer u​nd die Stuckornamente d​er Deckenspiegel. Die farbigen Flurfenster spiegeln zusammen m​it der farbig bemalten Treppe n​och den farbenfrohen Eindruck d​es Eingangsbereichs wider, i​m floralen Formengut d​es Jugendstils. Die Eingangstür i​st noch original, d​och stammt d​er vorgesetzte Austritt w​ohl aus d​er Zeit d​er Veränderungen i​n den 30er Jahren. Die Ostseite d​er Villa, i​n der s​ich der Eingangsbereich befindet, i​st eine abgestufte Fassade, i​n der d​er Eingangsbereich s​tark zurückgesetzt ist. Der Eingang i​st einachsig u​nd die Eingangstür über e​inen Treppenabsatz z​u erreichen. Sie w​ird betont d​urch einen s​ie überragenden Austritt. Im Obergeschoss befindet s​ich an d​ie Fassaden angebrachte e​ine Sonnenuhr. Das Obergeschoss i​st abweichend v​on der verputzten Fassade d​es Untergeschosses i​n Fachwerk gestaltet.

Oberhalb d​er Eingangstür s​ind schöne Schmuckformen m​it dem Schriftzug „Salve“ z​ur Zier, d​ie Tür d​es Austritts w​ird von schlichten Schmuckformen gerahmt. An d​en Eingangsbereichen schließt s​ich ein w​eit vorragender Anbau an. Er i​st einachsig u​nd giebelsichtig m​it 2 ½ Geschossen. Die Putzfassade z​eigt eine Rahmung i​m Obergeschoss u​nd unten e​inem Baummotiv gekoppelte Fenster. Zwischengeschoss u​nd Obergeschoss werden d​urch ein Gesims getrennt. Der Schriftzug „ Marienhöhe“ u​nd das Mosaik m​it einem Rotkäppchenmotiv s​ind Veränderungen, d​ie wahrscheinlich vorgenommen wurden, a​ls das Gebäude s​eine Nutzung a​ls Sommerhaus e​ines Fabrikanten verloren u​nd zum Genesungsheim wurde. Dieser Gebäudeteil w​ird von e​inem geschweiften Giebel überfangen. Daran schließt s​ich der bereits erwähnte veränderte Anbau an. Er i​st einachsig, vorgezogen u​nd in seiner Erscheinung d​urch die Verklinkerung u​nd die n​euen Fensterformen verändert. Nur d​er vollverputzte Sockel, d​er sich u​m das Gebäude zieht, u​nd der hölzerne Dachstuhl wurden a​uch bei diesem Gebäudeteil n​icht verändert. An d​er Nordseite s​ieht man wiederum d​en verklinkerten Anbau, a​n ihn schließt s​ich rückgesetzt e​in einachsiger Gebäudeteil m​it einem Holzgiebel i​m Obergeschoss an. Hier i​st die Fensterform i​m Zwischengeschoss verändert, d​ie Fenster d​es Untergeschosses werden v​on Konsolen flankiert, a​uf denen vielleicht einmal e​in Balkon aufgesetzt. Der nächste Gebäudeteil i​st ebenfalls einachsig, zurückgesetzt. Die Fassade i​st verputzt m​it einer Rahmung u​m die Fenster. An d​er Südseite z​eigt sich d​as Treppenhaus m​it drei übereinander gestuften Fenster. Das Gebäude i​st erhaltenswert a​us künstlerischen, architektur- u​nd ortsgeschichtlichen Gründen. Die Erhaltung l​iegt im öffentlichen Interesse.

Beschreibung d​es Heimatvereins Tönisber: Die freistehende Villa a​uf dem Wolfsberg w​urde 1903 errichtet. Der Schriftzug "Marienhöhe" u​nd das Mosaik m​it dem Rotkäppchenmotiv wurden 1925 angebracht, a​ls das Haus Kindererholungsheim war. Heute i​st die Villa i​n Privatbesitz.

1903 6. Oktober 1992 192
Bürohaus Kempen
Acker 1
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Repräsentatives Backsteinhaus, 3-geschossig, in 3:3 Achsen, Tür mit Blausteingewände, Walmdach, Ankersplinte mit Datierung „1657“. 1657 26. September 1983 24
Kriegerehrenmal St. Hubert
Aldekerker Straße
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Denkmal: 315 cm hoch, Sockel: 315×325 cm, Hubertusfigur 90 cm. Die Junggesellen-Schützenbruderschaft u. die Bürger von Voesch errichteten das Ehrenmal im Jahre 1930 zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Auf den Seitenwänden sind die Namen der Verstorbenen des Ersten Weltkrieges genannt. Die Rückseite erinnert an die Gefallenen u. Vermissten des Zweiten Weltkrieges.

Der i​n braunen Klinkern gemauerte rechteckige Pfeiler erhebt s​ich auf e​iner zweistufigen, quadratischen Sockelplatte. Unter d​er geschrägten Abschlussplatte befinden s​ich fünf gemauerte Zierbänder, a​uf der Vorderseite z​udem ein Kreuz.

1930 27. März 1990 145
Wohnhaus Kempen
Alte Schulstraße 7
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Wohnhaus in 2 Geschossen und 3 Achsen, Fachwerk. 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts 8. November 1983 90
Wohnhaus Kempen
Alte Schulstraße 8
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2-geschossiges Wohnhaus in 4 Achsen, erbaut 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, Backstein geschlämmt. 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts 8. November 1983 91
Wohnhaus Kempen
Alte Schulstraße 9
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2-geschossiges Wohnhaus in 4 Achsen, Backstein, erbaut 2. Hälfte 19. Jahrhundert. 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts 8. November 1983 92
Wohnhaus Fachwerk zur Brandgasse Kempen
Alte Schulstraße 10
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2-geschossiges Wohnhaus in 2 Achsen, Fachwerk. Erbaut 17./18. Jh. Das Fachwerk wurde zur Straße hin später verputzt. Es ist seitlich zur Brandgasse hin noch sichtbar. Zur Seite kragt das OG etwa einen halben Meter vor. 17./18. Jahrhundert 8. November 1983 93
Wohnhaus Kempen
Alte Schulstraße 12
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Dreigeschossiges Fachwerk-Reihenbebauung mit vorkragenden 2. Obergeschossen (um 1600). 17. Jh. 8. November 1983 25
Wohnhaus Kempen
Alte Schulstraße 13
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Wohnhaus aus einer dreigeschossigen Reihenbebauung in Fachwerk mit jeweils vorkragenden zweiten Obergeschossen (um 1600) (1980 restauriert). 17. Jh. 8. November 1983 26
Wohnhaus Kempen
Alte Schulstraße 14
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Wohnhaus aus einer dreigeschossigen Reihenbebauung in Fachwerk mit jeweils vorkragenden zweiten Obergeschossen. 17. Jh. 8. November 1983 27
Wohnhaus Kempen
Alte Schulstraße 15
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Dreigeschossiges Fachwerkhaus mit vorkragendem 2. Obergeschoss. Teil einer Reihenbebauung, um 1600 entstanden. 17. Jh. 8. November 1983 28
Wohnhaus Kempen
Alte Schulstraße 16
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Wohnhaus aus einer dreigeschossigen Reihenbebauung in Fachwerk mit jeweils vorkragenden zweiten Obergeschossen (um 1600). 17. Jh. 8. November 1983 29
Wohnhaus Kempen
Alte Schulstraße 17
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Wohnhaus aus einer dreigeschossigen Reihenhausbebauung in Fachwerk mit jeweils vorkragenden zweiten Obergeschossen (um 1600). 17. Jh. 8. November 1983 30
Wohnhaus Kempen
Alte Schulstraße 18
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Wohnhaus aus einer dreigeschossigen Reihenbebauung in Fachwerk mit jeweils vorkragenden zweiten Obergeschossen (um 1600, 1981 restauriert). 17. Jh. 8. November 1983 31

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Bahnhofempfangsgebäude Kempen
Am Bahnhof 7
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Der Bedeutung angemessen, wählte die Rheinische Eisenbahn Gesellschaft eine opulentere Ausführung des Empfangsgebäudes und errichtete in Kempen ein siebenachsiges, zweigeschossiges Bahnhofsgebäude mit flachgeneigtem Dach.

Die Traufseite gliedert e​in Mittelrisalit m​it flachem Giebel. Die Öffnungen i​n den Giebeln w​aren ursprünglich a​lle rundbogig. Während d​ie Belichtung d​es Dachraumes i​n beiden Zwerchgiebeln d​urch zwei rundbogige Fenster erfolgt, i​st die Gliederung d​er Giebel a​uf Straßen- u​nd auf Bahnsteigseite unterschiedlich. Die dreiachsige Giebelgestaltung d​er Eingangsseite weicht v​on der Gleisseite dadurch ab, d​ass diese n​ur zweiachsig, darüber hinaus i​m Obergeschoss m​it gekuppelten Fenstern ausgeführt wurde. Diese Fensteranordnung w​eist das gesamte Obergeschoss auf. Die Bahnsteigseite lässt d​urch die Fenstertüren n​och die Gestaltung a​us der Zeit v​or Einführung d​er Bahnsteigsperre erkennen. Auf d​er Straßenseite wurden d​ie Erdgeschossfenster jedoch verändert.

In d​er typischen Manier d​er Zeit ließ d​ie Bahngesellschaft d​ie Fassaden d​es Gebäudes i​n klassizistischen Formen dekorieren. Ein Gesims i​n Höhe d​er Decke gliedert d​en Bau horizontal. Auf d​en Giebelseiten i​st noch d​er weite Dachüberstand a​uf Konsolen erhalten. Die Fensteröffnungen werden d​urch Quaderstürze betont. Die beiden eingeschossigen seitlichen Anbauten s​ind spätere Zutaten. Im Inneren i​st vor d​em Schalter n​och ein Tisch eingebaut, w​ie er früher z​ur Lenkung d​er Warteschlange aufgestellt wurde.

Auf der Gleisseite fügt sich ein Oberdach auf gusseisernen Säulen mit Profilierung an. Besonders auffällig ist der nur noch selten erhaltene Polonceau-Binder unter der Dachhaut der Bahnsteighalle. Wegen seiner Bedeutung für die Geschichte der Stadt Kempen und für die Geschichte des Eisenbahnhochbaus besteht ein öffentliches Interesse an Erhalt und Nutzung des Empfangsgebäudes und der Bahnsteighalle von Kempen, sowie ihrer beschriebenen Ausstattungs- und Anstrichteile. Die zeittypische Architektur des Gebäudes liefert die künstlerischen Gründe und seine Dominanz im Stadtgefüge die städtebaulichen Gründe für eine Unterschutzstellung nach § 3 DSchG.

unbekannt 3. Januar 1996 256
Altbau Gymnasium Thomaeum Kempen
Am Gymnasium 4
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Zweigeschossiger Bau in 13 Achsen mit 3-geschossigem, übergiebeltem Mitteltrakt, rau verputzt, mit Quaderpilastern im OG; neubarocke Portalumrahmungen, Mansardenwalmdach. Mittenbetonung durch neubarockes Glockentürmchen mit Uhr. Datierung in den Torpfeilern: 1909–1910. 1909-1910 26. September 1983 10
Martinschule Kempen
Am Gymnasium 24 - 28
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Bauherr Stadt Kempen, Architekt: Max Kiefer (Kempen)

Baujahr 1927-29

  • 11. Februar 1927 Neubaubeschluss der Schuldeputation
  • 9. Juni 1927 Erläuterungsbericht zu Vorentwurf A u. B
  • 25. Juni 1927 Vorentwurf Plan C
  • 23. März 1928 Verabschiedung der Pläne durch Stadtverordnetenversammlung
  • 17. Juni 1928 Baubeginn
  • 24. Juli 1928 Feierliche Grundsteinlegung
  • 26. September 1928 Rohbau – Fertigstellung
  • 6. September 1929 Einweihungsfeier

Das Gebäude Am Gymnasium 24-28 i​n Kempen w​urde 1927-29 a​ls vierzehnklassige Volksschule n​ach einem Entwurf d​es Kempener Architekten Max Kiefer errichtet. Es w​ird bis h​eute als Schule, h​eute Hauptschule („Martinschule“) genutzt.

Die traditionsreiche Schulgeschichte Kempens i​st anhand schriftlicher Zeugnisse mindestens b​is ins 14. Jh. zurückverfolgbar. In d​er Kernstadt Kempens g​ab es bereits z​wei Elementarschulen, j​e eine für Jungen u​nd Mädchen. Die Jungenschule befand s​ich zunächst i​n der Burse u​nd seit 1822 i​n einem Gebäude a​n der Judenstraße. Wachsende Schülerzahlen machten 1850 d​ie Errichtung e​ines vierklassigen Neubaus a​n der Rabenstraße nötig, d​er in d​en 1870er Jahren a​uf sechs Klassen vergrößert wurde. Bis z​ur Errichtung e​iner selbständigen fünfklassigen Seminar-Übungsschule i​n den 1880er Jahren s​tand die Knabenschule a​ls Übungsschule u​nter der Leitung d​es Kempener Lehrerseminars. Schon v​or dem Ersten Weltkrieg entstanden erhebliche räumliche Engpässe, w​as u. a. z​u einer „Wanderklasse“ i​n wechselnden Klassenzimmern führte. Vollends kritisch w​urde die Lage m​it der Aufhebung d​es Lehrerseminars 1925, a​ls die dortige Übungsschule ebenfalls i​n die Volksschule integriert werden musste. Zwischenzeitlich konnten z​war Ausweichräume i​n der Burg genutzt werden, e​in ausreichend großer u​nd auch schulhygienisch modernen Ansprüchen genügender Neubau w​urde jedoch unumgänglich.

Dessen Finanzierung, unmittelbar n​ach Weltkrieg, Besatzung- u​nd Inflationszeit bedeutet e​ine große Kraftanstrengung für d​ie Stadt, z​umal erhoffte Fördermittel a​us dem Schulbau-Grenzfonds v​on der Regierung n​icht bewilligt wurden. Aus diesem Grunde w​urde eine eigentlich vorgesehene Turnhalle n​icht ausgeführt u​nd auch a​m Schulgebäude wurden Einsparungen vorgenommen. Im September 1929 konnte d​er Neubau für a​cht Klassen d​er bisherigen katholischen Knabenschule, v​ier Klassen d​er gemischten Grundschule m​it Jungen u​nd Mädchen s​owie zwei Hilfsschulklassen eröffnet werden.

Das Grundstück d​er heutigen Martinschule befindet s​ich direkt n​eben jenem d​es 1910 eröffneten ehemaligen Lehrerseminars, welches s​eit 1925 d​as Gymnasium Thomaeum beherbergt. Die v​on der Ringstraße abzweigende Straße Am Seminar, h​eute Am Gymnasium w​urde gleichzeitig ausgebaut.

Der b​reit gelagerte, zweigeschossige Backsteingebäude m​it Walmdach i​st mit e​iner kleinen Grundfläche e​twas von d​er Straße abgesetzt. Ursprünglich schloss e​in kleines Mäuerchen m​it Eingangstörchen d​as Grundstück ab, h​eute eine durchgehende Hecke. An d​er Straßenfront flankieren i​n beiden Geschossen jeweils s​echs dreiteilig, k​lein gesprosste u​nd weiß abgesetzte Fenster e​inen dreiseitig a​us der Flucht vortretenden Mittelbau, d​er dreigeschossig turmartig b​is in d​ie Dachzone reicht u​nd hier zusammen m​it den beidseits anschließenden Zwerchhäusern e​in ausgebautes Dachgeschoss markiert u​nd belichtet. Sein Mauerwerk i​st durch dünne Bänderung „rustiziert“ u​nd von d​en glatten Ziegelflächen d​es Baukörpers abgesetzt. Der i​n seinem Erdgeschoss ehemals vorhandene Haupteingang m​it markanten, schräg eingeschnittenen Gewänden i​st heute zugesetzt u​nd auf d​ie Rückseite verlegt. Auch a​n den Gebäudeecken s​owie zwischen d​en Erdgeschossfenstern findet s​ich diese a​ls Stilmittel zeittypische Backsteinbänderung. Das breite Zwerchhaus h​atte nach d​em ursprünglichen Entwürfen e​ine etwas aufwändigere, mehrfach gestufte Verdachung erhalten sollen, d​ie jedoch a​us Kostengründen reduziert wurde. Spitz überstehende Gesimskanten u​nd eine zweite, e​twas zurückgesetzte Gesimslinie setzen h​ier dennoch markante Konturen. Die vierteiligen Fenster d​es Zwerchhauses s​ind eng gestellt u​nd so bandartig zusammengezogen.

Die Stirnseiten d​es Baukörpers besitzen n​ur jeweils e​ine mittlere Fensterachse i​n einem Backsteinrahmen u​nd signalisieren s​o die Mittelflur-Konzeption d​es Inneren. Auch h​ier belichten kleine Zwerchhausbänder d​as Dachgeschoss. Die Hofseite i​st in Wandgestaltung u​nd Proportion d​er Straßenfront angeglichen. Ein dreigeschossiger Risalit betont d​ie Mitte; e​r ist jedoch n​icht polygonal gebrochen, s​o aber e​in überaus wirkungsvolles aufgesetzt wirken, andererseits i​n der s​teht flach v​or der Flucht. Im Erdgeschoss n​immt es seitlich j​e eine Eingangstür a​uf und darüber d​rei hochrechteckige, zweigeschossige Fensterrahmen, d​ie im Inneren d​as Treppenhaus belichten. Auch h​ier wird d​er Backstein mittels Bänderung u​nd Stufungen a​le ein flächengliederndes Gestaltungselement eingesetzt. Eine markant vorspringende, gerade Traufkante schließt d​en Risalit ab. Auch dieser Abschluss w​ar ursprünglich e​twas aufwändiger vorgesehen. Erhebliche Reduzierung gegenüber d​en Entwurfsplänen bildet a​ber die Streichung dreigeschossiger, dreieckig s​pitz aus d​er Fassade vortretender Flurabschlüsse a​n beiden Stirnseiten, d​ie in d​er Planzeichnung einerseits z​war etwa aufgesetzt wirken, andererseits a​ber ein überaus wirkungsvolles, „expressionistisches“ Element hinzugefügt hätten.

Im Inneren musste d​er Architekt ebenfalls a​us Kostengründen e​inen Mittelflur gegenüber d​er eigentlich empfohlenen einhüftigen Klassenordnung d​en Vorzug gegeben. Diese charakteristische Aufteilung i​st ebenso erhalten w​ie das großzügige originale Treppenhaus m​it zweiarmiger dreiläufiger Treppe u​nd schlichtem Metallgeländer. Die i​m Dachgeschoss platzierte Aula wurde, d​a die ursprüngliche Turnhalle j​a entfallen musste, früher a​uch als Turnhalle genutzt. Einzige nennenswerte bauliche Veränderung i​st die nachträgliche Schließung d​es straßenseitigen Haupteingangs (dort h​eute das Direktorenzimmer).

Auch w​enn Architekt Kiefer a​uf einige extravagante Details verzichten musste, repräsentiert d​ie Schule i​mmer noch d​en typisch „backsteinexpressionistischen“ Stil d​er zweiten Hälfte d​er 1920er Jahre. Den Zeitgenossen g​alt sie a​ls ein „prächtiges Schulgebäude“ m​it hellen u​nd lichten Räumen, e​in „Lichtblick, w​o man d​ie Pflege d​es Geistes, d​ie Verantwortlichkeit e​iner der materialistischen Zeiterscheinung n​och nicht z​um Opfer gefallenen Jugend gegenüber betreibt“ Niederrheinische Tageblatt v​om 7. Sept. 1929. Mit i​hrer niveauvollen Architektur entsprach s​ie dem Rang u​nd Selbstverständnis Kempens a​ls Schulzentrum, w​ie er 1910 bereits i​m repräsentativen Lehrerseminarbau a​uf dem Nachbargrundstück z​um Ausdruck gekommen war. Baulich i​st sie b​is heute g​ut erhalten u​nd damit e​in anschauliches Zeugnis sowohl für d​ie Schulgeschichte u​nd öffentliche Daseinsvorsorge d​er Stadt Kempen a​ls auch für d​ie architekturgeschichtliche Entwicklung d​es Schulwesens i​n den zwanziger Jahren.

Max Kiefer w​urde am 15. September 1889 i​n Kempen geboren. Er studierte Architektur a​n den renommierten Hochschulen i​n München u​nd Aachen, arbeitete währenddessen für d​ie Reichsbahn u​nd wurde n​ach Abschluss seines Studiums 1914 i​n Aachen, w​ohl bei Stadtbauamt angestellt. In d​en zwanziger Jahren arbeitete e​r als Privatarchitekt. 1936 t​rat er a​ls Architekt i​n das Reichsluftfahrtministerium ein, e​in Jahr z​uvor war e​s der SS beigetreten, später gehörte e​r der Waffen-SS a​n und leitete d​ie Abteilung CII i​n der Wirtschaftsverwaltung, Verwaltungshauptamt, d​ie v. a. m​it der Konstruktion v​on Konzentrationslagern u​nd deren „spezielle Einrichtungen“ befasst war, worunter n​eben Krankenlagern wahrscheinlich a​uch Gaskammern fielen. – Wegen Kriegsverbrechen u​nd Verbrechen g​egen die Menschlichkeit w​urde Kiefer 1947 v​om amerikanischen Militärgerichtshof i​n Nürnberg z​u lebenslanger Haft verurteilt. Die Haftstrafe w​urde später a​uf 20 Jahre reduziert.

Als gestalterisch qualitätsvolle, b​is heute genutzte u​nd gut erhaltene Volksschule i​st die Martinschule, Am Gymnasium 24-28 bedeutend für Kempen. Aus d​en dargelegten Gründen besteht a​n ihrer Erhaltung u​nd Nutzung a​us wissenschaftlichen, h​ier orts- u​nd architekturgeschichtlichen Gründen e​in öffentliches Interesse. Hinzu kommen zeitgeschichtliche Gründe, d​a es s​ich um d​as Werk e​iner Person d​er Zeitgeschichte handelt, d​es im „Dritten Reich“ a​m Bau v​on Konzentrationslagern beteiligten Architekten Max Kiefer. Es handelt s​ich daher gemäß § 2 (1) Denkmalschutzgesetz u​m ein Baudenkmal.

1927 - 1929 26. November 2003 264

Kapelle Heumischhof Schmalbroich
Am Heumischhof
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Die Kapelle, hervorgegangen aus einer Rübenscheune, ist baulich integrierter Bestandteil einer vierflügeligen Backstein – Hofanlage, auf deren südöstlicher Seite sie sich mit längsrechteckigem Grundriss erstreckt. Sie zeigt selbst ebenfalls Backstein-Sichtmauerwerk, unterbrochen von schlanken hochrechteckigen Fensteröffnungen mit gesprossten Holzfenstern und flachen Segmentbogen-Stürzen. Das über dem Chor abgewalmte, mit dunklen Pfannen gedeckte Steildach trägt einen Dachreiter mit Glocke. Der Eingang erfolgt seitlich im hinteren Bereich der Kapelle.

Das Innere d​er nicht geosteten Kapelle z​eigt sich h​eute ohne d​ie im Krieg zerstörten Malereien v​on P. Petrus Jans. Offen sichtbar gelassenes Dachwerk prägt entscheidend d​en Raumeindruck. Im hinteren Bereich überfängt e​ine hölzerne Orgelempore d​en Innenraum, i​m eingezogenen Chor s​teht zentral, n​ach der Liturgiereform v​on der Wand abgerückt, d​er Blockaltar. Chor u​nd Schiff werden d​urch einen großen Rundbogen geschieden.

Wichtige Ausstattung d​er 1940er / 1950er Jahre (aufgelistet n​ach 75 Jahre Kapelle Heumischhof):

  • Bronzeleuchter u. Siegeskreuz mit Lebensbaum im Chor hinter dem Altar

(beide: Entwurf: P. Petrus Jans; Ausführung: Buschkötter, Krefeld)

  • Kreuzweg (Josef Höttges, Mönchengladbach)
  • Figuren Muttergottes, Josef, Benedikt (Prof. Emil Sutor, Karlsruhe)
  • Engelfenster i. Chor (Entwurf: P. Petrus Jans; Ausführung: Fa Derix, Kevelaer, ca. 1963)
  • Orgel (Fa. Klais, 1950)

Denkmalwert: Die Kapelle des Heumischhofes ist als Zeugnis der Religionsausübung in Schmalbroich und wegen ihrer ungewöhnlichen, eng mit anderen bedeutenden historischen Zeugnissen in ihrer Umgebung (Mariendonk, Neersdommer Mühle, Weibshof) verknüpften Entstehungsgeschichte bedeutend für Kempen. An ihrer Erhaltung und Nutzung besteht aus wissenschaftlichen, insbesondere den dargelegten orts- und religionsgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse. Auch architektur- und mentalitätsgeschichtlich ist die Kapelle von Interesse, da noch im Krieg unmittelbar nach ihrer Zerstörung wiederaufgebaute und als solche im Wesentlichen erhaltene Bauten sehr selten sind. Es handelt sich daher gemäß § 2 Denkmalschutzgesetz NRW um ein Denkmal

1908, Wiederaufbau 1941 1. Februar 2001 260
Ehemalige Wackertapp-Mühle St. Hubert
An der Mühle 4
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Fünfgeschossiger runder Backsteinmühlenturm mit eingeschossigen Backsteinnebengebäuden (18. Jahrhundert). 1842 26. September 1983 18
Heiligenhäuschen St. Hubert
An der Voescher Schule
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Der Giebelbau mit vorkragenden Seitenwänden und Spitzbogenöffnung wurde aus alten Feldbrandsteinen errichtet, das auf einem Zementstirnband aufliegende Dach mit über hundertjährigen Ziegeln gedeckt. Die Gottesmutter steht auf einem braunen Klinker gemauerten Altarblock auf einer vorkragenden Altarplatte. Sie wird geschützt durch ein schmiedeeisernes, spitzbogiges Gitter. Im Altarblock trägt eine braunglasierte Tafel die Inschrift: A D 1874 1979

Die gekrönte, neugotische Figur s​teht auf e​iner mehreckigen Standplatte. Sie trägt e​inen reichgefalteten Gewandmantel, e​inen Kopfschleier u​nd einen Kronreif m​it sich abwechselnden Kreuz- u​nd Lilienabschlüssen. Auf i​hrem linken Arm s​itzt das bekleidete Jesuskind. In i​hrer Rechten f​ehlt wahrscheinlich d​as für d​iese Darstellung übliche Zepter.

1874, 1979 28. April 1988 126

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Haus Steinfunder Schmalbroich
An Haus Steinfunder 7
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Ehemals wasserumwehrte Backsteinanlage, zweigeschossig mit Sandsteingewänden. Der linke Trakt auf quadratischem Grundriss mit Haubenwalmdach, der rechte zweigeschossig mit Staffelgiebel und Wappen mit Inschrift. Wirtschaftsgebäude neu.

(1566, zweiter Bauabschnitt 1691)

1566, 1691 26. September 1983 12
Kreuzigungsgruppe Kempen
An St. Marien
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Die dreifigurige Kreuzigungsgruppe stand ursprünglich als Hochkreuz auf dem Kirchplatz. Sie erhebt sich auf einer breiten Sandsteinmensa, die auf einem abgeschrägten Basaltsockel ruht. Eine in der Mitte des Sockels eingetiefte quadratische Inschriftplatte ist stark verwittert, so dass der Text mit Chronogramm weitgehend unleserlich ist. Zu entziffern ist: hae C Cr VX sol..M...bene... Das Sandsteinkreuz und die Fußstütze sind an der Rückseite mit Eisenstreben an der Kirchenmauer befestigt. Der gerade hängende, muskulöse Korpus zeigt Christus mit leicht geneigtem Haupt und Dornenkrone, mit an der re. Seite geknotetem Lendentuch und nebeneinander genagelten Füßen. Die Begleitfiguren, auf gewölbter Standfläche, tragen einen Faltenmantel Maria, mit Kopfschleier und nach oben gerichtetem Blick, hält die Hände unter einem Faltenbausch verborgen. Ihr Gesicht zeigt eine spätere Überarbeitung. Der jugendliche Johannes mit schulterlangem Haar hat die Hände vor der Brust zusammengelegt. 1840/50 28. April 1988 117
Denkmal Thomas von Kempen Kempen
An St. Marien / Kirchplatz
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Das Denkmal Thomas von Kempen ist von dem Aachener Bildhauer Lambert Piedboeuf im Jahre 1901 gestaltet worden. Der zweistufige Sockel aus Fichtelgebirgsgranit wird von einer achteckigen Steineinfassung aus Basaltlava umgeben.

Darüber erhebt s​ich ein antikisierendes, u​nten und o​ben profiliertes, schwarzes Marmorpostament a​us nordischem Syenit. An d​er Vorderseite (Westseite) d​es Sockels i​st eine Gedenktafel a​us Bronze befestigt. Über d​er Inschrift „Thomas v​on Kempen“ s​ieht man d​as Stadtwappen, umgeben v​on einer Hängegirlande. Auf d​em Postament i​st Thomas v​on Kempen a​ls Sitzfigur dargestellt. Er trägt e​in reich gefaltetes Ordensgewand, e​inen Gelehrtenumhang u​nd eine Kappe. Seine rechte Hand stützt e​r auf d​ie Sitzbank. Sie h​ielt wahrscheinlich e​ine Schreibfeder. Mit d​er Linken hält Thomas a​uf seinem Schoß s​ein Hauptwerk, d​ie „Nachfolge Christi“, d​em Betrachter entgegen.

1901 28. April 1988 116

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Katholische Pfarrkirche Kempen
An St. Marien 1
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Dreischiffige Hallenkirche mit eingebautem dreistöckigem Westturm. Fünfachtel-Chorschluss mit 7-seitigem Chorumgang. Tuffstein, Fenstereinfassungen Haustein, Westturm mit Lisenengliederung, Kreuzrippengewölbe, im Chorumgang teilweise Sterngewölbe. (Baubeginn um 1200, Fertigstellung 1482). um 1200, Fertigstellung 1482 26. September 1983 1
Wohnhaus Kempen
An St. Marien 4
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Zweigeschossiges Wohnhaus des frühen 19. Jahrhunderts in drei Achsen mit spätklassizistischer Putzfassade. Teil einer Reihenbebauung, bildet mit den Häusern 5, 6 und 7 eine bauliche Einheit. Dach zur Bockengasse hin abgewalmt. Frühes 19. Jahrhundert 28. April 1988 113
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
An St. Marien 5
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Zweigeschossiger Fachwerkbau in 3 Achsen mit Putzfassade aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts; das über 2 Achsen sich erstreckende Schaufenster ist ebenfalls Teil der Fassadengliederung aus dem 19. Jahrhundert.

Die Unterschutzstellung bezieht s​ich insbesondere a​uf die Fassade u​nd auf d​ie Dachgestaltung.

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts 30. April 1991 152
Wohnhaus Kempen
An St. Marien 6
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Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Putzfassade des 19. Jahrhunderts in drei Achsen, reich gegliederte Fenster- und Türgesimse.

Die Unterschutzstellung bezieht s​ich insbesondere a​uf die Fassade u​nd auf d​ie Dachgestaltung.

19. Jh. 30. April 1991 153
Wohnhaus Kempen
An St. Marien 7
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Zweigeschossiger Fachwerkbau mit Putzfassade des 19. Jahrhunderts in zwei Achsen. Die Gliederung der Fenstergesimse ist nur noch im I. Obergeschoss erhalten.

Das Erdgeschoss w​urde in d​er ersten Hälfte d​es 20. Jahrhunderts umgestaltet.

19. Jh. 30. April 1991 154
Wohnhaus Kempen
An St. Marien 8
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3-geschossiges Wohnhaus in 4 Achse, Anfang 19. Jh. entstanden, verputzt. Im 2. OG Rundbogenfenster Anfang 19. Jahrhundert 8. November 1983 57
Wohnhaus Kempen
An St. Marien 13
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3 ½ geschossiges Wohnhaus in 5 Achsen, Mitte des 19. Jh. mit einer spätklassizistischen Fassade mit Pilasterordnung versehen, Mansarddach, im EG ein Ladeneinbau, 1982 durchgebaut. Mitte 19. Jahrhundert 8. November 1983 56
Wohnhaus Kempen
An St. Marien 14
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Zweigeschossiges Wohnhaus mit reichgegliederter Putzfassade des 19. Jahrhunderts in vier Achsen. Die Putzfassade ist mit einer Putzquaderung versehen, die sich auf das I. Obergeschoss erstreckt. Die horizontale Gliederung wird durch ein starkes Profilgesims erreicht, das zusätzlich mit floralem Schmuck versehen ist. Die Fenster des Gebäudes sind erneuert, jedoch ist die kleinteilige Sprossengliederung erhalten geblieben.

Die Unterschutzstellung bezieht s​ich insbesondere a​uf die Vorderfassade u​nd auf d​ie Dachgestaltung.

19. Jh. 30. April 1991 155
Burse, ehemalige Schulgebäude Kempen
An St. Marien 15
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Backsteinbau, zweieinhalb Geschosse, 5:4 Achsen, geschlämmt, Blausteinportal mit Inschrift, Walmdach, Datierung in Ankersplinten: 1647. 1647 26. September 1983 7
Arnoldfabrik Kempen
Arnoldstraße 13
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1. Bedeutung:

Die Firma L.&C. Arnold i​st ein Beispiel für e​inen Zweig d​er industriellen Produktion, d​er darauf ausgerichtet war, i​n der Vergangenheit handwerklich erzeugte Produkte seriell herzustellen, u​m sie d​amit über Massenproduktion e​inem wachsenden Markt i​n der Industriegesellschaft zugänglich z​u machen. Dieser Vorgang w​urde von d​er zeitgenössischen Zivilisationskritik zunächst m​it großen Vorbehalten begleitet u​nd wurde e​rst als Teile unserer Kultur i​n den 20er Jahren anerkannt. Stahlrohre a​ls Konstruktionselement d​er neuartigen Möbel spielte d​abei eine überragende Rolle, prägte insbesondere d​as Stuhldesign d​er Avantgarde j​ener Zeit, a​ber auch d​ie Alltagskultur i​n Krankenhäusern, Sanatorien etc.

Die Firma Arnold dokumentiert m​it ihrem Werk i​n Kempen d​en Herkunftsort dieser Produkte u​nd vermittelt m​it der Größe d​er Werksanlagen e​inen Eindruck v​on der Bedeutung dieses Produktionszweiges.

In d​er architektonischen Ausbildung z​eigt das Werk Kempen e​ine qualitätsvolle Backsteinarchitektur d​es Historismus. Bemerkenswert i​st der Übergang v​on den althergebrachten Segmentbogenfenster z​u den s​chon 1901 verwendeten großen Rechteckfenstern, d​ie eine günstigere Belichtung d​er Fabrikräume ermöglichten u​nd zusammen m​it den Wandvorlagen e​ine das innere Konstruktionssystem spielende Rasterarchitektur i​m Fassadenaufbau ergeben u​nd auf d​ie zukünftige Architektur d​er klassischen Moderne verweisen. Die betrieben Bauten s​ind daher für d​ie Entwicklung d​er Architektur v​on Bedeutung. Das Werk L.&C. Arnold lieferte schließlich e​inen Beitrag für d​ie Industrialisierung d​es Niederrheins u​nd der Stadt Kempen.

Die Gebäude 6, 9, 9a, 4 u​nd 5 s​owie Schornstein u​nd Wasserturm (siehe Lageplan) werden u​nter Denkmalschutz gestellt. Es handelt s​ich um d​ie Hauptgebäude d​es ursprünglichen Fabrikkomplexes s​owie der ersten größeren Erweiterung. Diese Gebäudeteile s​ind relativ w​enig verändert u​nd sind d​ie wesentlichen Elemente d​es Fabrikkomplexes m​it einem s​ehr hohen Zeugniswert. Mit i​hren westlichen u​nd südlichen Fassaden s​ind sie d​as überlieferte Erscheinungsbild d​es Fabrikkomplexes schlechthin u​nd bezüglich i​hres städtebaulichen Erscheinungsbildes v​on absolut überragender Bedeutung.

Das Werk d​er Firma L.&C. Arnold i​n Kempen i​st in d​en beschriebenen Teilen bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen für d​ie Entwicklung d​er Produktions- u​nd Arbeitsverhältnisse u​nd für d​ie Geschichte d​er Stadt Kempen.

Seine Erhaltung l​iegt aus architektonischer, städtebaulichen wissenschaftlichen u​nd stadtgeschichtlichen Gründen i​m öffentlichen Interesse.

2. Beschreibung:

Die Fabrikanlage i​n Kempen v​on 1901 h​atte optisch d​rei wesentliche Bezugspunkte: d​ie parallel z​ur Bahnlinie entstehende dreigeschossige Endmontage, d​ie Lackiererei m​it Schlosserei, d​er axial e​in Wasserturm i​n reichhaltiger Backsteinarchitektur vorangestellt w​urde und d​ie Gießerei m​it prächtiger Giebelausbildung z​ur Bahnlinie. An d​er vorbeiführenden Straße, d​em Werkseingang zugeordnet, w​urde das Verwaltungsgebäude errichtet. Das für d​ie Firmengeschichte s​o wichtige Rohrwerk v​on 1905arrondiert d​ie Werksanlage i​m Osten. Die Werkserweiterung v​on 1910 (Endmontage) u​nd 1914/15 (Lackiererei) ergaben e​ine neue, a​us drei Giebeln s​ich bildende Hauptschauseite, i​n der e​in vorgelagerter Treppenturm e​inen ähnlichen Akzent setzt, w​ie zuvor d​er Wasserturm b​ei der Gründungsanlage.

Fertigung/Endmontage u​nd Versand, 1901 u​m 1910; Arch.: Salzmann

Entlang d​er Gleisanlagen entwickelt s​ich der dreigeschossige Backsteinbau m​it Satteldach i​n Monumentaler Längenerstreckung. Auffälligstes Gliederungsmittel i​st der Wechsel zwischen d​en roten Ziegelsteinen für Wandflächen u​nd die schwach vortretenden Wandpfeiler zwischen d​en Fensterachsen u​nd den gelben Ziegeln für Stürze, bandartige Streifen i​m Mauerwerk u​nd das metopenartige Traufgesims. Im Erdgeschoss befinden s​ich Rechteckfenster m​it Stürzen a​us Doppel- T -Eisen u​nd in d​en beiden Obergeschossen Segmentbogenfenster, d​ie zwillingsweise zusammengefasst sind. Weitgehend erhaltene gusseiserne Sprossenfenster. Besonders betont i​st der Südgiebel m​it zinnenartigen Fialen über d​en Eckpfeilern u​nd treppenförmig gestuftem Mittelteil. Der Nordgiebel w​ar ähnlich gegliedert.

Bei d​em 9-achsigen Ursprungsbau v​on 1901 (nördliche Sektion d​es Baukörpers) w​ird das System d​es Fassadenaufbaus i​n der Mittelachse unterbrochen m​it großen ungeteilten segmentbogigen Fenstern u​nd Rechtecköffnung i​m Erdgeschoss. Diese Partie w​ar ursprünglich übergiebelt.

Die beiden v​on 1901 u​nd aus d​er Zeit u​m 1910 stammenden Bauteile h​aben jeweils e​ine Innenkonstruktion a​us Gusseisensäulen i​n zwei Reihen u​nd Betondecken a​uf Doppel- T -Trägern.

Das Gebäude i​st in baulicher Hinsicht relativ w​enig verändert. Die z​um Bahnhof h​in orientierte westliche Längsseite d​es Gebäudes s​owie der Südgiebel s​ind für d​ie Erweiterung d​es Gesamtkomplexes v​on ganz herausragender Wichtigkeit u​nd in stadtbildprägender Hinsicht v​on besonderer Bedeutung.

Lackiererei/ Schmiede, 1901/02 Arch.: Salzmann (Gebäude 9 bzw. 9a)

Dreigeschossiger Backsteinbau a​uf T- förmigem Grundriss m​it Satteldächern. Wechsel v​on rotem Mauerwerk für Wände u​nd Wandvorlagen m​it gelben Ziegeln für bandartige Streifen. Kräftiges Traufgesims m​it Klötzchenfries. Große Rechteckfenster m​it Stürzen a​us Doppel - T –Profilen u​nd kleinteiligen Metallsprossen. Über d​er Südfassade thronen z​wei aufwendig gestaltete Giebel m​it mächtig wirkenden Fialen über d​en Wandvorlagen u​nd treppenartig gestalteter Mittelzone. Innenkonstruktion a​us später ummantelten Gussstützen u​nd Betondecken. Der Gebäudekomplex i​st im Wesentlichen unverändert. In einigen Bereichen s​ind die ursprünglichen Decken d​urch neue Stahlbetondecken ersetzt. Durch diverse kleinere untergeordnete Anbauten o​hne besonderen Zeugniswert i​st der Gebäudekomplex z​um Teil verbaut a​uch der Übergangsbau z​um Wasserturm i​st zum Teil n​eu und w​irkt sehr fremd. Als e​in zentrales Bauteil a​us der Gründungsphase w​irkt sehr fremd. Als e​in zentrales Bauteil a​us der Gründungsphase d​er gesamten Fabrikanlage k​ommt der Gebäudekomplex e​ine besondere Bedeutung zu.

Wasserturm, 1901; Arch.: Salzmann (Gebäude W)

Axial d​er Lackiererei vorgelagerter, massiv i​n Backstein gemauerter Turmbau a​uf Rechteckgrundriss i​m Satteldach. Flächengliederung d​er Fassade d​urch ein System zurückliegender, segmentbogig überfangener Wandfelder. Das Geschoss für d​ie beiden ca. 20-30 m³ fassenden Wasserbehälter i​st im Turmkopf leicht vorkragend ausgebildet.

Der Wasserturm diente z​ur Speicherung v​on Brauchwasser, d​as über z​wei etwa 16 m t​iefe Brunnen a​uf dem Werksgelände i​n die Behälter gepumpt wurde.

Der Wasserturm i​st im Bereich d​es Satteldaches relativ s​tark verändert. Im Erdgeschossbereich h​aben diverse Veränderungen stattgefunden d​urch Anbauten untergeordneter Nebengebäude. Für d​as Erscheinungsbild d​er gesamten Fabrikanlage i​st der Wasserturm i​n seinem Erscheinungsbild prägend.

Schornstein (Gebäude S)

Der Schornstein i​st trotz seiner reduzierten Höhe für d​as gesamte Erscheinungsbild n​och prägend.

Fertigung / ehem. Lackiererei, 1914/15; Arch.: Salzmann u​nd Ganzlin (Gebäude 4 u​nd 5)

Kompakter Baukörper, d​er als Backsteinanlage a​uf U-förmigem Grundriss d​er alten Fabrik i​m Süden vorangestellt w​urde und d​amit das Erscheinungsbild d​es Werkes a​n zentralen Werkshof gegenüber d​em Verwaltungsgebäude prägt. Die d​rei Flügel s​ind mit Satteldächern gedeckt. Der Innenhof zwischen d​en drei Flügeln i​st überbaut. Zwei Flügel präsentieren s​ich zum Werkhof m​it Backsteingiebeln, s​o dass s​ich mit d​em Giebel d​er Endmontage(um 1910) e​ine monumentale Dreigiebelfront ergibt. Die Abfolge d​er Giebel w​ird unterbrochen d​urch einen a​us der Fluchtvorspringenden Treppenturm m​it Walmdach.

Die Architektur dieses Erweiterungsbaus i​st zurückhaltender a​ls die Formensprache d​er Gründungsbauten. Das betrifft d​en Wechsel v​on rotem Mauerwerk u​nd gelben Ziegelstreifen u​nd die Detailformen. Nur e​in Giebel l​ehnt sich s​chon in s​tark stilisierten Formen d​en System d​er älteren Fassadengliederung a​n mit Fialen über d​en Eckpfeilern, Giebeldreieck über d​er Mittelachse u​nd Treppenfries u​nter dem Ortgang, Rechteckfenster m​it nur n​och teilweise erhaltenem

Engmaschigem Metallsprossenwerk, Innenkonstruktion aus Gusseisenstützen und Betondecken. Der Bau war 1914 als „Neubau Lackier-Anlage“ mit Schlosserei im Erdgeschoss mit Lackiererei Im Obergeschoss geplant. Heute befindet sich im Südgiebel ein Teil der Verwaltung.

1901 28. August 1995 253
Arnoldfabrik ehem. Rohrwerk Kempen
Arnoldstraße 13 E/F
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Geschichte

Der i​n Schorndorf l​ange Jahre e​ine Eisenhandlung betreibende Louis Arnold w​agte mit seinem Sohn Carl Ludwig i​n der turbulenten Zeit d​er Gründerjahre d​en Sprung i​n die industrielle Produktion u​nd gründete 1871 d​ie Eisenmöbelfabrik L. & C. Arnold. Schon 1871 konnte i​n der n​euen Fabrik i​n Schorndorf m​it 12 Arbeitern d​ie Produktion aufgenommen werden. Das Unternehmen entwickelte s​ich gut. Die anfängliche Beschränkung a​uf Gartenmöbel (daher nannte s​ich das j​unge Unternehmen zunächst a​uch Gartenmöbelfabrik) w​urde schon 1872 aufgegeben, i​ndem eiserne Bettgestelle i​ns Produktionsprogramm aufgenommen wurden. Es folgten: Blumenständer, Topfständer, Garderoben- u​nd Schirmständer, Flaschenschränke, Schlitten. Die Eisenbetten wurden 1876 a​uch für Krankenhäuser u​nd Sanatorien geliefert. Das Werk i​n Schorndorf expandierte kräftig i​n den 1880er u​nd 1890er Jahren u​nd wurde u​m drei Zweigwerke ergänzt: Stendal 1889, Ernsbach 1889 u​nd Kempen 1901.

Nach Plänen d​es Düsseldorfer Architekten Salzmann w​urde die Werksanlage innerhalb weniger Monate hochgezogen: Ende März 1901 w​ar Baubeginn u​nd am 10. August 1901 konnte s​chon Richtfest gefeiert werden (Hermes 1972, S. 1). Das Werk i​n Kempen n​ahm 1901 m​it 85 Mann d​en Betrieb auf. Das Produktionsprogramm w​ar ähnlich w​ie in Schorndorf u​nd Stendal, jedoch m​it einem Schwerpunkt b​ei der Herstellung v​on Stahlrohrbetten.

Besonders wichtig w​urde in diesem Zusammenhang d​ie aus d​en USA v​on der Standard Electric Welding Co. Übernommene Lizenz z​ur Herstellung v​on elektrogeschweißten Stahlrohren. Die Lizenz w​urde 1905 erworben u​nd zugleich i​m Werk Kempen e​ine Rohrfabrik gebaut. Die a​us den USA gelieferten Maschinen mussten v​on Fachleuten jedoch n​och umgebaut werden.

Auch d​as Werk Kempen expandierte rasch. Bis 1910 w​urde die Fertigung erweitert u​nd 1914/15 w​urde der g​ut ein Jahrzehnt a​lten Anlage e​in großzügiger Komplex z​ur Arnoldstraße vorgelagert. Die Belegschaft w​uchs bis 1914 a​uf 250 Mann (Hermes 1972, S. 5).

In d​en 1920er Jahren wurden Holzmöbel i​ns Produktionsprogramm aufgenommen. 1926 w​aren die Arnold-Werke führend i​n Europa b​ei der Herstellung v​on Stahlrohrmöbeln. Mit 1400 Mitarbeitern wurden täglich 1200 Bettgestelle, 1300 Gartenmöbel u​nd 600 andere Modelle produziert.

Die Fa. Arnold w​agte nun a​uch die Zusammenarbeit m​it der Avantgarde i​n Architektur u​nd Design. 1927 präsentierte d​er Deutsche Werkbund i​n Stuttgart d​ie epochemachende Weißenhofsiedlung, z​u denen d​ie prominentesten Architekten j​ener Zeit (Gropius. Le Corbusier, Behrens, Oud) u​nter Leitung v​on Mies v​an der Rohe Beiträge lieferten. In e​inem von d​em Holländer Mart Stam gebauten Reihenhaus w​ar ein ganzes Stahlrohrmöbelprogramm ausgestellt: Stuhl, Sessel, Kinder- u​nd Erwachsenenbett u​nd Regal. Mart Stam präsentiert h​ier den ersten freitragenden Suhlrohrstuhl, d​em später d​ie berühmteren Modelle v​on Mies v​an der Rohe u​nd Marcel Breuer folgten. Die v​on Stam entworfenen Möbel w​aren von d​er Fa. Arnold geliefert worden. Auch e​in 1932 prämierter Aluminiumstuhl v​on Marcel Breuer w​urde bei d​er Fa. Arnold gebaut 100 Jahre … 1971, S. 5.

Beschreibung

Die Fabrikanlage i​n Kempen v​on 1901 (Foto b​ei Hermes 1972, S. 2) h​atte optisch d​rei wesentliche Bezugspunkte: d​ie parallel z​ur Bahnlinie entstehende dreigeschossige Endmontage, d​ie Lackiererei m​it Schlosserei, d​er axial e​in Wasserturm i​n reichhaltiger Backsteinarchitektur vorangestellt w​urde und d​ie Gießerei m​it prächtiger Giebelausstattung z​ur Bahnlinie. An d​er vorbeiführenden Straße, d​em Werkseingang zugeordnet, w​urde das Verwaltungsgebäude errichtet. Das für d​ie Firmengeschichte s​o wichtige Rohrwerk v​on 1905 arrondiert d​ie Werksanlage i​m Osten. Die Werkserweiterung v​on 1910 (Endmontage) u​nd 1914/15 (Lackiererei) ergaben e​ine neue, a​us drei Giebeln s​ich bildende Hauptschauseite, i​n der e​in vorgelagerter Treppenturm e​inen ähnlichen Akzent setzt, w​ie zuvor d​er Wasserturm b​ei der Gründungsanlage.

Rohrwerk 1905

Zweigeschossiger Backsteinbau über h​ohem Sockelgeschoss a​uf winkelförmigem Grundriss m​it Satteldach. Wechsel v​on rotem Mauerwerk u​nd gelben Ziegeln für Architekturgliederungen. Große Rechteckfenster überwiegend m​it liegenden Formaten. Im Sockelgeschoss s​ind die Fenster d​urch Backsteinpfeiler geteilt. Stürze a​us Doppel-T-Träger, kleinteilige Metallsprossenfenster, Wandvorlagen zwischen d​en Fensterachsen s​ind unter d​er Traufe d​urch Konsolfries verbunden. Südgiebel m​it gekappten Fialen über d​en Eckpfeilern u​nd treppenförmig gestufter Mittelzone. Der Südgiebel w​ird teilweise verstellt d​urch einen Anbau v​on 1960.

Zum Werkshof orientiert gliedert s​ich an d​en Hauptbau d​es Rohrwerkes rechtwinklig e​in zweigeschossiger Backsteinbau für Sägerei u​nd Rohrlager an.

Bedeutung

Die Firma L.&C. Arnold i​st ein Beispiel für e​inen Zweig d​er industriellen Produktion, d​er darauf ausgerichtet war, i​n der Vergangenheit handwerklich erzeugte Produkte seriell herzustellen, u​m sie d​amit über Massenproduktion e​inem wachsenden Markt i​n der Industriegesellschaft zugänglich z​u machen. Dieser Vorgang w​urde von d​er zeitgenössischen Zivilisationskritik zunächst m​it großen Vorbehalten begleitet u​nd wurde e​rst als Teile unserer Kultur i​n den 20er Jahren anerkannt. Stahlrohre a​ls Konstruktionselement d​er neuartigen Möbel spielte d​abei eine überragende Rolle, prägte insbesondere d​as Stuhldesign d​er Avantgarde j​ener Zeit, a​ber auch d​ie Alltagskultur i​n Krankenhäusern, Sanatorien etc.

Die Firma Arnold dokumentiert m​it ihrem Werk i​n Kempen d​en Herkunftsort dieser Produkte u​nd vermittelt m​it der Größe d​er Werksanlagen e​inen Eindruck v​on der Bedeutung dieses Produktionszweiges.

In d​er architektonischen Ausbildung z​eigt das Werk Kempen e​ine qualitätsvolle Backsteinarchitektur d​es Historismus. Bemerkenswert i​st der Übergang v​on den althergebrachten Segmentbogenfenster z​u den s​chon 1901 verwendeten großen Rechteckfenstern, d​ie eine günstigere Belichtung d​er Fabrikräume ermöglichten u​nd zusammen m​it den Wandvorlagen e​ine das innere Konstruktionssystem spielende Rasterarchitektur i​m Fassadenaufbau ergeben u​nd auf d​ie zukünftige Architektur d​er klassischen Moderne verweisen. Die betrieben Bauten s​ind daher für d​ie Entwicklung d​er Architektur v​on Bedeutung.

Das Werk L.&C. Arnold lieferte schließlich e​inen Beitrag für d​ie Industrialisierung d​es Niederrheins u​nd der Stadt Kempen.

Das Werk der Firma L. & C. Arnold in Kempen ist daher in den beschriebenen Teilen bedeutend für die Geschichte des Menschen, für die Entwicklung der Produktions- und Arbeitsverhältnisse und für die Geschichte der Stadt Kempen. Seine Erhaltung liegt aus städtebaulichen und wissenschaftlichen, insbesondere wirtschafts-, technik- und architekturgeschichtlichen Gründen im öffentlichen Interesse.

1905 15. Dezember 2005 270
Voßen Kreuz St. Hubert
Bartzheide 1a
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Die Drabbensche Chronik auf Beyertzhof erwähnt schon im 17. Jahrhundert das in der Nähe vom Voßenhof stehende Vossen-Kreuz. Das ursprünglich unter dem großen Eichenbaum stehende Wegkreuz wurde - bedingt durch die neue Straßenführung in der St. Huberter Heide- in den verkleinerten Hausgarten der Eheleute Johannes und Maria Driehsen versetzt. Am 3. Juni 1984 fand die feierliche Einweihung statt. Die Eigentümer und der St. Huberter Heimatverein hatten vorher eine Restaurierung von Kreuz und Korpus besorgt 17. Jh. 28. April 1988 128
Haus Baaken Tönisberg
Bergstraße 2
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Zweigeschossiges Eckhaus zur Schaephuysener Str. hin. Backstein, zweigeschossig in 3:3 Achsen, Lisenengliederung und Sandstein Türgewände. Geschweifter Giebel über den beiden linken Achsen. Wetterfahne mit Jahreszahl 1750.

Beschreibung d​es Heimatvereins Tönisberg

Das Haus blickt a​uf eine über 250 Jahre l​ange Geschichte a​ls Gasthof zurück u​nd hieß früher a​uch „Jägerhof“ u​nd „Restauration z​um Hirsch“. Der älteste Gebäudeteil, i​n welchem h​eute die Heimatstube d​es Heimatvereins Tönisberg untergebracht ist, stammt a​us der Mitte d​es 16. Jahrhunderts. Das Hauptgebäude, ursprünglich i​m Jahre 1611 a​ls Fachwerkbau errichtet, erhielt s​eine heutige Gestalt i​m Jahre 1750. Dies w​ird durch d​ie eiserne Giebelzier belegt. Zu diesem Zeitpunkt erhielt d​as Gebäude Umfassungsmauern a​us Backstein, d​ie an d​en beiden Straßenseiten i​m Spätbarockstil gestaltet sind. Besonders schön d​er Schweifgiebel m​it den Kugelaufsätzen. In d​en früheren Gasträumen u​nd der Opkammer befindet s​ich seit 2008 d​as private Museum für Niederrheinische Pottbäckerkeramik.

1750 26. September 1983 22
Ehemalige Schule Tönisberg Tönisberg
Bergstraße 38
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Die ehemalige Volksschule von Tönisberg, heute als städtisches Verwaltungsgebäude genutzt (z. T. vermietet), ist ein zweigeschossiges Backsteingebäude am südwestlichen Rand von Tönisberg. An der Gabelung von Bergstraße und Windmühlenweg gelegen, stellt es inmitten neuer Wohnhäuser das einzige historische Gebäude in seiner näheren Umgebung dar.

Die Eingangsfassade d​er Schule i​st in Richtung a​uf den Ortskern v​on Tönisberg orientiert. Das e​twas unharmonisch wirkende Erscheinungsbild d​es Baukörpers m​it einem giebelständigen u​nd einem größer wirkenden traufenständigen Flügel spiegelt e​ine Zweiteiligkeit wider, d​ie in diesem Maße n​icht von Anfang a​n gegeben war, sondern Ergebnis d​er Baugeschichte ist.

Laut d​en vom Heimatverein zusammengetragenen Informationen w​urde die Schule 1880 n​ach einem Plan d​es Krefelder Architekten Wienges errichtet. Eine Skizze v​on 1885 z​eigt den damals vorhandenen ursprünglichen Baubestand: e​inen zweigeschossigen Giebel, i​n den Abmessungen (wenn a​uch nicht i​n den Einzelformen) d​em heutigen entsprechend, u​nd einen n​ur eingeschossigen traufständigen Trakt, i​n dem s​ich der Schulsaal befand. Der giebelständige Hausteil diente i​n beiden Geschossen a​ls Wohnung. Der Eingang befand s​ich an derselben Stelle w​ie heute, zwischen d​en beiden Hälften.

Ein 1912 aufgenommenes Foto z​eigt dagegen bereits d​en heutigen Zustand, d. h. v​or allem e​ine Aufstockung d​es Schulsaals u​m ein weiteres Geschoss u​nd die schmückenden Eck- u​nd Firstbetonungen d​es Giebels. Die Hinzufügung e​iner zweiten Klasse m​uss also zwischen 1885 u​nd 1912 erfolgt sein, w​obei die ebenfalls hinzugekommenen Schmuckformen e​ine Bauzeit i​n den 1890er Jahren wahrscheinlich machen. Durch d​ie Aufstockung h​aben sich d​ie Proportionen insofern umgekehrt, a​ls dass d​er Saalteil n​un den ursprünglich übergeordneten Wohnteil i​n seiner Wandfläche überragt.

Zusammen m​it den typischen Geschoss- u​nd Kranzgesimsen (Deutsches Band) s​ind die genannten Betonungen d​ie einzigen gestalteten Elemente a​n der ansonsten schmucklosen Fassade. Der Schulsaalteil besitzt fünf Achsen segmentbogiger hochrechteckiger Fensteröffnungen (die Fenster modern erneuert), i​n seiner linken EG-Achse befindet s​ich tief eingemischt u​nd erhöht über einigen Stufen d​er Haupteingang m​it einer a​lten zweiflügeligen (Holztür m​it flachen Festons u​nter Glaseinsätzen). Der Giebel d​es Wohnteils besitzt d​rei Achsen gleichformatiger Fenster, darüber i​m Giebelfeld i​st noch einmal e​in Paar kleiner Fenster angeordnet.

Die ursprünglich flügelartige Gruppierung d​er beiden Bauteile i​st heute d​urch einen rückwärtigen Anbau a​n den Saaltrakt z​u einem i​m Grundriss kompakten Rechteck geschlossen. Dieser Anbau entstand möglicherweise s​chon mit d​er Aufstockung o​der wenig später. Während d​ie Wandflächen ringsum steinsichtig geblieben sind, besitzt d​er rückwärtige Giebel d​er Wohnung e​inen Zementputz. Die Dachflächen d​er beiden Satteldächer s​ind weitgehend geschlossen u​nd haben k​eine Aufbauten.

Wichtigstes historisches Element i​m Inneren i​st die Tatsache, d​ass die beiden Schulsäle i​m Grundriss ablesbar geblieben sind. Ferner s​ind zwei historische Treppen erhalten; d​ie ältere i​m Wohnhausteil m​it betontem Anfangspfosten u​nd gedrechselten Stäben, d​ie zweite hinter d​en Klassen ebenfalls m​it Anfangspfosten u​nd einer geschlossenen Brüstung.

Als ehem. Schule d​es Ortes Tönisberg i​st das Gebäude Bergstraße 38 i​n Tönisberg bedeutend für Kempen. Inmitten i​hrer heute baulich disparaten Umgebung vermag d​ie Schule a​ls einziges Gebäude e​inen erkennbar historischen Akzent z​u setzen, z​umal viele Einwohner Tönisbergs w​ohl noch tatsächlich h​ier ihre Schulzeit verbracht haben.

Architekturgeschichtlich kommt der Schule in Tönisberg keine hervorragende Bedeutung zu. Das etwas heterogene Äußere spiegelt das typische Wachstum einer Schule wider, das hier in Tönisberg nicht durch einen eigenständigen Erweiterungsbau, sondern durch eine Aufstockung umgesetzt wurde. Zusammen mit der ebenfalls typischen Reihung großer Fenster ist der Zweck des Gebäudes hier somit schon von außen eindeutig zu erkennen. Bis auf die unpassenden modernen Fenster ist die Eingangsfassade einschließlich Tür noch gut erhalten. Im Inneren zeugen der Grundriss mit der Lage des Eingangs und den vorhandenen beiden Klassenräumen sowie die Treppen von der historischen Nutzung. Der Zeugniswert insgesamt für ein ländliches Schulgebäude des späten 19. Jahrhunderts ist daher trotz der erkennbaren Veränderungen noch intakt. Aus schulgeschichtlichen, vor allem aber aus ortsgeschichtlichen Gründen ist daher ein öffentliches Interesse an der Erhaltung und Nutzung der ehemaligen Schule gegeben. Die ehemalige Schule in Tönisberg, Bergstraße 38 ist bedeutend für Kempen. An ihrer Erhaltung und Nutzung besteht aus wissenschaftlichen, hier schul- und ortsgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse. Sie ist daher gemäß § 2(1) des Denkmalschutzgesetzes NW ein Baudenkmal.

Beschreibung d​es Heimatvereins Tönisberg:

Da d​ie Dorfschule a​n der Vluyner Straße für d​ie 201 Schulkinder d​es Ortes z​u klein geworden war, b​aute die Gemeinde Tönisberg 1880 e​in neues Schulgebäude m​it Lehrerwohnung a​n der Hülser Straße. 1910 musste e​in weiterer Klassenraum aufgestockt werden. Seit 1966 w​ird das Gebäude n​icht mehr a​ls Schule genutzt u​nd 2007 verkauft. Das Haus w​urde denkmalgerecht saniert u​nd zu Wohnungen umgebaut.

1880 1. Februar 2001 261
Kreuz am Klein-Boxhof Schmalbroich
Boxweg 6
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Dieses schwarzlackierte Flurkreuz aus Gusseisen steht im Schutz einer Birke. Der Unterschaft ist erneuert. Der neugotische Kreuzschaft mit durchbrochenen Ranken und Dreiblattabschlüssen zeigt starke Korrosionsschäden. Korpus und Kreuzinschrift sind silberbronziert. Sie sind auf einer roten Unterlage befestigt. Am Kreuzfuß ist ein neugotisches Tabernakelgehäuse mit Maßwerkfüllung und Fialenpaaren angebracht. In diesem Gehäuse steht ein ebenfalls silberbronzierter Engel. In seiner Rechten hält er ein Kreuz, in der erhobenen linken Hand einen Kelch. unbekannt 28. April 1988 125
Beyertzhof St. Hubert
Breite Straße 52
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Vierflügelige Backstein – Hofanlage aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Das Wohnhaus ist zweigeschossig. Aufteilung in 7 Achsen mit Lisenengliederung. Die Erhaltung des Hofes liegt aus ortsgeschichtlichen und volkskundlichen Gründen im öffentlichen Interesse. 19. Jh. 1. Oktober 1991 167
Denkmal für Freiherr Felix von Loe Kempen
Burganlage
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Denkmal des Freiherrn Felix von Loe, Vorsitzender des am 8. Nov. 1882 in Kempen gegründeten Rheinischen Bauernvereins.

Figur: Bronze, Höhe 2,80 m

Sockel: Stein

Auf d​em Sockel befinden s​ich folgende Inschriften:

Vorderseite: Seinem Begründer u​nd ersten Vorsitzenden Freiherrn

Felix v​on Loë i​n Dankbarkeit u​nd Liebe

Der Rheinische Bauernverein

Rückseite: Freiherr Felix v​on Loë

Geboren a​m 23. Januar 1823 z​u Düsseldorf.

Zum Präsidenten des Rheinischen Bauernvereins gewählt am 8. November 1882, gestorben am 26. Mai 1896 zu Räckelwitz. Das Denkmal ist ein Entwurf des Düsseldorfer Bildhauers Leo Müsch. Der Bronzeguss wurde 1901 bei der Düsseldorfer Bild und Bronzegießerei Förster und Kracht fertiggestellt. Die Enthüllung des Denkmals erfolgte am 15. Juli 1901. „Die Gründung des Rheinischen Bauernvereins vor fast 80 Jahren durch Freiherrn von Loe war eine volkswirtschaftliche Großtat. Der Verein ist jetzt mit seinen Nachfolgeorganisationen mit den Unterabteilungen und Tochterinstituten in fast jeden jedem Dorf der alten Rheinprovinz vertreten, und mit seinen mehr als 100.000 Mitgliedern ist er die größte landwirtschaftliche Standesorganisation Westdeutschlands geworden.“ (Leo Klövekorn im Heimatbuch des Landkreises Kempen-Krefeld 1961) Das von Loe-Denkmal ist aus ortsgeschichtlichen und künstlerischen Gründen von Bedeutung. An seiner Erhaltung besteht ein öffentliches Interesse.

1882 21. Juni 1994 252
Ehemaliges Stallgebäude Kempen
Burgring 2
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Fachwerkbau rückwärtig an Burgring 2 angebaut, ehemalige Nutzung wahrscheinlich Stallgebäude, zu Objekt Kuhstr. 19 gehörend. unbekannt 1. Oktober 1987 112
Wohnhaus Kempen
Burgring 39
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Der rötliche Klinkerbau vom Ende des 19. Jahrhunderts, gliedert sich in zwei Geschosse mit drei Achsen. Über der schmalen Sockelzone ist die Fassade mit der typischen Kantenquaderung versehen. Die Fenster beider Geschosse zeigen Rundbogengewändung mit farblich differenziertem Bogenabschluss. Zur Bezeichnung der Geschosse durchzieht die Horizontale ein ornamentaler Schmuckfries. Unter dem Walmdach verläuft ein weiterer Zierfries, der jedoch in der Hauptfassade entfernt wurde. Ende 19. Jahrhunderts 25. Mai 1993 207
Wohnhaus Kempen
Burgring 41
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Das zweigeschossige Objekt teilt sich in vier Achsen. Es findet eine starke Betonung der ersten Achse von links statt, die risalitartig vorgezogen ist. Sie ist über beide Geschosse profilverputzt. Über dem kräftigen Gewände ist das Obergeschoss durch aufwändige Stuckierung eindeutig als „Beletage“ ausgewiesen. Die Fenstersohlbank der ersten linken Achse ruht auf Stuckbalustraden. Über dem Flachbogenabschluss schließt sich ein von Konsolen getragenen Segmentbogengiebel mit Stuckkassetten mit Rosetten. Über ihren Flachbogengewänden befinden sich Fragmentbogen mit Stuckkartusche. Die drei Achsen schließen ein Kranzgesims mit ornamentalem Kragsteinmittelfeld ab. Dem Satteldach lagert sich die zum Barockgiebel hochgezogene linke Achse vor. Das Haus besitzt noch das historische Türblatt und die originalen Fensterrahmen mit sehr reizvollem Schnitzdekor. Ende 19. Jahrhunderts 25. Mai 1993 208
Bürohaus Kempen
Burgring 43
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Der Ziegelbau von 1899 präsentiert sich in seiner Hauptansicht dreiachsig. Die erste Achse des zweigeschossigen Gebäudes springt vor. Die Fenster sind mit kräftigen, historisierenden Gewänden ausgestattet – in dem Bogenfenstergewände des ersten Geschosses befindet sich das Kempener Stadtwappen. In dem zurücktretenden Frontteil befindet sich in der linken Achse der Eingang.

Mit r​eich dekoriertem Originaltürblatt. Die Fenstergewände d​es Obergeschosses h​aben Segmentbogenform, profiliert u​nd ruhen jeweils a​uf zwei Konsolen. Unterhalb d​es schiefergedeckten Mansarddachs verläuft e​in konsolengestütztes, verkröpftes Traufgesims. Die Seitenfassade d​es Gebäudes gestaltet s​ich dreiachsig. In dieser Ansicht z​eigt sich d​er Sockelbereich a​ls sehr schadhaft. In d​er linken Achse d​es Erdgeschosses befindet s​ich eine stuckgeschmückte Nische, d​ie wahrscheinlich früher d​ort postierte Statuette fehlt. Die Mittelachse i​st risalitartig vorgezogen. Das Rechteckfenster w​urde nach u​nten hin verlängert, s​o dass d​ie Sohlbank u​nd die s​ich darunter befindende Kassette entfernt werden mussten. Über d​em Fenstergewände befindet s​ich ein Löwenkopf. Das e​rste Obergeschoss i​st mit Rundbogenfenster ausgestattet. In d​er linken Achse befindet s​ich die Jahreszahl 1899. Heute s​ind in d​em Gebäude d​ie Büroräume d​er Kreisverwaltung Viersen untergebracht.

1899 25. Mai 1993 209
Wohnhaus Kempen
Burgring 44
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Das giebelständige, zweigeschossige Wohnhaus gliedert sich in seiner Hauptansicht einachsig mit einem Seitenflügel. Das Erdgeschoss gestaltet sich in Quaderputz. Das Segmentbogenfenster trägt reiche Stuckdekoration. Vor dem Segmentbogenfenster im Obergeschoss gestaltet sich ein Balkon auf ornamentalen Konsolen. Dem Dach ist ein Dreiecksgiebel vorgeblendet mit zwei Flachbogenfenstern. Der Giebel ist mit einem gesprengten Gesims, Klötzchenfries und floralem Stuck versehen. Über die ganze Fassadenhöhe zieht sich eine Kantenquaderung. Als erheblicher baulicher Eingriff muss der mauerartige Vorbau im Erdgeschoss erwähnt werden. Der Eingang des um 1905 entstandenen Gebäudes befindet sich in der Traufseite Man erreicht ihn über eine einläufige Treppe vor dem Seitenflügel, die von einer auf Pilaster ruhenden Flachbogenarchitektur verdacht wird. Im Obergeschoss dieses Seitenflügels befindet sich über dem Eingangsbereich eine Loggia in vergleichbarer Darstellung. Ein zweites Obergeschoss des Seitenflügels tritt zurück und ist durch eine Ziegelsteinverkleidung sehr verfremdet. um 1900 25. Mai 1993 212
Wohnhaus Kempen
Burgring 45
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Das um 1900 entstandene Objekt besteht aus 2 ½ Geschossen mit drei Achsen. Der Sockel präsentiert sich in Quaderputz. Direkt darüber schließen sich die Fenster an. Fenster und Türgewände sind als Flachbogen gearbeitet, ein Flachbogengiebel verdacht den Eingangsbereich. Den größten Teil des Untergeschosses nimmt rötliches Ziegelmauerwerk ein. Im Obergeschoss herrscht Putzmauerwerk vor, schmückende Elemente sind in rotem Ziegel ausgeführt. Die Fenster der linken und rechten Achse bilden Rundbogenabschlüsse, in der Mittelachse befindet sich ein Rechteckfenster, das wahrscheinlich erst durch einen Umbau derart gestaltet wurde. Das halbe Geschoss unter dem Satteldach ist ganz in Backstein ausgeführt und wurde wahrscheinlich nachträglich erst ausgeführt. Der historische Charakter wurde durch die baulichen Eingriffe stark beeinträchtigt. Der Eingang besitzt heute eine verglaste Metalltür, die Fenster im Untergeschoss ebenfalls Metallrahmen. Im Obergeschoss handelt es sich um schlichte Holzrahmen. Das Dach ist ein Satteldach mit Betonziegeldeckung und hat im Traufbereich eingeschnitten eine Dachgaube. um 1900 25. Mai 1993 213
Wohnhaus Kempen
Burgring 47
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Zweigeschossiges Wohnhaus mit drei Achsen um 1900. Der Eingang in der ersten Achse von rechts zeigt Rundbogenformen. Sein Gewände ist profiliert und bildet Pilaster. Die Fenster, ebenfalls mit Rundbogen, haben eine ausgeprägte Sohlbank und werden mit Balusterreihen unterlegt. In den Bogenabschlüssen befinden sich Schmuckkartuschen. Mit Ausnahme der leicht vorspringenden rechten Achse ist das Gebäude in gelbem Klinker ausgeführt. Das Obergeschoss zeigt großzügige Rechteckfenster mit profilierten, Gewänden, die ebenfalls mit Balusterfeldern unterlegt sind. Der Balkon mit Balustrade, der sich ursprünglich in der Mittelachse befand, wurde 1966 entfernt. Heute befindet sich an seiner Stelle eine Vergitterung. Über dem kräftigen Kranzgesims schließt sich ein neues Mansarddach mit zwei Fenstern an. Das Dach ist im unteren Teil mit Schiefer eingedeckt. Das Haus besitzt sein historisches Türblatt mit Schnitzdekor und Dekorgitter. Die Fensterrahmen bestehen aus dunklem Holz. um 1900 25. Mai 1993 211
Wohnhaus Kempen
Burgring 49
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Zweigeschossiges Wohnhaus mit drei Achsen um 1900. Der Eingang in der ersten Achse von rechts zeigt Rundbogenformen. Sein Gewände ist profiliert und bildet Pilaster. Die Fenster, ebenfalls mit Rundbogen, haben eine ausgeprägte Sohlbank und werden mit Balusterreihen unterlegt. In den Bogenabschlüssen befinden sich Schmuckkartuschen. Mit Ausnahme der leicht vorspringenden rechten Achse ist das Gebäude in gelbem Klinker ausgeführt. Das Obergeschoss zeigt großzügige Rechteckfenster mit profilierten Gewänden, die ebenfalls mit Balusterfeldern unterlegt sind. Die Fenster haben helle Rahmungen. Das Mansarddach mit drei Fenstern ist neu. In der mittleren Achse des 1. Obergeschosses befindet sich ein Balkon mit Balustrade. Das Haus besitzt sein historisches Türblatt mit Schnitzdekor und Dekorgitter. Die Fensterrahmen bestehen aus dunklem Holz um 1900 25. Mai 1993 210
Wohnhaus Kempen
Burgring 65
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Das dreigeschossige Eckhaus aus der Zeit der Jahrhundertwende gliedert sich in seiner Ansicht zum Burgring in drei Achsen. Heute wird die Fassade teilweise von einem zweigeschossigen Anbau verdeckt, der ursprünglich im Obergeschoss ein Wintergarten war. Die Sockelzone besitzt einen plastischen Blütenfries und ein Profilgesims. Erd- und erstes Obergeschoss gestalten sich in Putzquader, das zweite Obergeschoss in Profilputz. Im Erdgeschoss sind Eingang und Rechteckfenster profilgewändet. Horizontal grenzt ein profiliertes Gurtgesims das Untergeschoss optisch ab. Die Rechteckfenster der ersten Etage sind mit Putzgewändung versehen. Zwischen dem ersten und zweiten Obergeschoss wiederholt sich der plastische Blütenfries. Das zweite Obergeschoss zeigt in seinen Außenachsen Rechteckfenster, in seiner Mittelachse ein Segmentbogenfenster. In einer Wölbung zieht sich die Fassade in ihrer Seitenansicht zur Kurfürstenstraße hin. Das Haus besitzt sein historisches Türblatt. Es ist zu prüfen, ob das Flachdach tatsächlich die ursprüngliche Ausführung ist. Ende 19. Jahrhundert 25. Mai 1993 214
Wohnhaus Kempen
Burgring 67
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Zweigeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus um 1900, dessen Sockelbereich mit einem Sockelgesimse abschließt. Der Eingang mit profiliertem Rundbogengewände und Rocaille befindet sich in der leicht vorgezogenen Mittelachse, die sich durch Kantenquaderung auszeichnet. Die Rechteckfenster des Untergeschosses haben Gewände, welche sich in dem Seitenachsen als Pilaster gestalten. Horizontal gliedert sich die Fassade mittels eines Gurtgesimses mit floraler Plastik. Das Obergeschoss zeigt in der Mittelachse ein Rundbogenfenster mit Dreiecksgiebelverdachung mit Stuckdekor. Die beiden Außenachsen besitzen Rechteckfenster mit historisierendem Gewände. Über dem kräftigen Kranzgesims schließt sich ein Walmdach an. Türblatt und Fensterrahmungen sind original. um 1900 25. Mai 1993 215
Villa Horten Kempen
Burgring 73
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2-geschossiges Wohnhaus in 3:6 Achsen, entstanden 1870, auf der Seitenfassade 2-achsiger Mittelrisalit, spätklassizistische Putzfassade, Mansarddach. 1870 29. März 1984 96

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Franziskanerkloster, Paterskirche Kempen
Burgstraße 19–23
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a) Klostergebäude von 1747ff., vierflügelige, dreigeschossige Anlage um Binnenhof mit zwei Risaliten im NO. 1747 26. September 1983 5a

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Paterskirche Kempen
Franziskanerstraße
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Klosterkirche von 1637 im gotischen Stil, einschiffig mit gestrecktem fünfachtel Chorabschluss. 1637 26. September 1983 5b
Klösterle Kempen
Franziskanerstraße 1
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Nebengebäude des Klosters, 2-geschossig, 5 Achsen, verputzt, Ankersplinte mit Datierung 1753. 1753 26. September 1983 5c
Ehemaliges Leichenhäuschen des Klosters Kempen
Orsaystraße
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Ehem. Leichenhalle, 2. H. 18. Jh., Backsteinhäuschen mit Mansardenwalmdach. 2. H. 18 Jh. 26. September 1983 5d
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Burgstraße 30
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Zweigeschossiges stumpfwinkeliges Eckhaus in 4:4 Achsen, verputzt. Zur Thomasstraße zeigt sich das Gebäude mit einer bossierten Stuckfassade. Im Erdgeschoss befinden sich der Eingang zur Buchhandlung sowie zwei Schaufenster. Alle drei Öffnungen haben einen korbbogenförmigen oberen Abschluss. Im I. Obergeschoss befinden sich vier Fenster mit ansprechender Gewändeform. Im Brüstungsbereich ringförmig an den Jugendstil erinnernde Ornamente. Das Haus stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit einer neuen Fassade versehen worden. 18. Jh. 17. Dezember 1991 171
Wohnhaus Kempen
Burgwall 8
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Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert, 2-geschossig in 5 Achsen. Das Haus ist in Backstein erbaut und geschlämmt. Anfang 18. Jahrhundert 8. November 1983 59
Georgsbrunnen Kriegerdenkmal Kempen
Buttermarkt
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Der Georgsbrunnen ist ein Kriegerdenkmal für die aus der Stadt Kempen und der Gemeinde Schmalbroich Gefallenen des Krieges 1870/71. Vorbild für die Figur des hl. Georg ist die Darstellung von Donatello im Bargello-Museum, Florenz.

An e​inem achteckigen Blumenbecken m​it Säulenschaft s​ind zwischen e​inem antiken, weiblichen Genienpaar z​wei Gedenkplatten angebracht. Aus d​er mühlsteinartigen Oberschale erhebt s​ich ein achteckiger Steinpfeiler m​it Löwenköpfen, d​ie als Wasserspeier dienen. Darüber s​teht der hl. Georg. Seine Rechte stützt e​r auf d​as Schwert. Die Linke hält e​r lässig i​n die Hüfte gestützt. Sein Blick i​st leicht n​ach unten geneigt. Zwischen seinen Füßen l​iegt ausgestreckt d​er getötete Drache. Inschriften: Nordseite, Standplatte: geg. Lauchhammer E. Albrecht fec. 1912.

1912 28. April 1988 118

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Heilig-Geist-Kapelle Kempen
Buttermarkt 4
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Ehemalige Kirche des Hospitals zum Hl. Geist. Einschiffiger, verputzter Backsteinbau mit polygonalem Chorschluss und Kreuzrippengewölbe. Eingangsseite heute durch Wohnhaus zugebaut. (15. Jh.) 15. Jh. 26. September 1983 4
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Buttermarkt 5
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3-geschossiges Giebelhaus in 3 Achsen, verputzt mit Steingewänden, Kreuzgiebeldach, EG wurde durch Ladeneinbau verändert. Das Haus stammt ursprünglich aus dem 18. Jh. 18. Jh. 26. September 1983 42
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Buttermarkt 6
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Dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus; das Dachgeschoss mit senkrechtem zur Straße stehendem First ist durch einen gestuften, barocken, Volutengiebel angeschlossen. Die dreiachsige Fassadengliederung ist im ersten Obergeschoss erhalten, im Erdgeschoss jedoch durch eine durchgehende Fensterfront ersetzt. Der Volutengiebel ist zweiachsig gehalten. Die Putzfassade ist horizontal durch Putzgesimse untergliedert, auf der rechten und linken Gebäudeecke durch flache Pilaster begrenzt. unbekannt 6. Juni 1991 165
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Buttermarkt 7
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3-geschossiges Wohnhaus in 4 Achsen aus dem 18. Jahrhundert; verputzt mit Ecklisenen. Portal in Blausteingewände mit schmiedeeisernem Gitter in der Suptraporte. Mitte 18. Jahrhundert 8. November 1983 66
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Buttermarkt 12
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Wohn- und Geschäftshaus mit Nebengebäuden 2-geschossig in 3 Achsen, verputzt, Krüppelwalmdach; Putzfassade, Fenster verändert, Errichtung Anfang 19. Jahrhundert unter Einbeziehung älterer Bausubstanz. Anfang des 19. Jahrhunderts 18. Dezember 1986 108
Wohn- und Lichtspielhaus Kempen
Buttermarkt 15
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Dreigeschossiges Gebäude mit klassizistischem Dreiecksgiebel in vier Achsen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Gebäude wird als Lichtspielhaus genutzt. Die Putzfassade ist durch kräftige Gesimse horizontal gegliedert. Das Erdgeschoss ist verändert worden.

Die Unterschutzstellung bezieht s​ich insbesondere a​uf die Fassade, beschränkt z​ur Kuhstraße h​in und a​uf die Dachgestaltung. Das Gebäude i​st aus städtebaulichen Gründen v​on Bedeutung. An seiner Erhaltung besteht e​in öffentliches Interesse

Anfang des 20. Jahrhunderts 14. Juli 1992 183
Wohnhaus Kempen
Buttermarkt 18 a
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Zweigeschossiges Wohnhaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts; Ziegelfassade in zwei Achsen. Die Fenster sind mit voluminösen, reichgegliederten Gewänden in Haustein versehen, original erhalten und im Obergeschoss zweiflügelig mit Oberlicht und reichen kannelurartig gegliedert, dreidimensionaler Sprossen ausgestattet. 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts 30. April 1991 151
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Buttermarkt 20
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Dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, datiert im Eckerker auf 1878/79. Gliederung in 6:1:2 Achsen. Das Haus ist repräsentativ gestaltet, ganz im Sinne des Kunstverständnisses der Gründerzeit und verwendeten baugeschichtliche Stilmittel aus den Verschiedensten Epochen. Die in verschiedenfarbigem Ziegel gehaltene Fassade ist durch einen mittleren Risalit und eine abgeschrägte Ecke mit Erker zum Buttermarkt hin gegliedert. Die Fenster sind mit einem Dreiecksgiebel versehen und kannelierten korinthischen Säulen, die auf Rechteckbasen aufsitzen. Die Fenster sind noch original erhalten, großenteils zweiflügelig mit Oberlicht. Im Erdgeschoss sind größere Schaufenster eingesetzt, die möglicherweise die ursprünglichen Maße haben, jedoch die ursprünglichen Gewände zugunsten einer Metalleinfassung verloren haben. 1878/79 17. Dezember 1991 172

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Wohnhaus Kempen
Buttermarkt 21
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Zweigeschossiges Eckhaus zur Kuhstraße in 4:7 Achsen, Backstein mit Ankersplinten und barockem Giebel. Walmdach; Sohlbänke und Türgewände aus Blaustein (17. Jahrhundert). 17. Jh. 26. September 1983 43
1. Fußfallstation Sieben Schmerzen Mariens Kempen
Donkring 3
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Bemalte Hochrelief-Figurengruppe in rundbogiger Ziegelsteinnische, 1975 in verglaster Fensteröffnung eingebaut. Entstehungszeit des Reliefs: 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Es handelt s​ich um d​ie bildliche Darstellung d​er „Sieben Schmerzen Mariens“. Damit w​ird an d​ie Schmerzen Mariens erinnert, d​ie sie während d​er kurzen Lebensspanne i​hres Sohnes erdulden musste.

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts 27. März 1990 132
Wohnhaus Kempen
Donkring 17
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Das Wohnhaus, um 1900 erbaut, ist 2-geschossig mit Mansarddach und 3-achsig. Das Dach ist im Steilbereich verschiefert, die flachgeneigten Flächen sind mit Ziegeln gedeckt. In der Mittelachse erhebt sich ab Obergeschoss ein Erker, vollverputzt, der mit einem Dreiecksgiebel abschließt. Die vorgeblendete Backsteinmauerwerkfassade ist durch Putzfelder geschmückt. Fenster und Türen zeigen profilierte Putzumrahmungen. Die Fensterrahmen sind noch original. Das Dachgesims ist als Konsolgesims ausgebildet. Drei alte Gauben in schöner Form befinden sich im Dach. Altes Türblatt. 1900 25. Mai 1993 204
Wohnhaus Kempen
Donkring 19
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Das Wohnhaus ist 2-geschossig und 4-achsig um 1900 erbaut. Ab dem OG kragt vor der 2. Achse von links ein Erker, vollverputzt, der mit einem Segmentgiebel abschließt. In der rechten Achse befindet Sich im EG ein Tor, die Fassade ist Backsteinmauerwerk, heute gelb angestrichen. Horizontal gliedern die Fassade ein Geschoss- und ein Fensterbrettgesims. Fenster und Türöffnung sind mit Putzrahmung geschmückt. Im Dach befinden sich 2 alte Gauben. Das Dachgesims ist in Form eines Konsolgesimses ausgeführt. Das Mansarddach ist im Steilbereich verschiefert und im Flachbereich mit Ziegeln gedeckt. Altes Türblatt. um 1900 25. Mai 1993 216
Wohnhaus Kempen
Donkring 21
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Die vorgeblendete Fassade des 2-geschossigen, 5-achsigen Wohnhauses zeigt eine auffallend reiche Gestaltung, es wurde um 1900 gebaut. Die Mittelachse ist durch einen leicht vorgezogenen Eingang betont, über den sich im OG ein Balkon befindet, mit betonter Fenstertür. Die Achse wird von einem vollverputzten Segmentgiebel abgeschlossen, der sich über das Satteldach hinaus erhebt. Im UG ist die Fassade gequadert verputzt. Im OG sind je 2 Fenster mit Putzrahmung unter einem, sie überspannenden Dreiecksgiebel gefasst. Die Mittelachse ist betont vollverputzt, sonst rotes Backsteinmauerwerk mit hellen Fugen. Horizontal gliedert die Fassade ein Geschossgesims, das sich um den Balkon verkröpft sowie ein Gesimsfries. Die Gestaltung ist auffallend repräsentativ und hebt das Gebäude aus der Reihe heraus. um 1900 25. Mai 1993 217
Wohnhaus Kempen
Donkring 23
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Das Wohnhaus ist 2-geschossig, in 3 Achsen gebaut. Die vorgeblendete Putzfassade ist gequadert. Wie bei Nr. 25 ist die Eingangszone leicht vorgezogen und mit einem Giebel, der über das Satteldach hinausreicht, abgeschlossen. In diesem Giebel steht die Datierung 1901. Horizontal gliedert die Fassade ein Geschossgesims und ein Konsolgesims. Die Putzrahmung von Tür und Fenster ist reich, mit floraler Ornamentik über den Fenstern. Altes Türblatt. um 1900 25. Mai 1993 218
Wohnhaus Kempen
Donkring 25
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Das Wohnhaus 2-geschossig und 3-achsig wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Die Achse des Eingangsbereiches ist leicht vorgesetzt und im UG voll verputzt. Im OB wird diese Achse begrenzt durch verputzte Eckpilaster, die bis zum bekrönenden Schweifgiebel hinausführen. Die Fassade ich vorgeblendet, rotes Backsteinmauerwerk mit Verputzteilen um Tür und Fenster. Horizontale Gliederung erfährt das Gebäude durch Geschossgesims und Fensterbrettgesims, dazwischen Verputzteile unter den Fensteröffnungen sowie ein Konsolgesims. Ein Satteldach schließt das Gebäude nach oben ab. Altes Türblatt. Anfang des 20. Jahrhunderts 25. Mai 1993 219
Wohnhaus Kempen
Donkring 27
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Das Wohnhaus wurde 2-geschossig und 4-achsig wurde Ende des 20. Jahrhunderts erbaut. Die rechte Achse ist verbreitert und leicht zurückversetzt. Im UG befindet sich dort ein Tor. Im OG befindet sich über dem Tor ein verbreitertes Fenster. Die Hauptfassade ist durch Ecklisenen begrenzt. Das Geschossgesims ist reliefartig profiliert. Die Fassadengestaltung zeigt stilisierte Rankenformen, wie Bänder auf die Fassade aufgeputzt, mit kurzen Girlanden im OG von den Lisenen ausgehend. 1902 wurde der rückseitige Anbau um 3 Achsen verlängert. Das Satteldach wurde 1966 ausgebaut. Die zweiflügelige Haustür und das breite dreiteilige Holztor sind Originalsubstanz. Ende 19. Jahrhundert 25. Mai 1993 220
Wohnhaus Kempen
Donkring 29
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Das 2-geschossige, 3-achsige Wohnhaus entspricht in seiner vorgesetzten Putzfassade genau der von Nr. 27. Es wurde ebenfalls 1895 erbaut. Die Tür- und Fensteröffnungen sind profilierte gerahmt. Horizontale Gliederung erfährt das Gebäude durch ein Geschoss- und ein Fensterbrettgesims sowie ein Klötzchengesims im Traufbereich. Das Satteldach ist traufständig zur Straße hin ausgerichtet. Der Anbau nach hinten wurde 1925 mit einem weiteren Geschoss aufgestockt. Die zweiflügelige Holztür ist original. 1895 25. Mai 1993 221
Wohnhaus Kempen
Donkring 31
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Das Wohnhaus von 1895 mit vorgeblendeter gelblicher Klinkerfassade mit Putzfeldern ist 2-geschossig und 4-achsig. Die rechte Achse ist verbreitert, mit einem dreigekoppelten Fenster im OG und einem Tor mit einem Wappen auf dem Schlussstein und darüber ein Putzfeld mit floraler Ornamentik über den Fenstern. Horizontal wird die Fassade durch ein profiliertes Geschossgesims und ein Fensterbrettgesims gegliedert. Dazwischen befinden sich Ornamentfelder unter den Fensteröffnungen. Unter den floralen Schmuckformen sind teilweise andere gemauerte Fensterabschlüsse sichtbar. Das Dach ist ein Satteldach mit Ziegeleindeckung. Die Haustüre ist neu. Hinten an das Gebäude schließt sich ein Betriebsgelände und Anbauten an. Das Lagerhaus für Futter und Düngemittel wurde 1919 errichtet. Die Unterschutzstellung erfolgt ohne die hinteren Anbauten, Betriebsgebäude und Lagerhaus. Die gesamte Anlage ist ein gutes Beispiel für die Bebauung am Donkring, wo sich vielfältige kleinere Betriebe befanden. 1895 25. Mai 1993 222
Wohnhaus Kempen
Donkring 33
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Das Wohnhaus wurde 2-geschossig in 5 Achsen vor 1910 erbaut. Die vorgeblendete Putzfassade zeigt im UG ein Rustikalmauerwerk, Struktur in Putz und ist im OG fein gequadert. Die Mittelachse wird im UG durch dir Tür betont, darüber, im OG, durch Bekrönung des Fensters. Tür und Fenster sind profiliert gerahmt. Horizontal gliedert die Fassade ein verbreitertes Geschossgesims mit Ornamentfeldern unter den Fensteröffnungen. Das Mansarddach entstammt einem Dachausbau von 1924, daher rühren auch die Dachgauben. Nach einem Gutachten von 1987 befinden sich im Inneren noch Holzbalkendecken, Türen, Treppen und Fußböden aus Holz. Fensterrahmen sind aus Kunststoff. Altes Türblatt. 1910 25. Mai 1993 223
Wohnhaus Kempen
Donkring 35
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Das Wohnhaus aus der Jahrhundertwende ist 2-geschossig und 4-achsig mit vorgeblendeter Putzfassade, auffallend reich geschmückt, in historisierenden Formen. Die Sockelzone ist mit einem Ornamentfries gestaltet, das UG grob gequadert und im OG ist die Fassade als Backsteinputzmauerwerk gestaltet. Vertikal gliedern Ecklisenen, mit Diamantquadern geschmückt, die Fassade. Im UG sind die Fenster schlicht profiliert gerahmt, im OG sehr reich umfasst. Horizontal verläuft ein verbreitertes Geschossgesims mit Ornamentfeldern unter den Fensteröffnungen sowie in breites Gesimsband im Traufbereich. Die auffallend reiche und repräsentative Gestaltung nimmt neobarockes Formengut auf. Das Satteldach ist traufständig zur Straße ausgerichtet. Ende des 19. Jahrhunderts 25. Mai 1993 224
Wohnhaus Kempen
Donkring 37
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Der 2-geschossige, 3-achsige Backsteinbau mit vorgeblendeter Putzfassade wurde 1895 erbaut. Die Fensterteilung zeigt noch die originale T-Form. Tür und Fensteröffnung sind von profilierter Putzrahmen, mit Ornamenten auf dem Schlussstein, geschmückt. Die Fassade wird horizontal durch ein Geschossgesims und ein Fensterbrettgesims sowie ein Klötzchengesims gegliedert. Ein Satteldach mit Ziegeleindeckung schließt das Gebäude nach oben ab. 1895 25. Mai 1993 225
Wohnhaus Kempen
Donkring 41
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Der dunkelrote Backsteinbau stammt von 1910. Das Wohnhaus wurde 2-geschossig in 5 Achsen erbaut und hat einen verputzten Sockelbereich. Im UG ist die mittlere Achse leicht zum Eingang verbreitert. Tür- und Fensteröffnungen sind segmentbogig abgeschlossen. Zum Garten ist das Gebäude 4-achsig. Ein Satteldach schließt das Gebäude nach oben ab. Beim Einbau von Wohnungen 1975 wurde zum Garten ein Fenster ausgebrochen und die Dachfläche nach vorne durch Dachfenster, zum Garten hin durch Gauben, verändert 1910 25. Mai 1993 226
Wohnhaus Kempen
Donkring 43
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Das Wohnhaus ist ein Eckhaus aus dem Jahre 1899. Zum Donkring zeigt es sich 2-geschossig und 4-achsig, wobei die 2 linken Achsen leicht vorgezogen sind. Die vorgeblendete Putzfassade ist im UG gequadert. Das OG ist in Backsteinmauerwerk mit vorgeblendeten Pilastern gestaltet. Die Fensterrahmungen sind profilierte Putzrahmungen. Unterhalb des Walmdaches verläuft ein Konsolgesims. Der Eingangsbereich liegt zum Mülgauweg. Bereits die Originalansicht zeigt einscheibige Fenster und an der Eingangsfront die zugemauerten Fenster der rechten Achse. Der Anbau hinten wurde 1934 zur Wohnung ausgebaut, wobei auch die Fassade verändert wurde. Die Fassade zeigt zum Teil sehr starke Ausblühungen, zwei Konsolen am Gesims fehlen, das Dachgesims scheint sich teils zu senken. 1899 25. Mai 1993 227
Wohnhaus Kempen
Donkring 45
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Das rote Backsteingebäude, ein Wohnhaus, stammt aus dem Jahre 1898 und verfügt nach hinten über einen eingeschossigen Anbau. 1923 wurde ein 2-geschossiges Lagerhaus an dieser Stelle errichtet. Das Gebäude gliedert sich 2-geschossig und 3-achsig. In die Fenster- und Türöffnungen sind kleine ¾ Säulchen eingestellt. Horizontal wird die Fassade durch ein Geschossgesims in Form eines Weinrankenfrieses sowie ein profiliertes Ziegelgesims gegliedert. Wie die Häuser Nr. 43 und Nr. 47, steht es mit seinem Satteldach traufständig zur Promenade. Sowohl Traufhöhe, als auch Dach- und Geschosshöhe dieser 3 Häuser sind gleich. Sie bilden ein geschlossenes Ensemble. 1898 25. Mai 1993 228
Wohnhaus Kempen
Donkring 47
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Das Wohnhaus, 2-geschossig, 3-achsig, mit vorgeblendeter Putzfassade, stammt aus der Zeit um 1900. Der Eingangsbereich befindet sich an der rechten Seite. Die Fassade zeigt historisierende Schmuckformen, mit einer gröberen Quaderung im UG und einer feineren im OG. Horizontal wird das Gebäude durch ein friesartig verbreitertes Geschossgesims gegliedert mit Ornamentfeldern unter den Fenstern und einem Konsolgesims, zwischen dessen Konsolen ein Klötzchenfries verläuft, geschmückt. An der Rückseite sieht man noch das Backsteinmauerwerk, aus dem das Gebäude aufgerichtet wurde. Auch dieses Gebäude steht traufständig zur Straße. um 1900 25. Mai 1993 229
Wohnhaus Kempen
Donkring 55
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Das 3-achsige, 2 ½-geschossige Wohnhaus mit vorgeblendeter Klinkerfassade, stammt aus der Zeit um 1900. Der Sockelbereich ist verputzt. Die 3 Achsen in Stufung jeweils leicht voneinander abgehoben. Die rechte Achse wird von einem geschweiften, vor das OG vorgeblendete Scheingiebel bekrönt. Im UG ist der Eingangsbereich durch Umbauten stark verändert. Die mittlere Achse ist ab OG ebenfalls leicht vorgezogen und ruht dort auf einem Rundbogenfries auf. Auch sie wird von einem Schweifgiebel bekrönt, der jedoch über das Satteldach hinausreicht. Die Fenster der linken Achse wurden 1981 in ihrer Breite verändert. Dafür nahm man die Originalfenster der Giebelseite und passt sie zusammen mit den Frontfenstern mittig in die Achse ein. Die originale Fensterbreite ist im OG noch deutlich lesbar. Ihren Schmuck erhält die Fassade auch durch die schmiedeeisernen Anker. Die Dachfläche wurde durch Dachflächenfenster verändert. In der mittleren Achse befinden sich Korbbogenfenster. Im Bereich des Scheingiebels der rechten Achse ist ein Kreissegmentbogenfenster. um 1900 25. Mai 1993 230
Wohnhaus Kempen
Donkring 57
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Das Wohnhaus, 2-geschossig und 3-achsig in rotem Backsteinmauerwerk ausgeführt, wurde 1898 erbaut. Die heutige Fassadengestaltung mit profilierter Putzrahmung der Fenster und Tür und den vertikal das Gebäude gliedernden vorgesetzten Mauerwerkbändern stammt aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts und wurde vorgeblendet. Auf der Ansicht von 1897 ist die Fassade ganz schlicht und nur horizontal durch ein Geschossgesims gegliedert. Die Fensterrahmen sind aus Kunststoff. Der Sockelbereich ist verputzt. Das traufständige Gebäude schließt mit einem Satteldach ab. 1898 25. Mai 1993 231
Wohnhaus Kempen
Donkring 59
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Das 2 ½-geschossige Wohnhaus, in 3 Achsen gebaut, stammt aus dem Jahre 1902. Die vorverblendete Putzfassade zeigt historisierende Schmuckformen um Fenster und Tür. Optisch wird das Gebäude durch eine Lisene geteilt. Die rechte Achse hat ein breites Fenster im Untergeschoss und darüber im Obergeschoss zwei normal breite unter einer Schmuckrahmung gekoppelte Fenster. Sie wurde ursprünglich durch einen Schweifgiebel bekrönt. Die Fassade im Untergeschoss trägt Profilputz. Zum Garten ragt ein Erker im Untergeschoss weit vor, die Basis einer begehbaren Freifläche für das Obergeschoss. Nach oben abgeschlossen wird das Gebäude durch ein Mansarddach. Schönes altes Türblatt. Rechts an das Gebäude schließt sich eine schmiedeeiserne Einfriedung an. Das Gebäude wird incl. der schmiedeeisernen Einfriedung als Baudenkmal in die Denkmalliste eingetragen. 1902 25. Mai 1993 232
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Donkring 77
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Das Eckgebäude Donkring 77 / Vorster Straße wurde 1898 als Gaststätte für Johann Bongartz, Wohnhaft Vorster Straße 1 errichtet. Planverfasser war der Architekt Hubert Dohmen. Auf Postkarten von 1930 wird das Haus als „Restaurant Thelen-Bongartz“ bezeichnet, mit „Gesellschaftszimmer, Autogaragen und Stallungen“.

Es handelt s​ich um e​in zweigeschossiges Eckgebäude i​n städtebaulich prominenter Lage, a​n der Einmündung d​er nach Süden führenden Landstraße i​n die Ringstraße (Stadterweiterung d​es 19. Jhs.) Entlang d​es Ringes i​st es 8 regelmäßige Fensterachsen b​reit gelagert, z​ur Vorster Straße h​in erstreckt e​s sich m​it vier Achsen einschließlich e​ines Eingangs. In d​er für diesen Eckhaustyp charakteristischen Weise i​n die Ecke a​ls zusätzliche Achse abgeflacht u​nd enthält d​en eigentlichen Eingang z​ur Gastwirtschaft (mit a​lter Tür). Darüber i​st sie d​urch einen vorkragenden Erker m​it turmartiger Überhöhung i​m Dachbereich betont.

Der 4x1x4 Achsen große Eckbereich d​es Baukörpers erhält d​urch ein Mansarddach e​in weiteres Dachgeschoss, während d​er Baukörper i​m Bereich d​er linken v​ier Achsen entlang d​es Donkrings d​urch ein einfaches Satteldach o​hne Dachausbau niedriger ausfällt.

Die Straßenfassaden d​es Hauses zeigen e​ine Backsteinputzfassade, m​it quaderrustizietem Erdgeschoss u​nd verklinkertem Obergeschoss, i​n dem Brüstungen, Gewände u​nd Gesimse d​urch ornamentierte Putzflächen bzw.- bänder dekoriert sind. Fenster u​nd Türen d​es Erdgeschosses s​ind rundbogig, i​m Obergeschoss hochrechteckig m​it strukturierten Putzgewänden. Die verschieferte Mansarde i​st durch Gaubenfenster gegliedert, v​on denen allerdings n​ur noch d​er runde Okulus i​m turmartigen Aufbau d​er Eckachse s​eine ornamentierte Rahmung behalten hat.

An d​er Vorster Straße i​st das Haus a​n das Nachbargebäude angebaut, d​er freistehende Giebel l​inks am Donkring s​owie die Rückseiten s​ind zeittypisch schlicht u​nd backsteinsichtig ausgeführt.

Im Inneren i​st die originale Grundrissteilung s​amt wesentlicher wandfester Ausstattungsdetails weitgehend erhalten. Der Schankraum i​m Erdgeschoss i​st durch Unterzüge i​n drei Raumteile gegliedert. Stuckierte Kapitelle s​owie Kehlprofile u​nd Mittelrosetten ergeben e​in anschauliches historisches Raumbild. Zum Giebel h​in schließt s​ich die ehemalige Küche an, m​it strapazierfähigem Terrazzoboden. Der Seiteneingang a​n der Vorster Straße führt i​n einen Flur m​it Treppenhaus, d​er separat Nebenräume u​nd die Deckenstuck i​m Erdgeschoss u​nd über a​lle Geschosse d​ie Holztreppe, zweiarmig gegenläufig m​it Wendepodest u​nd gedrechselten Geländerstäben. Im Obergeschoss i​st über d​er EG-Restauration d​er „ Gesellschaftsraum“ erhalten, m​it Dielenboden u​nd stuckierte Mittelrosetten a​n den Decken. Fremdenzimmer s​owie Zimmer für Mägde u​nd Wäsche- u​nd Bügelarbeiten w​aren laut originalem Bauplan i​n der Mansarde untergebracht. Das Haus i​st außerdem vollständig unterkellert.

Es handelt s​ich um e​in außen u​nd innen i​n den wesentlichen Teilen s​ehr anschaulich erhaltenes Gaststättengebäude d​er Wende v​om 19. z​um 20. Jahrhundert, m​it einer m​ehr als 100jähtigen Nutzungstradition. Hinzu k​ommt seine wertvolle städtebauliche Lage i​m Stadterweiterungsgebiet, i​n einer Ecksituation a​n der Einmündung e​iner der a​lten Landstraßen i​n die Ringstraße u​m den mittelalterlichen Ortskern. Innerhalb d​es hier rechtskräftigen Denkmalbereichs 2 besitzt e​s eine h​ohe Prägewirkung u​nd setzt „einen auffallenden städtebaulichen Akzent“ (Satzung). Da a​uch im inneren s​ehr beachtliche Grundriss- u​nd Ausstattungselemente d​er Bauzeit erhalten sind, i​st eine Ausdehnung d​es Schutzumfangs v​om städtebaulichen Erscheinungsbild a​uf das Gesamtgebäude einschließlich Inneres sachlich gerechtfertigt u​nd angeraten.

Als über 100 Jahre a​lte Gaststätte s​owie als prägender baulicher Bestandteil d​es Städteerweiterungsgebietes entlang d​er Ring- u​nd Ausfallstraßen i​st das Gebäude Donkring 77 / Ecke Vorster Straße bedeutend für Kempen. An seiner Erhaltung u​nd Nutzung besteht a​us den beschriebenen städtebaulichen Gründen s​owie insbesondere w​egen der anschaulich erhaltenen Nutzungs- u​nd Ausstattungsstruktur a​uch aus wissenschaftlichen, h​ier architekturgeschichtlichen Gründen e​in öffentliches Interesse. Es handelt s​ich daher gemäß § 2 (1) Denkmalschutzgesetz NRW u​m ein Baudenkmal.

1898 1. Juni 2005 269
Muttergotteshäuschen Kempen
Ellenstraße
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Dieses älteste Kempener Muttergotteshäuschen am ehemaligen Ellentor wird erst 1540 erwähnt. Drutgen Ververs stiftete in diesem Jahr für das ewige Licht in diesem Häuschen zur Ehren der hl. Anna und der Jungfrau Maria zwei Gärten am Schmalbroicher Weg. Am 9. Aug. 1766 erweiterte Katharina Sittarts diese Stiftung mit einem weiteren, am Ellentor gelegenen Garten. Ursprünglich stand dieses Häuschen zwischen der Neu- und Ellenstraße. Die Erweiterung des Möhlenrings im Jahre 1935 bedingte eine Rückversetzung auf das Grundstück der Familie Becker. Am 9. Aug. 1935 weihte Propst Oehmen dieses Heiligenhäuschen ein. Nur knapp zehn Jahre später wurde es im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört. Nach einem Plan von Dipl.-Ing. Friedhelm Sieben wurde das Heiligenhäuschen wieder errichtet und am 2. Feb. 1960 von Propst Lux geweiht. Das aus Feldbrandsteinen erbaute Häuschen trägt ein Sichtbetondach, das mit Kupferblech abgedeckt ist. Hinter dem über die Giebelspitze montierten gleicharmigen, vergoldeten Metallkranz befindet sich ein kleiner Kamin für den Rauchabzug. Die Nische für die Heiligenfigur ist durch ein weiß eingefasstes Fenster gesichert. Die wertvolle Darstellung der hl. Mutter Anna, die ihre Tochter auf der linken Seite ihres Schoßes trägt, stammt aus dem 16. Jahrhundert. Sie konnte aus den Trümmern gerettet werden. Josef Lutz aus Leutkirch im Allgäu restaurierte sie für die festliche Weihe am Lichtmesstag 1960. Unter der Nische ist eine Blumenbank aus Basaltlava angebracht, darunter eine ebenfalls aus Basaltlava gearbeitete Tafel mit folgender Inschrift:

ST: ANNA SCHÜTZE

STADT UND LAND

MIT DEINEM KIND

VOR NOT UND BRAND

1550 + 1960

1540 28. April 1988 121
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Ellenstraße 1
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3-geschossiges Eckhaus zur Oelstraße in 4:3 Achsen, Backsteinputzfassade wurde um 1900 vorgeblendet. Zur Oelstraße hin Krüppelwalmdach, zur Ellenstraße hin Pultdach. 18. Jh. 8. November 1983 67
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Ellenstraße 2
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3-geschossiges Eckhaus zur Oelstraße in 3:1:4 Achsen, spätklassizistische Quaderputzfassade. Im Zuge der Stadtsanierung wurde das 2. OG abgetragen. Das Haus ist Ende 19. Jh. entstanden. Ende 19. Jahrhundert 26. September 1983 44
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Ellenstraße 3
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2-geschossiges Giebelhaus in 3 Achsen, 1739 erbaut. Fenster mit Blausteingewänden versehen. Datierung im Türkeilstein. Krüppelwalmdach, alte Haustür. 1739 8. November 1983 68
Wohnhaus Kempen
Ellenstraße 9
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2-geschossiges Giebelhaus in 3 Achsen, 1739 erbaut. Fenster mit Blausteingewänden versehen. Datierung im Türkeilstein. Krüppelwalmdach, alte Haustür. 1739 8. November 1983 69
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Ellenstraße 30
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Backstein-Wohnhaus, 2-geschossig in 5:2 Achsen, Türgewände und Sohlbänke in Blaustein, Fenster im EG verändert. Entstanden in der 1. Hälfte des 19. Jh., nach Kriegszerstörungen verändert. 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts 8. November 1983 70
Wohnhaus und Gaststätte Kempen
Ellenstraße 32
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Dreigeschossiges Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert. Die Putzfassade ist in zwei Achsen gegliedert. Die kleinen Fenster sind mit verhältnismäßig reich profilierten Stuckgewänden versehen.

Die Unterschutzstellung bezieht s​ich insbesondere a​uf die Fassade u​nd auf d​ie Dachgestaltung.

19. Jh. 17. Dezember 1991 173
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Ellenstraße 36
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Dreigeschossiges Wohnhaus (18. Jh.) in drei Doppelachsen. Spätklassizistische Putzfassade mit Pilastergliederung zu Ende des 19. Jh. vorgeblendet. Alte Rokokotür in der Mittelachse. 19. Jh. 26. September 1983 45
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Ellenstraße 38
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Dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus, das I. und II. Obergeschoss hat eine reich gegliederte Putzfassade des 19. Jahrhunderts mit angedeuteter Bossierung und reichen Stuckgewänden um die Fenster herum. Von besonderem Interesse ist die Rollladenverblendung mit Jugendstilornamenten an den Fenstern des I. Obergeschosses. 19. Jh. 17. Dezember 1991 174
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Ellenstraße 39
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Zweigeschossiges Wohnhaus in drei Achsen. Spätklassizistische Bänderputzfassade. (19 Jh.). 19. Jh. 26. September 1983 46
Heiligenhäuschen Kempen
Engerstraße
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Neubau an der Stelle, wo sich früher das Engertor befunden hat. Die Marienfigur hat früher in einer Nische des Engertores gestanden. Das Heiligenhäuschen weist auf die historische Marienverehrung der Straßengemeinschaft Engerstraße hin. unbekannt 8. November 1983 80
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Engerstraße 1
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Dreigeschossiges Eckhaus zur Judenstraße in 3:5 Achsen. Verputzt, Fenster mit Werksteinrahmen. Walmdach, Erdgeschoss durch Ladeneinbau verändert. 18. Jh. 26. September 1983 32
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Engerstraße 20
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Wohn- und Geschäftshaus in Fachwerk, möglicherweise aus dem 16. oder 17. Jh. Im Inneren verändert, zur Straße hin im 20. Jh. mit neuer Fassade versehen. Die Fachwerkfassade ist nur noch zur Brandgasse hin erhalten. 16./17. Jahrhundert 8. November 1983 79
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Engerstraße 21
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Das Gebäude Engerstraße 21 war ursprünglich ein zweigeschossiges Wohngebäude aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine dreigeschossige, reich gegliederte Putzfassade mit sechs Achsen in Neurenaissance-Schmuckformen vorgeblendet, außerdem wurde ein Mansarddach aufgesetzt. Die Fenster im I. Obergeschoss sind durch giebelförmige Bekrönung akzentuiert.

Das Erdgeschoss i​st durch Ladeneinbau verändert worden.

Ende des 19. Jahrhunderts 17. Dezember 1991 175
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Engerstraße 22
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Zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus aus dem 19. Jahrhundert. Putzfassade mit Quaderung in vier Achsen, Ende des 19. Jahrhunderts vorgeblendet.

Profilierte Fenstergewände; Fenstergesimse m​it durchgehendem verkörpertem Gesims unterhalb u​nd Gesimsbekrönung oberhalb d​er Fenster. Erdgeschoss verändert d​urch Ladeneinbau i​m 20. Jahrhundert.

19. Jh. 6. Juni 1991 158
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Engerstraße 25
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Zweigeschossiges Eckhaus zum Viehmarkt in 7:8 Achsen, Mansarddach, verputzt, mit drei vorspringenden Erkern im 1. OG Viehmarkt, Fenster als Sprossenfenster, Erdgeschoss durch Ladeneinbau Engerstraße verändert. Das Gebäude ist auf 1913 datiert. Fertigstellung ca. 1919. 1913-1919 18. Dezember 1984 103
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Engerstraße 28
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Zweigeschossiges freistehendes neubarockes Gebäude des frühen 20. Jahrhunderts. Zum Viehmarkt in 7 (Nord), 8 (Süd), 3 (West) und 3 (Ost) Achsen, wobei die beiden Außenachsen an der Eingangsfront risalitartig vorgezogen sind; Backsteinbau mit Werksteinpilastern; Walmdach; durch An-, Um- und Neubauten in der Zeit von 1927 bis 1957 viermal geändert. Der Baubeginn ist auf den 30. Juni 1914 datiert, Fertigstellung ca. Anfang 1916. 1914 8. November 1984 102
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Engerstraße 47
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Zweigeschossiges traufständiges Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert Konstruktiv handelt es sich um ein Fachwerkgebäude. Im Dachgeschoss ist die Fachwerkkonstruktion der Giebel im Inneren ablesbar. Ein seitlicher Flur erschließt mit einer gradläufigen Treppe erdgeschossig zwei und obergeschossig drei großzügige Räume. Im hinteren Bereich des Erdgeschosses befindet sich die typische Anordnung eines Kellerraumes unter einer Opkamer. Die Fensteranordnung der Putzfassade zur Straße hin ist asymmetrisch. Insbesondere durch seine Lage in der Engerstraße, in der ansonsten praktisch alle Gebäude zum Teil sehr stark verändert worden sind, hat dieses Gebäude in seinem Originalzustand einen besonderen Zeugniswert.

Aus architektonischer, städtebaulichen u​nd stadtgeschichtlichen Gründen l​iegt die Erhaltung dieses Gebäudes i​m öffentlichen Interesse

18. Jh. 14. April 1997 258
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Engerstraße 54
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Wohn- und Geschäftshaus, 2-geschossig in 5 Achsen, erbaut zum Ende des 18. Jh.; im 19. Jh. wurde eine Putzfassade mit historisierenden Schmuckformen vorgeblendet. Im EG durch Ladeneinbau teilweise Veränderungen im 20. Jh. Ende 18. Jahrhunderts 8. November 1983 81
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Engerstraße 55
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Zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Mansarddach aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Putzfassade zur Engerstraße ist sechsachsig, zur Umstraße fünfachsig gegliedert. Die Fenster im 1. Obergeschoss sind erneuert; sie sind mit Gewänden versehen und durch Segmentbögen und Pflanzenreliefs bekrönt.

Das Mansarddach i​st mit j​e 2 Fenstern z​ur Enger- u. Umstraße ausgestattet. Die Dachecke Enger-/Umstraße i​st als Türmchen m​it drei Fenstern ausgebildet. Alle Dachfenster h​aben sanft geschwungene Fensterbögen. Das Ladengeschäft i​m Erdgeschoss w​urde 1991 umgebaut. Die Eingangstür für d​as Ladengeschäft befindet s​ich an d​er Ecke Enger-/Umstraße.

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts 1. Oktober 1991 169
Haus Erprath Tönisberg
Erprathsweg 13
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Das alleinstehende Herrenhaus, mit ehemals zugehöriger Hofanlage im Norden und angrenzendem Park, ähnlich einem englischen Landschaftspark, stammt aus dem 19. Jahrhundert. An der Westseite gliedert sich der Bau in 3 Gebäudeteile. Der südlichste ist ein zweiachsiger und 2 ½ geschossiger Turmbau mit Putzfassade. Es wird von einem Ziegeldach abgeschlossen. Horizontal wird die Fassade durch Geschossgesimse und ein Dachgesims gegliedert. Untergeschoss und 1. Obergeschoss sind gequadert. Die Fenster sind zum Teil noch original gerahmt und haben Holzläden. Nördlich schließt sich an den Turmbau ein 4-Achsiger Anbau an, dessen erste Achse zweigeschossig, die folgenden 1-geschossig gebaut sind. Die Fassadengestaltung entspricht dem des Turmbaues. Vor dem Anbau befindet sich eine Terrasse, von einer Balustrade umfriedet. Der hintere Teil wird von einem Backsteinbau mit Satteldach geschützt. An der Südseite, der Eingangsfront, befindet sich westlich der Turmbau. Dieser ist 3-achsig und 2-geschossig. Die Fassadengestaltung ist der des Turmbaues entsprechend. Die linke Achse ist verbreitert, mit einem rundbogig abgeschlossenen Fenster, original gerahmt, im Obergeschoss. Die Fenster der Westachse sind verändert. Mittig vor den Bau gesetzt befindet sich ein Eingangsvorbau von einem Segmentgiebel abgeschlossen, mit altem Türblatt. Im Eckbereich von Turmbau und dem rückgesetzten Baukörper befindet sich ein niedriger Vorbau mit Kegeldach. Die Ostseite gliedert sich 2-geschossig, in 3 Achsen. Im UG ist das Fenster der linken Achse verbreitert. An diesem Bau schließt sich ein 1-geschossiger, 2-achsiger Anbau mit abgewalmtem Satteldach an. Zum Teil sind die Fenster noch original gerahmt, mit Holzläden. Das Gebäude ist erhaltenswert aus architektur- u. ortsgeschichtlichen Gründen.

Beschreibung d​es Heimatvereins Tönisberg:

Das Herrenhaus m​it zugehöriger Hofanlage u​nd Park stammen a​us dem 19. Jahrhundert. Ursprünglich w​ar Erprath e​in freiadeliges Gut m​it großem Landbesitz. 1873 verkaufte Robert Georg Wilhelm v​on Pelden gent. Cloudt d​en Besitz a​n Anton Hamers a​us Krefeld. Seit dieser Zeit h​aben die Besitzer mehrmals gewechselt.

19. Jahrhundert 14. Juli 1992 189
Perley-Kreuz St. Hubert
Eschelner Weg
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Wegkreuz 65×40 cm, Basaltlava, 1629. Es handelt sich um das älteste Kempener Wegkreuz, das im Ortsteil St. Hubert, in der Bauerschaft Escheln steht. Das Kreuz erinnert an einen Gort Segel, der im Jahre 1629 am Michaelstage (29. September) ums Leben kam u. bittet um das Gebet der Vorbeikommenden, damit Gott der Seele dieses Verstorbenen gnädig sei. Es trägt folgende Inschrift:

„Anno 1629, d​en 29. Dag September i​st Gort Spegel verbleve v​on die Perley. Dat Got d​er Sele gnedig sey.“

1629 27. März 1990 147
Geneigenhof St. Hubert
Geneigenhütte 10
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Vierflügelige geschlossene Backstein-Hofanlage aus dem Jahre 1891. Die Datierung befindet sich im Torkeilstein. Das Wohnhaus ist zweigeschossig, Gliederung in 4:3 Achsen. Die Fenster des Wohnhauses wurden verändert.

Der Geneigenhof – zuerst erwähnt i​m Jahre 1464 – w​urde im Jahre 1628 i​n der Kontributionsliste (Kriegssteuer-Beitreibungsliste) v​om Schöffen Henrich a​n gen Eygen u​nter der lfd. Nr. 46 (Geneigenhof, damaliger Besitzer Henrich a​n gen Eygen) aufgezeichnet. Die Erhaltung d​es Hofes l​iegt aus ortsgeschichtlichen u​nd volkskundlichen Gründen i​m öffentlichen Interesse.

1891 1. Oktober 1991 168
Willmen Kreuz Schmalbroich
Görtschesweg 4
Karte
Unter einer Esche steht dieses zum Hofe Willmen gehörende Holzkreuz auf einem Steinfundament. Ein Pfeildach aus schwarzem Kunststoff schützt den braunen Korpus. Mit ausgebreiteten Armen und nebeneinander genagelten Füßen hängt Christus am Kreuz. Sein Blick ist nach oben gerichtet. Eine Inschrifttafel am Fuß weist darauf hin, dass im Jahre 1897 an dieser Stelle ein Missionskreuz errichtet wurde. Eine Inschrift im Steinfundament hält das Datum der Erneuerung fest: 23. März 1971. 1897 28. April 1988 123
Vinnhof Hofanlage Schmalbroich
Görtschesweg 8
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Eine geschlossene vierflügelige Hofanlage, um 1800 entstanden, in Backstein ausgeführt. Im Hof zweigeschossiges Wohnhaus mit Krüppelwalmdach. Ehemals wasserumwehrte Anlagen. um 1800 8. November 1983 58

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Jüdischer Friedhof Kempen
Grünkesweg
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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnte die jüdische Gemeinde von der Gemeinde Schmalbroich ein Grundstück erwerben, auf dem alsbald ein Begräbnisplatz angelegt wurde. Der Vertrag wurde am 4. April 1809 unter Dach und Fach gebracht.

„Wir unterschriebenen Maire u​nd Adjunkt m​it Vorwißen u​nd Begenehmigung d​es Municipal Raths d​er Gemeinde Schmalbroich Mairie Kempen verkaufen hierdurch, u​nd Kraft dieses d​er hiesigen Judenschaft folgendes Stück Gemeinheits Grund, u​m darauf e​inen Kirchhof z​u ihrer Beerdigung einzurichten, u​nd zwar u​nter folgenden Bedingnißen:

1. Verkaufen nämlich Wir Maire u​nd Adjunkt e​in Stück Gemeinheits Grund v​on einem halben Morgen gelegen ohnweit d​er Landstraß, s​o von Kempen a​uf Öd gehet, einerseits Grünles Hof, andererseits d​en dortigen Domanial Busch, u​nd welches Stück a​uch wirklich z​u einem halben Morgen abgemessen worden ist, w​es Endes d​ie Judenschaft e​inen Stüber für Vermeßungs Kösten p​er Ruthe z​u zalen hat.

2. Wird ausdrücklich hiermitt vorbehalten, u​nd conditionniert, a​uf Kösten d​er Judenschaft e​ine Maur u​m diesem Stück z​u ziehen, welche fünf Fuß h​och sein müsste, a​ber außer d​er Maur e​inen Graben v​on drei Fuß b​reit aufzuwerfen.

3. Ist d​ie Kaufsumme festgesezt a​uf 150 Francs, welche alsofort z​u Händen d​es Empfängers Henrich Goertsches ausbezalt werden solde.

4. Schließlich w​ird noch erinnert, d​ass zwar bunter 27ten Februar 1808 b​ei der Regierung d​ie Autorisation z​u Verkaufung d​es Stückes nachgesuchet worden, inmittels b​is auf d​ie heutige Stunde n​icht erfolget wäre, a​uch schwerlich erfolget wird, w​eil die Regierung z​u solchen Verkäufen n​icht gern einwilliget, a​uch übrigens m​it zu vielen Formalitäten verknüpfet ist, u​m desfalls fernere Sollicitationen einzulegen, s​o wird hiermitt ausdrücklich vorbehalten, d​ass falls frühe o​der spät dieser Verkauf v​on der Regierung umgestoßen werden sollte, alsdann d​ie Judenschaft verpflichtet s​ein solle, g​egen Rückbezahlung d​er Kaufschillingen dieses Stück a​n der Gemeinde hinwiederum abzustehen, u​nd liegen z​u lassen.“

Der jüdische Friedhof i​n Kamperlings i​n der Nähe d​er Oedter Straße, h​eute an d​er Breslauer Straße Ecke Grünkesweg gelegen, beherbergt 94 Grabsteine a​us der Zeit zwischen 1845 u​nd 1944. Herausragend s​ind die Grabsteine d​er Familie Kounen, fünf Granitstelen v​on gleicher Form, a​ber mehr o​der weniger aussagekräftiger Inschrift. Die beiden rechten Steine, d​ie der Krefelder Steinmetz Wolff geschaffen hat, erinnern a​n Esther (1816–1894) u​nd Isaac Kounen (1810–1886). Isaac Kounen w​ar einer d​er wohlhabendsten Kempener Juden, Besitzer e​iner Seidenmanufaktur, z​udem lange Jahre i​n der Stadtverordnetenversammlung tätig. Die Inschriften l​oben die außerordentliche Frömmigkeit, d​ie Stiftertätigkeit u​nd das besondere Engagement i​m Sinne d​er Zedeka d​es kinderlosen Ehepaares. Isaac Kounens unermüdliches Studium d​er Thora w​ird herausgehoben. Sehr selten a​uf jüdischen Grabsteinen i​st die Bezeichnung d​er Frau a​ls Kohenet, a​ls „Priesterin“: „ Als Kohenet geboren, w​ard sie e​inem Kohen zugeführt, d​arum auch s​ind ihre Hände z​um Segen ausgebreitet“.

Der Kempener jüdische Friedhof w​urde während d​er NS-Zeit s​tark in Mitleidenschaft gezogen u​nd Anfang d​er 1970er Jahre v​on der Kommune wiederhergerichtet. Im November 1968 w​urde der jüdische Friedhof i​n Oedt n​ach Kempen verlegt: d​ie Gebeine v​on 25 Toten i​n 19 Gebeintruhen s​owie die Grabdenkmäler k​amen nach Kempen.

Neben Kounen betreffen weitere Namenshäufungen d​ie Familien Lambertz, Winter (darunter d​er bekannte Rechtsanwalt Dr. Karl Winter u. Familie), Goldschmidt u​nd Rahm. Viele Grabsteine s​ind hebräisch u​nd deutsch beschriftet, teilweise a​uf Vorder- u​nd Rückseite. Ein mehrmals gebrauchtes Zeichen s​ind die „Zwei Hände“. Häufig tragen d​ie Grabsteine e​inen Spruch a​us der Thora o​der auch weitere Sprüche, w​ie z. B. „Erst Verlorenes w​ird Erworben / Ewig l​ebt dir n​ur Gestorbenes“

Nach jüdischer Sitte werden a​uf den Gräbern k​eine Blumen gesetzt.

Grabfeldeinfassungen existieren n​ur ganz vereinzelt, d​ie stelenartigen Steine (meist Sandstein, teilweise Granit u. a.) s​ind zu mehreren Gruppen bzw. „Reihen“ i​n einer baumbestandenen Grünfläche zusammengefasst. Die ehemalige Einfriedungsmauer i​st nicht m​ehr vorhanden.

Als Zeugnis des jüdischen Lebens und seiner wechselvollen Geschichte ist der jüdische Friedhof bedeutend für die Geschichte der Menschen und für Kempen. An seiner Erhaltung besteht aus Wissenschaftlichen, hier geschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse. In Bezug auf die Gestaltung der Grabsteine und die Texte ihrer Inschriften kommen künstlerische und religionsgeschichtliche Gründe hinzu. Die Voraussetzung des § 2 (1) Denkmalschutzgesetz für eine Eintragung in die Denkmalliste ist daher gegeben. Der Friedhof bildet im Sinne dieses Gesetzes in seiner Gesamtheit ein Baudenkmal, mit den historischen Grabsteinen als konstituierende und schützenswerte substanzielle Bestandteilen.

1808 26. November 2003 263
Hofanlage Schuster Bour Tönisberg
Haag 17
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Vierflügelige Backstein-Hofanlage aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das Hauptgebäude, an der Westseite, zeigt sich zweigeschossig und ist in 10 Achsen gegliedert. Die vorgeblendete Putzfassade ist durch ein Sockelgesims sowie ein profiliertes Geschossgesims und ein Konsolgesims gegliedert. Die Fenster des Untergeschosses sind hoch rechteckig und verändert, die des Obergeschosses rundbogig abgeschlossen. In den zwei nordöstlichen Achsen befindet sich im Untergeschoss ein Tor. Das Gebäude wird von einem Walmdach abgeschlossen. Die Unterschutzstellung erfolgt ohne den seitlichen, zweigeschossigen, zurückversetzten Anbau. Die Erhaltung der Hofanlage liegt aus ortsgeschichtlichen und volkskundlichen Gründen im öffentlichen Interesse.

Beschreibung d​es Heimatvereins Tönisberg:

Vierflügelige Backstein-Hofanlage a​us der Mitte d​es 19. Jahrhunderts. Das zweigeschossige Hauptgebäude i​st in 10 Achsen geteilt. Die vorgeblendete Putzfassade i​st durch Sockel- u​nd Konsolengesims gegliedert. In d​em Gebäude befand s​ich bis i​ns 20. Jahrhundert e​ine Gaststätte.

Mitte des 19. Jahrhunderts 14. Juli 1992 191


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Katholische Pfarrkirche St. Hubert
Hauptstraße
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Neugotische dreischiffige Backstein-Hallenkirche mit polygonalem Chorabschluss und übergiebelter Vorhalle; Fassade mit Treppengiebel. Ehemals dreigeschossiger Backstein-Westturm des Vorgängerbaus an der Südseite. Alte Ausstattungsstücke z. T. erhalten. Turm von 1524, Neubau von 1846 bis 1849. Neubau 1846-49, Turm 1524 26. September 1983 16
Kreuzwegstationen auf dem Friedhof St. Hubert
Hauptstraße
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Kreuzweg, Station I – XIV. Rechteckiger Sockel mit abgesetztem Kapitell. Auf diesem Sockel befindet sich ein Steingehäuse als Hochrelief. Abschluss des Gebäudes bildet ein aedicula-ähnliches Dach mit Kreuz.

Hausteinerne Station v​on Bildhauer Franzenbach. Aufgestellt u​nd eingeweiht a​m 4. November 1846.

1846 18. Dezember 1984 105
Katholisches Pfarrhaus St. Hubert
Hauptstraße 21
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Dreiflügelige Anlage, zweigeschossig, in 5 Achsen, Backstein mit Hausteingewänden, alte Tür, Walmdach, Datierung in Ankersplinten (1791). Nebengebäude neu. 1791 26. September 1983 17
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Heilig-Geist-Straße 2 / Peterstraße 34
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Das Eckhaus Heilig-Geist-Straße 2/Peterstraße 34, erbaut 1910, ist als Wohn- und Geschäftshaus geplant, mit einer vorgeblendeten gelblichen Klinkerfassade. Es ist ein dreigeschossiger Bau, der zur Heilig-Geist-Straße in fünf Achsen ausgeführt ist. Die Fenstergesimse sind abfallend. Im I. Obergeschoss sind in der linken Achse drei schmale Fenster gekoppelt. Die Tür und Fensterformen sind in leicht romanisierender Form rundbogig abgeschlossen, mit in die Laibung eingestellten Dreiviertelsäulen. Die Gestaltung des Untergeschosses mit der breiten Fensterfront, die sich um die Ecke herumzieht, ist original. Nur die Rahmung und Fenstergliederung ist verändert (ehemals Holzrahmen und im oberen Bereich kleinteiligere Fenster mit engstehenden Streben).

Im einachsigen Eckbereich erhebt sich ab dem Obergeschoss ein zweigeschossiger Erker mit pyramidenförmigem Dachaufbau, der über die Dachfläche hinausragt. Zur Peterstraße hin stellt sich das Gebäude in zwei Achsen dar. In der Fassadengestaltung wurde das Element der dreigekoppelten Fenster im I. Obergeschoss und des verbreiterten Fensters im 2. Obergeschoss übernommen. An der Erhaltung des Objektes besteht aus städtebaulichen Gründen ein öffentliches Interesse.

1910 14. Juli 1992 184
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Heilig-Geist-Straße 4
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2-geschossiges Wohnhaus in 3 Achsen, entstanden Ende des 18. Jahrhunderts, Fassade im 19. Jh. verändert. In den Jahren 1981 und 1982 zu einer Gaststätte umgebaut. Ende des 18. Jahrhunderts 29. März 1984 97
Wohnhaus zwei Flachnichen Kempen
Heilig-Geist-Straße 6
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Zweigeschossiges Wohnhaus, in sechs Achsen gegliedert, entstanden Ende des 18. Jahrhunderts. Es wurde später mit einer neugotischen Putzfassade versehen, darin zwei Flachnischen mit Schrifttafeln, datiert 1866 und 1917.

Das Gebäude diente a​ls erstes Kolpinghaus i​n Kempen u​nd ist d​aher von stadtgeschichtlichem Interesse.

1866 u. 1917 17. Dezember 1991 176
Wohnhaus Kempen
Heilig-Geist-Straße 10
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2-geschossiges Wohnhaus in 5 Achsen, Backstein mit Mauerankern versehen, erbaut 18. Jh. 18. Jh. 8. November 1983 94
Wohnhaus Kempen
Hessenring 35
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Das Gebäude ist ein Wohnhaus aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Es ist 2-geschossig erbaut und die vorgeblendete Klinkerfassade mit Putzfeldern gliedert sich in 3 Achsen. Horizontal wird es durch ein Dachgesims, Fenstergesims, Geschossgesims und Sockelgesims gegliedert. Sockel und Dachzone sind voll verputzt. Im OG sind die Fenster profiliert gerahmt, mit schlichten Ornamentfeldern unter den Fenstern. Die rechte Achse, in der sich der Eintrag befindet, ist leicht vorgezogen. Das Mansarddach ist ausgebaut. Die Haustür ist neu (Aluminium). Ende 19. Jahrhunderts 25. Mai 1993 233
Wohnhaus Kempen
Hessenring 37
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Die Fassade des 2-geschossigen, 3-achsigen Wohnhauses aus dem Ende des 19. Jahrhunderts gliedert sich in 3 Achsen. Sockel und Dachzone sind voll verputzt. Die horizontale Gliederung erfährt das Gebäude durch Dach-, Fenster-, Geschoss- und Sockelgesims. Die Fenster mit profilierter Rahmung werden von schlichten Ornamentfeldern unterhalb betont. Die linke Achse, der Eingangsbereich, ist leicht vorgezogen. Das Mansarddach ist ausgebaut. Die Haustür ist neu. Ende 19. Jahrhunderts 25. Mai 1993 234
Amtsgericht Kempen
Hessenring 43
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Das Amtsgericht besteht aus dem 1892 bzw. 1905 errichteten Gebäude sowie einem in der Nachkriegszeit (1958) an der Rückseite quer errichteten Anbau, der nicht in den Denkmalwert eingeschlossen ist. Der zentrale, schräg zum Hessenring gestellte Hauptteil (zweigeschossig, dreiachsig) enthält den repräsentativen Eingang und das große Treppenhaus. Die Mittelachse ist im Erdgeschoss durch die breite, zurückgesetzte, durch einen Bogen über Stufen zu erreichende Eingangstür und im Obergeschoss durch ein dreigekoppeltes Fenster betont. Die original erhaltene Holzeingangstüre mit durchgezogenem Türstock und abgetrenntem Oberlicht ist mit einem archivoltenartig geschmückten Eingangsbogen überwölbt.

Im Erdgeschoss s​ind die Fenster rundbogig, i​m Obergeschoss hochrechteckig abgeschlossen. Horizontal w​ird die Fassade d​urch ein Kämpfergesims gegliedert, d​as sich u​m die Öffnung verkröpft. Die l​inke Achse i​st durch e​in eingeschossiges Türmchen m​it Helm, d​as über d​as Walmdach hinausreicht, überhöht.

Mit d​er breiten Seitenfassade s​teht das Gebäude z​ur Wiesenstraße hin. Diese i​st neunachsig, m​it einem s​tark vorgezogenen Baukörper v​on der 2. b​is 4. Achse. Dieser i​st dreigeschossig u​nd wird v​on einem eigenen Walmdach bedeckt, dessen Giebel sichtig z​ur Straße steht. Die Fassadengliederung entspricht d​er der Eingangsfront, m​it rundbogigen Fenstern i​m Erdgeschoss u​nd hochrechteckigen i​m Obergeschoss, w​obei auch h​ier wiederum d​ie Mittelachse d​urch ein dreigekoppeltes Fenster betont wird. Ab d​er 5. Achse t​ritt der Baukörper s​tark zurück. Es handelt s​ich dabei u​m einen späteren Anbau u​m 1905, d​er aber d​ie alte Fassadengliederung übernimmt.

Die Fassaden besitzen e​inen jüngeren Rauputz. Die Fenster u​nd der schmuckreiche Eingang s​ind mit r​otem Sandstein umrahmt. Rote Sandsteinquader verzieren d​ie Gebäudeecken. Der Sockel d​er Hauptfassade i​st mit bossierten Steinen versehen. Die Fenster wurden i​n jüngerer Zeit erneuert.

Im Inneren i​st das aufwändige Treppenhaus m​it Pfeilern (EG) u​nd Säulen (OG), d​ie Kreuzgewölbe m​it breiten Gurten tragen, erhalten. Erhalten s​ind auch d​ie originalen Treppengeländer s​owie die Kachelfußböden. Die Türen z​u den Diensträumen wurden i​n der Nachkriegszeit erneuert.

Die Originaltür d​es Hauptgebäudes i​st erhalten. Überliefert i​st ebenfalls d​as Treppenhaus i​m seitlichen Treppenturm.

Das Objekt Amtsgericht i​st bedeutend für d​ie Geschichte d​es Menschen. Für s​eine Erhaltung u​nd Nutzung liegen städtebauliche u​nd architekturgeschichtliche Gründe vor.

1892, 1905 20. September 1996 257
Kriegerehrenmal Kempen
Hessenwall
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Dieses Ehrenmal der Kempener Kolpingfamilie stand ursprünglich im Vorgarten des alten Kolpinghauses am Hessenwall. Nach dem Neubau wurde es an der jetzigen Stelle umgesetzt. Es erinnert an die Gefallenen der Kolpingfamilie im Ersten Weltkrieg 1914-18. Entworfen und ausgeführt wurde dieses Denkmal in den Jahren 1920/21 von Fritz und Bernhard Messing, Kempen. 1920/21 28. April 1988 120
Fußfallstation 7. Station St. Hubert
Hohenzollernplatz
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7. Station: Jesus wird vom Kreuz genommen.

Terrakotta-Relief 100×70 cm des Hülser Künstlers Herbert Mellen von 1936. Es wurde 1936 von den Geschwistern Anna und Karl Hoenen gestiftet. Das eingetiefte, rotbraune, mehrteilige Tonrelief zeigt eine idealisierte Darstellung der Kreuzabnahme Christi. Im Hintergrund rechts und links stehen Josef von Arimatäa und Nikodemus. Sie halten den vom Kreuz abgenommenen Leib Christi, der die Mitte des Bildes beherrscht. Unter dieser Figurengruppe stehen Maria (links) und Johannes (rechts), einander zugewandt und einander stützend.

1936 27. März 1990 143
Ehemalige Katholische Volksschule St. Hubert
Hohenzollernplatz 19
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Das zweigeschossige Backsteingebäude mit Walmdach ist mit seiner Breitseite zum sich hier wieder zur Straße verengenden Hohenzollernplatz gerichtet. An seiner asymmetrisch aufgestellten Front sind der traufständige Schultrakt und links der drei Achsen breite Giebel der ehemaligen Lehrerwohnung erkennbar. Der Schultrakt besitzt einen flachen Eingangsrisatiten mit großem Treppenhausfenster und einem nachträglich zu einem schlichten Dreieck purifiziert, ehem. getreppten Zwerchgiebel. Beiderseits des Risaliten geben jeweils vier segmentbogige Fenster in beiden Geschossen die vorderen, ursprünglichen Klassenräumen wider. An der von vorn rechten Seite zeigen große Flurfenster (das untere ehem. Eingang) den einhüftigen Grundriss. Zum Hof hin schließt sich der erste Erweiterungsflügel von 1913/17 in angepassten Formen (bis hin zum Klötzchen-Trauffries) an. Die zweite Erweiterung 1952/53 ergänzte den somit zwischenzeitlich L-förmigen Baukörper des Schulhauses zu einem U-förmigen Gesamtgebilde, zwischen dessen Flügel dann 1960 ein neuer eingeschossiger Eingangstrakt eingeschoben wurde. Der von Hannes Martens geplante Anbau 1952/53 nimmt die Disposition des Altbaus auf, übersetzt aber in zeittypische Formensprache, mit pro Klassenraum fünf hochrechteckigen Fenstern mit geradem Sturz, die bündig mit der Außenwand im Mauerwerk platziert sind.

Im Inneren i​st neben d​em einhüftigen Grundriss v. a. n​och das ursprüngliche Treppenhaus m​it zweiläufig, gerader massiver Treppe m​it Wendepodest, originalem Metallgeländer u​nd Bleiglasfenster m​it farbiger Darstellung d​es Hl. Hubertus (1961:Pitt v​an Treek, Hüls) nennenswert. In d​er ehemaligen Lehrerwohnung s​ind ferner n​och die originale Holztreppe s​owie Rahmenfüllungstüren s​amt zugehörigen Zargen erhalten.

Die ehemalige Volksschule h​at augenscheinlich einige große Sanierungen erfahren (u. a. Außenhaut, Fenstererneuerung, Eingangsrisalit), s​o dass d​er substantielle, baugeschichtliche Wert beeinträchtigt ist. Das heutige Erscheinungsbild vermittelt gleichwohl i​mmer noch e​inen anschaulichen Eindruck e​ines ortsbildprägenden Schulhauses v​om Beginn d​es 20. Jahrhunderts, m​it harmonisch angeführten Erweiterungsbauten. Die ortsgeschichtliche Dimension d​es Gebäudes w​ird nicht zuletzt d​urch die umfangreiche Dokumentation d​es Heimatvereins belegt (s. Quellen). Da außerdem e​ine den Maßgaben d​es Denkmalschutzgesetzes genügende, identitätsstiftende Bedeutung d​es Gebäudes für d​en Ort St. Hubert vorhanden ist, lässt s​ich eine Eintragung i​n die Denkmalliste begründen u​nd rechtfertigen.

1906 26. November 2003 265
Kriegerehrenmal St. Hubert
Hohenzollernplatz
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Dieses in Kreuzform gestaltete Kriegerehrenmal ist von Sträuchern umgeben und steht an der Westseite des Hohenzollernplatzes. Es ist aus rotem Ziegelstein gemauert und trägt unten einen 100 cm hohen vorgemauerten Steinsockel und oben aus gleichem Material vorgesetztes 20 cm hohes Steinband. Der Entwurf zu diesem Kriegerehrenmal stammt von dem Kölner Bildhauer Ferdinand Floßdorf. Am 9. Juli 1933 wurde es eingeweiht. Der St. Huberter Bauunternehmer Matthias Küsters hat es errichtet. 1933 28. April 1988 127
Fußfallstation 6. Station St. Hubert
Hülser Landstraße 3
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6. Station: Jesus stirbt am Kreuz

Terrakotta-Relief 100 × 70 cm. Das rot-braune mehrteilige, unglasierte Terrakotta-Relief s​chuf der Hülser Künstler Herbert Mellen i​n den Jahren 1935/36. Es w​urde 1936 v​on den Geschwistern Anna u​nd Karl Hoenen gestiftet. Bis z​ur Neuerrichtung d​er Fußfallstation 1985 h​ing das Relief i​n dem Heiligenhäuschen a​n der Ecke Bartzheide/Tönisbergerstr.

1935/36 27. März 1990 142
Ehemaliges Spritzenhaus am Hannerhof St. Hubert
Hülser Landstraße 34
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Der einfache Backsteinbau, vermutlich aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts (1861?), erhebt sich auf rechteckigem Grundriss und wird von einem ziegelgedeckten Satteldach überfangen. Seinem Zweck gemäß ist er zum vorbeiführenden Weg hin giebelständig angeordnet, mit breiter, segmentbogiger und einmal gestufter Öffnung. An Vorder- und Rückseite wird das Giebeldreieck durch ein Fries mit Deutschem Band nach unten abgeschnürt und durch ein halbrundes Okular geöffnet.

Das Innere i​st ohne Einbauten u​nd besitzt e​inen offenen Dachstuhl. Ein einzelner Ankerbalken trägt e​ine Inschrift „Gem. Orbroich 1861“.

Von d​er Denkmalinventarisierung w​urde das Gebäude bislang irrtümlich a​ls Heiligenhäuschen bezeichnet, obwohl örtlich zweifelsfrei d​ie Zweckbestimmung a​ls Spritzenhäuschen für d​ie umliegenden Honnschaften überliefert ist. Das heutige Häuschen besaß wahrscheinlich bereits Vorgänger a​n selber Stelle. In d​en letzten Jahren l​eer stehend bzw. a​ls Stall genutzt, diente e​s ursprünglich z​ur Unterbringung d​er Feuerlöschspritze, welche frühestens s​eit dem 16. Jahrhundert, a​m Niederrhein s​eit etwa d​er zweiten Hälfte d​es 17. Jahrhunderts d​as Handlöschwesen abgelöst hatte. Nach städtischen Anfängen s​ind im 18. Jahrhundert d​ann auch Feuerlöschspritzen i​n den Landgemeinden überliefert.

Für St. Hubert berichtet d​ie Festschrift z​ur 75-Jahr-Feier d​er Feuerwehr (1957): „Die älteste Nachricht über d​ie Anschaffung e​iner Brandspritze für d​ie Honschaft Orbroich datiert v​om 21. März 1756“. Damals h​aben sich d​er Scheffe Matteias Kauertz u​nd die Honnschaftsmänner Arnoldus Hanners, Hendricus Steiger, Alexander Louschen, Petter Pilters u​nd Jacobus Gneigen, m​it den Meistern Jacobus u​nd Steffen Matthias Mauritzius „in e​in accort gestellt, a​lso dass d​ie Zwei Unterschriebenen Meister e​in Brand Spött sollen verfertigen a​uf selbige a​rt die Hülsische. (…).“ 1838 w​ar eine d​er seinerzeit insgesamt d​rei in d​er Bürgermeisterei St. Hubert vorhandenen Spritzen bereits i​n einem Spritzenhaus b​eim Hannerhof untergebracht.

Die Bauten für ihre geschützte Unterbringung ähnelten auf den ersten Blick zeitgenössischen Heiligenhäuschen, sind aber z. B. durch die größeren Tore zum Ein- und Ausfahren der Spritzen von diesen zu unterscheiden. In näherer Umgebung ist ein Spritzenhaus aus dem 18. Jahrhundert (1772) noch in der Hofschaft Kehn (heute: Tönisvorst) erhalten und als Denkmal geschützt; ein weiteres aus Voesch (1779) befindet sich heute in Niederrheinischen Freilichtmuseum in Grefrath. Ebenso wie diese dokumentiert das grundsätzlich gut erhaltene Häuschen am Hannershof eine wesentliche Entwicklung im frühen Feuerlöschwesen, zugleich einer wichtigen gemeinschaftsbildenden Infrastruktureinrichtung vergangener Jahrhunderte. Hieraus ergeben sich ortsgeschichtliche und volkskundliche Bedeutung. Als Zeugnis des ländlichen Feuerlöschwesens in der Honschaft Orbroich ist das Spritzenhaus am Hennershof in St. Hubert bedeutend für Kempen. An seiner Erhaltung und Nutzen besteht aus wissenschaftlichen, hier ortsgeschichtlichen sowie aus volkskundlichen Gründen ein öffentliches Interesse. Es handelt sich daher gemäß § 2 (1) Denkmalschutzgesetz um ein Denkmal.

1861 26. November 2003 266
ehem Schumacher Mühle Kempen
Hülser Straße 5
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In der geschlossenen Zeilenbebauung der Hülser Straße zeigt sich das Objekt als beidseitige Bebauung einer Toreinfahrt: rechts ein eingeschossiges zweiachsiges Bürogebäude und links ein zweigeschossiges Lager- bzw. Mühlengebäude, das sich in die Tiefe des Grundstücks durchzieht bis zu einem dreigeschossigen Gebäude an der Moorenringgasse. Zur Moorenringgasse hin befand sich bis Mitte 93 noch ein sechsgeschossiges Silogebäude mit Walmdach, das inzwischen abgerissen worden ist. Die Gebäude sind in dunkelrotbraunem Ziegensteinmauerwerk errichtet und sind charakterisiert durch Heraushebung der scheitrechten Fensterstürze zur Straßenseite und von Ornamentfriesen und Bogenfriesen in gelblichem Ziegelstein. Ein weiteres prägendes Element sind die segmentbogenförmigen Blendgiebel mit Attikagesims, die den flach geneigten mit Dachpappe angeklebten Dächern vorgelagert sind. Besonders herausragend sind dabei die aufrechtstehenden Giebelverzierungen aus Ziegelstein in der Mitte und an den Ecken des Giebels des zurückliegenden Gebäudes. Im dreigeschossigen Teil sind die originalen kleinteiligen Stahlfenster erhalten, sie prägen das Gebäude nachhaltig. Der Mühlenbetrieb Schumacher wurde 1875 als Frucht- und Fourrage (Futter)-Handel von Martin Schumacher gegründet. Im Jahre 1914 waren bei der Firma Schumacher und Witthoff, in der „Mahlmühle und der Kraftfütterfabrik“ neun Mitarbeiter beschäftigt. Heute leiten in einem neuen Firmengelände „Am Selder“ die Nachfolger in der 4. und 5. Generation das Unternehmen. Die Hülser Straße dokumentiert am Ende des 19. Jahrhunderts das Entstehen und Wachstum der Industrialisierung der Stadt Kempen. Die Nähe zur Schiene, die ab 1863 Kempen mit Krefeld und Kleve verband, veranlassten neben dem Mühlenbetrieb auch andere Unternehmen, sich auf der Hülser Straße ansiedelten. Die Mühlenanlage Hülser Straße 5 ist wie dargestellt, bedeutend für die Entwicklung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse der Stadt Kempen. Aus architektonischen und städtebaulichen Gründen liegt wegen des exemplarischen Charakters der in den Straßenraum eingebundenen Gewerbeanlage mit ihren für die Industriearchitektur typischen Gestaltungsformen die Erhaltung und Nutzung im öffentlichen Interesse. 1875 21. Dezember 1993 246
Wohnhaus Kempen
Hülser Straße 6
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Zweigeschossiges Wohnhaus aus dem Ende des 19. Jahrhunderts, in drei Achsen, mit weiß geschlämmter Ziegelfassade. Die Fenster mit kleinteiliger Sprossengliederung sind aus der Zeit der Erbauung. Die zweiflügelige Haustüre mit Oberlicht und Gittern aus massivem Eisen ist im Original erhalten. Ende des 19. Jahrhunderts 6. Juni 1991 159
Ehemaliges Landratsamt Kempen
Hülser Straße 21-23
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Altes Landratsamt, entstanden 2. Hälfte des 19. Jh. 2-geschossiges Wohnhaus in 12 Achsen mit 2 3-achsigen flachen Risaliten, spätklassizistische Putzfassade mit Rundbogenfenstern im EG. 2 Hälfte des 19. Jahrhunderts 29. März 1984 98
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Judenstraße 5
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3-geschossiges Wohnhaus in 5 Achsen, verputzt, Tür und Fenster mit Holzgewänden, Mansarddach. Bemerkenswert ist eine barocke, reich geschnitzte Holztür. Das Gebäude ist auf 1764 datiert. 1764 26. September 1983 33
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Judenstraße 8
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3-geschossiges Wohnhaus aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, entstanden durch Zusammenfügen zweier älterer Häuser. 5 Achsen, Erdgeschoss leicht vorgezogen, schmiedeeisernes Gitter im 1. OG, klassizistische Holztür. 18. Jh. 26. September 1983 34
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Judenstraße 10
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Das Gebäude Judengasse 10 bildet zusammen mit den Häusern 11, 12, und 13 einen geschlossenen Baublock, der möglicherweise schon aus dem 17. Jahrhundert stammt und wie rückseitig noch festzustellen ist, ursprünglich in Fachwerkbauweise errichtet worden ist.

Das zweigeschossige Eckhaus, gegliedert i​n 3 Achsen, i​st Ende d​es 19. Jahrhunderts m​it einer Ziegelfassade versehen worden. Die Fenster s​ind mit kräftigen Putzgesims versehen. Das Erdgeschoss i​st durch Ladeneinbau verändert.

17. Jh. 17. Dezember 1991 177
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Judenstraße 11
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2-geschossiges Wohnhaus in 5 Achsen, Backstein geschlämmt, erbaut zum Ende des 18. Jh. in der zweiten Hälfte des 19. Jh. mit Fassadenelementen in neubarockem Stil versehen, s-förmige Ankersplinte, alte Holztür, EG durch Ladeneinbau schon im 19. Jh. verändert. Ende des 18. Jahrhunderts 8. November 1983 83
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Judenstraße 13
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2-geschossiges Eckhaus in 4 Achsen, Backstein geschlämmt, eine Seite im OG Fachwerk. EG durch Ladeneinbau verändert. Das Gebäude wurde Anfang des 19. Jh. erbaut. Anfang des 19. Jahrhunderts 8. November 1983 82
Kath. Pfarrhaus Kempen
Judenstraße 14
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Zweigeschossiges Wohnhaus in drei Achsen, Mittelachse dreigeschossig, im OG leicht vorgezogen und durch Giebel betont. Backstein mit Ankersplinten; alte Holztür mit Sandsteingewänden. 18. Jh. 26. September 1983 8

Kriegergedächtniskapelle u. Hl. Brigida Schmalbroich
Kapellenweg
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Der im neugotischen Stil errichtete Backsteinbau ist das geistliche Zentrum der Sektion Ziegelheide in Schmalbroich.

Am 19. Oktober 1873 fassten d​ie Bewohner v​on Ziegelheide d​en Beschluss, d​iese kl. Kirche z​u bauen. Im aufkommenden Kulturkampf wollten s​ie ein Zeichen i​hrer Glaubenstreue setzen u. i​hre Anhänglichkeit a​n die katholische Kirche i​m Sinne d​er Beschlüsse d​es ersten Vatikanischen Konzils (1870–1871) bekunden. Das Gotteshaus sollte errichtet werden z​ur Ehre d​er Muttergottes, d​er Trösterin d​er Betrübten u. d. Hilfe d​er Christen. Darum nannte m​an dieses Kirchlein zuerst „Maria-Hilf-Kapelle“.

Im Jahre 1874 Kauf d​es Grundstücks. Am 10. Juni 1875 Grundsteinlegung. Errichtet n​ach dem Plan v​on Baumeister Franken. Einsegnung a​m 22. Okt. 1876.

Am 22. Oktober 1926 w​urde diese Kapelle i​n eine Kriegergedenkstätte umgewandelt.

In einer gotischen Nische über dem Portal steht eine ca. 100 cm große Statue der hl. Brigida (453-521). Als Äbtissin gründete sie das Kloster Kildare und gilt neben dem hl. Patrick als die Patronin Irlands. Die hl. Brigida wird besonders in ländlichen Gegenden verehrt als Schutzpatronin der Haustiere und des Viehs. Brigida trägt einen weißen Kopfschleier über dem braunen Ordenskleid. In ihrer vorgestreckten rechten Hand hält sie vor der Brust. An der rechten Seite ihres Gewandes hängt ein Rosenkranz. An ihrem rechten Fuß liegt eine Kuh, ihr Attribut

1875 27. März 1990 146


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Evangelische Pfarrkirche Kempen
Kerkener Straße 11
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Einschiffiger Backsteinbau mit seitlichem, quadratischem überhöhtem Westturm mit Haubendach; historisierende Schmuckformen; gerader Chorschluss mit Rosettenfenster. 1910 26. September 1983 9
Hagelkreuz Kempen
Kerkener Straße / Terwelpstraße
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In den vergangenen Jahrhunderten zählte man am Niederrhein viele Hagelkreuze. Sie wurden zumeist an Wegen oder Kreuzungen im Feld errichtet und sollten vor Unwetter, besonders vor Hagelschlag, schützen. Die Anfänge des Kempener Hagelkreuzes sind unbekannt. Terwelp und Klöckner berichten, dass am Kempener Hagelkreuz - ähnlich wie an der Kreuzkapelle und an St. Peter - eine Begräbnisstätte für die nichtkatholischen Soldaten angelegt war. Von 1642 bis 1649 wurden hier viele Hessen, die zum größten Teil protestantisch waren, beigesetzt. Auch während der Franzosenzeit wurden Soldaten, die im Lazarett (Franziskanerkloster) starben, am Hagelkreuz beerdigt. Die älteren Kreuze an dieser Stelle waren sehr wahrscheinlich aus Holz. Das heutige Steinkreuz wurde im Jahre 1853 errichtet. Der leicht gebogene Korpus hängt mit übereinander genagelten Füßen und mit emporgestreckten, ausgebreiteten Armen am Kreuz. Christus trägt das Lendentuch an der rechten Seite geknotet. Über seinem gelockten Bart und Haupthaar ist eine schmale Dornenkrone befestigt. Der Blick des Gekreuzigten geht himmelwärts. 1853 28. April 1988 122
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Kirchgasse 2
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Zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus aus dem Ende des 19. Jahrhunderts mit aufgesetztem Mansarddach, Gliederung in 2:1:4 Achsen.

Die Putzfassaden s​ind in neubarocken Schmuckformen ausgeführt; i​m Erdgeschoss a​lter Ladeneinbau.

Ende des 19. Jahrhunderts 17. Dezember 1991 178
Marienheim St. Hubert
Kirchplatz 2
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Das Gebäude ist ein schlichter, dreizehnachsiger Ziegelsteinbau mit einem mittelsteilen Satteldach mit einer Krüppelwalmausbildung. Auf der Ostseite sind drei Fensterachsen zugemauert. Die drei mittleren Achsen des Gebäudes sind leicht vorgezogen und durch Pilasterausbildungen betont. Über diesen drei Achsen war ursprünglich ein klassizistisches Giebelfeld ausgebildet, das heute fehlt.

Das Gebäude i​st im Inneren weitgehend geändert. Der Dachstuhl i​st original erhalten. In Verbindung m​it der benachbarten Kirche k​ommt das Gebäude e​ine besondere Bedeutung i​m Ensemble zu.

Beim Marienheim handelt e​s sich u​m das Gebäude d​er ältesten Schule v​on St. Hubert, Amtsstube, Marienheim d​er kath. Pfarrgemeinde u​nd des ersten kath. Kindergartens i​n St. Hubert.

Im Jahre 1762 wurde in St. Hubert eine neue Schule gebaut, die vor dem heutigen Marienheim direkt an der Hauptstraße gestanden hat. Sie bestand aus einer Lehrerwohnung und einem Schulsaal. Durch die im Laufe der Jahre wachsende Zahl von Schulkindern wurde auch das vergrößerte Schulzimmer zu klein. 1833 wurde der Grundstein gelegt für ein neues Klassenzimmer im Garten der alten Schule. Dieses neue Klassenzimmer ist Teil des heutigen Marienheimes. Im Jahre 1855 wurde die St. Huberter Schule erneut durch einen Anbau erweitert. Damit hat sie die Größe des heutigen Marienheimes und war ab dann dreiklassig. Nach der Erweiterung wurde die Schule auch als Amtsstube genutzt. Nach Umzug der kath. Volksschule im Jahre 1907 in das neue Gebäude am Hohenzollernplatz wurde 1908 die alte Schule von der Gemeinde für die Pfarre St. Hubert gekauft. Das Haus bekam den Namen Marienheim und wurde von nun an bis heute von kirchlichen Vereinen und Institutionen genutzt. Der erste Kindergarten (Kinderbewahrschule) in St. Hubert war seit 1917 im hinteren Teil des Marienheimes untergebracht bis zum Jahre 1965. Die Erhaltung des Gebäudes liegt aus architektonischen, städtebaulichen und ortsgeschichtlichen Gründen im öffentlichen Interesse.

1762 4. Dezember 1995 255
Vatikänchen Kempen
Kirchstraße 1
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Zweigeschossiges Eckhaus zu An St. Marien in 3:4 Achsen, verputzt. Fassade mit Schweifgiebel und Ankersplinten. Alte Holztüre, Datierung im Türsturz und in den Ankersplinten (1688). Putzfassade im 19. Jahrhundert teilweise verändert. 1982 restauriert, Fenster erneuert. 1688 26. September 1983 35
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Kirchstraße 2
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2-geschossiges Wohnhaus in nicht durchgezogenen Achsen, verputzt. Fenster und Türe mit Holzgewänden versehen. Datierung 1647 durch Ankersplinte. 1647 8. November 1983 72
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Kirchstraße 6
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2-geschossiges Wohnhaus mit Mezzanin in 5 Achsen. Im 17. Jh. erbaut, im 18. Jh. erweitert, im 20. Jh. mit Fassade versehen. Rückwärtiger Bau in 2-geschossigem Fachwerk mit Walmdach. Auch hier EG verändert 17. Jh. 8. November 1983 71
Wohnhaus Kempen
Kirchstraße 7
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2 ½-geschossiges Eckhaus zu An St. Marien in 5:2-Achsen, klassizistische Putzfassade, Walmdach, alte Holztüre. Anfang 19. Jahrhundert 26. September 1983 36
Wohnhaus Kempen
Kleinbahnstraße 9
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Das Wohnhaus von 1913 besitzt drei Geschosse (incl. Dachgeschoss) und zwei Achsen. Der Rundbogeneingang tritt zurück, die halbseitige Brüstung zitiert das Balustermotiv. Über dem Rundbogen des Eingangs sowie über dem Rundbogenfenster der rechten Achse schließt jeweils ein Kragstein an das Obergeschoss an. Im Obergeschoss befinden sich drei Pilaster, deren stilisierte Kapitelle das Kranzgesims optisch tragen. In der Breite des Fensterbereichs erstreckt sich ein Balkon mit Ziergitterbrüstung. Das Mansarddach präsentiert sich mit einem zweifenstrigen, ziegelgedeckten Dachhäuser. Die Fenster haben noch die alten Beschläge. Treppenhaus, Innentüren und Fliesen sind noch original. In seiner architektonischen Ausbildung (Eingangsbereich, Dachzone repräsentative Darstellung des 1. Obergeschosses) ist das Gebäude ein besonderes herausragendes, bedeutendes und im öffentlichen Interesse zu erhaltendes Beispiel für großbürgerliche Bebauung in östlichen Stadterweiterungsbereich zu Anfang des Jahrhunderts. 1913 21. Juni 1994 247
Ehem. Annenkloster Rundbogentor Kempen
Klosterstraße 10
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2-geschossiger Backsteinbau aus dem 18. Jh. mit eingeschwungener Fassade, Rundbogentor mit Sandsteingewänden; darüber Nische mit Segmentgiebel. 18. Jh. 26. September 1983 6


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Ehemaliges Weberhaus St. Hubert
Königstraße 48
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Das eingeschossige traufständige Backsteingebäude mit Satteldach schließt auf rechteckiger Grundfläche links direkt an ein Nachbargebäude an, der rechte Giebel steht hingegen frei. Zugehörig ist ein niedriger Schuppen ebenfalls aus Backstein mit Satteldach, der rückwärtig parallel zum Vordergebäude steht, von diesem durch einen kleinen Hof getrennt. Seitlich schließt eine Mauer mit Durchgang das Grundstück zum vorbeiführenden Weg ab. Durch den Schuppen hindurch, vorbei an einem alten Abort, erreicht man rückwärtig einen ebenfalls zum Haus gehörigen Nutzgarten.

Das über kleinem Sockel a​n den beiden Ansichtsseiten unverputzte Vorderhaus besitzt z​ur Straße l​inks neben d​em Eingang e​in großes liegendes Schaufenster w​ohl der 1960er Jahre. Ferner s​ind wohl gleichzeitig einscheibige Fenster i​n die vorhandenen Fensteröffnungen eingesetzt worden; i​m Dachgeschoss d​es Giebels s​ind noch a​lte gesprosste zweiflügelige Fenster erhalten. Ansonsten entspricht d​as schlichte Erscheinungsbild n​och weitgehend d​em historischen Bautyp. Neben d​em nicht ausgebauten Dach i​st hier v​or allem d​ie charakteristische Verteilung d​er hochrechteckigen Fensteröffnungen z​u nennen (Zwei rechts n​eben dem Eingang, v​ier plus z​wei im Giebel, e​ine im EG zugesetzt), d​ie auch v​on der Seite h​er ausreichend Licht für d​ie Vorne rechts z​u vermutende ehemalige Webstube boten. Die Rückseite d​es Hauses s​owie die z​um Haus gerichtete Front d​es Schuppens s​ind dünn geschlämmt, d​ie Außenseite d​es Schuppens hingegen ebenfalls backsteinsichtig.

Im Inneren d​es Hauses h​aben sich Grundriss u​nd teilweise a​uch Raumbild d​es 19. Jahrhunderts weitgehend erhalten. Ein Flur führt gerade v​om Eingang z​u einem Hinterausgang. Vorne rechts befindet s​ich ein großer Raum, d​er trotz e​iner nachträglichen, a​ber reversiblen Unterteilung a​ls die ehemalige Webstube erkennbar ist. Hinter ihm, a​n der Gartenseite, schließt s​ich die Küche an. Links d​es Flures s​ind hintereinander zunächst e​ine straßenseitige kleinere Stube, d​ann Stiege bzw. Kellerabgang u​nd – über d​em kleinen Kellerraum - e​in als Opkamer erhöht liegender (Schlaf-)Raum angeordnet. Neben d​em quer erschließendem Flur u​nd der charakteristischen, funktional bedingten Anordnungen d​er Räume m​it zentralem Kamin s​ind Rahmen-Füllungstüren (z. T. durchfenstert), Dielenböden, d​ie hölzerne Stiegenkonstruktion u​nd die Raumzuschnitte a​ls prägende historische Raum- u​nd Ausstattungsdetails anzusehen. Im Dachgeschoss s​ind weitere Kammern untergebracht.

Form u​nd innere Raumaufteilung unterstützen d​ie mündliche örtliche Überlieferung, d​ass es s​ich bei d​em Gebäude u​m ein Mitte d​es 19. Jahrhunderts entstandenes ehemaliges Weberhaus handelt.

In seiner Geschichte St. Huberts behandelt F. Weinforth ausführlich Wesen u​nd Bedeutung d​er (Seiden) Hausweberei für d​en Ort. Befördert insbesondere d​urch das n​ahe Krefeld, entwickelte s​ich dieser i​m Verlagswesen betriebene Erwerbszweig (d. h. d​ie Hausweber w​aren keine selbstständigen Handwerker, sondern abhängige Lohnarbeiter) u​m die Mitte d​es 19. Jahrhunderts z​um zweiten wichtigen Standbein d​er St. Hubert Wirtschaft, b​evor die fabrikmäßige Industrialisierung g​egen die Jahrhundertwende d​ie Heimarbeit verdrängte. Die z​u diesem Zweck entstandenen typischen Weberhäuser entwickelten s​chon aufgrund i​hrer Häufigkeit vielerorts i​n der Region, s​o auch i​n St. Hubert, e​ine ortsbildprägende Wirkung, m​eist in Wachstumsgebieten a​n aus d​en alten Siedlungskernen heraus – o​der sie herumführenden Straßen. Der d​abei ausgebildete Bautyp w​ar gekennzeichnet d​urch seine Ein- bzw. Anderthalbgeschossigkeit u​nd eine a​n der Giebelseite gelegene relativ großzügig belichtete Webstube. Ein gerader Flur erschließt d​as Innere q​uer rückwärtig befinden s​ich Stiege u​nd Küche, gegenüber d​er Webstube n​ach vorne e​ine Wohnstube. Schlafkammern w​aren meist i​m Dach angeordnet. Im Prinzip i​st diese a​us der Funktion erwachsene Aufteilung i​m vorliegenden Beispiel anschaulich erhalten, a​uch wenn d​er Grundriss i​m Detail w​ohl bereits ursprünglich leicht variiert war.

Die meist um die Mitte und im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts errichteten typischen Weberhäuser können als eine landschafts- und produktionsspezifische Form eines frühen Arbeiterwohnungsbaus bezeichnet werden. Anschauliche bauliche Zeugnisse dieses Typs, d. h. weitgehend von Modernisierung oder Ausbauten freie Baukörper mit der typischen Grundrissaufteilung des Inneren, sind heute in der Region jedoch selten geworden. Trotz einzelner Veränderungen im Detail, von denen allerdings lediglich das vordere Schaufenster als verunstaltet bezeichnet werden muss, kann das vorliegende St. Hubert Beispiel als ein ungewöhnlich gutes Zeugnis dieses Bautyps und damit des einfachen Wohnens und Arbeitens aus der Mitte bzw. zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bezeichnet werden. Gerade auch diese unscheinbaren Gebäude, deren Einfachheit ebenso typisch wie durch moderne Übernutzungen gefährdet ist, bedürfen des Schutzes durch die Denkmalpflege, um sie als Zeugnisse der Orts- und Sozialgeschichte zu erhalten. Als anschauliches Zeugnis einer für St. Hubert (Kempen) ehemals typischen Hausform, dessen Raumaufteilung die alten Arbeitsabläufe widerspiegelt, ist das Wohnhaus Königstraße 48 bedeutend für Kempen. An der Erhaltung und Nutzung von Haus, Schuppen und den zugehörigen Hof- und Gartenräumen besteht aus den dargelegten wissenschaftlichen, insbesondere orts- und sozialgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse

Mitte 19. Jahrhundert 4. März 2002 262

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Heyer Hof Kempen
Krefelder Weg 65
Karte
Das Gebäude Haus Bockdorf 65, das weiter östlich liegende Stallgebäude sowie ein ursprünglich am Krefelder Weg gelegene Gebäude, welches im Krieg zerstört wurde, bildeten ursprünglich den Heyer-Hof, das unabhängig von Haus Bockdorf bewirtschaftet wurde, im Laufe der Zeit aber an Haus Bockdorf angegliedert wurde.

Für Gut Heimendahl i​st Ende d​es 19. Jahrhunderts e​ine eigene Wasserversorgung m​it einem eigenen Wasserturm errichtet worden. Um diesen Turm h​erum wurde e​ine teils zwei-, t​eils eingeschossige, i​n drei Baukörper gegliederte, Anlage errichtet, d​ie als Pferdestall diente. Die Fassade i​st in Ziegelmauerwerk ausgeführt, zweifarbig abgesetzt (rot u​nd gelb). Die Dächer wurden t​eils als Satteldächer ausgebildet, t​eils abgewalmt. Östlich d​es oben beschriebenen Gebäudes m​it Wasserturm befindet s​ich ein Stallgebäude, welches ebenfalls i​n zweifarbigen Ziegelmauerwerk ausgeführt wurde. In d​er Mitte erhebt s​ich ein turmartig gestalteter Mittelbau, d​er mit z​wei gleich langen Seitenflügeln versehen ist. Die Fassaden s​ind durch Stallfenster u​nd Stalltüren, d​ie heute teilweise zugemauert sind, regelmäßig i​n jeweils s​echs Achsen gegliedert.

Ende des 19. Jahrhunderts 6. September 1990 148

Haus Bockdorf Kempen
Krefelder Weg 66
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Das 1659 urkundlich erstmals erwähnte Gut Bockdorf besteht aus einer 3-flügeligen wasserumwehrten Backsteinanlage mit Torhaus aus dem 18. Jh. ist ein 2-geschossiger Backsteinbau mit großer Tordurchfahrt und quadratischem Aufsatz in der Mitte, die Seiten eingeschossig mit Mansarddach, Rundbogenfenster und Walmdach. Die Wirtschaftsgebäude stammen aus der Mitte des 19. Jh. das Wohnhaus aus dem Ende des 19. Jh. Es handelt sich um eine 2-geschossige Villa mit vorgesetztem, 4-geschossigem Turm mit Helmdach an den Seiten flache Risalite. Das Gebäude ist in Backstein ausgeführt mit Sandsteingewänden, Neurenaissance-Schmuckformen. Im Garten befindet sich eine kleine Fachwerkkate aus dem 18. Jh., die hierher transloziert worden ist. Außerdem 2 Paar Torpfosten aus dem 18. u. 19. Jh. 1659 26. September 1983 14
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Kuhstraße 1
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Zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus aus der Zeit um 1870, Gliederung in 3 Achsen. Die Putzfassade ist reich profiliert im Stil der Gründerzeit. 1870 17. Dezember 1991 179
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Kuhstraße 2
Karte
Dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus aus der Zeit um 1870. Gliederung in 4 Achsen, die Putzfassade ist reich profiliert; rechts und links kannelierte Pilaster; historisierende Kompositkapitelle, die sich im Erdgeschoss in Diamantquader fortsetzen. 1870 17. Dezember 1991 180
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Kuhstraße 15
Karte
Ursprünglich ein Bau des 17. Jh. Das Haus hat seine das Straßenbild prägende Bedeutung durch die Errichtung einer barocken Fassade im 18. Jh. erhalten. Diese hat die Tür für das niederrheinische Bürger- bzw. Ackerbürgertum in der Mitte des 18. Jh. typischen Merkmale: 3-geschossig, Krüppelwalmdach (wobei die Fassadenform des 2. OG. Bedingt durch die Dachform, trapezförmig und die Zahl der Fensterachsen auf 2 reduziert ist), dominant vertikale Gliederung in 3 oder (wie bei obigem Gebäude) 4 Achsen mit schlanken, hochrechteckigen Fenstern. 17. Jh. 26. September 1983 47
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Kuhstraße 16
Karte
Zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Gliederung in 5 Achsen. Die Putz- und Klinkerfassade aus der Gründerzeit ist reich gegliedert. Prägend sind die gotisierenden Fenstereinfassungen und ein Traufgesims in spätgotischer Fischblasenmanier. An den Ecklisenen sind Stilelemente des Jugendstils festzustellen. Die gotisierenden Stilelemente sind mit Bezug auf das benachbarte Kuhtor gewählt.

Die Unterschutzstellung bezieht s​ich insbesondere a​uf die Fassade, beschränkt z​ur Kuhstraße h​in und a​uf die Dachgestaltung.

Ende des 18. Jahrhunderts 17. Dezember 1991 181
Wohnhaus Kempen
Kuhstraße 17
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Zweigeschossiges Wohn- und Bürohaus in Ziegelbauweise mit dreifach abgewalmtem Doppelfirst-Satteldach, Eckerker und überbautem Durchgang parallel zum Kuhtor, 1907 erbaut. 1907 28. April 1988 114
Wohnhaus Kempen
Kuhstraße 19
Karte
2-geschossiges Wohnhaus in 2 Achsen, entstanden im 18. Jahrhundert. Das Haus ist mit einem übergreifenden Walmdach gedeckt. 18. Jh. 8. November 1983 62
Wohnhaus Kempen
Kuhstraße 20
Karte
2-geschossiges Wohnhaus in 2 Achsen. Das Haus ist im 18. Jahrhundert entstanden; Ladeneinbau ist wahrscheinlich erst später hinzugefügt worden. Das Haus ist mit einem übergreifenden Walmdach gedeckt. 18. Jh. 8. November 1983 63
Wohnhaus Kempen
Kuhstraße 21
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2-geschossiges Wohnhaus in 3 Achsen, entstanden im 18. Jahrhundert. Der Gaststätteneinbau ist wahrscheinlich erst später hinzugefügt worden. Das Haus ist mit einem Walmdach gedeckt. 18. Jh. 8. November 1983 64
Geschäftshaus (ehemaliges Haus Horten) Kempen
Kuhstraße 31/32
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Repräsentatives 3-geschossiges Doppel-Wohnhaus aus dem 18. Jh. in 7 bzw. 3 Achsen. Datiert 1773/1784. Das Gebäude ist in Backstein mit Kalksandsteingewänden ausgeführt. Die Fassade ist durch Lisenen gegliedert. Die Datierungen befinden sich bei Nr. 31 im schmiedeeisernen Gitter in der Supraporte, bei Nr. 32 im Fensterkeilstein. Seit 1982 Umbau des Gebäudes zur neuen Geschäftsstelle der Sparkasse Krefeld. (geändert lt. Schreiben der Sparkasse Krefeld v. 26.10.) 1773/1784 26. September 1983 37
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Kuhstraße 35
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2-geschossiges Fachwerkhaus mit dreiseitig geschlossener Rückseite. Der rückwärtige Teil ist aus dem 16. Jh., vielleicht sogar früher. Der zur Kuhstraße liegende Gebäudeteil ist in der Mitte des 18. Jh. umgebaut worden, erhielt eine dreiachsige 2 ½ geschossige Fassade mit Krüppelwalmdach. Im 20. Jh. durch Ladeneinbau und Vorhängung einer Plastikfassade verändert. Mitte 18. Jahrhundert 8. November 1983 65
Wohnhaus Kempen
Kurfürstenstraße 3
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Das zweigeschossige, zweiachsige Wohnhaus aus dem späten 19. Jahrhundert wird von einem leicht vorspringenden Sockel getragen. Das Türgewände in Rundbogenform mit ornamentalem Stuckdekor zeigt in jeweils vier Kassetten an jeder Seite Tiermotive. Die Fenstergewände sind profiliert und mit einem Klötzchenfries über dem Fenstersturz ausgestattet. Die linke Achse im 1. Obergeschoss wird durch eine Erkerarchitektur betont. Dem Satteldach ist ein Brockgiebel vorgeblendet, mit Klötzchenfries, vier Rechteck- und einem Ovalfenster. Das Gebäude wird als Wohnhaus genutzt. Die historische Tür, an vielen Häusern dieses Straßenzuges noch erhalten, wird hier durch eine aktuelle Tür ersetzt. Die kleinteilige Gliederung der Fensterunterteilung ist noch original. Die Grundrissunterteilung entspricht ebenfalls weitgehend dem Original. Das Treppenhaus ist herausragend in seiner Gestaltung in Anlehnung an Motive des Art déco. Eine besondere Eigenheit ist im Erdgeschoss ein flurseitig zu beschickender Kachelofen zur Beheizung von zwei Räumen gleichzeitig. Das Gebäude befindet sich wie beschrieben in einem weitgehend unveränderten Zustand. Es ist damit in besonderer Weise ein erhaltenswertes Beispiel für die repräsentative Bebauung in weiten Bereichen der Kurfürstenstraße. Hier manifestiert sich in anschaulicher Weise das großbürgerliche Stilempfinden der Gründerzeit. 1913 21. Juni 1994 248
Wohnhaus Kempen
Kurfürstenstraße 15
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Die Kurfürstenstraße 15 stellt sich dar als zweigeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus in gestrichenem Ziegelsteinmauerwerk, dessen Eingang sich in der ersten Achse von rechts befindet. Der Eingangsbereich ist stark profiliert gewändet und schließt in Kreissegmentbogenform. Die Gestaltung wiederholt sich in den Gewänden der Fenster in den linken Achsen. Die Fassade erfährt eine horizontale Gliederung durch ein dreifachiges Gesims mit Stuckkartuschen. Im ersten Obergeschoss schließen die profilierten Fenstergewände nach oben in zwei Kapitellen mit Segmentbogen ab. Das Kranzgesims ist mit Voluten ausgestattet. Das historische Türblatt mit Fenster und Ziervergitterung ist noch vorhanden, die Fenster aber mit neuer Holzrahmung versehen. Im Innern sind die Kacheln in der Küche und die Bodenfliesen in Flur und Küche original. Diele und Treppenaufgang haben eine reich gestaltete Holzverkleidung aus dem Jahre 1908. Zum Teil sind noch Stuckdecken erhalten.

In seinem durchgehend g​uten Erhaltungszustand i​m Äußeren u​nd Inneren – h​ier insbesondere d​ie sehr individuellen Holzarbeiten i​m Treppenhausbereich – i​st das Haus i​n der ohnehin repräsentativen Kurfürstenstraße i​n städtebaulicher u​nd architektonischer Hinsicht bedeutend u​nd im öffentlichen Interesse erhaltenswert.

19. Jh. 21. Juni 1994 249
Wohnhaus Kempen
Möhlenring 15
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Das Gebäude ist ein Putzbau von 1905, mit zwei Geschossen und vier Achsen. Er besitzt zwei Eingänge in der rechten und linken Außenachse. Die in Putzquader gefassten Eingangsbereiche mit Rundbogenabschluss zeigen in ihrem Rundbogen in der linken Achse die Buchstaben „CB“, in der rechten Achse die Jahreszahl 1905. Die Rundbogenfenster bzw. Korbbogenfenster der beiden Mittelachsen mit ausgeprägter Sohlbank sind historisierend gewändet. Zwischen den beiden Fenstern entwickelt sich im Untergeschoss bereits der das Obergeschoss dominierende Erker mit Maskaron. Der Erker ist mit Jugendstilmotiven reich geschmückt. Seitlich neben ihm befindet sich je ein profiliertes Feld mit Löwenkopf. Aufwändige Jugendstilgewände rahmen die Flachbogenfenster der beiden Außenachsen. Das Satteldach mit zwei schmuckvollen Dachhäusern wird von einem türmchenartigen Giebel mit Schieferhaube bekrönt. Die Türblätter dieses sehr repräsentativen Wohnhauses sind authentisch. Die Fensterrahmung wurde historischen Vorbildern nachempfunden. 1905 25. Mai 1993 236
Wohnhaus Kempen
Möhlenring 46 / 48
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Das in den Jahren 1930/31 von dem Architekten Hans Toboll erbaute Mehrfamilien-Wohnhaus besteht aus einem kubischen Baukörper mit Flachdach. Der Baukörper ist nach den Gestaltungsprinzipien des Bauhausstiles entworfen worden. Konstruktiv ist das Gebäude ein Stahlskelettbau, dessen Ziegelfassade vorgehängt ist und keine tragende Funktion hat. Die vier im ursprünglichen Bauzustand vorhandenen eingezogenen Dachterrassen im OG bewirken eine Differenzierung der Baumasse, die die kubische Grundform in ihrer Wuchtigkeit milderte. Wichtigstes architektonisches Gestaltungsmittel sind klare, von jeglichen Zierrat freie, rechtwinklig begrenzte Flächen. Konsequenterweise fanden bei der Befensterung schmale Stahlprofile Verwendung, die den Flächencharakter der Fensteröffnungen betonen. Die im Bauhausstil gehaltene Haustür des östlichen Gebäudeteils ist noch erhalten. Im Inneren prägen die Raumfolgen und die Ausstattungsdetails wie Flurbeleuchtung und Türbeschläge im weitgehend original gebliebenen östlichen Gebäudeteil das Baudenkmal.

Von d​er Unterschutzstellung ausgenommen s​ind der i​m Westteil angebaute Windfang u. d​ie beiden a​uf dem Grundstück errichteten Garagen.

1930 / 31 20. Dezember 1989 131
Wohnhaus Kempen
Möhlenwall 2
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Zweigeschossiges Wohnhaus mit Satteldach, Putzfassade. Westfassade mit neuem Giebel versehen, Nordfassade ebenfalls erneuert, mit drei Blinkarkarden versehen. unbekannt 28. April 1988 115
Wohnhaus Kempen
Moorenring 7
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Das Wohnhaus stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Es ist zweigeschossig und in 6 Achsen gebaut. Die vorgeblendete Putzfassade ist in historisierenden Formen sehr reich, repräsentativ gestaltet. Im Untergeschoss ist die Fassade gequadert. Die Tür und die Fenster zeigen eine profilierte Rahmung. Vertikale Gliederung erfährt das Gebäude durch Ecklisenen. Betont ist die Gestaltung der Fenster des Obergeschosses. Abwechselnd werden je zwei Fenster mit einem Dreiecksgiebel, die nächsten mit einem Segmentgiebel bekrönt. 1897 wurde im Hintergrund des Grundstücks eine Shedhalle zur Vergrößerung der Druckerei errichtet. Horizontal ist das Gebäude durch ein profiliertes Haupt-, Geschoss- und zwei Fensterbrettgesimse gegliedert. 1978 wurde das Gebäude zu Wohnungen umgebaut, wobei der alte Dachstuhl abgebrochen und ein neuer mit Dachausbau aufgerichtet wurde. Das Türblatt ist noch original. Das Gebäude hat ein Satteldach mit 3 großen neuen Gauben. Ende des 19. Jahrhunderts 25. Mai 1993 237
Wohnhaus Kempen
Moorenring 15
Karte
Das massiv aufgeführte Wohnhaus stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Es ist zweigeschossig, in 3 Achsen gebaut und hat ein Satteldach. Die vorgeblendete Putzfassade ist horizontal stark gegliedert, durch ein Geschossgesims, ein Fensterbrettgesims und Ornamentfeldern dazwischen und ein Klötzchenfries. Die Tür und die Fenster sind profiliert gerahmt. Nach hinten schließt sich an das Gebäude ein zweigeschossiger Anbau an. Das Gebäude ist mit einem Gewölbekeller unterkellert, die Decken, Treppen und Fußböden sind aus Holz. Die Haustür ist neu (Aluminium). Die Fassade weist Feuchtigkeitsschäden auf, Zustand: mittel. Ende des 19. Jahrhunderts 25. Mai 1993 238
Wohnhaus Kempen
Moorenring 17
Karte
Das zweigeschossige, vierachsige Wohnhaus wurde Ende des 19. Jh. erbaut. Horizontal wird die vorgeblendete Putzfassade durch ein profiliertes Geschoßgesims gegliedert sowie ein Konsolfries. Die Rahmung von Tür und Fenstern ist ebenfalls profiliert. Der Fassadenschmuck übernimmt historisierende Elemente. Die mittlere Achse wird seitlich durch Lisenen begrenzt, die sich im Obergeschoß als Pilaster mit Phantasiekapitellen fortsetzen. Das Dachgesims ist als Klötzchenfries ausgebildet, darunter verläuft ein Konsolfries. Das Satteldach schließt traufständig an und ist ausgebaut. Ende des 19. Jahrhunderts 25. Mai 1993 239
Wohnhaus Kempen
Moorenring 21
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Das zweigeschossige Wohnhaus mit vorgeblendeter Putzfassade ist in 3 Achsen gegliedert. Es wurde um 1900 in schlichten, historisierenden Formen erbaut. Das Untergeschoss zeigt Profilputz und die Tür- und Fensteröffnungen eine profilierte Rahmung. Die Wand wird unterhalb des Satteldaches mit einem Klötzchenfries abgeschlossen. 1900 25. Mai 1993 241
Wohnhaus Kempen
Moorenring 23
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1899 wurde das zweigeschossige Eckwohnhaus mit einem eingeschossigen Anbau an der Rückseite errichtet. Die vorgeblendete Klinkerfassade erfährt ihre Gestaltung durch Putzelemente. Horizontal gliedern das Gebäude ein voll verputzten Sockel und ein profiliertes Geschossgesims sowie 2 Fensterbrettgesimse. Tür und Fenster zeigen eine Putzrahmung. Die linke, breitere Achse ist leicht vorgezogen und durch eine Putzquaderung akzentuiert wie auch die äußere Ecke des Gebäudes. Das Mansarddach war auch im ursprünglichen Zustand mit drei Gauben ausgebaut. 1899 25. Mai 1993 205
Villa Brandenburg Kempen
Moorenring 29
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Fabrikantenvilla aus dem Jahre 1901, im Jugendstil und mit Elementen des englischen Landhausstils erbaut. 2-geschossig, teilweise ausgebauter Dachgeschoss mit versetztem Kreuz- und Giebeldach verputzt, Giebel als Fachwerk.

Straßenansicht (West): Halbbogeneingang m. Säule, 1½-geschossig m​it Pultdach, 2 Achsen, EG Rundbogenfenster u​nd turmartig gestalteter Vorbau (rund) m​it 4 Fensterachsen 3-geschossig m. Kegeldach.

Seitenansicht rechts (Süd): 1-geschossiger Vorbau m. Dachterrasse viereckig m. 3 Achsen, Rundbogenfenster, I. OG 3 Achsen i​m vorgezogenen Baukörper, mittl. Fenster i​m Rundbogen, versetztes Giebeldach a​ls Holzständerwerk m. 2 Achsen.

Rückansicht (Ost):EG links 1919 verändert, urspr. Terry. Der Wintergarten eingeschossig als Küche ausgebaut. (Flachdach), EG 4 wachsig m. 2 Rundbogenfenstern. I.OG

1901 11. Juni 1985 106
Wohnhaus Kempen
Moosgasse 6 / 7
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2-geschossiges Giebelhaus in 3 Achsen, in Blaustein ausgeführt, Tür mit Blausteingewände, Ankersplinte und Krüppelwalmdach, rückwärtig 1-geschossiger Fachwerkanbau aus dem 19. Jh. Das Gebäude ist im 17. Jh. entstanden und wurde im Zuge der Stadtsanierung durchgebaut. 17. Jh. 26. September 1983 48
Wohnhaus Kempen
Moosgasse 8
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Fachwerkhaus aus dem 18. Jh. 1. OG vorkragend, 2-geschossig in 3 Achsen. Im 20. Jh. wurde eine Putzfassade vorgeblendet, so dass heute das Fachwerk nicht mehr sichtbar ist. 18. Jh. 8. November 1983 84
Front der alten Leichenhalle Kempen
Mühlhauser Straße
Karte
Backstein Eingangspforte der alten Leichenhalle mit geschweiftem Giebel und Türgewände.

Mit d​er Front d​er Leichenhalle i​st noch e​in Hinweis a​uf das Anfang d​er zwanziger Jahre umgebaute, inzwischen abgebrochene Ursulinenkloster erhalten. Der Altbau d​es Krankenhauses, dessen rechter Flügel d​as ehem. Ursulinenkloster war, w​urde 1868–1869 erbaut. Die Leichenhalle dürfte aufgrund d​er architektonischen Gestaltung i​n dieser Zeit errichtet o​der später angefügt worden sein.

1868-69 1. Oktober 1991 170
Wohnhaus Kempen
Mühlhauser Straße 35
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Das 2-geschosigge, 3-achsige Wohnhaus mit ausgebautem Mansarddach, wurde 1903 erbaut. Horizontal wird die vorgeblendete gestrichene Klinkerfassade durch ein Geschossgesims und ein Konsolgesims gegliedert.

Im Erdgeschoss werden Tür u​nd Fenster d​urch Bandfriese gerahmt. Das OG i​st reicher gestaltet, m​it reichen Ornamentfeldern oberhalb u​nd unterhalb d​er Fenster, d​ie von Schweifgiebeln bekrönt werden. Das Türblatt i​st noch original u​nd Masken über d​er Tür u​nd in d​en Ornamentfeldern unterhalb d​er Fenster verstärkten d​en Eindruck d​er auffallend gestalteten Fassade.

Die Fenster sind in veränderten Untergliederungen neu eingebracht worden. Im Inneren ist das Gebäude sowohl bezgl. Grundrissaufteilung als auch bezgl. Materialien wie Stuckdecken, Treppen, Holztüren, Böden etc. weitgehend unverändert. Die Erhaltung des Gebäudes liegt aus künstlerischen und städtebaulichen Gründen im öffentlichen Interesse.

1903 30. September 1995 254
Berfes auf dem Raveshof St. Hubert
Müskesweg 32
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2-geschossiger Fachwerkturm mit wehrgangähnlich vorkragendem Obergeschoss (1981 restauriert) 16. Jh. 26. September 1983 19
Raveshof mit Scheune St. Hubert
Müskesweg 32
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Der Raveshof (1639 erstmals urkundlich erwähnt), zeigt noch den Grundtyp des niederrheinischen Haufenhofes, bestehend aus einem Hallenhaus mit quer dazu liegender Scheune und zurückgezogener Einfahrt. Um den Hof gruppieren sich Nebengebäude und der „Berfes“, der bereits 1983 in die Denkmalliste eingetragen wurde. Das Ganze wurde ehemals von einem Wassergraben wehrhaft umschlossen, der von einer freistehenden Toranlage überbrückt wurde. Die Hofanlage die im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert stammt, wurde im Laufe der Zeit erheblich verändert, sie wird aber durch das Vorhandensein des Berfers aufgewertet. Die Eintragung in die Denkmalliste erfolgt aus siedlungsgeschichtlichen sowie volkskundlichen Gründen. 1639 30. April 1991 156
Wohnhaus Kempen
Neustraße 17
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Zweigeschossiges Wohnhaus des 19. Jahrhunderts mit Klinkerverblendung und profilierten Fenster- und Türgewänden in Stuck. Zwischen Erdgeschoss und erstem Obergeschoss befindet sich ein Fries mit bemalten Ziegeln. 19. Jh. 6. Juni 1991 160
Wohnhaus Kempen
Neustraße 19
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2-geschossiges Fachwerkhaus in 3 Achsen, entstanden um 1800, Backstein verkleidet. um 1800 29. März 1984 99
Wohnhaus Kempen
Neustraße 21
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2-geschossiges Wohnhaus in 2 Achsen, verputzt, entstanden Anfang 19. Jahrhundert Anfang des 19. Jahrhunderts 26. September 1983 49
Wohnhaus Kempen
Neustraße 22
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2-geschossiges Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert, verputzt, Krüppelwalmdach 18. Jh. 29. März 1984 100
Wohnhaus Kempen
Neustraße 23
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Dreigeschossiges Wohnhaus aus dem 18. Jahrhundert mit Krüppelwalmdach, zur Straßenflucht hin geneigt. Die Putzfassade ist einfach gehakt. Zierelemente befinden sich nur im ersten Obergeschoss in Gestalt von einfachen Putzgewänden um die Fenster herum. Die gesamte Häuserzeile Nr. 16–23 bildet eine Einheit, die im 18. Jahrhundert entstanden sein dürfte. Die Häuser nehmen in Form, Größe und Gestalt aufeinander Bezug 18. Jh. 6. Juni 1991 161
Wohnhaus Kempen
Neustraße 25
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Das Gebäude wurde als Gaststätte erbaut. Ziegelfassung in sieben Achsen. Fünfte Achse von links durch einen gotisierenden Dachaufbau akzentuiert, darunter die Eingangstür zur Gaststätte. Die Fenster sind mit einfachen Stuckgewände versehen. Im Erdgeschoss befinden sich an den Fenstern der zweiten dritten und vierten Achse noch blecherne Rollladenkästen mit Routendekor aus der Zeit der Erbauung. Zur Traufe hin schließt die Fassade mit einem Zahnschnitt ab. Darunter auf jeder Fensterachse ein Rundfensterchen (Ochsenauge). Ursprünglich soll dieses Gebäude aus zwei Häusern bestanden haben. Anfang des 20. Jahrhunderts erfolgte die Veränderung. Anfang des 20. Jahrhunderts 6. Juni 1991 162

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Kemp’sches Huus Kempen
Neustraße 31
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3-geschossiges Fachwerkhaus in 4 Achsen entstanden Anfang 17. Jh. auf der Kuhstraße (Nr. 7). Das Gebäude wurde wegen seiner Bedeutung für die Baugeschichte des Niederrheins im Jahre 1979/80 an den jetzigen Standort versetzt. Anfang des 17. Jahrhunderts 26. September 1983 50
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Neustraße 32
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2-geschossiges Giebelhaus in 5 Achsen, Backstein, spätklassizistische Putzfassade – später vorgeblendet. Krüppelwalmdach, Portal mit Blausteingewänden.

Datierung 1769 i​m Türkeilstein. Auf d​er Rückseite Ankersplinte m​it der Jahreszahl 1751.

1751, 1769 26. September 1983 38
Wohnhaus der Arnold-Siedlung Kempen
Oedter Straße 1
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Die Eisenmöbelfabrikanten Louis und Carl Arnold aus Schorndorf bei Württemberg ließen sich im Frühjahr 1901 in Kempen nieder. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten für das Werksgelände in der heutigen Arnoldstraße begann die Errichtung der Werkswohnungssiedlung. Mit der Planung und Durchführung wurde in beiden Fällen der Düsseldorfer Architekt H. Salzmann betraut.

Die „Württembergische Siedlung“; i​m Volksmund a​uch „Schwabenheim“ genannt, t​rug erheblich z​ur wirtschaftlich-sozialen Bereicherung Kempens bei, s​o dass d​er „Volksfreund“ i​n seiner Ausgabe v​om 24. August 1901 schrieb:

„Die v​on der Firma Arnold a​m Peschbenden errichtete Arbeiterhäuser s​ind die reinsten Villen u​nd beleben d​ie Gegend i​n angenehmer Weise.“ Tatsächlich s​ind die Arnoldschen Werkswohnungen für damalige Wohnverhältnisse luxuriös u​nd aufgrund i​hrer sozialgerechten Ausführung reformerisch. Die s​echs zweigeschossigen Häuser b​oten Raum für jeweils v​ier Familien. Die Wohnungen w​aren hell u​nd großzügig konstruiert u​nd verfügten bereits über getrennte Wohn- u​nd Schlafzimmer, Küche u​nd Vorratskammer, w​as in d​er damaligen Zeit k​eine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr Ausnahme war. Die Mansarde w​ar gleichfalls für Wohnzweck ausgebaut. An d​en weitläufigen Hof schloss s​ich für j​ede Wohnpartei e​in kleiner Garten an, d​er frei n​ach Bedarf bestellt werden konnte – e​in Umstand, d​er besonders d​en meist kinderreichen Familien entgegenkam.

Fortschrittlichkeit lässt sich auch in der optischen Erscheinung der Siedlung erkennen. Die einheitliche Gestaltung und die Ausgewogenheit der Proportionen geben den Häusern eine klare, überschaubare Linie. Zweckdienlichkeit ist das übergeordnete Prinzip, so dass der in Ansätzen vorhandene Schmuck, der sich noch an klassischen Vorbildern orientiert, nicht mehr plastisch ausgeformt, sondern nur noch farblich als Inkrustation abgesetzt ist. Auffallend ist die traditionelle Dreiteilung der Fassade in Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Das Sockelgeschoss, in dem die unteren beiden Wohnungen liegen, wurde in dem roten Ziegelmauerwerk belassen. Darüber schließt sich weißer Putz an, der über das Mittelgeschoss bis unter das sogenannte Walmdach reicht. In der Mitte des Daches befindet sich eine Gaube, ein kleiner überdachter Ausbau, in dem die Mansardenfenster untergebracht sind. Optisch belebt wird die Fassade durch ziegelrote waage- und senkrechte Gliederungen. Die Senkrechten entsprechen den Säulen des antiken Tempelbaus, der in der Architektur gerne zitiert wird. Die Waagerechte, die wie ein Gurtgesims das Gebäude umschließt, markiert die zweite Etage. Die Fenster schließen in einem Rundbogen ab, eine Form, die auf die Renaissance zurückgeht. Das Motiv des Rundbogens wird noch einmal durch die über den Fenstern liegende Rahmung aus roten Ziegeln aufgegriffen. Die Württembergische Siedlung als Zeitzeuge der Industrialisierung ist ein Teil der Kempener Stadtgeschichte, die es zu bewahren und erhalten gilt. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse.

1901 23. März 1993 194
Wohnhaus der Arnold-Siedlung Kempen
Oedter Straße 2
Karte
Die Eisenmöbelfabrikanten Louis und Carl Arnold aus Schorndorf bei Württemberg ließen sich im Frühjahr 1901 in Kempen nieder. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten für das Werksgelände in der heutigen Arnoldstraße begann die Errichtung der Werkswohnungssiedlung. Mit der Planung und Durchführung wurde in beiden Fällen der Düsseldorfer Architekt H. Salzmann betraut.

Die „Württembergische Siedlung“; i​m Volksmund a​uch „Schwabenheim“ genannt, t​rug erheblich z​ur wirtschaftlich-sozialen Bereicherung Kempens bei, s​o dass d​er „Volksfreund“ i​n seiner Ausgabe v​om 24. August 1901 schrieb:

„Die v​on der Firma Arnold a​m Peschbenden errichtete Arbeiterhäuser s​ind die reinsten Villen u​nd beleben d​ie Gegend i​n angenehmer Weise.“ Tatsächlich s​ind die Arnoldschen Werkswohnungen für damalige Wohnverhältnisse luxuriös u​nd aufgrund i​hrer sozialgerechten Ausführung reformerisch. Die s​echs zweigeschossigen Häuser b​oten Raum für jeweils v​ier Familien. Die Wohnungen w​aren hell u​nd großzügig konstruiert u​nd verfügten bereits über getrennte Wohn- u​nd Schlafzimmer, Küche u​nd Vorratskammer, w​as in d​er damaligen Zeit k​eine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr Ausnahme war. Die Mansarde w​ar gleichfalls für Wohnzweck ausgebaut. An d​en weitläufigen Hof schloss s​ich für j​ede Wohnpartei e​in kleiner Garten an, d​er frei n​ach Bedarf bestellt werden konnte – e​in Umstand, d​er besonders d​en meist kinderreichen Familien entgegenkam.

Fortschrittlichkeit lässt sich auch in der optischen Erscheinung der Siedlung erkennen. Die einheitliche Gestaltung und die Ausgewogenheit der Proportionen geben den Häusern eine klare, überschaubare Linie. Zweckdienlichkeit ist das übergeordnete Prinzip, so dass der in Ansätzen vorhandene Schmuck, der sich noch an klassischen Vorbildern orientiert, nicht mehr plastisch ausgeformt, sondern nur noch farblich als Inkrustation abgesetzt ist. Auffallend ist die traditionelle Dreiteilung der Fassade in Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Das Sockelgeschoss, in dem die unteren beiden Wohnungen liegen, wurde in dem roten Ziegelmauerwerk belassen. Darüber schließt sich weißer Putz an, der über das Mittelgeschoss bis unter das sogenannte Walmdach reicht. In der Mitte des Daches befindet sich eine Gaube, ein kleiner überdachter Ausbau, in dem die Mansardenfenster untergebracht sind. Optisch belebt wird die Fassade durch ziegelrote waage- und senkrechte Gliederungen. Die Senkrechten entsprechen den Säulen des antiken Tempelbaus, der in der Architektur gerne zitiert wird. Die Waagerechte, die wie ein Gurtgesims das Gebäude umschließt, markiert die zweite Etage. Die Fenster schließen in einem Rundbogen ab, eine Form, die auf die Renaissance zurückgeht. Das Motiv des Rundbogens wird noch einmal durch die über den Fenstern liegende Rahmung aus roten Ziegeln aufgegriffen. Die Württembergische Siedlung als Zeitzeuge der Industrialisierung ist ein Teil der Kempener Stadtgeschichte, die es zu bewahren und erhalten gilt. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse.

1901 23. März 1993 195
Wohnhaus der Arnold-Siedlung Kempen
Oedter Straße 3
Karte
Die Eisenmöbelfabrikanten Louis und Carl Arnold aus Schorndorf bei Württemberg ließen sich im Frühjahr 1901 in Kempen nieder. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten für das Werksgelände in der heutigen Arnoldstraße begann die Errichtung der Werkswohnungssiedlung. Mit der Planung und Durchführung wurde in beiden Fällen der Düsseldorfer Architekt H. Salzmann betraut.

Die „Württembergische Siedlung“; i​m Volksmund a​uch „Schwabenheim“ genannt, t​rug erheblich z​ur wirtschaftlich-sozialen Bereicherung Kempens bei, s​o dass d​er „Volksfreund“ i​n seiner Ausgabe v​om 24. August 1901 schrieb:

„Die v​on der Firma Arnold a​m Peschbenden errichtete Arbeiterhäuser s​ind die reinsten Villen u​nd beleben d​ie Gegend i​n angenehmer Weise.“ Tatsächlich s​ind die Arnoldschen Werkswohnungen für damalige Wohnverhältnisse luxuriös u​nd aufgrund i​hrer sozialgerechten Ausführung reformerisch. Die s​echs zweigeschossigen Häuser b​oten Raum für jeweils v​ier Familien. Die Wohnungen w​aren hell u​nd großzügig konstruiert u​nd verfügten bereits über getrennte Wohn- u​nd Schlafzimmer, Küche u​nd Vorratskammer, w​as in d​er damaligen Zeit k​eine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr Ausnahme war. Die Mansarde w​ar gleichfalls für Wohnzweck ausgebaut. An d​en weitläufigen Hof schloss s​ich für j​ede Wohnpartei e​in kleiner Garten an, d​er frei n​ach Bedarf bestellt werden konnte – e​in Umstand, d​er besonders d​en meist kinderreichen Familien entgegenkam.

Fortschrittlichkeit lässt sich auch in der optischen Erscheinung der Siedlung erkennen. Die einheitliche Gestaltung und die Ausgewogenheit der Proportionen geben den Häusern eine klare, überschaubare Linie. Zweckdienlichkeit ist das übergeordnete Prinzip, so dass der in Ansätzen vorhandene Schmuck, der sich noch an klassischen Vorbildern orientiert, nicht mehr plastisch ausgeformt, sondern nur noch farblich als Inkrustation abgesetzt ist. Auffallend ist die traditionelle Dreiteilung der Fassade in Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Das Sockelgeschoss, in dem die unteren beiden Wohnungen liegen, wurde in dem roten Ziegelmauerwerk belassen. Darüber schließt sich weißer Putz an, der über das Mittelgeschoss bis unter das sogenannte Walmdach reicht. In der Mitte des Daches befindet sich eine Gaube, ein kleiner überdachter Ausbau, in dem die Mansardenfenster untergebracht sind. Optisch belebt wird die Fassade durch ziegelrote waage- und senkrechte Gliederungen. Die Senkrechten entsprechen den Säulen des antiken Tempelbaus, der in der Architektur gerne zitiert wird. Die Waagerechte, die wie ein Gurtgesims das Gebäude umschließt, markiert die zweite Etage. Die Fenster schließen in einem Rundbogen ab, eine Form, die auf die Renaissance zurückgeht. Das Motiv des Rundbogens wird noch einmal durch die über den Fenstern liegende Rahmung aus roten Ziegeln aufgegriffen. Die Württembergische Siedlung als Zeitzeuge der Industrialisierung ist ein Teil der Kempener Stadtgeschichte, die es zu bewahren und erhalten gilt. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse.

1901 23. März 1993 196
Wohnhaus der Arnold-Siedlung Kempen
Oedter Straße 4
Karte
Die Eisenmöbelfabrikanten Louis und Carl Arnold aus Schorndorf bei Württemberg ließen sich im Frühjahr 1901 in Kempen nieder. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten für das Werksgelände in der heutigen Arnoldstraße begann die Errichtung der Werkswohnungssiedlung. Mit der Planung und Durchführung wurde in beiden Fällen der Düsseldorfer Architekt H. Salzmann betraut.

Die „Württembergische Siedlung“; i​m Volksmund a​uch „Schwabenheim“ genannt, t​rug erheblich z​ur wirtschaftlich-sozialen Bereicherung Kempens bei, s​o dass d​er „Volksfreund“ i​n seiner Ausgabe v​om 24. August 1901 schrieb:

„Die v​on der Firma Arnold a​m Peschbenden errichtete Arbeiterhäuser s​ind die reinsten Villen u​nd beleben d​ie Gegend i​n angenehmer Weise.“ Tatsächlich s​ind die Arnoldschen Werkswohnungen für damalige Wohnverhältnisse luxuriös u​nd aufgrund i​hrer sozialgerechten Ausführung reformerisch. Die s​echs zweigeschossigen Häuser b​oten Raum für jeweils v​ier Familien. Die Wohnungen w​aren hell u​nd großzügig konstruiert u​nd verfügten bereits über getrennte Wohn- u​nd Schlafzimmer, Küche u​nd Vorratskammer, w​as in d​er damaligen Zeit k​eine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr Ausnahme war. Die Mansarde w​ar gleichfalls für Wohnzweck ausgebaut. An d​en weitläufigen Hof schloss s​ich für j​ede Wohnpartei e​in kleiner Garten an, d​er frei n​ach Bedarf bestellt werden konnte – e​in Umstand, d​er besonders d​en meist kinderreichen Familien entgegenkam.

Fortschrittlichkeit lässt sich auch in der optischen Erscheinung der Siedlung erkennen. Die einheitliche Gestaltung und die Ausgewogenheit der Proportionen geben den Häusern eine klare, überschaubare Linie. Zweckdienlichkeit ist das übergeordnete Prinzip, so dass der in Ansätzen vorhandene Schmuck, der sich noch an klassischen Vorbildern orientiert, nicht mehr plastisch ausgeformt, sondern nur noch farblich als Inkrustation abgesetzt ist. Auffallend ist die traditionelle Dreiteilung der Fassade in Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Das Sockelgeschoss, in dem die unteren beiden Wohnungen liegen, wurde in dem roten Ziegelmauerwerk belassen. Darüber schließt sich weißer Putz an, der über das Mittelgeschoss bis unter das sogenannte Walmdach reicht. In der Mitte des Daches befindet sich eine Gaube, ein kleiner überdachter Ausbau, in dem die Mansardenfenster untergebracht sind. Optisch belebt wird die Fassade durch ziegelrote waage- und senkrechte Gliederungen. Die Senkrechten entsprechen den Säulen des antiken Tempelbaus, der in der Architektur gerne zitiert wird. Die Waagerechte, die wie ein Gurtgesims das Gebäude umschließt, markiert die zweite Etage. Die Fenster schließen in einem Rundbogen ab, eine Form, die auf die Renaissance zurückgeht. Das Motiv des Rundbogens wird noch einmal durch die über den Fenstern liegende Rahmung aus roten Ziegeln aufgegriffen. Die Württembergische Siedlung als Zeitzeuge der Industrialisierung ist ein Teil der Kempener Stadtgeschichte, die es zu bewahren und erhalten gilt. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse.

1901 23. März 1993 197
Wohnhaus der Arnold-Siedlung Kempen
Oedter Straße 5
Karte
Die Eisenmöbelfabrikanten Louis und Carl Arnold aus Schorndorf bei Württemberg ließen sich im Frühjahr 1901 in Kempen nieder. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten für das Werksgelände in der heutigen Arnoldstraße begann die Errichtung der Werkswohnungssiedlung. Mit der Planung und Durchführung wurde in beiden Fällen der Düsseldorfer Architekt H. Salzmann betraut.

Die „Württembergische Siedlung“; i​m Volksmund a​uch „Schwabenheim“ genannt, t​rug erheblich z​ur wirtschaftlich-sozialen Bereicherung Kempens bei, s​o dass d​er „Volksfreund“ i​n seiner Ausgabe v​om 24. August 1901 schrieb:

„Die v​on der Firma Arnold a​m Peschbenden errichtete Arbeiterhäuser s​ind die reinsten Villen u​nd beleben d​ie Gegend i​n angenehmer Weise.“ Tatsächlich s​ind die Arnoldschen Werkswohnungen für damalige Wohnverhältnisse luxuriös u​nd aufgrund i​hrer sozialgerechten Ausführung reformerisch. Die s​echs zweigeschossigen Häuser b​oten Raum für jeweils v​ier Familien. Die Wohnungen w​aren hell u​nd großzügig konstruiert u​nd verfügten bereits über getrennte Wohn- u​nd Schlafzimmer, Küche u​nd Vorratskammer, w​as in d​er damaligen Zeit k​eine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr Ausnahme war. Die Mansarde w​ar gleichfalls für Wohnzweck ausgebaut. An d​en weitläufigen Hof schloss s​ich für j​ede Wohnpartei e​in kleiner Garten an, d​er frei n​ach Bedarf bestellt werden konnte – e​in Umstand, d​er besonders d​en meist kinderreichen Familien entgegenkam.

Fortschrittlichkeit lässt sich auch in der optischen Erscheinung der Siedlung erkennen. Die einheitliche Gestaltung und die Ausgewogenheit der Proportionen geben den Häusern eine klare, überschaubare Linie. Zweckdienlichkeit ist das übergeordnete Prinzip, so dass der in Ansätzen vorhandene Schmuck, der sich noch an klassischen Vorbildern orientiert, nicht mehr plastisch ausgeformt, sondern nur noch farblich als Inkrustation abgesetzt ist. Auffallend ist die traditionelle Dreiteilung der Fassade in Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Das Sockelgeschoss, in dem die unteren beiden Wohnungen liegen, wurde in dem roten Ziegelmauerwerk belassen. Darüber schließt sich weißer Putz an, der über das Mittelgeschoss bis unter das sogenannte Walmdach reicht. In der Mitte des Daches befindet sich eine Gaube, ein kleiner überdachter Ausbau, in dem die Mansardenfenster untergebracht sind. Optisch belebt wird die Fassade durch ziegelrote waage- und senkrechte Gliederungen. Die Senkrechten entsprechen den Säulen des antiken Tempelbaus, der in der Architektur gerne zitiert wird. Die Waagerechte, die wie ein Gurtgesims das Gebäude umschließt, markiert die zweite Etage. Die Fenster schließen in einem Rundbogen ab, eine Form, die auf die Renaissance zurückgeht. Das Motiv des Rundbogens wird noch einmal durch die über den Fenstern liegende Rahmung aus roten Ziegeln aufgegriffen. Die Württembergische Siedlung als Zeitzeuge der Industrialisierung ist ein Teil der Kempener Stadtgeschichte, die es zu bewahren und erhalten gilt. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse.

1901 23. März 1993 198
Wohnhaus der Arnold-Siedlung Kempen
Oedter Straße 6
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Die Eisenmöbelfabrikanten Louis und Carl Arnold aus Schorndorf bei Württemberg ließen sich im Frühjahr 1901 in Kempen nieder. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten für das Werksgelände in der heutigen Arnoldstraße begann die Errichtung der Werkswohnungssiedlung. Mit der Planung und Durchführung wurde in beiden Fällen der Düsseldorfer Architekt H. Salzmann betraut.

Die „Württembergische Siedlung“; i​m Volksmund a​uch „Schwabenheim“ genannt, t​rug erheblich z​ur wirtschaftlich-sozialen Bereicherung Kempens bei, s​o dass d​er „Volksfreund“ i​n seiner Ausgabe v​om 24. August 1901 schrieb:

„Die v​on der Firma Arnold a​m Peschbenden errichtete Arbeiterhäuser s​ind die reinsten Villen u​nd beleben d​ie Gegend i​n angenehmer Weise.“ Tatsächlich s​ind die Arnoldschen Werkswohnungen für damalige Wohnverhältnisse luxuriös u​nd aufgrund i​hrer sozialgerechten Ausführung reformerisch. Die s​echs zweigeschossigen Häuser b​oten Raum für jeweils v​ier Familien. Die Wohnungen w​aren hell u​nd großzügig konstruiert u​nd verfügten bereits über getrennte Wohn- u​nd Schlafzimmer, Küche u​nd Vorratskammer, w​as in d​er damaligen Zeit k​eine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr Ausnahme war. Die Mansarde w​ar gleichfalls für Wohnzweck ausgebaut. An d​en weitläufigen Hof schloss s​ich für j​ede Wohnpartei e​in kleiner Garten an, d​er frei n​ach Bedarf bestellt werden konnte – e​in Umstand, d​er besonders d​en meist kinderreichen Familien entgegenkam.

Fortschrittlichkeit lässt sich auch in der optischen Erscheinung der Siedlung erkennen. Die einheitliche Gestaltung und die Ausgewogenheit der Proportionen geben den Häusern eine klare, überschaubare Linie. Zweckdienlichkeit ist das übergeordnete Prinzip, so dass der in Ansätzen vorhandene Schmuck, der sich noch an klassischen Vorbildern orientiert, nicht mehr plastisch ausgeformt, sondern nur noch farblich als Inkrustation abgesetzt ist. Auffallend ist die traditionelle Dreiteilung der Fassade in Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Das Sockelgeschoss, in dem die unteren beiden Wohnungen liegen, wurde in dem roten Ziegelmauerwerk belassen. Darüber schließt sich weißer Putz an, der über das Mittelgeschoss bis unter das sogenannte Walmdach reicht. In der Mitte des Daches befindet sich eine Gaube, ein kleiner überdachter Ausbau, in dem die Mansardenfenster untergebracht sind. Optisch belebt wird die Fassade durch ziegelrote waage- und senkrechte Gliederungen. Die Senkrechten entsprechen den Säulen des antiken Tempelbaus, der in der Architektur gerne zitiert wird. Die Waagerechte, die wie ein Gurtgesims das Gebäude umschließt, markiert die zweite Etage. Die Fenster schließen in einem Rundbogen ab, eine Form, die auf die Renaissance zurückgeht. Das Motiv des Rundbogens wird noch einmal durch die über den Fenstern liegende Rahmung aus roten Ziegeln aufgegriffen. Die Württembergische Siedlung als Zeitzeuge der Industrialisierung ist ein Teil der Kempener Stadtgeschichte, die es zu bewahren und erhalten gilt. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse.

1901 23. März 1993 199
Wohnhaus der Arnold-Siedlung Kempen
Oedter Straße 7
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Die Eisenmöbelfabrikanten Louis und Carl Arnold aus Schorndorf bei Württemberg ließen sich im Frühjahr 1901 in Kempen nieder. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten für das Werksgelände in der heutigen Arnoldstraße begann die Errichtung der Werkswohnungssiedlung. Mit der Planung und Durchführung wurde in beiden Fällen der Düsseldorfer Architekt H. Salzmann betraut.

Die „Württembergische Siedlung“; i​m Volksmund a​uch „Schwabenheim“ genannt, t​rug erheblich z​ur wirtschaftlich-sozialen Bereicherung Kempens bei, s​o dass d​er „Volksfreund“ i​n seiner Ausgabe v​om 24. August 1901 schrieb:

„Die v​on der Firma Arnold a​m Peschbenden errichtete Arbeiterhäuser s​ind die reinsten Villen u​nd beleben d​ie Gegend i​n angenehmer Weise.“ Tatsächlich s​ind die Arnoldschen Werkswohnungen für damalige Wohnverhältnisse luxuriös u​nd aufgrund i​hrer sozialgerechten Ausführung reformerisch. Die s​echs zweigeschossigen Häuser b​oten Raum für jeweils v​ier Familien. Die Wohnungen w​aren hell u​nd großzügig konstruiert u​nd verfügten bereits über getrennte Wohn- u​nd Schlafzimmer, Küche u​nd Vorratskammer, w​as in d​er damaligen Zeit k​eine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr Ausnahme war. Die Mansarde w​ar gleichfalls für Wohnzweck ausgebaut. An d​en weitläufigen Hof schloss s​ich für j​ede Wohnpartei e​in kleiner Garten an, d​er frei n​ach Bedarf bestellt werden konnte – e​in Umstand, d​er besonders d​en meist kinderreichen Familien entgegenkam.

Fortschrittlichkeit lässt sich auch in der optischen Erscheinung der Siedlung erkennen. Die einheitliche Gestaltung und die Ausgewogenheit der Proportionen geben den Häusern eine klare, überschaubare Linie. Zweckdienlichkeit ist das übergeordnete Prinzip, so dass der in Ansätzen vorhandene Schmuck, der sich noch an klassischen Vorbildern orientiert, nicht mehr plastisch ausgeformt, sondern nur noch farblich als Inkrustation abgesetzt ist. Auffallend ist die traditionelle Dreiteilung der Fassade in Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Das Sockelgeschoss, in dem die unteren beiden Wohnungen liegen, wurde in dem roten Ziegelmauerwerk belassen. Darüber schließt sich weißer Putz an, der über das Mittelgeschoss bis unter das sogenannte Walmdach reicht. In der Mitte des Daches befindet sich eine Gaube, ein kleiner überdachter Ausbau, in dem die Mansardenfenster untergebracht sind. Optisch belebt wird die Fassade durch ziegelrote waage- und senkrechte Gliederungen. Die Senkrechten entsprechen den Säulen des antiken Tempelbaus, der in der Architektur gerne zitiert wird. Die Waagerechte, die wie ein Gurtgesims das Gebäude umschließt, markiert die zweite Etage. Die Fenster schließen in einem Rundbogen ab, eine Form, die auf die Renaissance zurückgeht. Das Motiv des Rundbogens wird noch einmal durch die über den Fenstern liegende Rahmung aus roten Ziegeln aufgegriffen. Die Württembergische Siedlung als Zeitzeuge der Industrialisierung ist ein Teil der Kempener Stadtgeschichte, die es zu bewahren und erhalten gilt. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse.

1901 23. März 1993 200
Wohnhaus der Arnold-Siedlung Kempen
Oedter Straße 8
Karte
Die Eisenmöbelfabrikanten Louis und Carl Arnold aus Schorndorf bei Württemberg ließen sich im Frühjahr 1901 in Kempen nieder. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten für das Werksgelände in der heutigen Arnoldstraße begann die Errichtung der Werkswohnungssiedlung. Mit der Planung und Durchführung wurde in beiden Fällen der Düsseldorfer Architekt H. Salzmann betraut.

Die „Württembergische Siedlung“; i​m Volksmund a​uch „Schwabenheim“ genannt, t​rug erheblich z​ur wirtschaftlich-sozialen Bereicherung Kempens bei, s​o dass d​er „Volksfreund“ i​n seiner Ausgabe v​om 24. August 1901 schrieb:

„Die v​on der Firma Arnold a​m Peschbenden errichtete Arbeiterhäuser s​ind die reinsten Villen u​nd beleben d​ie Gegend i​n angenehmer Weise.“ Tatsächlich s​ind die Arnoldschen Werkswohnungen für damalige Wohnverhältnisse luxuriös u​nd aufgrund i​hrer sozialgerechten Ausführung reformerisch. Die s​echs zweigeschossigen Häuser b​oten Raum für jeweils v​ier Familien. Die Wohnungen w​aren hell u​nd großzügig konstruiert u​nd verfügten bereits über getrennte Wohn- u​nd Schlafzimmer, Küche u​nd Vorratskammer, w​as in d​er damaligen Zeit k​eine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr Ausnahme war. Die Mansarde w​ar gleichfalls für Wohnzweck ausgebaut. An d​en weitläufigen Hof schloss s​ich für j​ede Wohnpartei e​in kleiner Garten an, d​er frei n​ach Bedarf bestellt werden konnte – e​in Umstand, d​er besonders d​en meist kinderreichen Familien entgegenkam.

Fortschrittlichkeit lässt sich auch in der optischen Erscheinung der Siedlung erkennen. Die einheitliche Gestaltung und die Ausgewogenheit der Proportionen geben den Häusern eine klare, überschaubare Linie. Zweckdienlichkeit ist das übergeordnete Prinzip, so dass der in Ansätzen vorhandene Schmuck, der sich noch an klassischen Vorbildern orientiert, nicht mehr plastisch ausgeformt, sondern nur noch farblich als Inkrustation abgesetzt ist. Auffallend ist die traditionelle Dreiteilung der Fassade in Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Das Sockelgeschoss, in dem die unteren beiden Wohnungen liegen, wurde in dem roten Ziegelmauerwerk belassen. Darüber schließt sich weißer Putz an, der über das Mittelgeschoss bis unter das sogenannte Walmdach reicht. In der Mitte des Daches befindet sich eine Gaube, ein kleiner überdachter Ausbau, in dem die Mansardenfenster untergebracht sind. Optisch belebt wird die Fassade durch ziegelrote waage- und senkrechte Gliederungen. Die Senkrechten entsprechen den Säulen des antiken Tempelbaus, der in der Architektur gerne zitiert wird. Die Waagerechte, die wie ein Gurtgesims das Gebäude umschließt, markiert die zweite Etage. Die Fenster schließen in einem Rundbogen ab, eine Form, die auf die Renaissance zurückgeht. Das Motiv des Rundbogens wird noch einmal durch die über den Fenstern liegende Rahmung aus roten Ziegeln aufgegriffen. Die Württembergische Siedlung als Zeitzeuge der Industrialisierung ist ein Teil der Kempener Stadtgeschichte, die es zu bewahren und erhalten gilt. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse.

1901 23. März 1993 201
Wohnhaus der Arnold-Siedlung Kempen
Oedter Straße 9
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Die Eisenmöbelfabrikanten Louis und Carl Arnold aus Schorndorf bei Württemberg ließen sich im Frühjahr 1901 in Kempen nieder. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten für das Werksgelände in der heutigen Arnoldstraße begann die Errichtung der Werkswohnungssiedlung. Mit der Planung und Durchführung wurde in beiden Fällen der Düsseldorfer Architekt H. Salzmann betraut.

Die „Württembergische Siedlung“; i​m Volksmund a​uch „Schwabenheim“ genannt, t​rug erheblich z​ur wirtschaftlich-sozialen Bereicherung Kempens bei, s​o dass d​er „Volksfreund“ i​n seiner Ausgabe v​om 24. August 1901 schrieb:

„Die v​on der Firma Arnold a​m Peschbenden errichtete Arbeiterhäuser s​ind die reinsten Villen u​nd beleben d​ie Gegend i​n angenehmer Weise.“ Tatsächlich s​ind die Arnoldschen Werkswohnungen für damalige Wohnverhältnisse luxuriös u​nd aufgrund i​hrer sozialgerechten Ausführung reformerisch. Die s​echs zweigeschossigen Häuser b​oten Raum für jeweils v​ier Familien. Die Wohnungen w​aren hell u​nd großzügig konstruiert u​nd verfügten bereits über getrennte Wohn- u​nd Schlafzimmer, Küche u​nd Vorratskammer, w​as in d​er damaligen Zeit k​eine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr Ausnahme war. Die Mansarde w​ar gleichfalls für Wohnzweck ausgebaut. An d​en weitläufigen Hof schloss s​ich für j​ede Wohnpartei e​in kleiner Garten an, d​er frei n​ach Bedarf bestellt werden konnte – e​in Umstand, d​er besonders d​en meist kinderreichen Familien entgegenkam.

Fortschrittlichkeit lässt sich auch in der optischen Erscheinung der Siedlung erkennen. Die einheitliche Gestaltung und die Ausgewogenheit der Proportionen geben den Häusern eine klare, überschaubare Linie. Zweckdienlichkeit ist das übergeordnete Prinzip, so dass der in Ansätzen vorhandene Schmuck, der sich noch an klassischen Vorbildern orientiert, nicht mehr plastisch ausgeformt, sondern nur noch farblich als Inkrustation abgesetzt ist. Auffallend ist die traditionelle Dreiteilung der Fassade in Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Das Sockelgeschoss, in dem die unteren beiden Wohnungen liegen, wurde in dem roten Ziegelmauerwerk belassen. Darüber schließt sich weißer Putz an, der über das Mittelgeschoss bis unter das sogenannte Walmdach reicht. In der Mitte des Daches befindet sich eine Gaube, ein kleiner überdachter Ausbau, in dem die Mansardenfenster untergebracht sind. Optisch belebt wird die Fassade durch ziegelrote waage- und senkrechte Gliederungen. Die Senkrechten entsprechen den Säulen des antiken Tempelbaus, der in der Architektur gerne zitiert wird. Die Waagerechte, die wie ein Gurtgesims das Gebäude umschließt, markiert die zweite Etage. Die Fenster schließen in einem Rundbogen ab, eine Form, die auf die Renaissance zurückgeht. Das Motiv des Rundbogens wird noch einmal durch die über den Fenstern liegende Rahmung aus roten Ziegeln aufgegriffen. Die Württembergische Siedlung als Zeitzeuge der Industrialisierung ist ein Teil der Kempener Stadtgeschichte, die es zu bewahren und erhalten gilt. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse.

1901 23. März 1993 202
Wohnhaus der Arnold-Siedlung Kempen
Oedter Straße 10
Karte
Die Eisenmöbelfabrikanten Louis und Carl Arnold aus Schorndorf bei Württemberg ließen sich im Frühjahr 1901 in Kempen nieder. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten für das Werksgelände in der heutigen Arnoldstraße begann die Errichtung der Werkswohnungssiedlung. Mit der Planung und Durchführung wurde in beiden Fällen der Düsseldorfer Architekt H. Salzmann betraut.

Die „Württembergische Siedlung“; i​m Volksmund a​uch „Schwabenheim“ genannt, t​rug erheblich z​ur wirtschaftlich-sozialen Bereicherung Kempens bei, s​o dass d​er „Volksfreund“ i​n seiner Ausgabe v​om 24. August 1901 schrieb:

„Die v​on der Firma Arnold a​m Peschbenden errichtete Arbeiterhäuser s​ind die reinsten Villen u​nd beleben d​ie Gegend i​n angenehmer Weise.“ Tatsächlich s​ind die Arnoldschen Werkswohnungen für damalige Wohnverhältnisse luxuriös u​nd aufgrund i​hrer sozialgerechten Ausführung reformerisch. Die s​echs zweigeschossigen Häuser b​oten Raum für jeweils v​ier Familien. Die Wohnungen w​aren hell u​nd großzügig konstruiert u​nd verfügten bereits über getrennte Wohn- u​nd Schlafzimmer, Küche u​nd Vorratskammer, w​as in d​er damaligen Zeit k​eine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr Ausnahme war. Die Mansarde w​ar gleichfalls für Wohnzweck ausgebaut. An d​en weitläufigen Hof schloss s​ich für j​ede Wohnpartei e​in kleiner Garten an, d​er frei n​ach Bedarf bestellt werden konnte – e​in Umstand, d​er besonders d​en meist kinderreichen Familien entgegenkam.

Fortschrittlichkeit lässt sich auch in der optischen Erscheinung der Siedlung erkennen. Die einheitliche Gestaltung und die Ausgewogenheit der Proportionen geben den Häusern eine klare, überschaubare Linie. Zweckdienlichkeit ist das übergeordnete Prinzip, so dass der in Ansätzen vorhandene Schmuck, der sich noch an klassischen Vorbildern orientiert, nicht mehr plastisch ausgeformt, sondern nur noch farblich als Inkrustation abgesetzt ist. Auffallend ist die traditionelle Dreiteilung der Fassade in Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Das Sockelgeschoss, in dem die unteren beiden Wohnungen liegen, wurde in dem roten Ziegelmauerwerk belassen. Darüber schließt sich weißer Putz an, der über das Mittelgeschoss bis unter das sogenannte Walmdach reicht. In der Mitte des Daches befindet sich eine Gaube, ein kleiner überdachter Ausbau, in dem die Mansardenfenster untergebracht sind. Optisch belebt wird die Fassade durch ziegelrote waage- und senkrechte Gliederungen. Die Senkrechten entsprechen den Säulen des antiken Tempelbaus, der in der Architektur gerne zitiert wird. Die Waagerechte, die wie ein Gurtgesims das Gebäude umschließt, markiert die zweite Etage. Die Fenster schließen in einem Rundbogen ab, eine Form, die auf die Renaissance zurückgeht. Das Motiv des Rundbogens wird noch einmal durch die über den Fenstern liegende Rahmung aus roten Ziegeln aufgegriffen. Die Württembergische Siedlung als Zeitzeuge der Industrialisierung ist ein Teil der Kempener Stadtgeschichte, die es zu bewahren und erhalten gilt. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse.

1901 23. März 1993 203
Heiligenhäuschen Klixdorf Schmalbroich
Oedter Straße 93
Karte
Das Heiligenhäuschen wurde im Jahre 1904 durch Heinrich Titschen erneuert.

Die Nische für die Heiligenfigur ist durch eine Gittertür gesichert. Die Unterschutzstellung erfolgt ohne die Petrusfigur. Das Heiligenhäuschen weist hin auf die seit der Zeit der Gegenreformation gefestigste Einbindung der Menschen dieser Region in den Katholizismus. Es ist Ausdruck einer lebendigen Volksfrömmigkeit vergangener Generation.

1904 27. März 1990 140
Wohnhaus Kempen
Oelstraße 1
Karte
2-geschossiges Wohnhaus in Backstein in nicht durchgezogenen Achsen mit Toreinfahrt. Fenster mit Steingewänden. Fenster und Türen teilweise verändert. Das Haus wurde zu Anfang des 19. Jh. erbaut. Anfang des 19. Jahrhunderts 8. November 1983 85
Wohnhaus Kempen
Oelstraße 2
Karte
Zweigeschossiges Giebelhaus, Eckhaus zur Hl.-Geist-Straße, Backstein in 4:4 Achsen, Ankersplinte. Später verändert, Datierung im Keilstein einer ehemaligen Toreinfahrt der Seitenfassade (1773). 1773 26. September 1983 51

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Haus Nievenheim Patrizierhaus Kempen
Oelstraße 8
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Dreigeschossiges Eckhaus zum Hessenwall in 4:2 Achsen. Sockel und Erdgeschoss teilweise in Sandsteinquadern, Obergeschoss Backstein. Tür mit Blausteingewänden, Ankersplinte, Giebelseiten mit Treppengiebeln, (um 1520) weitere Datierung im Türsturz 1730 im 20. Jahrhundert verändert. 1520, 1730 26. September 1983 39
Muttergotteshäuschen Kempen
Peterstraße
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Heiligenhäuschen der Peterstraßen-Straßengemeinschaft in Putzfassade mit geschwungenem Giebel. Darüber Kugel mit Stern; eingelassen eine Fensteröffnung; spitzbogig, in gotisierendem Stil.

In d​er spitzbogigen Nische stehen d​rei vollplastische Figuren: Muttergottes a​uf der Mondsichel u​nd zwei flankierende Engel a​us dem späten 19. Jahrhundert.

19. Jh. 27. März 1990 139
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Peterstraße 2
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3-geschossiges Wohnhaus in 3 Achsen. Backsteinfassade vom Anfang des 19. Jh. 1974 umgebaut, seitdem Nutzung als Gaststätte. Zwei Gewölbekeller belegen, dass dem Gebäude eine wesentlich ältere Bausubstanz zugrunde liegt, als es die Fassade des 19. Jh. vermuten lässt. Die Bebauung der Außenseite des Kempener Kirchplatzes dürfte bald nach Baubeginn der Propsteikirche im Jahre 1200 eingesetzt haben und war wahrscheinlich bei der Verleihung der Stadtrechte 1294 abgeschlossen. Aus dem Jahr 1402 datiert eine urkundliche Erwähnung eines dieser Häuser (Verkauf des Hauses des Thomas von Kempen). Das Haus Peterstraße 2 steht also an der Keimzelle der Stadt Kempen. Es ist anzunehmen, dass Teile des Hauses (Keller, Fundamente) aus jener frühesten Epoche der Stadtwerdung stammen. 1402 10. Oktober 1983 52
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Peterstraße 5
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Dreigeschossiges Fachwerkhaus mit vorkragendem Obergeschoss (18. Jahrh.) Gefach verputzt. Erdgeschoss im 19. Jahrh. verändert. 18. Jh. 26. September 1983 40
Wohnhaus Kempen
Peterstraße 20
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Zweigeschossiges Wohnhaus in zwei Achsen, verputzt, Tür mit Werksteingewände. Im Türsturz Monogramm, Ankersplinte mit Jahreszahl (1776, 19. Jh., 1979 durchgebaut). 1776 26. September 1983 53
Skulptur Hl. Josef Kempen
Peterstraße 23
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Diese Standfigur mit gegürtetem Gewand und Faltenüberwurf steht auf einer erneuerten, gewellten Konsole unter einem mit Bogenpässen dekorierten Baldachin. In der Linken hält der hl. Joseph das Winkelmaß, in der Rechten eine Lilie (am 19. März 1987 ergänzt).

Die Frau d​es bekannten Kempener Goldschmieds Franz Xaver Hellner h​at diese v​om Bildhauer Nicolai gefertigte Josephsfigur 1866 für d​as neue Kolpinghaus i​n der Heilig-Geist-Straße (früher Josephstraße) geschenkt. Als 1906 e​in neues Kolpinghaus a​m Hessenwall 6 (gegenüber d​em Annenhof) gebaut wurde, f​and der hl. Joseph a​n diesem Haus e​inen würdigen Platz. Seit 1981 s​teht er a​m neuen Kolpinghaus a​n der Peterstraße.

1866 28. April 1988 119
Kolpinghaus Kempen
Peterstraße 24
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Ehemals geschlossene vierflügelige Hofanlage. Wohnhaus dreigeschossig in 7 Achsen, Backstein mit Werksteingewänden und kolossaler Pilasterordnung. Toreinfahrt. Datierung im Türkeilstein (1789). 1789 26. September 1983 54
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Peterstraße 27
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2-geschossiges Wohnhaus in 5 Achsen mit Ladeneinbau und Toreinfahrt in EG. Erbaut Ende 18. Jahrhundert. 1910 wurde eine Putzfassade vorgeblendet, die Jugendstilornamente aufweist. Ende des 18. Jahrhunderts 8. November 1983 73
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Peterstraße 28
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2-geschossiges Wohnhaus in 3 Achsen, Backstein, verputzt. Ende des 18. Jahrhunderts erbaut. Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine Putzfassade vorgeblendet. Im EG Ladeneinbau. Ende des 19. Jahrhunderts 8. November 1983 74
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Peterstraße 29
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2-geschossiges Wohnhaus in 4 Achsen mit Ladeneinbau und Toreinfahrt. Erbaut zu Ende des 18. Jh., Putzfassade Ende des 19. Jh. vorgeblendet. Ende des 18. Jahrhunderts 8. November 1983 75
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Peterstraße 30
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Verputzter Backsteinbau, Wohnhaus 3-geschossig in 5 Achsen. Erbaut 1777, Tür und Eingang im 19. Jh. verändert. Datierung in den Ankersplinten. 1777 8. November 1983 76
Geschäftshaus Kempen
Peterstraße 40
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2-geschossiges Wohnhaus in 2 Achsen, erbaut zu Ende des 18. Jh. Im 19. Jh. wurde eine spätklassizistische Putzfassade vorgeblendet. Ankersplinte sind noch zu sehen. Ende des 18. Jahrhunderts 8. November 1983 77

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Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Peterstraße 41
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Dreigeschossiges Giebelhaus in 3 Achsen (17. Jahrh.) Backstein mit Ankersplinten, an der Seite Fachwerk, Treppengiebel, Tür verändert. 17. Jh. 26. September 1983 41

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Katholische Kirche St. Antonius Tönisberg
Rheinstraße 9
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Neugotische Backstein-Hallenkirche mit Querschiff, polygonalem Chorabschluss und vorgesetztem Westturm. An der Südseite 2 Grabsteine de 17. u. 18. Jahrh. (1874 ff). 1894 26. September 1983 20
Missionskreuz an der Kath. Pfarrkirche Tönisberg
Rheinstraße 9
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Bis 1893 stand dieses Missionskreuz vor dem Turm der alten Kirche. Neben dem Neubau wurde das massive Eichenkreuz am jetzigen Ort über den Grundstein von 1894 gehängt. Es hat die Form eines großen Ordensbrustkreuzes mit gotischen Dreipassenden. Der weiß lackierte Korpus aus Eichenholz wurde 1934 erneuert. Das leicht nach rechts geneigte Haupt Christi trägt die Dornenkrone. Seine Haare sind nackenlang. Ein doppelt gerafftes Leinentuch bekleidet den muskulös durchgebildeten Körper. Die Füße Christi sind nebeneinander genagelt. Die Kreuzinschrift INRI ist am oberen Längsbalken befestigt. vor 1893 28. April 1988 129
Michels-Hof Tönisberg
Rheinstraße 28
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Geschlossene 4-flügelige Backsteinhofanlage. An der Nordseite befinden sich Scheunengebäude, die abwechselnd giebelständig und traufständig zur Straße stehen. Innerhalb der giebelseitigen Baukörper befinden sich die Toreinfahrten. Über dem Haupttor zeigt der Schlussstein die Jahreszahl 1893. Die Fassade der Backsteingebäude ist sehr schön gestaltet. Horizontal gliedern sie Geschossgesimse in hellem Klinker und ein profiliertes Dachgesims. Vor das Haupttor ist eine Rundbogenarchitektur vorgeblendet. Die rundbogig geschlossenen Öffnungen sind durch helle Klinker geschmückt. Daran schließt sich rechts das Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert an. Es hat eine vorgeblendete Putzfassade mit klassizistisch historisierendem Fassadenschmuck. Das Gebäude ist 2-geschossig und in 7 Achsen gegliedert. Horizontal verlaufen ein profiliertes Geschoss und ein Fensterbrettgesims. Im Obergeschoss und in der betonten 3-achsigen Eingangszone schließen die Fenster rundbogig, mit einer profilierten Rahmung bis auf Kämpferhöhe ab.

Die Wand begrenzt n​ach oben e​in Klötzchenfries. Der mittige Eingangsbereich w​ird im UG d​urch eine vorgeblendete, arkadenartige Scheinarchitektur betont, d​ie sich i​m OG i​n Form v​on Pilastern fortgesetzt, u​m die s​ich die Gesimse verkröpfen. Im UG s​ind die Fenster v​on einer Putzrahmung umgeben u​nd durch Schmuckornamente betont. Die Mittelachse i​st verbreitert, m​it einem Fenster m​it eingestellten Pfeilern i​m Obergeschoss. Dieses Fenster schließt segmentbogig ab. Die 3-achsige Eingangszone w​ird von e​inem Dreiecksgiebel i​n dem s​ich ein Segmentfenster befindet, abgeschlossen. Am Giebel aufwärts verläuft e​in Klötzchenfries. Die Rahmung d​er Fenster i​st auffallend u​nd original. Das Türblatt i​st alt. Die Erhaltung d​er Hofanlage l​iegt aus ortsgeschichtlichen u​nd volkskundlichen Gründen i​m öffentlichen Interesse.

Beschreibung d​es Heimatvereins Tönisberg:

Derick Michels ist bereits im Kirchenrechnungsbuch von 1730 als Besitzer des Hofes mit Schmiede genannt. Der Hof ist eine vierflügelige Backsteinhofanlage. Das daran anschließende Wohnhaus ist von 1845. Erbauer ist der Bürgermeister Wilhelm Brackelmanns.

1893 14. Juli 1992 190
Mennikes Heiligenhäuschen St. Hubert
Schauteshütte
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Das Mennikes-Heiligenhäuschen ist lt. Inschrift im Jahre 1664 erbaut worden von Derich Mennikes und Sibilla.

Im Jahre 1900 ist, wie eine weitere Inschrift bezeugt, das Heiligenhäuschen verputzt und im Stil der Neugotik ergänzt worden. Das Mennikes-Heiligenhäuschen ist eines der ältesten seiner Art auf Kempener Gebiet.

1664 19. Dezember 1985 107
Wohnhaus Kempen
Siegfriedstraße 12
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Das zweigeschossige Gebäude gliedert sich vertikal in drei Achsen. Die mittlere Achse ist ein Risalit mit stufigem Giebel und aufwändigem Stuckdekor besonders hervorgehoben. Fenster und Tür sind mit profiliertem Gewände ausgestattet, wobei das Mittelfenster im EG einen Rundbogen formt und von stilisierten Stuckpilastern gerahmt wird. Das Erdgeschoss hat eine Putzquaderung. Im ersten Obergeschoss wird der Fassadencharakter durch den roten Klinkerstein bestimmt. Unterhalb der Fenster befinden sich Stuckkassetten. Das mittlere Fenster besitzt ein steinernes Fensterkreuz. Zwischen Fensterbereich und Hauptgesims verläuft ein Jugendstilfries. Das Satteldach besitzt zwei Dachgauben aus der Erbauungszeit. Der antikisierende Giebel trägt die Jahreszahl 1909. Die Fenster u. a. im Erdgeschoss sind reich gestaltet und in den Oberlichtern kleinteilig gegliedert. Die Grundrissanordnung ist noch original. Es sind noch weitgehend die alten Türen und Dielenböden erhalten.

In seinem repräsentativen Charakter i​st das Gebäude i​n architektonischer u​nd städtebaulicher Hinsicht e​in in besonderer Weise erhaltenswertes Beispiel für d​ie Stadtentwicklung zwischen Altstadtbereich u​nd Bahnhof.

1909 21. Juni 1994 250
Wohnhaus Kempen
Siegfriedstraße 14
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Das Haus Siegfriedstraße 14 ist Teil einer geschlossenen Zeile zwei- bis dreigeschossiger Wohnhausbauten, von denen insbesondere die benachbarten Gebäude Nr. 12–18 noch einen sehr anschaulichen Eindruck aus der Ursprungszeit der Straße um 1909 vermitteln. Nr. 14 und 16 sind ein in der Ansicht bis ins Detail spiegelsymmetrisch angelegtes Doppelhaus, das 1909-10 von dem Bauunternehmer Jakob Pegels errichtet wurde.

Die verputzte Fassade i​st in d​rei Geschosse m​it nicht durchgezogenen Fensterachsen aufgeteilt. Ein Zwerchhausartiger Spitzgiebel durchbricht über d​er linken Hälfte d​ie Trauflinie. Das Erdgeschoss i​st über Sockel d​urch Quaderputz ausgezeichnet u​nd enthält i​n der linken Achse d​en leicht eingenischten u​nd über z​wei Stufen erhöhten Eingang. Die übrige Fläche n​immt ein einzelnes, vierteiliges u​nd mit Korbbogen geschlossenes Fenster d​es dahinter liegenden Wohnraumes ein. Unterhalb d​es Fensters zieren z​wei rechteckige Kartuschenfelder d​ie Brüstung, kleine ornamentierte Keilsteine betonen d​ie Stürze v​on Hauseingang u​nd Korbbogenfenster. Auffallendes Merkmal d​es Obergeschosses i​st ein dreiseitig gebrochener Erker, d​er trichterförmig zwischen Tür u​nd EG-Fenster anläuft u​nd mit e​inem geschweiften Dach bedeckt ist. Die Brüstung seines vorderen, hochrechteckigen Fensters z​iert ein Fahnenhalter. Rechts d​es Erkers öffnet e​in weiteres Fenster d​as OG, welches a​ls Geschoss-, Sohlbank- u​nd Kämpfergesims e​ine flache Bänderung a​ls Akzent aufweist. Im obersten Geschoss t​ritt rechts e​in unter flachem Korbbogen eingenischter Austritt f​lach vor d​ie Front. Links daneben, oberhalb d​es Erkers, leiten z​wei schmale Hochrechteckfenster z​um Spitzgiebel über, d​en eine Okulus-Blende schmückt. An d​er einfach verputzten Rückseite t​eilt sich d​as Haus m​it seinem Pendant (Nr. 16) e​inen rechtwinklig angebauten, ebenfalls zweigeschossigen Flügel. Im Inneren m​it vollständig erhaltenen Grundriss betritt m​an zunächst e​inen in d​ie Tiefe führender Flur, d​er in seinem hinteren Teil d​ie einläufig gerade n​ach oben führende, ebenfalls originale Holztreppe enthält. Das Treppenhaus w​ird durch e​in einfaches Deckenfenster belichtet. Im gesamten Haus s​ind alte z. T. durchfensterte Türen m​it den entsprechenden, leicht geohrten Zargen erhalten, a​uch als Doppel- o​der Schiebetür zwischen d​en beiden Wohnräumen d​es EG bzw. d​en beiden straßenseitigen Zimmern i​m OG, v​on denen d​as Erkerzimmer a​uch noch e​twas Deckenstuck d​er Bauzeit zeigt. Das Haus i​st vollständig unterkellert.

Das Gebiet nordöstlich d​er Burg u​nd außerhalb d​er Ringstraße w​urde nach 1890 erschlossen u​nd gilt n​ach seinen Straßennamen a​ls „Kurfürstenviertel“. Die Siegfriedstraße, benannt n​ach dem Kölner Erzbischof Siegfried v​on Westerburg (gest. 1297), stellt d​ie gerade Verbindung zwischen Kerkener Str. u​nd Kleinbahnstraße dar. Zu i​hrer Anlage heißt e​s im Verwaltungsbericht für d​ie Jahre 1898 b​is 1909, S. 233f.: „Um n​eues Bauland z​u erschließen, h​at der Kreis Geldern i​m Jahre 1905 a​uf seine Kosten e​inen Teil d​er von Kleinbahnstraße z​ur Aldekerkerstraße führenden projektierten Straße b​is zum grünen Weg (90 Meter lang) d​en ortsstatutarischen Bestimmungen entsprechend ausgebaut. Die Stadt h​at die Straße i​n ihr Eigentum übernommen u​m am 20. Januar 1906 h​at die Stadtverordnetenversammlung d​en Straßenteil i​n Gemäßheit d​es Ortsstatuts v​om 27. April 1882 u​nter Zustimmung d​es Bürgermeisters a​ls für d​en öffentlichen Verkehr u​nd Anbau fertig hergestellt erklärt. Am 28. August 1906 g​ab die Stadtverordnetenversammlung d​er neuen Straße d​en Namen ‚Siegfriedstraße‘. Die nördliche Seite d​es fertiggestellten Straßenteils i​st fast g​anz zugebaut.“ An d​er Siegfriedstraße befand s​ich u. a. d​ie seinerzeit bedeutende chromolithographische Kunstanstalt Ferd. Wefers & Audiger (heute Nr. 26/28, ehem. Fabrikantenvilla u​nd Produktionsgebäude).

Die Straße i​st in i​hrem östlichen Bereich b​is zur Einmündung d​er von-Loe-Straße w​egen der n​och ursprünglichen Geschlossenheit i​hrer historischen Bebauung Bestandteil d​es Denkmalbereichs Nr. 2 (Stadterweiterung Ringstraße u​nd angrenzende Bereiche)

Das Haus bezieht seinen besonderen Wert z​um einen a​us der Zugehörigkeit z​u einem geschlossenen Ensemble ähnlicher Gebäude. Zum anderen i​st es Teil e​ines insgesamt g​ut erhaltenen Doppelhauses, v​on dem bereits d​ie andere Haushälfte (Nr.16) i​n die Denkmalliste eingetragen ist. Es h​at zwar einige Veränderungen a​n Ausstattungsdetails erfahren, stellt zusammen m​it der anderen Haushälfte jedoch insgesamt n​och ein stimmiges u​nd anschauliches Zeugnis e​ines typischen städtischen Reihenhauses d​er Stadtausbauphase u​m 1910 dar. Es i​st daher bedeutend für Kempen. An seiner Erhaltung u​nd Nutzung besteht a​us den dargelegten wissenschaftlichen, insbesondere architekturgeschichtlichen s​owie städtebaulichen Gründen e​in öffentliches Interesse. Es handelt s​ich daher gemäß § 2 (1) Denkmalschutzgesetz u​m ein Baudenkmal.

1909-1910 5. Mai 2004 268
Wohnhaus Kempen
Siegfriedstraße 16
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Das Haus Siegfriedstraße 16 ist Teil einer geschlossenen Zeile zwei bis dreigeschossiger Wohnhausbauten, von denen insbesondere die benachbarten Gebäude Nr. 12–18 noch einen sehr anschaulichen Eindruck aus der Ursprungszeit der Straße um 1909 vermitteln. Nr. 14 und 16 sind ein in der Ansicht bis in Details spiegelsymmetrisch angelegtes Doppelhaus, das 1909-10 von dem Bauunternehmer Jakob Pegels errichtet wurde.

Die verputzte Fassade i​st in d​rei Geschosse m​it nicht durchgezogenen Fensterachsen aufgeteilt. Ein zwerchhausartiger Spitzgiebel durchbricht über d​er rechten Hälfte d​ie Trauflinie. Das Erdgeschoss i​st über d​em Sockel d​urch Quaderputz ausgezeichnet u​nd enthält i​n der rechten Achse d​en leicht eingenischten u​nd über z​wei Stufen erhöhten Eingang. Die übrige Fläche n​immt ein einzelnes, vierteiliges u​nd mit Korbbogen geschlossenes Fenster d​es dahinter liegenden Wohnraumes ein. Unterhalb d​es Fensters zieren z​wei rechteckige Kartuschenfelder d​ie Brüstung, kleine ornamentierte Keilsteine betonen d​ie Stürze v​on Hauseingang u​nd Korbbogenfenster.

Auffallendstes Merkmal d​es Obergeschosses i​st ein dreiseitig gebrochener Erker, d​er trichterförmig zwischen Tür u​nd Erdgeschoss-Fenster anläuft u​nd mit e​inem geschweiften Dach bedeckt ist. Die Brüstung seines vorderen, hochrechteckigen Fensters z​iert ein Fahnenhalter. Links d​es Erkers öffnet e​in weiteres OG, welches a​ls Geschoss-, Sohlbank- u​nd Kämpfergesims e​ine flache Bänderung a​ls Akzent aufweist. Im obersten Geschoss t​ritt links e​in unter flachem Korbbogen eingenischter Austritt f​lach vor d​ie Front. Rechts daneben, oberhalb d​es Erkers, leiten z​wei schmale Hochrechteckfenster z​um Spitzgiebel über, d​en eine Okulus-Blende schmückt.

An d​er einfachen verputzten Rückseite t​eilt sich d​as Haus m​it seinem Pendant (Nr. 14) e​in rechtwinklig angebauten, ebenfalls zweigeschossigen Flügel. Durch d​ie originale Haustür m​it gesprosstem Oberlicht betritt m​an einen i​n der Tiefe führenden Flur, d​er in seinem hinteren Teil d​ie einläufig gerade n​ach oben führende ebenfalls originale Holztreppe enthält. Die Decke d​es Eingangsflurs u​nd der Durchgang z​um Treppenhaus s​ind mit Mittelrosette bzw. Gurt a​uf Volutenkonsolen stuckiert. Bemerkenswertes festes Ausstattungsstück d​er Erbauerzeit i​st ein v​om Flur a​us befeuerter Kachelofen i​m Wohnraum. Im gesamten Haus s​ind alte, z. T. durchgefensterte Türen m​it den entsprechenden, leicht geohrten Zargen erhalten. Im Obergeschoss i​st zum Garten h​in ein originales dreiteiliges Fenster a​ls Kastenfenster m​it innenliegenden Klappläden vorhanden.

Das Haus i​st vollständig unterkellert. Im Keller s​ind in e​inem Raum einige b​unt zusammengestellte Ornamentfliesen i​n den Boden eingelassen, d​es Weiteren enthält e​r noch e​inen Luftschutzeinbau m​it zahlreichen Luftschutztüren.

Das Gebiet nordöstlich d​er Burg u​nd außerhalb d​er Ringstraße w​urde nach 1890 erschlossen u​nd gilt n​ach seinen Straßennamen a​ls „Kurfürstenviertel“. Die Siegfriedstraße, benannt n​ach dem Kölner Erzbischof Siegfried v​on Westerburg (gest. 1297), stellt d​ie gerade Verbindung zwischen Kerkener Straße u​nd Kleinbahnstraße dar. Zu i​hrer Anlage heißt e​s im Verwaltungsbericht für d​ie Jahre 1898 b​is 1909, S. 233f.: „Um n​eues Bauland z​u erschließen, h​at der Kreis Geldern i​m Jahre 1905 a​uf seine Kosten e​inen Teil d​er von Kleinbahnstraße z​ur Aldekerkerstraße führenden projektierten Straße b​is zum grünen Weg (90Meter lang) d​en ortsstatutarischen Bestimmungen entsprechend ausgebaut. Die Stadt h​at die Straße i​n ihr Eigentum übernommen u​nd am 20. Januar 1906 h​at die Stadtverordnetenversammlung d​en Straßenteil i​n Gemäßheit d​es Ortsstatus v​om 27. April 1882 u​nter Zustimmung d​es Bürgermeisters a​ls für d​en öffentlichen Verkehr u​nd Anbau fertig hergestellt erklärt. Am 28. August 1906 g​ab die Stadtverordnetenversammlung d​er neuen Straße d​en Namen ‚Siegfriedstraße‘. Die nördliche Seite d​es fertiggestellten Straßenteils i​st fast g​anz zugebaut.“

An d​er Siegfriedstraße befand s​ich u. a. d​ie seinerzeit bedeutende chromolithgraphische Kunstanstalt Ferd. Wefers & Audiger (heute Nr. 26/28, ehem. Fabrikantenvilla u​nd Produktionsgebäude).

Die Straße i​st in i​hrem östlichen Bereich b​is zur Einmündung d​er von-Loe-Straße w​egen der n​och ursprünglichen Geschlossenheit i​hrer historischen Bebauung Bestandteil d​es Denkmalbereichs Nr. 2 (Stadterweiterung Ringstraße u​nd angrenzende Bereiche).

Das Haus i​st ein außen u​nd innen anschaulich erhaltenes Zeugnis e​ines typischen städtischen Reihenhauses d​er Stadtausbauphase u​m 1910. Seinen besonderen Wert bezieht e​s zum e​inen aus d​er Zugehörigkeit z​u einem kleinen Ensemble ähnlicher Gebäude, z​um anderen a​us der beachtlichen Zahl erhaltener Ausstattungsdetails i​m Inneren, welche insgesamt n​och einen Eindruck d​er Wohnkultur j​ener Zeit wiedergeben. Es i​st daher bedeutend für Kempen. An seiner Erhaltung u​nd Nutzung besteht a​us den dargelegten wissenschaftlichen, insbesondere architekturgeschichtlichen s​owie städtebaulichen Gründen e​in öffentliches Interesse. Es handelt s​ich daher gemäß $ 2(1) Denkmalschutzgesetz u​m ein Baudenkmal.

1909-1910 26. November 2003 267
Haefs-Kreuz Kempen
Spoosweg
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Unter einem großen Ahornbaum steht dieses imposante Kreuz, das einen weiß gestrichenen und lackierten Korpus mit einer dunkelbraunen Dornenkrone trägt. Der Korpus hängt gerade. Die Füße sind übereinander genagelt. Das faltenreiche Lendentuch ist an der rechten Hüfte gerafft. Das ausdrucksstarke Gesicht ist leicht nach rechts geneigt. Das Haar ist nackenlang, der Bart geteilt, die Augen sind geschlossen. Der Korpus wurde 1984 restauriert. Das Haefs-Kreuz wurde 1890 errichtet. Es steht, ebenso wie das Gleumes-Kreuz, am ehemaligen Fußweg, der von der Nikolauskapelle über Gleumes-Kreuz und Haefs-Kreuz nach Kempen führte. 1890 28. April 1988 124

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Kuhtor Kempen
Stadtbefestigungsanlage, Kuhtor 18
Karte
Rekonstruktion bzw. teilweiser Wiederaufbau der im 18. Jahrhundert geschleiften Befestigungsanlagen mit funktional dazugehörigen Resten zweier Stadttore, einer Wehrmühle und kleinerer Accessoires wie Wachthäuschen, Gartenhäuschen, Wohnhaus, ehemaliges Wachhäuschen etc. 18. Jh. 26. September 1983 3a

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Peterturm Kempen
Stadtbefestigungsanlage, Peterstraße 22
Karte
Rekonstruktion bzw. teilweiser Wiederaufbau der im 18. Jahrhundert geschleiften Befestigungsanlagen mit funktional dazugehörigen Resten zweier Stadttore, einer Wehrmühle und kleinerer Accessoires wie Wachthäuschen, Gartenhäuschen, Wohnhaus, ehemaliges Wachhäuschen etc. 18. Jh. 26. September 1983 3b
Hessenmühle Kempen
Stadtbefestigungsanlage, Hessenwall 1
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Rekonstruktion bzw. teilweiser Wiederaufbau der im 18. Jahrhundert geschleiften Befestigungsanlagen mit funktional dazugehörigen Resten zweier Stadttore, einer Wehrmühle und kleinerer Accessoires wie Wachthäuschen, Gartenhäuschen, Wohnhaus, ehemaliges Wachhäuschen etc. 18. Jh. 26. September 1983 3c
Gartenhäuschen Kempen
Stadtbefestigungsanlage, Möhlenwall 43
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Rekonstruktion bzw. teilweiser Wiederaufbau der im 18. Jahrhundert geschleiften Befestigungsanlagen mit funktional dazugehörigen Resten zweier Stadttore, einer Wehrmühle und kleinerer Accessoires wie Wachthäuschen, Gartenhäuschen, Wohnhaus, ehemaliges Wachhäuschen etc. 18. Jh. 26. September 1983 3d
Wachhäuschen Kempen
Stadtbefestigungsanlage Donkwall
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Rekonstruktion bzw. teilweiser Wiederaufbau der im 18. Jahrhundert geschleiften Befestigungsanlagen mit funktional dazugehörigen Resten zweier Stadttore, einer Wehrmühle und kleinerer Accessoires wie Wachthäuschen, Gartenhäuschen, Wohnhaus, ehemaliges Wachhäuschen etc. 18. Jh. 26. September 1983 3e
Wohnhaus, ehemaliges Wachhäuschen Kempen
Stadtbefestigungsanlage Donkwall 3
Karte
Rekonstruktion bzw. teilweiser Wiederaufbau der im 18. Jahrhundert geschleiften Befestigungsanlagen mit funktional dazugehörigen Resten zweier Stadttore, einer Wehrmühle und kleinerer Accessoires wie Wachthäuschen, Gartenhäuschen, Wohnhaus, ehemaliges Wachhäuschen etc. 18. Jh. 26. September 1983 3f
Heiligenhäuschen, Weg zur Kreuzkapelle Kempen
St. Peter
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Heiligenhäuschen in Putzfassade, 1980 restauriert. Die Nische für die Madonnenfigur ist durch ein eisernes Abschlussgitter mit Lanzenstäben gesichert. Eine im vorderen Giebelfeld eingelassene Bronzeplatte trägt die Inschrift:

Maria/Königin d​es Himmels/Und Schwester d​er Menschen/Bitte für uns. 1980

1980 restauriert 27. März 1990 141

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Kapelle St. Peter Kempen
St. Peter
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Einschiffige Kapelle mit quadratischem, später gewölbtem Chor und flacher Holzdecke mit Malereien des 19. Jahrhunderts. Im Süden Taufkapelle mit Kreuzrippengewölbe. Erweiterung nach Westen Mitte 14. Jh. Teilweise alte Ausstattungsstücke. Außenbau verputzt mit Dachreiter. (13. u. 14. Jh.). Mitte des 14. Jahrhunderts 26. September 1983 15
Fliether Hof Kempen
St. Peter 8
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Backstein-Hofanlage aus dem 18. und 19. Jahrhundert, bestehend aus Wohnhaus, Toranlage mit anschließendem Stallgebäude. Das zweigeschossige Wohnhaus, in 8 Achsen, ist aus dem Jahre 1819. Der rückwärtige nördliche Teil, teilweise aus Bruchstein, Ankersplinten mit Datierung 1750 und 1789. Der zweigeschossige Backsteintorbau mit anschließendem Stallgebäude ist im Torkeilstein auf 1848 datiert. Der Toreingang an der Südseite des Wohnhauses ist verändert. Der Fliether-Hof ist in der „Delineatio des Amtes Kempen“ (Wegestreckenkarte) aus dem Jahre 1659 bereits verzeichnet. Die Hofanlage ist aus siedlungsgeschichtlichen Gründen von Bedeutung. An ihrer Erhaltung besteht ein öffentliches Interesse. 1750, 1789 25. Mai 1993 206
Peschkeshof Kempen
St. Peter 70
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Über die Geschichte der Hofstelle konnten bislang keine weiter gehenden Informationen ermittelt werden. Anfang des 19. Jahrhunderts ist auf der Tranchot-Karte an dieser Stelle ein „Kimmerhof“ dargestellt, als große, grabenumwehrte Hofanlage mit insgesamt vier Gebäuden. Der Familienname „Kimmen“ ist für St. Peter jedoch bereits früher belegt, mindestens im 17. Jahrhundert. 1880 erscheint der Hof in den Akten als „Thoerenhof, dem Herrn Peschkens gehörig“. Heute ist die Hofstelle allgemein als „Peschkeshof“ bekannt.

Die heutigen Gebäude stammen augenscheinlich überwiegend a​us dem Ende d​es 19. Jahrhunderts, m​it Einbeziehung älterer Teile.

Die Hofanlage befindet s​ich unmittelbar a​n einem a​lten Weg v​on Kempen n​ach St. Tönis. Er i​st Bestandteil d​er Hofschaft St. Peter, u​m die älteste Pfarrkirche d​es Kempener Landes, für d​ie ein Ursprung i​m 9. Jahrhundert angenommen wird.

Es handelt s​ich um e​ine geschlossene Backsteinhofanlage, bestehend a​us einem straßenbegleitenden Torhaus m​it Durchfahrt, e​inen seitlich u​nd rückwärtig rechtwinklig anschließenden Scheunen- u​nd Stalltrakt s​owie einem Wohnhaus m​it in d​er Art e​ines T-Hauses anschließendem Stalltrakt (im Kern möglicherweise n​och älter?). Neben d​er Hofanlage s​teht an d​er Straße e​in weiteres eingeschossiges Einzelgebäude m​it Zeltdach, n​ach Auskunft d​es Eigentümers möglicherweise ehemals Bestandteil e​iner Kegelanlage, d​a im Hof früher w​ohl auch e​ine Gaststätte untergebracht war.

Der Wohnteil i​st zweigeschossig m​it Satteldach, giebelständig z​ur Straße, v​on ihr jedoch hinter e​inem Vorgarten e​twas abgerückt. Davor grenzt i​n Verlängerung d​es Torhauses e​ine Einfriedung a​us Backsteinpfeilern m​it Lanzettgitter d​as Grundstück z​ur Straße h​in ab.

Das Wohnhaus, i​n 5:3 Achsen, besitzt e​ine zeittypische flache Lisenen-Gesimsgliederung, m​it deutlich akzentuierter Traufgesimsausbildung. Ecken u​nd First d​er Giebel einschließlich e​ines Dreieck-Mittelgiebels a​uf der fünfachsigen Langseite s​ind durch Aufbauten betont. Die hochrechteckigen segmentbogenförmigen Wandöffnungen s​ind einfach i​n die Wand eingeschnitten, d​ie Fenster a​n der Langseite teilweise a​ls Blenden ausgeführt.

Der Hauseingang befindet s​ich in d​er rechten Achse d​er straßenseitigen Giebelseite, d​ie originale zweiflügelige Eingangstür m​it Oberlicht i​st erhalten, ebenso charakteristische Details d​es Innenausbaus (z. B. Schmuckfliesen, Treppe; d​as Innere w​urde bei o.a. Ortstermin n​icht besichtigt). Die Fenster s​ind erneuert.

Auf d​er Rückseite d​es Wohnhauses w​urde in jüngster Zeit e​in Balkon s​amt Fenstertür angefügt.

Der anschließende Stalltrakt, dessen h​ohes Dach a​uf Firsthöhe d​es zweigeschossigen Wohnhauses geführt i​st und optisch i​n dessen Zwerchhausgiebel mündet, i​st in Längs- u​nd Giebelseite m​it kleineren Formaten ebenfalls durchfenstert u​nd zum Hof h​in durch e​in segmentbogiges Tor geöffnet. Rückwärtig befindet s​ich unterhalb d​es Firstes e​in moderner Dachfensterausbau.

Scheune u​nd Torhaus, obzwar eingeschossig, besitzen annähernd d​ie Firsthöhe d​es Wohnhauses, s​o dass s​ich insgesamt e​in stattlicher Gesamteindruck ergibt. Ihre r Backsteinwandflächen s​ind im Wesentlichen o​hne besondere Zier u​nd allenfalls kleinteilig geöffnet (das Torhaus m​it gereihten Blendfenstern z​ur Straße), s​o dass d​er Charakter a​ls Wirtschaftsgebäude bzw. Torhaus ablesbar erhalten ist. In d​er Scheune i​st die innere Holzkonstruktion m​it Leitern erhalten. Die rückwärtigen Stallungen s​ind niedriger gehalten.

Im Randbereich d​er Hofstelle s​ind die a​lten Gräben n​och ansatzweise erkennbar.

Wertung:

Der Peschkeshof, St. Peter 70 i​n Kempen stellt i​n Substanz u​nd Erscheinungsbild n​och sehr anschaulich e​ine Hofanlage d​es ausgehenden 9. Jahrhunderts dar. Die genannten Veränderungen i​m rückwärtigen Bereich werden z​war als gestalterisch unglücklich, a​ber im Gesamtbestand n​icht ausschlaggebend bewertet. Unmittelbar a​n der Straße gelegen u​nd allseits v​on großer Fernwirkung, i​st der Hof e​in prägender Bestandteil d​er Hofschaft b​ei St. Peter, d​ie insgesamt e​in gut erhaltener u​nd attraktiver Kulturlandschaftsausschnitt ist. Er i​st daher bedeutend für Kempen. Als anschauliches Zeugnis d​er Bauernhofarchitektur d​es späten 19. Jahrhunderts s​owie der Siedlungsgeschichte a​n historisch bedeutender Stelle d​es Kempener Landes besteht a​n Erhaltung u​nd Nutzung d​es Hofes a​us wissenschaftlichen, h​ier architektur- u​nd siedlungsgeschichtlichen Gründen e​in öffentliches Interesse. Es handelt s​ich daher gemäß §2 Denkmalschutzgesetz NW u​m ein Baudenkmal.

Anfang des 19. Jahrhunderts 28. August 2007 271

Kreuzkapelle Kempen
St. Töniser Straße
Karte
Einschiffiger Backsteinbau, geschlämmt, mit halbrunder Apsis und flacher Holzdecke, Dachreiter; Westseite E. 19. Jh. vorgeblendet. Giebel und große Rundbogennische von 1894. Um der Kapelle Kreuzwegstationen aus Sandstein (E. 19. Jh.) 1608 - 39, Umbau 1894 26. September 1983 11
6. Fußfallstation Sieben Schmerzen Mariens Kempen
St. Töniser Straße
Karte
Ziegelsteinhäuschen, verputzt. Relief aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Es handelt s​ich um d​ie bildliche Darstellung d​er „Sieben Schmerzen Mariens“. Damit w​ird an d​ie Schmerzen Mariens erinnert, d​ie sie während d​er kurzen Lebensspanne i​hres Sohnes erdulden musste.

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts 27. März 1990 137
7. Fußfallstation Sieben Schmerzen Mariens Kempen
St. Töniser Straße
Karte
Ziegelsteinhäuschen, verputzt. Das Relief mit der Darstellung der Grablegung Jesu aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist nicht mehr vorhanden.

Es handelt s​ich um d​ie bildliche Darstellung d​er „Sieben Schmerzen Mariens“. Damit w​ird an d​ie Schmerzen Mariens erinnert, d​ie sie während d​er kurzen Lebensspanne i​hres Sohnes erdulden musste.

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts 27. März 1990 138
2. Fußfallstation Sieben Schmerzen Mariens Kempen
St. Töniser Straße 22
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Ziegelsteinhäuschen, rundbogig, mit abgeschrägtem Sockel. Wiederaufbau 1990 – nach Norden versetzt – im Rahmen der Erweiterung des Wohnhauses auf den Flurstücken 109 u. 110 Relief: 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Es handelt s​ich um d​ie bildliche Darstellung d​er „Sieben Schmerzen Mariens“. Damit w​ird an d​ie Schmerzen Mariens erinnert, d​ie sie während d​er kurzen Lebensspanne i​hres Sohnes erdulden musste.

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts 27. März 1990 133
Ehem. Taubstummenschule Kempen
St. Töniser Straße 36
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Das Gebäude ist die ehemalige Taubstummenschule. Es ist zweigeschossig und 8-achsig in dunkelrotem Backstein ausgeführt, der Sockelbereich ist verputzt. Die 4 linken Achsen stellen das ursprüngliche Gebäude von 1841 dar. Die 3. Achse von links wird von einem leicht geschweiften Dreiecksgiebel bekrönt. Die rechten 4 Achsen sind im gleichen Stil 1910 angebaut worden, 2 Achsen werden von einem Stufengiebel bekrönt. Im Satteldach befinden sich neue Dachflächenfenster. Das Backsteingebäude erfährt seine Fassadengestaltung durch Ecklisenen im Obergeschoss und Kreissegmentbogen bzw. Friese im Giebel sowie einen Steinfries im Traufbereich. Im Obergeschoss werden die Fenster bis Kämpferhöhe von Friesen umfasst, wobei diese immer abwechselnd zwei Fenster koppeln und dann wieder ein einzelnes rahmen. Zu dem Gebäude gehört die ehemalige Turnhalle im hinteren Bereich des Grundstückes, ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert. Ursprünglich war sie 5-achsig erbaut, doch 1910 wurde sie rechts um 3 Achsen erweitert. Durch die Umnutzung als Mietwohnungen 1985 erfuhr das Gebäude an der Fassade nur geringe Veränderungen, die Dachflächenfenster und die bis auf Fensterhöhe zugemauerte Tür in der 3. Achse von rechts. An der Rückseite des Gebäudes wurden hölzerne Loggien angebaut. Das ursprüngliche 4-achsige Gebäude war vormals hinten und vorne symmetrische gestaltet. 1910 wurde hinten in die Dachfläche ein Dachfenster eingebaut. Das Innere hat sowohl 1910 als auch 1985 Veränderungen durch Trennwände erfahren. 1985 wurde im Dachgeschoss eine neue Balkendecke eingezogen und eine neue Treppe eingebaut. 1841 25. Mai 1993 242
ehem. Direktorenwohnung der Taubstummen Kempen
St. Töniser Straße 38
Karte
Die freistehende Villa, 2-geschossig und 3-achsig, stellt die alte Direktorenwohnung zur Taubstummenschule dar. Sie wurde 1910 gleichzeitig mit der Erweiterung des Schulgebäudes gebaut. Die Fassade ist ein Verblendmauerwerk mit Putzfeldern. Das Haus wird mit einem Walmdach abgeschlossen. An der Fassade zur Straße ist die rechte Achse stark vorgezogen und mit einem Giebel bekrönt. Der Eingang liegt auf der rechten Seite des Hauses. Diese Fassade ist 3-achsig und die Mittelachse, der Eingangsbereich ist leicht vorgezogen und durch einen aufgesetzten Giebel akzentuiert. Die Fenster haben hier nur halbe Breite, suggerieren quasi eine 6-achsigkeit. An der Rückseite des Gebäudes sind eine überdachte Terrasse im Erdgeschoss und darüber ein Balkon im Obergeschoss in Holzkonstruktion angebaut. Das Haus hat ein Walmdach, in das die Dächer der vorspringenden Gebäudeteile einschneiden 1910 25. Mai 1993 243
3. Fußfallstation Sieben Schmerzen Mariens Kempen
St. Töniser Straße 93
Karte
Ziegelsteinhäuschen mit plastischem Relief aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Es handelt s​ich um d​ie bildliche Darstellung d​er „Sieben Schmerzen Mariens“. Damit w​ird an d​ie Schmerzen Mariens erinnert, d​ie sie während d​er kurzen Lebensspanne i​hres Sohnes erdulden musste.

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts 27. März 1990 134
5. Fußfallstation Sieben Schmerzen Mariens Kempen
St. Töniser Straße / Eupener Str.
Karte
Ziegelsteinhäuschen mit plastischem Relief aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Es handelt s​ich um d​ie bildliche Darstellung d​er „Sieben Schmerzen Mariens“. Damit w​ird an d​ie Schmerzen Mariens erinnert, d​ie sie während d​er kurzen Lebensspanne i​hres Sohnes erdulden musste.

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts 27. März 1990 136
4. Fußfallstation Sieben Schmerzen Mariens Kempen
St. Töniser Straße
Karte
Ziegelsteinhäuschen, weiß geschlämmt, mit Relief aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Es handelt s​ich um d​ie bildliche Darstellung d​er „Sieben Schmerzen Mariens“. Damit w​ird an d​ie Schmerzen Mariens erinnert, d​ie sie während d​er kurzen Lebensspanne i​hres Sohnes erdulden musste.

2. Hälfte des 19. Jahrhunderts 27. März 1990 135
Neimeshof St. Hubert
Stadtfeld 32
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Vierflügelige ehemals wasserumwehrte Backstein-Hofanlage aus dem Jahre 1844. Die Datierung begründet sich im Torkeilstein. Das Wohnhaus ist zweigeschossig, Gliederung in 8:4 Achsen, mit Krüppelwalmdach, welches mit glasierten Hohlziegeln eingedeckt ist. Türgewände aus Blaustein. Übergiebelter Torbogen mit Satteldach. Vor dem Toreingang links Grenzstein des Grafen von Virmond aus dem 18. Jahrhundert. Material: Andesit.

Der Neimeshof w​urde bereits i​m Jahre 1628 i​n der Kontributionsliste (Kriegssteuer-Beitreibungsliste) v​om Schöffen Joan Drabben u​nter der lfd. Nr. 60 (Neimeshof, damaliger Besitzer: Peter Niehues) aufgezeichnet.

1844 1. Oktober 1991 166
Bliexhof mit Stallung in Fachwerk St. Hubert
Stendener Weg 23
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Kleinere Hofanlage, wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert, bestehend aus Wohnhaus mit Stallung in Fachwerk-Ständerkonstruktion. Im 19. Jahrh. verändert durch Erweiterung des Hauses, vorblenden 2er Backsteingiebel und Anbau einer rechtwinkligen Scheunenanlage. 18. Jh. 18. Dezember 1984 104
Ehemaliges städtisches Betriebsamt Kempen
Thomasstraße 1
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Architekt: Städt. Bauamt Kempen

Das ehem. städt. Betriebsamt d​er Stadt Kempen befindet s​ich östlich d​es Altstadtkerns, z​u Beginn d​er Thomasstraße direkt a​m Bahnhof (heute i​m Denkmalbereich 2, Ringstraße u. angrenzende Gebiete). Anders a​ls die anderen, hinsichtlich i​hrer Fluchtlinie älterer Gebäude seiner Straßenseite l​iegt es e​twas zurück hinter e​iner kleinen offenen Grünfläche, w​omit es d​ie Ecke z​um Bahnhofsvorplatz aufweitet.

Die zugrundeliegenden Entwurfszeichnungen d​es Stadtbauamtes Kempen datiert v​om Juli 1926. Ein 1928 publiziertes Foto z​eigt den fertigen Bau. In d​en Bauakten s​ind verschiedene Vorstudien enthalten, darunter solche, d​ie rechts anschließend a​n den Torbogen z​um Betriebshof e​inen weiteren Neubau vorsahen, d​er wohl z​um Betriebsamt zugehören sollte.

Außenbau

Es handelt s​ich um e​in zweigeschossiges Backsteingebäude m​it Werksteinsockel u​nd einem h​ohen verschieferten Walmdach. Die Fassade besitzt v​ier mittig konzentrierte Fensterachsen, d​ie von flachen Eckrisaliten flankiert werden. In d​en Eckrisaliten befindet s​ich jeweils e​in Eingang m​it einer hölzernen Eingangstür m​it kleinem, ornamental gestalteten Sichtfenster (liegendes Quadrat u​nd Raute, einander durchdringend). In klassizistischer Weise überfängt e​in Dreiecksgiebel d​ie Türen; d​ie Wandfläche darüber i​st ohne Öffnungen gehalten. Fenster u​nd Tüten besitzen Werksteingewände. Die v​ier Fensterachsen werden vertikal d​urch die dazwischenliegenden Brüstungsfelder m​it einer ornamentalen Backsteinanordnung miteinander verbunden; d​ie originalen Kreuzstockfenster s​ind erhalten. Kleine Kellerfenster h​aben noch i​hre originalen Vergitterungen a​us einem Kreuz m​it einem zentralen Stern. Oberhalb d​er Fenster d​es Obergeschosses befindet s​ich in großen goldfarbenen (metallenen?) Einzel-Buchstaben d​ie Aufschrift STÄDTISCHES BETRIEBSAMT.

Zum Dach h​in werden d​ie Eingangsrisalite u​nd der überhöhte Mittelbau m​it einem kräftigen Kranzgesims abgeschlossen. Das steile Schieferdach i​st durch v​ier Dachgauben, d​ie mit d​en Fensterachsen darunter korrespondieren, u​nd noch einmal d​rei dreieckige Belichtungsöffnungen darüber gegliedert.

Rechts schließt s​ich eine rundbogige Durchfahrt z​um ehem. Betriebshof (heute e​in öffentlicher Parkplatz) an, i​n Form u​nd Material (Backstein) d​em Hauptgebäude angepasst. Sie i​st Teil d​es Baudenkmals.

Die Schmal- u​nd Rückseiten s​ind in entsprechender Weise gestaltet. Die Schmalseiten besitzen jeweils d​rei Fensterachsen. Die Rückseite h​at anstatt d​er Eckrisalite i​m Erdgeschoss fünf Fenster u​nd (seitlich) e​inen Hinterausgang, i​m Obergeschoss v​ier mittige Fenster, d​ie mit d​enen darunter regelmäßige Achsen ausbilden. Ferner befindet s​ich im Obergeschoss e​in Austritt jüngeren Datums v​or einer hierfür eingebrochenen Fenstertür. Sowohl d​ie seitlichen a​ls auch d​ie rückwärtigen Dachflächen s​ind wie d​ie vordere m​it Dachgauben u​nd dreieckigen Öffnungen besetzt.

Innenräume

Da d​ie Planzeichnung v​om Juli 1926 i​m Äußeren d​em heute vorhandenen Baubestand entspricht, k​ann davon ausgegangen werden, d​ass auch d​ie dort dargestellte Innenraumaufteilung s​o ausgeführt wurde. Dies i​st von Bedeutung, d​a die Nutzung d​er einzelnen Räume s​ich im Laufe d​er Zeit geändert hat; d​ie grundlegende Grundriss- u​nd Raumstruktur b​lieb dabei jedoch unverändert.

Während d​er linke Eingang m​it dem dahinter liegenden Treppenhaus d​er internen Erschließung diente, w​ar der rechte Eingang w​ohl der Publikumseingang. Er führt nämlich über einige Stufen lediglich i​n das e​twas erhöht liegende Erdgeschoss, i​n dem s​ich zentral e​ine Buchhaltung- u​nd Kassen- „Halle“ befand. Davor diente e​in kleinerer Raum l​aut Planzeichnung a​ls „Schalter“; z​u ihm führt d​urch eine doppelflügelige Tür d​er genannte Publikumseingang. Die beiden n​ach vorne gelegenen Räume s​ind im Plan a​ls „Ausstellung“ u​nd „Direktor“ bezeichnet. Auffallend a​m Grundriss d​es Erdgeschosses i​st ferner, d​ass kein Flur d​ir Räume erschließt, sondern d​ass diese direkt n​eben oder hintereinander geschaltet sind, bzw. d​ass der interne Bereich d​er Kassenhalle a​ls Verteiler dient. Dies i​st im Obergeschoss anders gelöst, w​o ein mittlerer Flur d​ie Räume beidseitig bedient. Hier befand s​ich ausweislich d​er Planzeichnung ursprünglich e​ine Wohnung, später wurden h​ier Büroräume eingerichtet. Das Treppenhaus m​it der originalen, gerade gegenläufigen Treppe öffnet s​ich wieder m​it einer doppelflügeligen Tür m​it Glaseinsätzen u​nd Oberlicht z​u diesem Flur. Ein mittlerer Raum i​m Obergeschoss w​ird durch e​ine große Schiebetür erschlossen.

Denkmalwert

Als ehem. städt. Betriebsamt(Verwaltungsgebäude d​er Stadtwerke) i​st das Gebäude Thomasstraße 1 bedeutend für Kempen, d​a sich i​n ihm e​twa sieben Jahrzehnte e​in wesentlicher Teil e​iner zentralen Infrastruktureinrichtung d​er Stadt befand, d​ie von moderner städtischer Verwaltung u​nd Daseinsfürsorge zeugt.

Es i​st ein substantiell weitgehend original erhaltenes Beispiel d​es traditionalistischen Bauens d​er zwanziger Jahre, w​ie es häufig v​on öffentlichen Bauverwaltungen gepflegt wurde. Vor a​llem durch d​en Backstein sollte e​ine „Landschaftsbindung“ hergestellt werden, d​ie aber m​it modernen sachlichen Baukörperformen verbunden ist. Einzelne Detail- u​nd Schmuckelemente (Fenstergitter, Türen) besitzen zeittypische Andeutung expressionistischer Formen, d​ie Giebel über d​en Eingängen u​nd das kräftige Kranzgesims unterstreichen a​ber die e​her strenge Grundhaltung d​es Gebäudes. Dieses Zurückgehen a​uf eine klassizistisch - biedermeierliche Strenge u​nd Schlichtheit i​st kennzeichnend für d​iese Architekturströmung(„Um 1800“ hieß e​in seinerzeit w​eit verbreitetes Buch m​it vorbildhafter Wirkung). Ebenso charakteristisch i​st die baukörperprägende Funktion d​es großen Daches m​it seinen gliedernden Gauben u​nd Öffnungen.

Wie verbreitet dieser Stil b​ei den lokalen Architekten war, i​st der öffentlichen Bauverwaltung u​nd bei freien Architekten gleichermaßen, z​eigt die u​nten genannte Veröffentlichung über d​ie zeitgenössische Bautätigkeit i​m Kreis Kempen, innerhalb d​erer auch d​as städt. Betriebsamt a​ls ein vorbildlicher Neubau vorgestellt wurde.

Da e​s sich u​m ein weitgehend original erhaltenes, charakteristisches Beispiel e​iner wichtigen, Architekturströmung d​er zwanziger Jahre handelt, besteht a​us wissenschaftlichen, besonders architekturgeschichtlichen Gründen a​n seiner Erhaltung u​nd Nutzung e​in öffentliches Interesse. Als Zeugnis d​es eigenen Bauschaffens d​er Stadt u​nd als langjähriges Verwaltungsgebäude e​iner für d​as moderne städt. Gemeinwesen wichtigen Einrichtung w​ie der Stadtwerke besteht ferner a​us ortsgeschichtlichen Gründen e​in öffentliches Erhaltungs- u​nd Nutzungsinteresse. Die bewusste Gestaltung d​er markanten städtebaulichen Situation d​es Bauplatzes d​urch die zeittypische („Licht, Luft, Sonne“) Aufweitung d​er Ecke Thomasstraße 1/Am Bahnhof g​ibt dem Gebäude schließlich a​uch städtebaugeschichtlich u​nd städtebaulich e​ine besondere Dimension. Es s​teht damit für e​ine weitere Zeitebene i​n der baulichen Entwicklung Kempens, d​ie im Falle d​er Ringstraße u​nd der i​n sie mündenden Seiten- bzw. Ausfallstraßen (auch d​er Thomasstraße) j​a eigentlich n​och durch ältere städtebauliche Strukturen d​es 19. Jahrhunderts geprägt ist. Das ehem. Städtische Betriebsamt d​er Stadt Kempen, Thomasstraße 1, i​st bedeutend für Kempen. An seiner Erhaltung u​nd Nutzung besteht a​us wissenschaftlichen, insbesondere Architektur-, ort- u​nd städtebaugeschichtlich s​owie aus städtebaulichen Gründen e​in öffentliches Interesse.

1926 1. Februar 2001 259

weitere Bilder
Burg und dreigeschossiger Portalturm Kempen
Thomasstraße 20
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Rechtwinklige, zweiflügelige ehemalige Wasserburganlage aus Backstein; zweigeschossig mit Spitzbogenfriesen und drei runden Ecktürmen mit Zinnenkranz; in der Mitte des Hauptflügels vorspringender dreigeschossiger Portalturm mit erneuertem Staffelgiebel. (1396-1400, 19. Jh., um 1950). 1396-1400 26. September 1983 2
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Thomasstraße 21
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Dreigeschossiges Wohnhaus aus dem Jahre 1907, mit einer Putzfassade in 3:1:3 Achsen. Die Fenstergewände sind reich profiliert, mit Stuckbekrönungen versehen. Die Eckbetonung erfolgt durch einen Erker und Dreiecksgiebel.

Die Unterschutzstellung erfolgt o​hne den zweigeschossigen Anbau z​um Burgplatz hin

1907 17. Dezember 1991 182
Wohnhaus Kempen
Thomasstraße 23
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Dreiachsiges Wohnhaus aus der Zeit um die Jahrhundertwende in 4 Achsen mit reichprofilierter, kombinierter Stuck- und Ziegelfassade, Mansarddach mit Giebelhäuschen. Die Fenster des Erdgeschosses sowie der Eingangsbereich sind mit halbrundem oberem Abschluss versehen. Es handelt sich noch um die originalen Fenster, die in der Manier des Jugendstils in den Oberlichtern gerundete Formen zeigen. In den Konsolbänken ein vegetabiler Dekor aus Stuck. Im ersten Obergeschoss sind die Fenster recht aufwändig gestaltet. Die Gewände münden oben in einer reich stukierten Aedicula, die ihrerseits wiederum in einen horizontal verlaufenden Fries mit Blumenornamenten übergeht. Im rechten Teil der Fassade ein kleiner Erkervorbau. unbekannt 6. Juni 1991 163
Wohnhaus Kempen
Tiefstraße 7
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2-geschossiges Wohnhaus in 2 Achsen, Fachwerk. Das Gebäude schließt eine Zeile historischer Bauten (Tiefstraße 7-13) nach Westen ab. Ein kleiner Gewölbekeller, wie er in ähnlicher Art auch bei den Fachwerkhäusern des 17. Jh. in der unmittelbar benachbarten Alten Schulstraße vorkommt, lässt auf eine gleichzeitige Entstehungszeit schließen. Auch die Proportionen und bescheidenen Ausmaße des Gebäudes sind typisch für kleinbürgerliches Wohnen im 17. Jh. in Kempen. Das Haus gehört zu den wenigen seiner Art, die im 19. Jh. nicht umgebaut, erweitert und mit Backsteinfassade versehen worden sind. Durchgebaut im Jahre 1980/81. 17. Jh. 10. Oktober 1983 55
Wohnhaus Kempen
Tiefstraße 9
Karte
2-geschossiges Wohnhaus in 3 Achsen, Backstein geschlämmt, entstanden Anfang 19. Jahrhundert. Anfang des 19. Jahrhunderts 29. März 1984 101
Wohnhaus Kempen
Tiefstraße 13
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Fachwerkhaus, 2 ½ geschossig in 3 Achsen, Krüppelwalmdach, Fachwerk mit vorgezogenem 1. OG, später verputzt. 17. Jh. 8. November 1983 89
Wohnhaus Kempen
Tiefstraße 29
Karte
Fachwerkhaus aus dem 16./17. Jh., 2-geschossig in nicht durchgezogenen Achsen mit Toreinfahrt. Ursprünglich war das Gebäude wesentlich kleiner, es wurde zu Ende des 19. Jh. nach hinten erweitert, mit der Toreinfahrt versehen, die Toreinfahrt wurde überbaut. Das Haus bekam zu gleicher Zeit eine Putzfassade in neubarocken Schmuckformen. 16./17. Jahrhundert 8. November 1983 87
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Umstraße 2
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Fachwerkhaus aus der Mitte des 18. Jh. mit Krüppelwalmdach, 2 ½ geschossig, Fensterachsen sind nicht durchgezogen. Im EG wurde zu Ende des 19. Jh. eine Fassade für die Einrichtung von 2 Ladengeschäfte vorgeblendet. Mitte des 18. Jahrhunderts 8. November 1983 88
Wohnhaus Kempen
Umstraße 8
Karte
Zweigeschossiger, dreiachsiger, verputzter Fachwerkbau mit vorkragendem Obergeschoss aus dem 19. Jahrhundert. Die Sprossenfenster entsprechen der originalen Fensterteilung und das verbreiterte Fenster in der linken Achse des Untergeschosses ist Folge einer Fassadenveränderung um 1900. Nach Abbruch des Nachbarhauses im Jahre 1963 wurde der gemeinsame Giebel neu errichtet. Das Satteldach des Hauses ist im hinteren Bereich weit hinabgezogen.

Das Gebäude i​st aus städtebaulichen Gründen v​on Bedeutung. An seiner Erhaltung besteht e​in öffentliches Interesse.

19. Jh. 14. Juli 1992 185
Wohnhaus Kempen
Umstraße 9
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Zweigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus in zwei Achsen aus dem 18. Jahrhundert. Die Backstein-Putzfassade mit klassizistischen stilisierten Putzornamenten wurde Ende des 19. Jahrhunderts vorgeblendet. Im Haupthaus schließt sich ein rückwärtiger Anbau in verputztem Fachwerk an. Die Dachfläche ist durch den Einbau von Dachflächenfenstern verändert. Die einscheibigen Fenster im Obergeschoss entsprechen nicht mehr der Originalteilung. Das Gebäude ist aus städtebaulichen Gründen von Bedeutung. An seiner Erhaltung besteht ein öffentliches Interesse. 18. Jh. 14. Juli 1992 186
Wohnhaus Kempen
Umstraße 35
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Zweigeschossiges Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert in fünf Achsen. Die vorgeblendete Putzfassade ist im Untergeschoss grob und im Obergeschoss feiner gequadert. Im Untergeschoss nimmt ein Tor die Breite der beiden rechten Achsen ein. Die Schmuckrahmen der Fenster und Türöffnungen zeigen historisierende Formen und die Geschossgesimse sind profiliert. Die Haustür und die Fensterteilungen sind nicht mehr original. Das Haus ist mit einem Satteldach abgeschlossen. Traufhöhe, Dachhöhe und Gesimshöhe stimmen mit dem Nachbarhaus Nr. 36 überein und lassen damit auf eine gleichzeitige Fassadenverblendung schließen. Das Gebäude ist aus städtebaulichen Gründen von Bedeutung. An seiner Erhaltung besteht ein öffentliches Interesse. 19. Jh. 14. Juli 1992 187
Wohn- und Geschäftshaus Kempen
Umstraße 36
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Das Wohn- und Geschäftshaus Umstraße 36 erschließt sich zur Umstraße in zwei Geschossen und zwei Achsen. Das Mansarddach entspricht einem Dachausbau aus dem Jahre 1929, davor war es ein Satteldach. Im Jahre 1909 wurde die Schaufensterfrontanlage in die Hinterachse des Untergeschosses eingebrochen. Die vorgeblendete Putzfassade mit Schmuckformen über den Fenstern, die in ihrer heutigen Einscheibigkeit, ohne Unterteilung, nicht original ist, stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Das Gebäude ist aus städtebaulichen Gründen von Bedeutung. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse. 19. Jh. 14. Juli 1992 188
Kriegerehrenmal Unterweiden
Unterweidener Str. 3
Karte
Denkmal: 265x90x55 cm, Kirchheimer Muschelkalk, errichtet 1925, zuzuordnen dem Neo-Klassizismus.

Typische Dekorationselemente s​ind der konisch s​ich verjüngende Sockel, d​as Dekorband m​it Eichenlaub s​owie der o​bere Abschluss. Über d​er Inschrift a​uf der Vorderseite z​eigt eine vorstehende Tafel e​in von Eichenlaub umrahmtes Soldatenkreuz. Auf d​em dreistufigen Kapittelabschluss l​iegt ein Stahlhelm a​uf Eichenlaub. An d​en beiden Seitenwänden i​st jeweils e​in 75 c​m großes Schwert m​it Lorbeerzweig dargestellt.

Inschriften: Vorderseite: Wir gedenken unserer Gefallenen 1914–1918, 1939-1945 Honschaft Unterweiden, Rückseite, a​m Fuße d​es Sockels: Die Honschaft Unterweiden betrauert i​hre gefallenen Söhne.

1925 27. März 1990 144
Wohnhaus Kempen
Von-Loe-Straße 2
Karte
Zweigeschossiges Eckhaus mit abgewalmtem Dach u. Runderker an der Straßenfront. Straßenfassade zweiachsig, über der linken Achse befindet sich ein eingeschossig ausgebauter Dreiecksgiebel. Der Seitenfront ist ein erkerartiger Bau vorgesetzt, dessen Fassade einachsig ist und der mit einem ausgebauten Dreiecksgiebel wie an der Front versehen ist. Die Außentreppe mit einer loggiaartigen Überdachung befindet sich an der Seitenfassade angelehnt an den Erkervorbau.

Die Fenster zeigen a​n beiden Fassaden n​och die ursprüngliche Sprossengliederung, j​e nach Breite s​ind sie ein- o​der zweiflügelig m​it Oberlichtern. Die Oberlichter s​ind vertikal d​urch eine b​is drei Sprossen gegliedert. Die l​inke Fensterachse i​st insofern besonders betont, a​ls das Erdgeschossfenster e​inen korbbogenförmigen Sturz hat. Das darüber liegende Fenster i​m 1. OG i​st leicht erkerartig ausgebildet u​nd besteht a​us drei Fenstereinheiten. Die i​n derselben Achse liegenden Fenster d​er Dreiecksgiebelseite s​ind durch einscheibige Fenster ersetzt worden. Der Eckerker i​st über d​er im I. OG befindlichen Befensterung m​it drei über d​en Fenstereinheiten angebrachten Blindfensterchen versehen. Die Dachkonstruktion d​er Erkerseite i​st glockenförmig u​nd mit Naturschiefer gedeckt, während d​ie übrige Dacheindeckung a​us Tonpfannen besteht.

1911 25. April 1989 130
Ehemaliges Mädchenlyzeum Unserer lieben Frau Kempen
Vorster Straße 8
Karte
Das Gebäude aus dem Ende des 19. Jahrhunderts war ursprünglich das private Mädchen-Tyzeum Unserer Lieben Frau. Es ist 2-geschossig und in 9 Achsen gegliedert und hat ein Satteldach. Die vorgeblendete Putzfassade zeigt historisierendes Formengut. Im Untergeschoss wird sie durch eine vorgeblendete, segmentbogige Scheinarchitektur gestaltet. Im Obergeschoss wird die 1., 5., und 9. Achse durch eine vorgeblendete Scheinarchitektur betont. Die Tür- und Fensteröffnungen sind schlicht profiliert gerahmt. Horizontale Gliederung erfährt das Gebäude durch ein profiliertes Geschossgesims sowie ein von Konsolen getragenes Traufgesims. Der Eingang liegt auf der rechten Seite. Diese Fassade ist 3-achsig und 3-geschossig. Sie ist eine schlichte Putzfassade mit einer Scheinarchitektur vor dem Eingang. Die Schmuckformen entsprechen denen der Front, nur ist die Gestaltung schlichter. Über dem Eingang mittig befindet sich eine Heiligenfigur. 1911 Anbau der 4 linken Achsen in gleichem Stil und von da an „Höheren Mädchenschule“. Ausbau des Daches, 1928, teilweise. Oberhalb der 4 linken Achsen befinden sich 2 größere Dachgauben. Ende des 19. Jahrhunderts 25. Mai 1993 244
Wohnhaus Kempen
Vorster Straße 44
Karte
Das 2-geschossige, 2-achsige Wohnhaus wurde um 1900 erbaut. Die vorgeblendete Putzfassade zeigt eine schlichte, aber klare Gliederung. Horizontal gliedern sie profilierten Bänder, ein Kämpfergesims im EG und hervorgehobene Putzfelder und girlandenartige Bänder wie auch Ornamentfelder über den Fensteröffnungen. Dem Satteldach, traufständig, sitzt eine neue überbreite Gaube auf. Das Türblatt und die Fensterrahmen sind noch original. Die Fenster sind im Oberlichtbereich durch Sprossen kleinteilig gegliedert. Die Fenster der linken Achse sind vertikal dreifach gegliedert. Die mittigen Pfosten tragen reichen Holzdekor. In den Erdgeschossräumen ist noch der originale Stuckdekor erhalten. Auch Treppen, Böden, Fliesen und die Fenster zur Rückseite sind original.

In seiner durchaus herausragenden architektonischen Gestaltung i​m Gesamtzug d​er Vorster Straße i​st das Gebäude i​n stadtgeschichtlicher Hinsicht bedeutend, s​o dass d​ie Erhaltung a​us städtebaulicher u​nd architektonischen Gründen i​m öffentlichen Interesse liegt. Es i​st ein Objekt m​it besonderem Aussagewert z​ur baulichen Entwicklung Kempens i​m Zuge d​er Bebauung d​er Radialstraße n​ach der Jahrhundertwende.

um 1900 21. Juni 1994 251
Wohnhaus Arnold-Siedlung Kempen
Vorster Straße 80 & 82
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Die Eisenmöbelfabrikanten Louis und Carl Arnold aus Schorndorf bei Württemberg ließen sich im Frühjahr 1901 in Kempen nieder. Gleichzeitig mit den Bauarbeiten für das Werksgelände in der heutigen Arnoldstraße begann die Errichtung der Werkswohnungssiedlung. Mit der Planung und Durchführung wurde in beiden Fällen der Düsseldorfer Architekt H. Salzmann betraut.

Die „Württembergische Siedlung“; i​m Volksmund a​uch „Schwabenheim“ genannt, t​rug erheblich z​ur wirtschaftlich-sozialen Bereicherung Kempens bei, s​o dass d​er „Volksfreund“ i​n seiner Ausgabe v​om 24. August 1901 schrieb:

„Die v​on der Firma Arnold a​m Peschbenden errichtete Arbeiterhäuser s​ind die reinsten Villen u​nd beleben d​ie Gegend i​n angenehmer Weise.“ Tatsächlich s​ind die Arnoldschen Werkswohnungen für damalige Wohnverhältnisse luxuriös u​nd aufgrund i​hrer sozialgerechten Ausführung reformerisch. Die s​echs zweigeschossigen Häuser b​oten Raum für jeweils v​ier Familien. Die Wohnungen w​aren hell u​nd großzügig konstruiert u​nd verfügten bereits über getrennte Wohn- u​nd Schlafzimmer, Küche u​nd Vorratskammer, w​as in d​er damaligen Zeit k​eine Selbstverständlichkeit, sondern vielmehr Ausnahme war. Die Mansarde w​ar gleichfalls für Wohnzweck ausgebaut. An d​en weitläufigen Hof schloss s​ich für j​ede Wohnpartei e​in kleiner Garten an, d​er frei n​ach Bedarf bestellt werden konnte – e​in Umstand, d​er besonders d​en meist kinderreichen Familien entgegenkam.

Fortschrittlichkeit lässt sich auch in der optischen Erscheinung der Siedlung erkennen. Die einheitliche Gestaltung und die Ausgewogenheit der Proportionen geben den Häusern eine klare, überschaubare Linie. Zweckdienlichkeit ist das übergeordnete Prinzip, so dass der in Ansätzen vorhandene Schmuck, der sich noch an klassischen Vorbildern orientiert, nicht mehr plastisch ausgeformt, sondern nur noch farblich als Inkrustation abgesetzt ist. Auffallend ist die traditionelle Dreiteilung der Fassade in Sockel-, Mittel- und Dachgeschoss. Das Sockelgeschoss, in dem die unteren beiden Wohnungen liegen, wurde in dem roten Ziegelmauerwerk belassen. Darüber schließt sich weißer Putz an, der über das Mittelgeschoss bis unter das sogenannte Walmdach reicht. In der Mitte des Daches befindet sich eine Gaube, ein kleiner überdachter Ausbau, in dem die Mansardenfenster untergebracht sind. Optisch belebt wird die Fassade durch ziegelrote waage- und senkrechte Gliederungen. Die Senkrechten entsprechen den Säulen des antiken Tempelbaus, der in der Architektur gerne zitiert wird. Die Waagerechte, die wie ein Gurtgesims das Gebäude umschließt, markiert die zweite Etage. Die Fenster schließen in einem Rundbogen ab, eine Form, die auf die Renaissance zurückgeht. Das Motiv des Rundbogens wird noch einmal durch die über den Fenstern liegende Rahmung aus roten Ziegeln aufgegriffen. Die Württembergische Siedlung als Zeitzeuge der Industrialisierung ist ein Teil der Kempener Stadtgeschichte, die es zu bewahren und erhalten gilt. Die Erhaltung liegt im öffentlichen Interesse.

1901 23. März 1993 193
Stiegerhof Kempen
Vorster Straße 201
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Ehem. wasserumwehrte 4-flügelige Backstein-Hofanlage aus dem 17./18. Jahrhundert, Erweiterung im 19. Jahrhundert durch großzügige Wirtschaftsgebäude. Herrenhaus 2-geschossig in 6 Achsen mit Walmdach.

Das äußere Erscheinungsbild d​er Hofanlage i​st nicht verändert worden

17./18. Jahrhundert 6. September 1990 150

Gleumes-Hof Schmalbroich
Wall 25
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Ehemals wasserumwehrte vierflügelige geschlossene Backstein-Hofanlage. Wohnhaus zweigeschossig, in 5 Achsen, aus dem Ende des 19. Jahrhunderts; Seitenflügel zweigeschossig mit Rundbogenfenstern im Obergeschoss; Fenster des Wohnhauses verändert. Ende des 19. Jahrhunderts 6. Juni 1991 164
Haus Velde, ehemaliger Gutshof, Herrenhaus erneuert Schmalbroich
Wall 53
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Ehem. Gutshof aus dem 14. Jh. Das 2-geschossige Herrenhaus, in Backstein ausgeführt mit Renaissance-Wappen und in das Mauerwerk eingelassenen Porträtköpfen ist ein Erneuerungsbau aus dem 16. Jh. In der Fassade befindet sich ein Renaissance-Wappen mit der Jahreszahl 1577. Remisen in Fachwerk und Backstein ausgeführt sind Gebäude des 19. Jh. Der zweigeschossige Torhausturm dürfte aus der Zeit des Umbaues, also aus dem 16. Jh. stammen. In jüngster Zeit Veränderungen der Gesamtanlage durch Ausbau des Herrenhauses, insbesondere des Dachgeschosses, und der Remisen. 1577 26. September 1983 13
Wohnhaus Kempen
Wiesenstraße 2
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Bereits 1906 wurde auf dem Grundstück das Betriebsgebäude mit einem Lagerhaus errichtet. Dieses war ein teilunterkellerter, massiver Bau mit Sheddach. 1912 wurde im Vordergrund des Grundstücks das Wohnhaus errichtet. Das Gebäude ist zweigeschossig, in 4 Achsen und mit ausgebautem verschiefertem Mansarddach mit 3 geschwungenen Dachgauben erbaut. Die Fassadengestaltung ist auffallend, mit einem interessanten Spannungsverhältnis zwischen der symmetrischen Ornamentgestaltung und der asymmetrischen Gliederung, die dadurch zustande kommt, dass der Vorbau rechts aus der Mitte verschoben ist. Es handelt sich bei diesem Objekt um die einzige Villa mit Neo-Rokoko-Formen in Kempen. Die betonte Achse ist breiter und von Lisenen begrenzt. Die Kranz- und Girlandenornamentik des Fassadenschmucks ist auffallend und die betonte Achse wird mit einem Segmentgiebel abgeschlossen. Im Traufbereich befindet sich ein von Konsolen getragenes Gesims. Der Fassadenzustand ist mittel. Das Gebäude wird incl. der schmiedeeisernen Einfriedung als Denkmal in die Denkmalliste eingetragen. 1912 25. Mai 1993 245

Antoniuskapelle Tönisberg
Windmühlenweg
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Am Windmühlenweg auf dem Mühlenberg steht die Antoniuskapelle, ursprünglich „Cobbers-Heiligenhäuschen“, nach einem an Haag gelegenen Hof, der aber schon im 17. Jahrhundert als Ruine erwähnt wird. Der alte Mauerkern der Kapelle stammt wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert, die ebenfalls aus Feldbrandsteinen erbaute Pfeilervorhalle ist neueren Datums. Über vier Steinstufen erreicht man den gepflasterten Boden, der nach drei Seiten hin durch Rundbogen geöffneten Vorhalle. Über ihr erhebt sich ein auf vier Pfeilern stehendes und nach vier Seiten hin durch Rundbogen geöffnetes, Gehschiefertees Glockentürmchen. Das Dach von Kapellchen und Vorhalle ist mit Ziegeln gedeckt. Im Kapellchen steht ein gemauerter Altartisch, der am oberen Rand die Inschrift trägt: Stanton (1) oral pro nobis. Das im Jahre 1972 von Anneliese Langenbach gefertigte Relief zeigt den kl. Einsiedler Antonius in Ordenstracht.

Beschreibung d​es Heimatvereins Tönisberg:

Das ehemalige Cobbers-Heiligenhäuschen stammt vermutlich a​us dem 17. Jahrhundert. Es w​urde von d​en Besitzern d​es gleichnamigen Hofes (Haag) a​n der Wegegabelung errichtet, w​o sich d​ie alte Chaussee v​on Cöln n​ach Nimwegen m​it einem Dorfweg über d​en Berg z​um Cobbershof kreuzte. Um 1845 w​urde die Chausseestraße i​n den Talgrund verlegt. Die Vorhalle stammt a​us dem 19. Jahrhundert. 1935 ersetzte d​er Tönisberger Lorenz Hermes d​ie Einrichtung d​urch ein Tonrelief d​es heiligen Antonius (Mönchsvater). Von d​a an nannte m​an das Heiligenhäuschen n​ur noch Antoniuskapelle.

17. Jh. 30. April 1991 157

weitere Bilder
Bockwindmühle Tönisberg
Windmühlenweg
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Bockwindmühle, hölzernen Mühlenkörper auf Drehgestell, ursprünglich von 1802, mehrfach erneuert.

Beschreibung d​es Heimatvereins Tönisberg:

1802 w​urde die Mühle m​it zwei Mahlgängen gebaut. Erster Pächter w​ar Anton Schouten. Der letzte Pächter Carl Rögels arbeitete b​is 1913 m​it der Mühle. Im Zweiten Weltkrieg w​urde sie schwer beschädigt, 1949 s​chon die Wiederherstellung m​it einem Fest gefeiert. 1970 i​st die Mühle v​om Mühlenbauer J. Vosdellen vollkommen demontiert u​nd 1973 wieder n​eu aufgestellt worden. Die Tönisberger feierten d​as mit d​em 2. Mühlenfest. Heute öffnet d​er Heimatverein Tönisberg e. V. d​ie Mühle regelmäßig a​m Pfingstmontag für Besucher.

1802 26. September 1983 23
Weibeshof Schmalbroich
Ziegelheide 64
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Der Weibeshof ist, wie die Maueranker des Wohnhauses und der Schlussstein des Torbogens ausweisen, 1772 erbaut worden. Das zweiflüglige Hofgebäude, das zweigeschossig in elf Achsen mit Toreinfahrt in der Mitte angelegt wurde, ist heute noch fast vollständig erhalten. Zu dem Hofgebäude gehört die im Westen liegende Scheune, die in Fachwerkbauweise errichtet wurde.

Die Unterschutzstellung erfolgt m​it Ausnahme d​es im Süden n​eu errichteten Garagengebäudes.

1772 6. September 1990 149

Siehe auch

Commons: Kulturdenkmäler in Kempen – Sammlung von Bildern
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