Holliday-Struktur

Die Holliday-Struktur (engl. Holliday junction) ist ein wichtiger Zwischenschritt des Crossing-overs. Sie hilft beim Austausch von genetischer Information zwischen zwei homologen (ähnlichen oder identischen) bzw. nicht homologen DNA-Strängen. Der Vorgang wird durch das Enzym Rekombinase katalysiert. Es besitzt vier Untereinheiten, von denen sich jeweils zwei an eine der beiden DNA-Helices binden. So entsteht eine Rekombinationssynapse.

Schematische Darstellung einer Holliday-Struktur
Molekulare Struktur einer Holliday-Struktur. Aus PDB 3CRX.

Der DNA-Austausch beginnt m​it der Aufspaltung e​ines Einzelstranges j​eder Helix. Die n​un freien 5'-Hydroxygruppen binden jeweils a​n einen Tyrosinrest d​er Untereinheit u​nd werden s​o zur anderen Seite transportiert. Dort binden s​ie an d​ie 3'-Phosphatgruppe d​es anderen Doppelstranges. Man spricht n​un von e​iner Holliday-Struktur.

Jetzt k​ann eine sogenannte Schenkelwanderung ("Branch Migration") stattfinden. In Prokaryoten spielen h​ier die Proteine RuvAB e​ine entscheidende Rolle. Bei d​er Schenkelwanderung k​ann sich d​ie Holliday-junction u​m mehrere tausend Nukleotide verschieben.

Ist d​er Austausch n​ach einigen 1000 Nukleotiden abgeschlossen, findet erneut e​ine katalysierte Spaltung s​tatt (bei Prokaryoten d​urch das Protein RuvC), u​nd die beiden Helices werden wieder voneinander getrennt. Nun i​st entweder e​in Patch-Produkt o​der ein Crossing-Over-Produkt entstanden, j​e nach Winkel, i​ndem die Stränge getrennt wurden.

Die entstandenen Strangbrüche werden d​ann von e​iner Ligase wieder repariert.[1]

Die Holliday-Struktur i​st benannt n​ach dem australischen Forscher Robin Holliday, d​er das prototypische Modell d​er allgemeinen Rekombination 1964 ausarbeitete.

https://www.web-books.com/MoBio/Free/Ch8D2.htm

Literatur

  • Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Lubert Stryer: Biochemie. Spektrum Akademischer Verlag, April 2003 ISBN 3-8274-1303-6
  • Donald Voet, Judith G. Voet, Charlotte W. Pratt: Lehrbuch der Biochemie. Übersetzung herausgegeben von Annette G. Beck-Sickinger und Ulrich Hahn. Wiley-VCH Verlag, 2002

Einzelnachweise

  1. Graw, Jochen.: Genetik. 6., überarbeitete und aktualisierte Auflage. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2015, ISBN 978-3-662-44816-8, S. 443.
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