Henri L. Le Roy

Henry Louis Le Roy (* 5. Juni 1926 i​n Bern; Bürger v​on Delsberg, Kt. Jura; † 14. Mai 2015 i​n Zürich) w​ar ein Schweizer Biometriker u​nd Populationsgenetiker a​n der Eidgenössischen Technischen Hochschule i​n Zürich.

Henri L. Le Roy (ca. 1980)

Leben und Wirken

Henry Le Roy w​urde 1926 i​n Bern geboren u​nd war Bürger d​er Stadt Delsberg i​m Kanton Jura. Er verbrachte s​eine Jugendjahre i​n Bern, erlernte zwischen 1941 u​nd 1946 d​en Beruf e​ines Landwirts u​nd absolvierte d​azu die Jahresschule i​n Zollikofen-Rütti. 1947–1951 studierte e​r an d​er Abteilung Landwirtschaft d​er Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) i​n Zürich u​nd schloss h​ier als Dipl.-Ing. agr. ab. Es folgte e​ine Tätigkeit a​ls Assistent a​m Institut für Tierzucht d​er ETH (bei Prof. Hans Lörtscher), unterbrochen d​urch Forschungsaufenthalte z​ur modernen Populationsgenetik u​nd Biometrie i​n den USA (am Iowa State College) u​nd Großbritannien. 1955 promovierte Le Roy m​it Auszeichnung a​n der ETH a​ls Dr. sc. techn. agr. Bereits z​wei Jahre später habilitierte e​r sich hier, w​urde am 1. April 1959 außerordentlicher Professor, 1961 Leiter d​es Laboratoriums für Biometrik u​nd Populationsgenetik u​nd 1967 ordentlicher Professor für d​ie genannten Fächer. 1993 t​rat er i​n den Ruhestand.

Ehrenämter

Würdigung

Henri Le Roy hat Biometrie und Populationsgenetik zu einem wesentlichen Bestandteil in der Ausbildung von Studenten der Landwirtschaft entwickelt. Dazu verfasste er mehrere gut verständliche Standardwerke, trug so zur wissenschaftlichen Verbreitung dieser damals neuen Fachgebiete bei und bereitete die Einführung der mathematischen Programme unter Anwendung der Elektronischen Datenverarbeitung mit vor. Der Schweizerische Verband der Ingenieur-Agronomen und Lebensmitteltechnologen (SVIAL) erhob seinen langjährigen Präsidenten zum Ehrenmitglied.

Hauptwerk (Auswahl)

  • Der Selektionsindex, ein Hilfsmittel für die künstliche Selektion. Diss. der Techn. Wissenschaften an der Eidgenöss. Technischen Hochschule Zürich, 1955, 151 S.
  • Die Abstammungsbewertung. Hab.-Schr. Nr. 29 ETH Zürich. In: Zeitschr. für Tierzüchtung und Züchtungsbiologie, Band 71, H. 4, 1958, S. 328–378.
  • Statistische Methoden der Populationsgenetik – ein Grundriss für Genetiker, Agronomen und Biomathematiker. Basel 1960, 397 S.
  • Grundlagen und Anwendungsmöglichkeiten der Methode der Pfadkoeffizienten. Berlin 1959, S. 30–43.
  • Verschiedene Publikationen aus dem Gebiet der Tierzucht. 195 S.
  • Populationsgenetische Elemente der Zuchtplanung. Zürich 1965, 119 S.
  • Elemente der Tierzucht: Genetik, Mathematik, Populationsgenetik. München 1966, 364 S.
  • ABC der Populationsgenetik. Hannover 1967, 127 S.
  • Prinzipien der linearen Algebra – eine anwendungsorientierte Einführung für Naturwissenschaftler und Nichtmathematiker. Bern/Stuttgart 1980, 328 S.

Literatur

  • Theophil Gerber: Persönlichkeiten aus Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau und Veterinärmedizin – Biographisches Lexikon Landwirtschaft. 4. erw. Aufl., NORA Berlin 2014, S. 444.
  • Lino Guzzella, Sarah Springman: Die ETH Zürich nimmt Abschied von Prof. Dr. Henri Louis Le Roy. Vom 10. Juni 2015.
  • Roy, Henri Le (1926–2015 ) --DB2954. In: Archiv für Agrargeschichte, Bern.[1]
  • Schweizerischer Verband der Ingenieur-Agronomen und Lebensmitteltechnologen (SVIAL), Bulletin August 1984, S. 9–10.
Commons: Henri L. Le Roy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eintrag im Archiv für Agrargeschichte Bern
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