Erich Fischer (Fußballspieler)

Erich „Bommatz“ Fischer (* 31. Dezember 1909; † 17. November 1990[1]) w​ar ein deutscher Fußballspieler a​us Pforzheim. Er spielte a​ls Rechtsaußen i​m Sturm.

Verein

Fischer wechselte 1927 als 17-Jähriger vom VfR Pforzheim, wo er auf dem Holzhof seine Laufbahn als Fußballer eröffnete hatte, zum größeren und bekannteren 1. FC Pforzheim in das Brötzinger Tal. Beim „Club“ verbrachte er dann, mit Unterbrechung durch den Krieg, bis zu seinem Karriereende 1947, seine gesamte Spielerkarriere. In der Saison 1930/31 wurde der Techniker und schußgewaltige Torschütze am rechten Flügel mit dem 1. FC Pforzheim Vizemeister in der Bezirksklasse Württemberg/Baden. Pforzheim spielte deshalb in der Süddeutschen Endrunde der Zweiten/Dritten gegen den TSV 1860 München und den 1. FC Nürnberg. Die „Löwen“ wurden auf diesem Weg der dritte süddeutsche Vertreter und spielten sich bis in das Finale der Deutschen Meisterschaft 1931. Im Jahr darauf – 1931/32 – errangen Erich Fischer und seine Kameraden vom 1. FC Pforzheim die Meisterschaft im Bezirk Württemberg/Baden vor dem VfB Stuttgart. Dadurch gingen sie als 1932er-„Wundermannschaft“ oder „Blaue Teufel“ in die Annalen des Pforzheimer „Clubs“ ein. In den Spielen der Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft setzte sich der FC Bayern München durch und wurde in diesem Jahr auch Deutscher Meister. „Bommatz“ gelangen beim sensationellen 6:2-Erfolg in der Süddeutschen Endrunde gegen die Münchner fünf Treffer. Ab 1933/34 spielte der Mann am rechten Flügel mit Pforzheim in der Gauliga Baden. In den Jahren 1936, 1938 und 1939 wurde jeweils die Vizemeisterschaft im Brötzinger Tal gefeiert. Fischer trug in mehr als 1200 Spielen den blau-weißen Dress des „Clubs“.

Auswahlspiele für Süddeutschland und den Gau Baden

Mit Süddeutschland gewann Erich Fischer am 23. April 1933 in Mannheim das Finale der Verbands-Auswahlspiele um den Kampfspielpokal (ursprünglich Kronprinzenpokal) mit 6:1 Toren gegen Südostdeutschland. Zusammen mit Edmund Conen bildete er den rechten Flügel des Südens. Oskar Rohr als Mittelstürmer und Josef Fath auf dem linken Flügel waren weitere Garanten dieses Erfolges. In den Jahren 1937 und 1938 kam die Gauauswahl Baden im Reichsbundpokal jeweils bis in das Halbfinale. 1937 erzielte „Bommatz“ bei der 3:4-Niederlage in Leipzig gegen den Gau Sachsen zwei Tore. Er spielte auf der halbrechten Verbinderposition gegen den linken Seitenläufer Walter Rose und hatte es mit Nationaltorhüter Willibald Kreß im gegnerischen Gehäuse zu tun.

Nationalmannschaft

1932/33 spielte e​r zwei Länderspiele. Bei seinem Debüt a​m 1. Juli 1932 i​n Helsingfors g​egen Finnland gewann Deutschland 4:1, s​ein zweites u​nd letztes Spiel a​m 19. März 1933 i​n Berlin endete g​egen Frankreich 3:3. Im Finnland-Spiel bildete e​r zusammen m​it dem Dresdner Richard Hofmann (dreifacher Torschütze) d​en rechten Flügel. In Berlin zeigte e​r an d​er Seite v​on Mittelstürmer Oskar Rohr einige Male, über welche Schusskraft e​r verfügt u​nd wie virtuos s​ein Spiel s​ein konnte. Danach w​urde er n​icht mehr v​on Reichstrainer Otto Nerz i​n die Nationalmannschaft berufen. Sein Konkurrent a​uf Rechtsaußen i​n der Nationalmannschaft w​ar Ernst Lehner.

Aussage

Hans Blickensdörfer, legendärer Sportjournalist aus Stuttgart und vormals in Pforzheim aufgewachsen, wird in dem Buch von Gernot Otto über den 1. FC Pforzheim auf Erich Fischer bezogen mit folgenden Worten angeführt: „Im Fußball hat mein Lehrer ‚Bommatz‘ Fischer geheißen, obwohl er das gar nicht wissen konnte. Ich bin der festen Ansicht, dass er am rechten Flügel der begabteste Dribbler des deutschen Fußballs war, und viele Jahre später hat es mir kein anderer als Sepp Herberger bestätigt: ‚Bloß een Kopp zu klee isch er gwese‘ sagte der Mann, der das Spiel in Kopf und Blut hatte.“

Literatur

  • Jürgen Bitter: Deutschlands Fußball-Nationalspieler : das Lexikon. SVB Sportverlag, Berlin 1997, ISBN 3-328-00749-0.
  • Hardy Grüne: Vom Kronprinzen bis zur Bundesliga. In: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Band 1. AGON, Kassel 1996, ISBN 3-928562-85-1.
  • Gernot Otto: 100 Jahre 1. FC Pforzheim. Badendruck, Karlsruhe 1996.
  • Libero Spezial. Deutsch, Nr. D9 (1994) und D17 (1998), IFFHS

Einzelnachweise

  1. Andreas Ebner: Als der Krieg den Fußball fraß. Die Geschichte der Gauliga Baden 1933–1945. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2016, ISBN 978-3-89735-879-9, S. 318.
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