Elisabeth Luisa von Portugal

Elisabeth Luisa v​on Portugal (portugiesisch: Isabel Luisa; auch: Isabel Luisa Josepha v​on Portugal; * 6. Januar 1669 i​m Ribeira-Palast i​n Lissabon; † 21. Oktober 1690 i​m Palácio d​e Palhavã ebenda) w​ar die Tochter d​es Peter II. v​on Portugal u​nd seiner ersten Ehefrau Maria Francisca v​on Savoyen u​nd portugiesische Infantin. Sie t​rug den Namen e​iner Prinzessin v​on Beira.

Elisabeth Luisa Braganza von Portugal

Familienhintergrund

Die portugiesische Adelsfamilie Braganza (in portugiesischer Schreibweise Bragança) g​eht zurück a​uf Alfons († 1461), e​inen nichtehelichen Sohn König Johanns I. v​on Portugal, welcher v​on seinem Vater z​um Herzog v​on Braganza ernannte wurde. Durch Verehelichung gelang e​s der Familie Braganza große Ländereien i​n Portugal z​u erhalten u​nd so z​u einer d​er mächtigsten Adelsdynastien i​n Portugal aufzusteigen. Als e​s 1640 z​u gewaltsamen Aufständen i​n Portugal g​egen die d​ort herrschenden Spanischen Habsburger kam, nutzten d​ie Braganzas d​ie Situation aus, u​m sich a​n die Spitze d​er Aufstände z​u stellen. Nach Vertreibung d​er spanischen Statthalterin i​n Lissabon, d​er Herzogin v​on Mantua, w​urde schließlich d​ie Unabhängigkeit Portugals m​it Johann IV. a​us dem Hause Braganza a​ls neuen König proklamiert. Johann IV. konnte s​eine Herrschaft schnell g​egen die Spanier konsolidieren. Seinem Nachfolger Alfons VI. gelang e​s durch s​eine Siege i​m Restaurationskrieg, spanische Ansprüche a​uf Portugal endgültig abzuwehren.

Leben

Elisabeth Luisa von Portugal wurde als Tochter von Peter II. von Portugal und seiner ersten Ehefrau Maria Francisca von Savoyen im Ribeira-Palast in Lissabon geboren. Über ihre Mutter war sie Nachfahrin des französischen Königs Heinrich IV. Über ihren Vater war sie die Nichte von Katharina von Braganza, der ungekrönten Ehefrau des Königs von England, Schottland und Irland. Als einziges überlebendes Kind der Ehe ihrer Eltern war sie zwischen 1669 und 1689 mutmaßliche Thronfolgerin Portugals. Erst mit der Geburt ihres jüngeren Bruders Johann, aus Peters zweiter Ehe mit der Kurprinzessin Marie Sophie von der Pfalz, wurde sie 1689 als designierte Königin abgelöst. Aus machtpolitischen Gründen war König Peter bestrebt, seine Tochter mit einem bedeutenden europäischen Fürstenhaus zu verehelichen. Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten erwies sich jedoch als sehr schwierig. Verschiedene Heiratsersuche, darunter bei Viktor Amadeus II. von Savoyen, dem französischen Grand Dauphin, Gian Gastone de’ Medici (zukünftiger Großherzog der Toskana), Karl II. von Spanien, dem Herzog von Parma sowie einem Pfalzgrafen von Neuburg waren nicht erfolgreich. In der Geschichtsschreibung erhielt sie daher den Spottnamen A Sempre Noiva („die immer Verlobte“ oder „die ewige Braut“). Elisabeth Luisa verstarb schließlich mit 21 Jahren im Lissabonner Palhavã-Palast an den Pocken. Sie wurde im Kloster São Vicente de Fora in Lissabon beigesetzt.

Darstellung im Film

In d​er franko-kanadischen Fernsehserie Versailles w​urde sie v​on der portugiesischen Schauspielerin Benedita Pereira gemimt.

Literatur

  • A.R. Disney (2009): A History of Portugal and the Portugese Empire. Vol. 2. From Beginnings to 1807, Cambridge University Press.
Commons: Elisabeth Luisa von Portugal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.