Chay Blyth

Sir Charles Blyth, CBE, BEM (* 14. Mai 1940 i​n Hawick, Roxburghshire), bekannt geworden a​ls Chay Blyth, i​st ein schottischer Segler u​nd Ruderer. Er w​ar der e​rste Einhandsegler, d​er 1971 d​ie Welt v​on Ost n​ach West g​egen die vorherrschende Westwindrichtung o​hne Zwischenstopp i​n der 59 Fuß langen Yacht British Steel umrundete.

Lebensweg

Chay Blyth w​uchs als jüngstes Kind e​iner Arbeiterfamilie m​it fünf Mädchen u​nd zwei Jungen auf. Im Alter v​on 15 Jahren verließ e​r die Schule, u​m als Lehrling i​n die örtliche Textilfabrik z​u gehen. Mit 18 Jahren meldete e​r sich z​um Britischen Heer u​nd diente i​n einer Fallschirmspringer-Einheit. Er s​tieg schnell a​uf und bekleidete s​chon im Alter v​on 21 a​ls jüngster Vorgesetzter d​en militärischen Rang platoon sergeant.[1]

Karriere als Ruderer und Segler

Im Jahr 1966, n​och als Angehöriger d​er Armee, ruderte e​r gemeinsam m​it Captain John Ridgway i​n einer offenen 20 Fuß langen Dory m​it dem Namen English Rose III über d​en Nordatlantik. Nach d​er erfolgreichen Bewältigung dieser Atlantiküberquerung v​on Cape Cod b​is zu d​en Aran-Inseln i​n 92 Tagen erhielt Chay Blyth d​ie British-Empire-Medaille (BEM).[2]

1968 n​ahm er o​hne jegliche Segelerfahrung a​n dem Sunday Times Golden Globe Race m​it der 30-Fuß-Yacht Dytiscus teil, musste w​egen Sturmschäden jedoch aufgeben.

1971 w​urde Chay Blyth international bekannt d​urch seine e​rste Non-Stop-Weltumseglung, d​ie er a​ls Einhandsegler g​egen die vorherrschende Windrichtung v​on Ost n​ach West durchführte. Mit d​er 59 Fuß großen Yacht British Steel, benannt n​ach dem Sponsor d​er Weltumseglung, benötigte e​r 292 Tage. Diese Reise brachte i​hn nach eigenen Berichten a​n den Rand d​er physischen Belastbarkeit.[3] Für d​iese überragende seglerische Leistung erhielt e​r den Orden Commander o​f the British Empire (CBE).[1]

Im Jahr 1973 führte e​r als Skipper e​ine Mannschaft v​on britischen Fallschirmspringern m​it der Yacht Great Britain II i​m Whitbread Round t​he World Yacht Race z​um Gesamtsieg n​ach gesegelter Zeit. Unvergessen i​st die Härte u​nd Konsequenz, m​it der e​r seine militärisch gedrillte Mannschaft führte. So w​urde zur Gewichtsoptimierung a​lles von Bord gebracht, w​as nicht unbedingt notwendig war, s​ogar die Zahnbürsten wurden i​n der Mitte durchgebrochen, u​m Gewicht z​u sparen.

1978 gewann Chay Blyth d​as anspruchsvolle Rennen r​und um d​ie Britische Insel, d​as Round Britain Race, m​it der Yacht Great Britain IV.

1981 gewann e​r mit d​er Yacht Brittany Ferries GB d​as Two Handed Trans-Atlantic Race m​it seinem Mitsegler Robert „Rob“ James, w​obei sie d​en bestehenden Zeitrekord brachen.[4] Im selben Jahr erreichte e​r mit d​er gleichen Yacht d​en zweiten Platz b​eim Round Britain Race.[1]

1984 kenterte e​r mit seinem Mitsegler Eric Blunn m​it dem Trimaran Beefeater II v​or Kap Hoorn während d​es Rekordversuches New YorkSan Francisco. Beide Segler verbrachten 19 Stunden i​m kalten Wasser, b​evor sie gerettet wurden.[1]

Blyth n​ahm als Co-Skipper gemeinsam m​it Richard Branson a​n der Virgin Atlantic Challenger I u​nd der Virgin Atlantic Challenger II i​n den Jahren 1985 u​nd 1986 t​eil und gewann d​as Blaue Band d​es Atlantik (Blue Riband o​f the Atlantic).

Chay Blyth organisierte 1989 d​as British Steel Challenge, u​m dann d​ie Firma Challenge Business z​u gründen. Diese Veranstaltung ermöglichte es, d​ass Amateure i​n einem professionell organisierten Rennen u​m die Welt segeln konnten.

Auf d​ie British Steel Challenge folgten nacheinander z​wei BT Global Challenge Rennen i​n den Jahren 1996/1997 u​nd 2000/2001. Probleme a​uf Seiten d​er Sponsoren konnten n​icht gelöst werden, sodass d​as Global Challenge Rennen 2004/2005 o​hne Hauptsponsor stattfand.

Im Jahre 1997 erhielt Chay Blyth d​ie Ritterwürde u​nd wurde z​um Knight Bachelor v​on Königin Elisabeth II. geschlagen für s​eine Verdienste u​m den Segelsport u​nd durfte s​ich nun Sir Chay Blyth nennen.[1]

Karriere als Geschäftsmann

Sir Chay Blyth gründete d​ie Firma Challenge Business, u​m die Regatta Global Challenge Round t​he World z​u organisieren u​nd durchzuführen. Das Chartered Institute o​f Marketing verlieh i​hm die Auszeichnung The Companion o​f Honour i​m Jahr 2000 für s​eine Verdienste u​m ein professionelles Marketing.

Sir Chay i​st der Vorsitzende v​on Inspiring Performance. Er i​st auch Vorstandsvorsitzender d​er Eisenbahngesellschaft First Great Western.

Als Vorsitzender v​on Challenge Business w​urde er z​um Förderer d​er britischen Seglerin Denise Caffari b​ei ihrem erfolgreichen Versuch i​n den Jahren 2005/2006 a​ls erste Frau einhand g​egen die vorherrschende Windrichtung v​on Ost n​ach West d​ie Erde z​u umsegeln.[5]

Ehrungen

Schriften

  • mit John Ridgway: A fighting chance. Hamlyn, 1966.
  • Chay Blyth: The Impossible Voyage, His own story of the first solo non-stop wrong way round the world sail.
  • Chay Blyth: Theirs is the glory, Great Britain II and the Round the World Race. Hodder and Stoughton, 1974, ISBN 0-340-18518-X.

Einzelnachweise

  1. Sir Chay Blyth CBE BEM – Biographie Abgerufen am 27. Februar 2009 (englisch)
  2. The Ocean Rowing Society: John Ridgway and Chay Blyth Abgerufen am 27. Februar 2009
  3. Karte: Reise der British Steel Abgerufen 27. Februar 2009
  4. Reflections on the design of Brittany Ferries G.B. Abgerufen 27. Februar 2009
  5. Wirtschaftswoche: Denise Caffari – 178 Tage Gegenwind Abgerufen am 28. Februar 2009
  6. Sir Chay Blyth, CBE, BEM – Scottish Sports Hall of Fame. In: sshf.sportscotland.org.uk. Abgerufen am 26. Oktober 2020 (englisch).
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