Antoinette 8V

Der Antoinette 8V i​st ein v​on Léon Levavasseur konstruierter Achtzylinder-V-Flugmotor, d​er nach d​em Ottoverfahren arbeitet. Er w​urde zwischen 1906[1] u​nd 1908[2] gebaut u​nd gilt a​ls einer d​er ersten i​n Serie hergestellten Motoren m​it Saugrohreinspritzung. Verwendung f​and er i​n unterschiedlichen Flugzeugtypen. Später w​urde die Leistung d​es Motors verdoppelt.[3] Ferner g​ab es a​uch Modelle m​it 16 u​nd 32 Zylindern.[4] Benannt i​st der Motor n​ach Antoinette Gastambide.[5]

Société Antoinette
Antoinette 8V

Antoinette 8V

Antoinette 8V
Produktionszeitraum: 1906–1908
Hersteller: Société Antoinette
Funktionsprinzip: Otto
Motorenbauform: V8-Motor
Ventilsteuerung: Auslass: SV

Einlass: Schnüffelventil
Bohrung: 110 mm
Hub: 105 mm
Hubraum: 7983 cm3
Gemischaufbereitung: Saugrohreinspritzung
Motoraufladung:
Kühlsystem: Flüssigkeitskühlung
Leistung: ca. 37 kW
Masse: 95 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: keines

Technik

Der Antoinette 8V i​st ein Achtzylinder-V-Motor v​on 8 Liter Hubraum u​nd einer Leistung v​on rund 50 hp (etwa 37 kW) b​ei 1100 min−1.[6][2]

Das Kurbelgehäuse des Motors hat die Form eines Winkelprismas und ist aus Aluminium gefertigt. Die beiden Zylinderreihen (Zylinderbänke) bilden ein V mit 90°-Öffnungswinkel. Frühe Motoren hatten gegossene Einzelzylinder mit einem Kupfermantel und aufgesetzten einzelnen gegossenen Zylinderköpfen. 1909 wurden leichtere Sackzylinder (Zylinder und Kopf in einem Stück) aus Stahl eingeführt. Damit je zwei Pleuelstangen die Kraft auf eine Kurbelwellenkröpfung übertragen können, sind die Zylinderreihen leicht versetzt. Die Kurbelwelle hat somit insgesamt vier Kröpfungen und ist fünffach gelagert. Über der Kurbelwelle ist die Nockenwelle eingebaut, die über ein Zahnradpaar von der Kurbelwelle aus angetrieben wird. Über Stößel betätigt die Nockenwelle pro Zylinder je ein stehendes Auslassventil, das in einer Tasche im Zylinderkopf eingebaut ist. Über dem Auslassventil ist je Zylinder ein Schnüffelventil eingebaut. Über den Schnüffelventilen ist in den Ansaugrohren der Zylinder je etwas Platz bemessen, in den das Benzin eingespritzt wird. Beim Ansaughub des Kolbens wird das Benzin zusammen mit der Luft durch das Schnüffelventil in den Zylinder gesaugt, wobei es zerstäubt wird und sich mit der Luft mischt. Die Einspritzpumpe ist zahnradgetrieben und hat einen variablen Kolbenhub, sodass die Einspritzmenge angepasst werden kann.[4]

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Einzelnachweise

  1. Richard van Basshuysen (Hrsg.): Ottomotor mit Direkteinspritzung – Verfahren · Systeme · Entwicklung · Potenzial, 3. Auflage, Springer Vieweg, Wiesbaden, 2013, ISBN 978-3-658-01408-7, S. 5
  2. Reinhard Keimel: Österreichs Luftfahrzeuge: Geschichte der Luftfahrt von den Anfängen bis Ende 1918, H. Weishaupt, 1981, S. 464
  3. Hans von Lüneberg: Geschichte der Luftfahrt: Luftschiffe, Reinhard Welz Vermittler Verlag e.K., 2003, ISBN 978-3-937081-63-2, S. 66
  4. Staff of "The Motor": The Aero Manual. Temple Press Ltd., London 1909, S. 148+149 (archive.org).
  5. Bill Gunston: World encyclopaedia of aero engines. 2. Auflage. Patrick Stephens Limited, Wellingborough 1989, ISBN 1-85260-163-9, S. 14 (Erstausgabe: 1886).
  6. Walter T. Bonney: The heritage of Kitty Hawk, W. W. Norton, 1962, S. 84
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