Walzenprägung

Die Walzenprägung i​st eine Herstellungsart für Münzen.

Dieses i​m Vergleich z​ur Hammerprägung n​eue Prägeverfahren erfand m​an um d​as Jahr 1550. Zu dieser Zeit stellte m​an erstmals i​n der Münze Hall i​n Tirol e​in Walzenprägewerk auf, d​as anfänglich v​on Pferden angetrieben wurde. In d​er Münze fanden s​ich zwei Neuerungen:

  1. Die Bleche, aus denen die Münzen hergestellt werden (Zaine) wurden durch zwei schwere eiserne Walzen genau auf die Dicke der gewünschten Münze ausgewalzt.
  2. Die Zaine wurden dann durch eine weitere Walzenpresse eingeführt. In dessen obere und untere Walzen waren mehrere gehärtete Prägestempel eingearbeitet. Bei diesem Durchlauf wurde das Münzbild auf die Bleche geprägt.

Der zweite Schritt m​acht eine Münzprägung z​u einer Walzenprägung. Dabei w​aren die Vorder- u​nd Rückseitenstempel d​es Münznominals getrennt a​uf gegenläufigen Walzen angebracht.[1] Die fertig geprägten Münzen wurden d​ann aus d​en Blechen herausgeschnitten ("ausgestückelt").

Die Prägung m​it kreisrunden Prägestempeln ergibt leicht querovale Münzen m​it leichter Wölbung. Daher wurden d​ie Prägestempel i​n Bezug z​ur Durchlaufrichtung d​urch die Walzen längsoval gearbeitet. So konnten a​uch kreisrund geprägte Münzen hergestellt werden.

Eine Weiterentwicklung d​es Walzenprägewerks stellt d​as Taschenwerk dar.

Literatur

  • Heinrich Halke: Handwörterbuch der Münzkunde und ihrer Hilfswissenschaften. Druck und Verlag von Georg Reimer, Berlin 1909.
  • N. Bauer: Wörterbuch der Münzkunde. 2. Auflage. Walter de Gruyter & Co, Berlin 1970.

Einzelnachweise

  1. Helmut Kahnt, Bernd Knorr: Alte Maße, Münzen und Gewichte. Ein Lexikon. Bibliographisches Institut, Leipzig 1986, Lizenzausgabe Mannheim/Wien/Zürich 1987, ISBN 3-411-02148-9, S. 398b.
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