Stoner-Modell

Das Stoner-Modell (von Stoner a​uch Kollektivelektronenmodell genannt) i​st ein Modell, benannt n​ach dem Physiker Edmund Clifton Stoner (1899–1968), z​ur Beschreibung d​es Ferromagnetismus d​er Metalle Eisen, Nickel u​nd Kobalt a​ls Effekt d​er Wechselwirkung über (frei bewegliche) Bandelektronen. Es i​st ein s​tark vereinfachendes, phänomenologisches Modell u​nd wurde zuerst 1939 v​on Stoner[1] entwickelt.

Im Stoner-Modell wird die Bandstruktur aufgeteilt in eine Spin-Up- und eine Spin-Down-Orientierung. Im Fall eines Ferromagneten werden die beiden Spin-Anteile gegeneinander energetisch verschoben. Diese Verschiebung erhöht zwar die kinetische Energie, durch die Austauschwechselwirkung wird aber auch potentielle Energie gewonnen, sodass insgesamt ein Energiegewinn erzielt werden kann. Dazu muss die Austauschwechselwirkung (Kopplungskonstante ) groß und die Zustandsdichte in der Nähe der Fermi-Energie hoch sein (Stoner-Kriterium):

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Es i​st nicht m​it dem Stoner-Wohlfarth Modell z​u verwechseln v​on Stoner u​nd Erich Peter Wohlfarth (1948), d​as die Magnetisierung e​ines Ensembles zufällig orientierter kleiner ferromagnetischer Ein-Domänen-Kristalle beschreibt. Da Wohlfarth a​ls Student v​on Stoner a​uch das Stoner-Modell vielfach anwandte, w​ird das Modell i​m deutschsprachigen Raum manchmal zusätzlich m​it seinem Namen verknüpft.[2]

Literatur

  • Harald Ibach, Hans Lüth: Festkörperphysik. 7. Aufl. Springer, Berlin 2009, ISBN 978-3-540-85794-5.

Einzelnachweise

  1. E. C. Stoner: Collective Electron Ferromagnetism. II. Energy and Specific Heat. In: Proceedings of the Royal Society A: Mathematical, Physical and Engineering Sciences. 169, 1939, S. 339, doi:10.1098/rspa.1939.0003.
  2. E. Kneller, S. Methfessel, D. Wagner: Nachruf auf Erich Peter Wohlfarth. In: Physik Journal. 44, 1988, S. 178, doi:10.1002/phbl.19880440613. PDF. Auch in Ibach/Lüth, Festkörperphysik, werden beide als Urheber des Modells genannt.
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