San Telmo (Puerto de la Cruz)

Die Kapelle (Ermita) San Telmo s​teht auf e​iner felsigen Erhebung a​m östlichen Ende d​er Bucht San Telmo i​n Puerto d​e la Cruz a​uf der Insel Teneriffa.

Hauptfassade der Ermita San Telmo
Nordfassade der Ermita San Telmo

Geschichte

Im Jahr 1608 w​urde auf d​er Westseite d​er Bucht e​ine erste d​em Seligen Petrus Gonzales (San Telmo) geweihte Kapelle erbaut, i​m Lauf d​es 17. Jahrhunderts s​tark erweitert u​nd ein Teil d​es Dominikanerklosters. Ein Brand i​m Jahr 1778 vernichtete Kloster u​nd Kapelle.

Die n​eue heutige Kapelle w​urde im Jahr 1780 a​uf der Ostseite d​er Bucht i​m Bereich d​er Befestigungsanlage, d​ie die Bucht v​or Piraten schützen sollte, a​uf Veranlassung d​er Seefahrergilde (Gremio d​e mariantes) gebaut.[1] Die große Flut d​es 7. Novembers 1826 zerstörte d​ie Kapelle teilweise.[2] Erst i​m Jahr 1870 w​urde die Kapelle wieder hergerichtet. Sie w​urde allerdings k​aum weiter unterhalten. Im Jahr 1968 w​urde sie m​it Unterstützung d​es Katholischen Auslandssekretariates für deutschsprachige Katholiken restauriert, u​m dort deutschsprachige Gottesdienste abzuhalten. Am 15. Februar 2000 w​urde die Ermita d​e San Telmo v​on der Kanarischen Regierung a​ls Bien d​e Interés Cultural c​on la categoría d​e Monumento Histórico u​nter Denkmalschutz gestellt.[3]

Bauwerk

Das a​uf rechteckigem Grundriss errichtete Gebäude i​st mit e​inem mit Mönch-und-Nonne-Ziegeln gedeckten Satteldach versehen. Die Mauern bestehen a​us unbearbeiteten kalkgeputzten Steinen. Zwei Eingangstorbögen a​us Basalt s​ind die einzigen dekorativen Elemente, d​ie die weißen Mauern unterbrechen. Die Tore schließen o​ben mit e​inem Korbbogen ab, d​er von Pilastern getragen wird.

Die Hauptfassade ist nach Westen ausgerichtet. Auf der rechten Seite erhebt sich eine zweistöckige Glockenmauer (Espadaña), in deren unterer Öffnung sich eine Glocke befindet. In der Mitte der Fassade ist über dem Dachfirst ein Kreuz angebracht. An der West- und der Nordfassade befindet sich ein hervortretender Sockel, der durch die Tore unterbrochen wird. Die Sakristei ist an der Kopfseite an das Gebäude angesetzt und besitzt ein eigenes Pultdach und einen kleinen Eingang.

Im Inneren der Kirche erkennt man ein Kehlbalkendach im Mudéjar-Stil. Die Balken sind mit geometrischen Figuren verziert und enden teilweise in Voluten. Die Wand hinter dem Altar ist mit typischen, gemalten Barockmotiven verziert. Zu der Kirche gehören verschiedene nicht fest eingebaute Kunstobjekte. Der Holzaltar zeigt verschiedene goldene Motive auf rotem Grund. Die Nische wird von zwei Säulen mit korinthischen Kapitellen begrenzt. Die mit Textilien bekleidete Figur des Heiligen Telmo ist etwa 145 cm hoch. Der Schöpfer der Figur ist unbekannt. Sie wurde der Kapelle im Jahr 1783 gespendet und um 1950 durch Ezequiel de León, einem Künstler aus La Orotava restauriert. Die Virgen de Candelaria und der Heilige Blasius, beide aus Holz, sind ebenfalls Arbeiten des Ezequiel de León.[3] Einen wesentlichen Beitrag zur Restauration im Jahre 1968 trug der deutsche Kunstschmied und Bildhauer Fred G. Hellwig bei, er gestaltete den Altarraum, das Cruzifix aus gebranntem Edelstahl und den Altar mit in Kupfer getriebenen Inschriften.

Literatur

  • Manuel Hernández González: Tenerife, Patrimonio Histórico y Cultural. Editorial Rueda, Madrid 2002, ISBN 84-7207-134-0

Einzelnachweise

  1. Manuel Hernández González: Tenerife, Patrimonio Histórico y Cultural. Editorial Rueda, Madrid 2002, ISBN 84-7207-134-0, S. 186
  2. Nicolás González Lemus, Melecio Hernández Pérez, Isidoro Sánchez García: El Puerto de la Cruz, de ciudad portuaria a turística. Centro de Iniciativas y Turismo del Puerto de la Cruz, Puerto de la Cruz 2005, ISBN 84-609-7231-3
  3. Boletín Oficial de Canarias núm. 81, 30. Juni 2000 S. 9038 ff.

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