Riedbach (Mattervispa)

Der Riedbach i​st ein über 4,8 Kilometer langer Gebirgsbach i​m Schweizer Kanton Wallis. Er w​ird vom Riedgletscher gespeist. Der Riedbach i​st ein Gebirgsbach m​it nivo-glazial geprägtem Abflussregime. Tägliche Spitzenabflüsse erreichen i​m Sommer e​twa 4 m.

Riedbach
Der Riedbach und der Riedgletscher oberhalb vom Lerchji aus gesehen, das auf der linken Seite des Mattertals auf 1798 m ü. M. liegt.

Der Riedbach u​nd der Riedgletscher oberhalb v​om Lerchji a​us gesehen, d​as auf d​er linken Seite d​es Mattertals a​uf 1798 m ü. M. liegt.

Daten
Gewässerkennzahl CH: 4184
Lage Bezirk Visp, Kanton Wallis, Schweiz
Flusssystem Rhone
Abfluss über Mattervispa Vispa Rhone Mittelmeer
Ursprung Riedgletscher
46° 9′ 3″ N,  50′ 21″ O
Quellhöhe ca. 2258 m ü. M.
Mündung beim Weiler Riedmatten nördlich von St. Niklaus Dorf in die Mattervispa
46° 11′ 7″ N,  48′ 32″ O
Mündungshöhe 1070 m ü. M.
Höhenunterschied ca. 1188 m
Sohlgefälle ca. 25 %
Länge 4,8 km
Gemeinden St. Niklaus

Der Riedbach fliesst n​ach Austritt a​us dem Gletschertor d​es Riedgletschers über e​in Gletschervorfeld m​it einer Gerinneneigung v​on etwa 3 %. Nach über e​inem Kilometer erreicht e​r einen Gefällsknickpunkt, d​er nachfolgende Abschnitt h​at ein Gefälle v​on etwa 40 %. Nach weiteren 500 m w​ird ein Grossteil d​es Wassers z​ur Stromgewinnung d​urch die Kraftwerke Mattmark AG gefasst.

Der Riedbach fliesst nördlich v​on St. Niklaus Dorf b​eim Weiler Riedmatten i​n die Mattervispa, w​obei er a​uch die Grenze z​um Weiler Lochmatten bildet.

«Wasserleite» (Suonen) und Wanderungen

Weil d​ie Niederschlagsmenge i​m Mattertal s​ehr niedrig ist, w​ar eine rentable Landwirtschaft s​eit jeher n​ur mit herangeführtem Wasser denkbar.

«Wasserleite»BeschreibungAnschlusshöheEndhöheLängeSchwierigkeit der WanderungWeiteres
«Wasserleita» Eggeri, früher auch Bärgeri genanntDie «Wasserleita» Eggeri erstreckt sich talauswärts Richtung Norden nach Grächen bis Egga (Ortsteil von Grächen) und Bärgji (Weiler nordöstlich von Grächen) hin und ist zwecks landwirtschaftlicher Nutzung voll bewässert.1840 m, rechte Seite des Riedbachs1738 m6,2 kmDer Wanderweg entlang der «Wasserleita» Eggeri ist markiert und weist die Schwierigkeit T1 auf. Die Begehung der «Wasserleita» Eggeri kann mit der der «Wasserleita» Drieri kombiniert werden. Auf der «Wasserleita» Eggeri kann zudem das inszenierte Suonenerlebnis «Zauberwasser» genossen werden.Die «Wasserleita» Eggeri wurde im Jahre 1603 errichtet, als Gasenried mit Grächen einen Vertrag zur Wassernutzung des Riedbaches schloss. Erhalten ist ein Reglement von 1618. Ursprünglich brachte die «Wasserleita» ihr Wässerwasser bis nach Stalden zu den Weilern Illas, Liechtbiel und Bheich. Die diesbezüglichen Spuren vom Weiler Bärgji bis hinaus zum Äbibärg sind noch heute deutlich zu erkennen.
«Wasserleita» ChilcheriDie «Wasserleita» Chilcheri erstreckt sich talauswärts Richtung Norden gegen Grächen in die Gegend der Kirche hin und ist zwecks landwirtschaftlicher Nutzung voll bewässert.1799 m, rechte Seite des Riedbachs1624 m3,9 kmDer Wanderweg entlang der «Wasserleita» Chilcheri ist markiert und weist die Schwierigkeit T1 auf.Die «Wasserleita» Chilcheri findet in einem Vertrag aus dem Jahre 1639 Erwähnung, der die Wiedereröffnung der «Wasserleita» festlegt, die zuvor lange stillgestanden war.
«Wasserleita» DrieriDie «Wasserleita» Drieri erstreckt sich talauswärts Richtung Norden gegen Grächen hin und ist zwecks landwirtschaftlicher Nutzung voll bewässert.1738 m, rechte Seite des Riedbachs1685 m3 kmDer Wanderweg entlang der «Wasserleita» Drieri ist markiert und weist die Schwierigkeit T1 auf. Die Begehung der «Wasserleita» Drieri kann mit der der «Wasserleita» Eggeri kombiniert werden. Ein Arm der Drieri fliesst nach Gasenried und wird Zwillingsschwester bzw. Ober Niwa genannt.Die «Wasserleita» Drieri findet in einem historischen Dokument aus dem Jahre 1618 Erwähnung.
«Wasserleita» BineriDie «Wasserleita» Bineri erstreckt sich talauswärts Richtung Norden nach Grächen bis Bina (Ortsteil von Grächen) hin und ist zwecks landwirtschaftlicher Nutzungvoll bewässert.1705 m, rechte Seite des Riedbachs1638 m3,2 kmDer Wanderweg entlang der «Wasserleita» Bineri ist markiert und weist die Schwierigkeit T1 auf. Einige Abschnitte verlaufen noch in historischen Holzchännel.Der Bineri-Vertrag von 1603 erlaubt den Geteilen diese «Wasserleita» zu bauen, da sie schon vor langer Zeit eine «Wasserleita» am Riedbach gefasst hätten, diese aber aufgrund des vorrückenden Riedgletschers aufgeben mussten.
«Wasserleita» MattwasserDie «Wasserleita» Mattwasser erstreckt sich oberhalb St. Niklaus Dorf zuerst Richtung Westen und dann taleinwärts Richtung Süden zur Flur Balmu, die sich oberhalb der Weiler Balacker (1177 m) und Biffig (1272 m) der Gemeinde St. Niklaus befindet. Zwecks landwirtschaftlicher Nutzung wird sie teils bewässert.1705 m, linke Seite des Riedbachs1450 m3 kmDer Wanderweg entlang der «Wasserleita» Mattwasser ist zum Teil markiert und weist die Schwierigkeit T2 auf.Bis 1942 führte die «Wasserleita» Mattwasser Wässerwasser bis zum Weiler Mattsand.
«Wasserleita» NieschwasserDie «Wasserleita» Nieschwasser erstreckt sich talauswärts Richtung Norden vorbei an der Kapelle Schalbetten entlang dem heutigen Strassenverlauf nach Gasenried hin.1692 m, rechte Seite des Riedbachs1658 m0,5 km
«Wasserleita» NiwaDie «Wasserleita» Niwa erstreckt sich talauswärts Richtung Norden zu den Weilern Rossen (1280 m) und Bodmen (1330 m) der Gemeinde St. Niklaus hin und ist zwecks landwirtschaftlicher Nutzung teils bewässert. Auf den ersten 800 m ist sie verrohrt. Früher trieb sie auch noch zwei Mühlen mit Horizontalrad an, die heute nicht mehr funktionstüchtig aber noch vorhanden sind.1506 m, rechte Seite des Riedbachs1350 m1,3 kmDer Wanderweg entlang der «Wasserleita» Niwa ist unmarkiert und weist die Schwierigkeit T2 auf.
«Wasserleita» StockwasserDie «Wasserleita» Stockwasser erstreckt sich oberhalb St. Niklaus Dorf taleinwärts Richtung Süden gegen die Weiler Stock (1116 m) sowie Balmatten (1100 m) der Gemeinde St. Niklaus hin und ist zwecks landwirtschaftlicher Nutzung teils bewässert.1406 m, linke Seite des Riedbachs1158 m2,2 kmDer Wanderweg entlang der «Wasserleita» Stockwasser ist unmarkiert und weist die Schwierigkeit T2 auf.
«Wasserleita» WichjeriDie «Wasserleita» Wichjeri erstreckt sich oberhalb St. Niklaus Dorf talauswärts Richtung Norden zum Weiler Wichel der Gemeinde St. Niklaus (1185 m) hin und ist zwecks landwirtschaftlicher Nutzung voll bewässert.1245 m, rechte Seite des Riedbachs1160 m0,7 kmDer Wanderweg entlang der «Wasserleita» Wichjeri ist unmarkiert und weist die Schwierigkeit T1 auf.Die «Wasserleita» Wichjeri wurde im Jahre 1960 erstellt.

Kraftwerke Mattmark AG (KWM)

Die Kraftwerke Mattmark AG w​urde 1959 gegründet. Der Zuleitungsstollen d​es Riedbachs, d​er sich i​n 1808 m ü. M. n​ach Osten d​urch das Mischabelmassiv i​n den Druckstollen bohrt, i​st 5,1 km l​ang und h​at ein Gefälle v​on 3 ‰. Der Fallrechen d​er Riedbachfassung i​st 3,5 m b​reit und 8 m lang. Im Jahre 2008 w​urde der Entsander Schweiben erstellt, d​er in e​iner 1'000 m3 grossen Kaverne d​as Gletscherwasser d​es Riedbachs u​nd des Schweibbachs filtert. Im Jahre 2009 w​urde die Wasserfassung d​es Riedbachs a​uf eine maximale Wassermenge v​on 4 m3/s ausgebaut.

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