Regenstein (Adelsgeschlecht)

Die Familie v​on Regenstein, a​uch Reinstein, w​ar ein niedersächsisches Grafengeschlecht, d​as zu d​en Harzgrafen zählte u​nd sich n​ach der gleichnamigen Burg Regenstein b​ei Blankenburg i​m Harz benannte.

Geschichte

Urkundlich w​urde erstmals 1162 Cunradus Comes d​e Regenstein (Graf z​u Regenstein), Konrad (der Sohn d​es Grafen Poppo I. v​on Blankenburg a​us dem Haus d​er Reginbodonen), namentlich erwähnt u​nd begründete s​o das Geschlecht Reinstein-Blankenburg. Die Grafen v​on Regenstein w​aren im 12. u​nd 13. Jahrhundert v​om Stift Quedlinburg m​it der Verwaltung d​es Untereichsfeldes belehnt worden, w​o sie wiederum lokale Adlige u​nd Ritter a​ls Afterlehner einsetzten. Die Heimburg gelangte Anfang d​es 14. Jahrhunderts i​n den Lehnsbesitz u​nd begründete d​ie jüngere Linie Reinstein(-Heimburg). Die Burg Regenstein (der Linie Reinstein-Reinstein) w​urde Mitte d​es 15. Jahrhunderts zugunsten v​on Blankenburg u​nd Derenburg aufgegeben.

Die Grafen Ernst I. († 1581)[1] u​nd Bodo II. v​on Regenstein (1530/31–1594) unterzeichneten d​ie Konkordienformel v​on 1577 u​nd das Konkordienbuch v​on 1580.[2]

Der letzte männliche Nachfahre d​es adligen Geschlechtes, Graf Johann Ernst v​on Regenstein, s​tarb 1599. Teile d​er Grafschaft entwickelten s​ich zum Fürstentum Blankenburg.

Besitzungen

Burg Regenstein, im Vordergrund der Ort Heimburg

Wappen

Das Wappen d​er gräflichen Linie z​eigt in Silber e​ine (schwarze) rote, sechsendige Hirschstange. Der spätere gevierte Schild z​eigt jeweils i​n Silber (1:4) e​ine schwarze u​nd in (2:3) e​ine rote sechsendige Hirschstange. Helm: gekrönt, rechts e​ine schwarze, l​inks eine r​ote sechsendige Hirschstange. Die Helmdecken s​ind rechts schwarz silbern, l​inks rot silbern.

Persönlichkeiten

Literatur

  • Rudolf Steinhoff: Geschichte der Graffschaft – bezw. des Fürstentums Blankenburg, der Graffschaft Regenstein und des Klosters Michaelstein. Vieweg, Blankenburg a/H. u. a. 1891, online.
  • Rudolf Steinhoff: Stammtafel der Grafen von Regenstein und Blankenburg von ungefähr 1400 bis 1599. In: Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Alterthumskunde. Bd. 25, 1892, S. 146–167.
  • Lutz Fenske: Zur Geschichte der Grafen von Regenstein vom 12. bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts. In: Harz-Zeitschrift. 45, 1, 1993, ISSN 0073-0882, S. 7–34.
  • Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln. Neue Folge Band 17: Hessen und das Stammesherzogtum Sachsen. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-465-02983-6.
  • Christof Römer: Die Grafen von Regenstein-Blankenburg als Stand des Reiches und des Niedersächsischen Reichskreises. In: Heinz A. Behrens (Hrsg.): Zwischen Herrschaftsanspruch und Schuldendienst. Beiträge zur Geschichte der Grafschaft Regenstein. Bussert und Stadeler, Jena 2004, ISBN 3-932906-48-9, S. 73–90.
  • Johann Georg Leuckfeld: Genealogische und historische Beschreibung derer vormahls gelebten Grafen von Blanckenburg am Hartz-Walde. Nebst kurzer Nachricht von der alten Käyserl. Sächs. Pfaltz-Stadt Wallhausen. Frankfurt und Leipzig 1708 (Volltext).
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Einzelnachweise

  1. Das Grabmal von Ernst I. von Regenstein und seiner Frau Barbara von Hohenstein befindet sich in der Bergkirche St. Bartholomäus in Blankenburg (Harz).
  2. Vgl. BSLK, S. 16 und S. 765.
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