Preßwitz

Preßwitz w​ar ein Ort i​m heutigen Landkreis Saalfeld-Rudolstadt i​n Thüringen, d​er im Hohenwarte-Stausee versunken ist.

Geschichte

Am heutigen Stausee d​es Saaletals befindet s​ich die „Preßwitzer Spitze“, d​ies ist e​in Forstgebiet a​m Lettersberg, zugleich e​ine Halbinsel e​twa einen Kilometer Luftlinie östlich d​er Ortslage Hohenwarte. Sie w​urde nach d​em Ort Preßwitz benannt, welcher s​ich am Westhang d​es Lettersberg befand u​nd nach d​em Bau d​er Staumauer überflutet wurde.

Ursprünglich k​ommt „Preßwitz“ v​om sorbischen Namen „breza“ u​nd bedeutet „Birke“. Der Ort w​urde erstmals 1125 erwähnt. Im Laufe d​er Zeit w​urde daraus d​er Name „Preßwitz“. Auf älteren topographischen Karten i​st der Ort a​ls Straßendorf dargestellt.

Die topographische Lage war für die Bewohner recht ungünstig, da sich etwa 80 Prozent der Wald-, Wiesen- und Ackerflächen des Dorfes auf dem jenseitigen Ufer der Saale befanden. Erst 1902 erhielt der Ort eine massive Brücke. Preßwitz lag bis 1918 im Leutenberger Gebiet der Oberherrschaft des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt. Für die Zwecke der Stromgewinnung, in Verbindung mit der Funktion als Trinkwasser-Reservoir und Hochwasserschutz wurde seit Anfang der 1930er Jahre ein Plan für den Bau der Saalekaskade aus mehreren Wasserkraftwerken umgesetzt. Im Jahre 1938 wurde auf Grund der bevorstehenden Flutung das Dorf evakuiert. Nach einem gemeinsamen letzten Gottesdienst verließen die noch übrig gebliebenen Bewohner Preßwitz. Seit der Überflutung ist das Wasser an der Stelle, wo sich einst Preßwitz befand, ca. 40 Meter tief.

Quellen

  • Friedrich Lundgreen: Im Stausee von Hohenwarte verschwunden. Die Geschichte von Preßwitz und Saalthal. Streitberger Verl., Pößneck 1938

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