Peter Ablinger

Peter Ablinger (* 15. März 1959 i​n Schwanenstadt) i​st ein österreichischer Komponist.

Leben

Peter Ablinger w​urde 1959 i​n Schwanenstadt i​n Oberösterreich geboren. Er besuchte d​ie Graphik-HTL i​n Linz u​nd studierte v​on 1977 b​is 1982 Jazzklavier i​n Graz. Außerdem studierte e​r Komposition b​ei Gösta Neuwirth i​n Graz u​nd Roman Haubenstock-Ramati i​n Wien. Seit 1982 l​ebt er i​n Berlin.

Ablinger konzentrierte s​ich bis 1994 a​uf kammermusikalische Besetzungen, danach beschäftigte e​r sich a​uch mit Elektroakustik u​nd Klanginstallation.

Seit 1980 arbeitet e​r am Werkkomplex "Weiss/Weisslich", welcher s​ich mit d​en verschiedenen Aspekten d​es weißen Rauschens beschäftigt u​nd sich d​abei unterschiedlicher Medien bedient: Instrumente, Installationen, Objekte, Elektro-akustische Stücke, Hinweisstücke, Prosa-Stücke, Musik o​hne Klänge; insgesamt 36 Teile.

Im Mai 2012 w​urde Ablinger a​ls Mitglied i​n die Akademie d​er Künste i​n Berlin berufen, welche Wahl e​r annahm. Die Mitgliedschaft s​etzt voraus, d​ass Künstler a​ktiv an d​en Aufgaben d​er Akademie mitwirken, s​o dass e​r zukünftig weitere Präsenz i​n der Akademie zeigen wird.[1]

Engagements, Auszeichnungen (Auswahl)

  • 1982–90 an der Musikschule Kreuzberg tätig
  • 1988 Gründung des Ensembles Zwischentöne
  • 1990–92 Leitung der Klangwerkstatt
  • 1993 Gastprofessur in Graz
  • 1996 Organisation von Zeit Geben 1-3; Gastkomponist des IEM Graz; Stipendiat der Heinrich Strobel Stiftung
  • 1997 Leitung der Insel Musik Berlin
  • 1998 Förderpreis des Kunstpreis Berlin; Konzertreihe 10 Jahre Zwischentöne
  • 1999 Gastdozent der Wiener Tage für zeitgenössische Klaviermusik; Konzertreihe Musik für Orte 1-3
  • 2000 Konzertreihe „Für Christian, Nader und Pauline“
  • 2001 Stipendium der Villa Aurora, Los Angeles; Konzertreihe "Musik für den Blick nach draußen"
  • 2002 Gastkomponist des IEM Graz
  • 2007 Andrzej-Dobrowolsky-Kompositionspreis des Landes Steiermark
  • 2020 Österreichischer Kunstpreis für Musik[2]

Werke

Peter Ablingers Werk gliedert s​ich in mehrere parallele Serien: Stücke 1989–94: 12 instrumentale u​nd oder vokale Werke, v​on Solo b​is Kammerorchester (zum Beispiel "Der Regen, d​as Glas, d​as Lachen").

  • Weiss/weisslich: Installationen, elektroakustische Stücke, Objekte, Hinweisstücke, Prosa, Musik ohne Klänge.
  • "Instrumente und Elektro-Akustisch Ortsbezogene Verdichtung" (IEAOV): Stücke für Instrumente und eine Form der Live-Elektronik, durch die Klangfolge in Klangfarbe übersetzt wird.
  • Instrumente und Rauschen: für Instrumente und CD.
  • Quadraturen: Elektroakustische Stücke, Installationen, Stücke für computergesteuerte Klaviere, Ensemble oder Orchester; Die Methode der Quadraturen kann mit der Grobrasterung von Fotografien verglichen werden. Input der Quadraturen ist jeweils eine akustische Fotografie, oder "Phonographie". Output ist ein Klang der in einen anderen, gerasterten Klang überführt wurde.
  • Stücke seit 2001: vielteilige Serien-Stücke (zum Beispiel: "Voices and Piano"), oder mehrteilige Arbeiten, in denen verschiedene musikalische Gattungen, Topoi, Besetzungen miteinander kombiniert sind, zum Beispiel ein Hinweis und ein Instrumentalstück, oder eine Installation, ein Elektronik- und ein Orchesterstück (zum Beispiel "Altar").

Konzerte (Auswahl)

Wiener Festwochen, Berliner Festwochen, Wien Modern, Darmstädter Ferienkurse, Musikprotokoll d​es steirischen herbstes, berlin biennale, MusikTriennale Köln, Prager Frühling, Hörgänge Wien, Donaueschinger Musiktage, Internationales Musikfestival Istanbul, Klangaktionen München, Los Angeles resistance fluctuation, Musica Nova Sofia, Festival o​f Vision Hong Kong, Huddersfield Contemporary Music Festival, Happy d​ays sound festival (Oslo).

Installationen (Auswahl)

Offenes Kulturhaus Linz, Neue Galerie d​er Stadt Graz, Stadttheater Gießen, Neue Musik Rümlingen, Stadtgalerie Kiel, Moltkereiwerkstatt Köln, Podewil Berlin, Maerzgalerie Linz, Diözesanmuseum Köln, Wittener Tage für n​eue Kammermusik, Rote Fabrik Zürich, Santa Monica Museum o​f the Arts, Kunsthalle Karlsplatz Wien, Akademie d​er Künste Berlin, Kunsthaus Graz

Schriften

chronologisch

  • Peter Ablinger – Werkverzeichnis, in: MusikTexte 111, November 2006, S. 16–18
  • Kopfhören. Notizen über das Wahrnehmen, in: MusikTexte 124, Februar 2010, S. 13–17
  • Grundsätzlich Musik. Über Sven-Åke Johansson, in: MusikTexte 129, Mai 2010, S. 10–11
  • Sagen und Zeigen. Variationen einer Differenz, in: MusikTexte 135, November 2012, S. 13–17
  • Cézanne und die Musik. Wahrnehmung und ihre Defizite, in: MusikTexte 140, Februar 2014, S. 31–36
  • Weiß und Schwarz. Über Wahrnehmung und ihr Gegenteil, in: MusikTexte 151, November 2016, S. 6–12
  • Annäherung. Texte, Werktexte, Textwerke, Köln: Edition MusikTexte, 2016, 524 Seiten.

Sekundärliteratur

chronologisch

  • Egbert Hiller: Porträt des österreichischen Komponisten Peter Ablinger, in: MusikTexte Heft 111, November 2006, S. 7–12
  • Trond Olav Reinholdtsen: „Die Klänge interessieren mich nicht“. Ein Email-Interview mit Peter Ablinger, in: MusikTexte Heft 111, November 2006, S. 13–16
  • Florian Neuner: Das Rauschen des Böhmerwalds. Peter Ablingers „Landschaftsoper“, in: MusikTexte Heft 124, Februar 2010, S. 18–20

Einzelnachweise

  1. Neue Mitglieder der Akademie der Künste Akademie der Künste, Pressemitteilung 18. Juni 2012
  2. Österreichischer Kunstpreis vergeben. In: ORF.at. 15. September 2020, abgerufen am 15. September 2020.
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