Paul Liepmann

Paul Liepmann (* 24. Mai 1856 i​n Berlin; † 1932 ebenda) w​ar ein deutscher Richter u​nd Politiker.

Leben

Paul Liepmann studierte Rechts- u​nd Staatswissenschaften a​n den Universitäten Leipzig, Heidelberg, Berlin u​nd Göttingen. 1875 w​urde er Mitglied d​es Corps Guestphalia Leipzig.[1] Nach d​em Studium u​nd der Promotion z​um Dr. jur. schlug e​r die Richterlaufbahn ein. 1887 w​urde er Amtsrichter u​nd 1898 Amtsgerichtsrat i​n Charlottenburg. 1906 n​ahm er a​ls Richter seinen Abschied. Er w​ar der Autor v​on strafrechtlichen Schriften.

Liepmann w​ar Stadtverordneter i​n Charlottenburg u​nd gehörte d​er Zwecksverbandsversammlung Groß-Berlin an. Von 1913 b​is 1918 saß e​r als Abgeordneter d​es Wahlkreises Potsdam 9 (Teltow, Stadtkreis Berlin-Wilmersdorf, Beeskow-Storkow) i​m Preußischen Abgeordnetenhaus. Er w​ar Mitglied d​er Fraktion d​er Nationalliberalen Partei, d​eren Zentralvorstand e​r auch angehörte. Zuvor b​ei der Wahl 1908 w​ar er a​ls erster jüdischer Kandidat d​er Nationalliberalen n​ach fast 30 Jahren n​och seinem konservativen Gegenkandidaten i​n einer Stichwahl unterlegen.[2]

Liepmann w​ar Vorsitzender d​es Vorstands d​er Jacob-Plaut-Stiftung i​n Berlin u​nd gehörte d​em Kuratorium d​er Louis-Liepmann-Stiftung an.[3]

Der deutsche Offizier u​nd Jurist Rudolf Liepmann w​ar sein Sohn.

Auszeichnungen

Schriften

  • Summarisches Strafverfahren in England und Strafverfahren in Schottland, 1908

Literatur

  • Bernhard Mann: Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus 1867–1918 (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3). Droste, Düsseldorf 1988, ISBN 3-7700-5146-7, S. 246.
  • Liepmann, Paul, in: Joseph Walk (Hrsg.): Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. München : Saur, 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 236
  • Paul Liepmann, in: Ernest Hamburger: Juden im öffentlichen Leben Deutschlands : Regierungsmitglieder, Beamte und Parlamentarier in der monarchischen Zeit. 1848–1918. Tübingen : Mohr, 1968, S. 370f.

Einzelnachweise

  1. Kösener Corpslisten 1930, 92, 191
  2. Ernest Hamburger: Juden im öffentlichen Leben Deutschlands: Regierungsmitglieder, Beamte und Parlamentarier in der monarchischen Zeit 1848–1918, 1968, S. 343 (Digitalisat)
  3. Die Wohlfahrtseinrichtungen von Groß-Berlin nebst einem Wegweiser für die praktische Ausübung der Armenpflege in Berlin, 1910, Nr. 104, Nr. 1168 (Digitalisat)
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