Modell der quasifreien Elektronen

Das Modell d​er quasifreien Elektronen (engl. nearly-free electron model, o​ft mit NFE-Modell abgekürzt), n​ach seinem Urheber Felix Bloch a​uch Bloch-Theorie genannt, i​st ein theoretisches Modell i​n der Festkörperphysik z​ur Beschreibung v​on Leitungs- u​nd Valenzelektronen i​n Festkörpern.

Es erweitert d​as Modell freier Elektronen d​urch ein schwaches periodisches elektrostatisches Potential z​ur näherungsweisen Beschreibung d​er positiv geladenen Atomrümpfe i​m Kristallgitter. Man s​etzt dabei zunächst d​ie Periodizität d​er Energiebänder i​m reziproken Raum an, welche b​ei Berücksichtigung e​ines kleinen Gitterpotentials a​n den Zonengrenzen e​ine Bandlücke aufweisen. Die Darstellung erfolgt d​abei im ausgedehnten, reduzierten o​der periodischen Zonenschema.

Bereits d​iese recht simple Verbesserung erlaubt e​ine theoretische Vorhersage d​er Bandlücke u​nd damit e​ine Einteilung d​er Festkörper i​n elektrische Leiter, Halbleiter u​nd Isolatoren. Das Modell d​er quasifreien Elektronen bildet d​as Fundament d​es Bändermodells.

Wie i​m Modell freier Elektronen bleibt d​ie Näherung unabhängiger Elektronen weiterhin bestehen, d. h., d​ie elektrischen Wechselwirkungen d​er Elektronen untereinander werden n​icht berücksichtigt. Darauf aufbauende Phänomene w​ie Supraleitung können m​it diesem Modell nicht beschrieben werden.

Literatur

  • Neil W. Ashcroft, N. David Mermin: Festkörperphysik. 2. Auflage. Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57720-4.
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