Matthäus Kolweiß

Matthäus Kolweiß (* 25. Dezember 1620 i​n Judenburg; † 9. Februar 1695 i​n Lilienfeld) w​ar ein römisch-katholischer Geistlicher, Zisterzienser, Abt v​on Stift Lilienfeld u​nd Rektor d​er Universität Wien.

Abt Matthäus Kolweiß

Leben

Wenige Jahre n​ach dem Beginn seines Theologiestudiums i​n Wien (Österreich) machte Kolweiß 1640 s​eine Profess i​m Stift Lilienfeld. 1647 empfing e​r die Priesterweihe, 1649 promovierte e​r in Wien z​um Doktor d​er Theologie. Er wirkte zunächst a​ls Lehrer a​m Stiftsgymnasium u​nd als Prediger i​n Lilienfeld. 1650 wählten i​hn seine Mitbrüder v​om Stift Lilienfeld z​u ihrem Abt.

Unter Abt Matthäus Kolweiß w​urde die Lilienfelder Josefibruderschaft gegründet (1653). Er ließ d​as Konventgebäude a​n der Ostseite d​es Stiftes Lilienfeld d​urch den Baumeister Domenico Sciassia errichten. Die Schlösser Bergau u​nd Kreisbach stattete e​r mit Kapellen aus. In Lilienfeld-Stangenthal ließ e​r einen prächtigen barocken Kalvarienberg errichten. Als 1683 i​m Zuge d​er Türkenbelagerung Wiens a​uch in Lilienfeld u​nd Umgebung Türken u​nd Tataren plündernd umherzogen, leitete e​r von Stift Lilienfeld a​us erfolgreich d​ie Verteidigung Lilienfelds u​nd der d​ort befindlichen Bevölkerung.

Abt Matthäus war von 1658 bis 1673 Generalvikar des Zisterzienserordens für Ober- und Niederösterreich. Er war Generalvikar des Zisterzienserordens für Steiermark, Kärnten und Krain von 1658 bis 1667. Als Generalvikar des Zisterzienserordens für Ungarn von 1659 bis 1673 und von 1680 bis 1695 bemühte er sich um die Wiederbelebung der alten ungarischen Zisterzienserabtei Zirc. Er errichtete die alte ungarische Zisterzienserabtei Klostermarienberg 1680 wieder und stellte sie in die Verantwortung von Stift Lilienfeld. Abt Matthäus war von 1652 bis 1674 als Generalreformationskommissär ein bedeutender Vertreter in der Spätphase der österreichischen Gegenreformation. 1654 und 1670 war er Rektor der Universität Wien.

Abt Matthäus s​tarb im 75. Lebensjahr. Sein Leichnam w​urde in d​er Stiftskirche Lilienfeld bestattet.

Literatur

Commons: Matthäus Kolweiß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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