Jiangqiao-Kampagne

Die Jiangqiao-Kampagne w​ar eine Reihe v​on Schlachten u​nd kleineren Gefechten infolge d​es Mukden-Zwischenfalls während d​er japanischen Besetzung d​er Mandschurei zwischen d​er Kaiserlich Japanischen Armee u​nd der chinesischen Nationalrevolutionären Armee i​m November 1931. Sie führte z​ur Eroberung d​er chinesischen Provinz Heilongjiang.

Hintergrund

Nach d​em Mukden-Zwischenfall begann d​ie japanische Kwantung-Armee v​on ihren lokalen Stützpunkten a​us zügig m​it der Besetzung d​er chinesischen Provinzen Fengtian u​nd Kirin. Zu dieser Zeit h​ielt sich d​er Gouverneur d​er Provinz Heilongjiang, Wan Fulin, gerade i​n Peking a​uf und w​ar daher n​icht in d​er Lage, d​ie Kontrolle z​u übernehmen. Der chinesische General u​nd de f​acto Herrscher über d​ie Mandschurei, Zhang Xueliang, b​at in e​inem Telegramm a​n die chinesische Regierung i​n Nanjing u​m weitere Instruktionen w​ie er m​it der vakanten Provinzregierung verfahren sollte, setzte jedoch k​urze Zeit später, a​m 16. Oktober, eigenmächtig d​en General Ma Zhanshan a​ls Gouverneur u​nd militärischer Oberbefehlshaber v​on Heilongjiang ein. Ma t​raf einige Tage später, a​m 19. Oktober, i​n Tsitsihar, d​er Hauptstadt d​er Provinz, e​in und übernahm a​m einen Tag später d​ie Amtsgeschäfte. Er begann d​amit die Verteidigungsanlagen d​er Stadt z​u besichtigen u​nd rief e​inen Militärrat ein. Verwaltungsbeamte u​nd Militärs d​ie eine kampflose Kapitulation v​or den Japanern befürworteten wurden v​on ihm i​hres Amtes enthoben.

Schlacht an der Nen-Jiang-Brücke

Anfang November beschloss Ma, die Regierungsanweisung aus Nanjing, nach der jede Konfrontation mit den japanischen Streitkräften zu vermeiden sei, zu missachten und die Japaner an einer Eisenbahnbrücke über den Fluss Nen-Jiang am Einmarsch in Heilongjiang zu hindern. Da diese bereits früher durch Mas Streitkräfte während der Gefechte gegen den projapanischen General Zhang Haipeng gesprengt worden war, befand sich eine japanische Pioniereinheit, gedeckt von etwa 800 Soldaten, gerade dabei, diese wieder in Stand zu setzen. Am 4. November kam es dabei zu Feuergefechten zwischen den Japanern und etwa 2.500 chinesischen Soldaten, welche das andere Flussufer besetzt hielten. Welche Seite dabei zuerst das Feuer eröffnete ist unklar. Nach etwa drei Stunden begannen die chinesischen Truppen sich abzusetzen und nach Tsitsihar zurückzuziehen. Später ordnete Ma einen weiteren Vorstoß unter seiner persönlichen Führung gegen die Brücke an, welcher von den Japanern aufgrund ihrer günstigeren Positionierung und der möglichen Unterstützung durch Panzer und Artillerie erneut zurückgeschlagen werden konnte. Ob die Japaner wirklich durch schwere Waffen unterstützt wurden, ist allerdings unklar. Obwohl sein Plan misslungen war, wurde Ma von der chinesischen Presse nach diesem Gefecht als Held gefeiert, da er es überhaupt gewagt hatte, sich den Japanern entgegenzustellen.

Schlacht von Tsitsihar

Infolge der zwei Niederlagen an der Eisenbahnbrücke über den Nen-Jiang begannen die Japaner weiter auf Tsitsihar vorzurücken und das umliegende Land zu besetzen. Bis zum 15. November hatte Ma so weitere 700 Verluste zu beklagen, wovon etwa 400 gefallen und 300 verwundet worden waren. Trotzdem wies er an diesem Tag ein Ultimatum der Japaner zurück, die Stadt kampflos zu übergeben. Am 17. November begann die japanische Armee unter General Tamon Jirō daher, trotz Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt, einen Angriff auf Tsitsihar. Von Tangchi aus rückten etwa 3.500 japanische Soldaten der 2. Division auf einer Breite von etwa acht Kilometern gegen die Stadt vorzurücken. In dieser hatten sich etwa 8.000 schlecht ausgerüstete Verteidiger verschanzt. Die Schlacht begann mit vereinzelten Kavallerieattacken beider Seiten, wobei eine chinesische Attacke, welche die rechte Flanke der Japaner umgehen sollte, durch japanische Artillerie und Luftunterstützung zurückgeschlagen werden konnte. Die japanische Kavallerie konnte jedoch eine erste Bresche in die chinesische Verteidigung schlagen, in welche Infanterieeinheiten eindringen konnten. Durch ihre überlegene Feuerkraft konnten diese die chinesische Front vollständig auseinanderbrechen und zur Flucht bewegen. Am 19. November ordnete Ma schließlich die Evakuierung der Stadt an und befahl seinen Truppen, sich ostwärts zu wenden und zur Verteidigung von Baiquan und Hailun zu sammeln. Durch die hohen Verluste und das allgemeine Chaos wurden diese Befehle jedoch nicht direkt befolgt. Viel mehr begann eine allgemeine Fluchtrichtung flussaufwärts am Nen-Jiang entlang. An dessen Oberlauf Ma seine Truppen schließlich wieder sammeln konnte. Japanische Truppen, welche die Flüchtlinge verfolgten wurden bei Koshen zurückgeschlagen und erlitten durch das schlechte Wetter auf ihrem Rückzug noch weitere Verluste. Parallel hierzu hatten die Japaner jedoch bereits Tsitsihar besetzt, wodurch sie alle drei Provinzhauptstädte der Mandschurei unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Sie setzten den projapanischen General Zhang Jinghui als neuen Gouverneur ein und stationierten Truppen in der Stadt, welche den lokalen Abschnitt der Ostchinesischen Eisenbahn schützen sollten.

Literatur

  • Anthony Coogan: Northeast China and the Origins of the Anti-Japanese United Front. in Modern China Vol. 20. Nr. 3, Sage Publications, Juli 1994.
  • Yoshihisa Tak Matsusaka: The Making of Japanese Manchuria, 1904–1932. Harvard University Press, Cambridge 2001, ISBN 978-0-674-01206-6.
  • Zwei Kriegsherren, Time Magazine vom 16. November 1931 (engl.). Abgerufen am 15. Juni 2011.
  • Held Ma, Tima Magazine vom 23. November 1931 (engl.). Abgerufen am 15. Juni 2011.
  • Die Route Ma's, Time Magazine vom 30. November 1931 (engl.). Abgerufen am 15. Juni 2011.
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