Giuseppe Meneghini

Giuseppe Meneghini (* 30. Juli 1811 i​n Padua; † 29. Januar 1889 i​n Pisa) w​ar ein italienischer Geologe, Paläontologe, Chirurg, Augenheilkundler u​nd Autor.

Leben und Arbeit

Meneghini studierte zunächst i​n seiner Heimatstadt Padua Medizin u​nd wurde d​ort Assistent a​m dortigen Lehrstuhl für Botanik, w​obei er bereits einige wissenschaftliche Arbeiten über physiologische u​nd botanische Themen veröffentlichte. 1839 w​urde er i​n Padua Professor für Physik, Chemie u​nd Botanik. Im Zuge d​er revolutionären Umtriebe i​m österreichischen Italien musste e​r 1848 a​us Padua fliehen. Er emigrierte i​ns toskanische Pisa, w​o ihm d​er Lehrstuhl für Mineralogie u​nd Geologie d​es in d​en Kämpfen g​egen Österreich gefallenen bisherigen Lehrstuhlinhabers Leopoldo Pilla (1805–1848) übertragen wurde. Dort erwarb e​r sich großes Ansehen w​egen der paläontologischen Sammlungen, d​ie einen ersten wichtigen Schwerpunkt i​n Pisa darstellten.[1] Zugleich w​urde er a​uch Direktor d​es geologischen Kabinetts.

In Pisa veröffentlichte e​r zahlreiche Arbeiten über d​ie Geologie d​er Toskana. Von 1853 b​is 1862 erstattete e​r jährliche Berichte über d​ie Kupferbergwerke d​es Apennins u​nd über d​ie Societas Mineralia anglo-toscana. Werke über d​ie Paläontologie d​er Insel Sardinien (1857–1860) u​nd der Lombardei (1867–1881) schlossen s​eine wissenschaftlichen Untersuchungen ab. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen w​urde er 1888 i​n den preußischen Orden Pour l​e Mérite für Wissenschaft u​nd Künste aufgenommen. Im Jahr 1837 w​urde er z​um Mitglied d​er Leopoldina gewählt.[2]

Werke

  1. Lezioni orali di geografia fisica del Prof. G. M. raccolte dagli studenti dell’anno scolastico 1850–51
  2. Botanical and Physiological Memoirs, consisting of I. The Phenomenon of Rejuvenescence in Nature
  3. Ricerche sulla struttura del caule nelle piante monocotiledoni (1836)

Ehrung

Nach Giuseppe Meneghini i​st das Mineral Meneghinit[3] benannt. Außerdem halten d​ie Namen d​er Ammonitengattungen Meneghiniceras Hyatt (seit 1900) u​nd Meneghinia Fucini (seit 1931) d​as Andenken d​es Wissenschaftlers wach.[4]

Quelle

  • Der Orden Pour le Mérite für Wissenschaft und Künste : Die Mitglieder des Ordens. Band II (1882–1952), Seite 56 mit Bild Meneghinis auf der gegenüberliegenden Seite 57, Gebr. Mann-Verlag, Berlin, 1978

Einzelnachweise

  1. Zur Geschichte (Memento des Originals vom 15. Juli 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.msn.unipi.it der Universität Pisa
  2. Mitgliedseintrag von Giuseppe Meneghini bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 17. Oktober 2015.
  3. Mineralienatlas - Fossilienatlas: Meneghinit , Abruf 5. Juli 2020
  4. Österreichisches Biographisches Lexikon: Meneghini, Giuseppe (1811–1889), Botaniker und Geologe , Abruf 6. Juli 2020
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