Gerlinda Smaus

Gerlinda Smaus (auch: Gerlinda Šmausová, Gerlinda Šmaus), geborene Goetzová (* 13. Dezember 1940 i​n Chranišov/Granesau) i​st eine deutsch-tschechische Soziologin u​nd Kriminologin. Sie g​ilt als Pionierin d​er Feministischen Kriminologie i​m deutschsprachigen Raum.

Leben

Šmausová studierte Soziologie bis zum Diplom-Examen an der Karls-Universität Prag und wechselte dann an die Universität des Saarlandes in Saarbrücken, wo sie als Dr. phil. promoviert (1973) und in Soziologie habilitiert (1997) wurde. Anschließend arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bzw. als Privatdozentin in Saarbrücken.[1] Seit 2001 ist Šmausová ordentliche Professorin für Soziologie an der Masaryk-Universität in Brünn

Sie i​st Mutter v​on drei Kindern.

Bücher (in deutscher Sprache)

  • Der Kulturarbeiter der ČSSR. Versuch einer Berufsrollenanalyse. Peter Lang, Bern, Frankfurt am Main 1974, ISBN 3-261-01429-6 (zugleich: Saarbrücken, Univ., Philos. Fak., Diss. 1974).
  • Das Strafrecht und die Kriminalität in der Alltagssprache der deutschen Bevölkerung, Westdeutscher Verlag, Opladen 1985.
  • Das Strafrecht und die gesellschaftliche Differenzierung. Nomos Verlag, Baden-Baden 1998, ISBN 3-7890-5598-0 (zugleich: Saarbrücken, Univ., Habil.-Schr., 1996).
  • (Hrsg., mit Gabi Löschper) Das Patriarchat und die Kriminologie. 7. Beiheft des Kriminologischen Journal, Weinheim 1999.
  • „Ich bin ich“. Beiträge zur feministischen Kriminologie. Hrsg. von Johannes Feest und Brunilda Pali. Wiesbaden 2000.

Aufsätze (Auswahl)

  • Gesellschaftliche Modelle in der abolitionistischen Bewegung, in: Kriminologisches Journal, 1986, S. 2–22
  • Versuch einer materialistisch-interaktionistischen Kriminologie. In: Kriminologisches Journal, 1986, 179–199.
  • Feministische Erkenntnistheorie und Kriminologie von Frauen.In: Martina Althoff/Sibylle Kappel (Hrsg.) Geschlechterverhältnis und Kriminologie. Weinheim 1995, 9-27.
  • Marx im Sack der Kritischen Kriminologie. Über soziale Ungleichheiten im Kriminalitätsdiskurs. In: Trutz von Trotha (ed.) Politischer Wandel, Gesellschaft, und Kriminalitätsdiskurse. Festschrift für Fritz Sack zum 65. Geburtstag. Baden-Baden 1996, 151–166.
  • „Ich bin ich“ – Feminismus als Avantgarde der Bewegung für Menschenrechte.' In: Il diritto e la differenza. Scritti in onore di Alessandro Baratta, Lecce 2003, 602–618.
  • Normative Heterosexualität ohne Gebärzwang: Beitrag der Sexualerziehung und des Bevölkerungsdiskurses zur Auflösung der Geschlechterstruktur, in: M. Althoff./ P. Becker/ G. Löschper/ J. Stehr (Hrsg.), Zwischen Anomie und Inszenierung. Interpretationen der Kriminalität und der sozialen Kontrolle, Baden-Baden 2004, S. 129–152.
  • Welchen Sinn hat die Frage nach dem ›Geschlecht‹ des Strafrechts? In: Hat Strafrecht ein Geschlecht? Zur Deutung und Bedeutung der Kategorie Geschlecht in strafrechtlichen Diskursen vom 18. Jahrhundert bis heute. Temme, Gaby / Künzel, Christine (eds.): Hat das Strafrecht ein Geschlecht?. Transkript Verlag, Bielefeld 2010.

Sekundärliteratur

  • Siegfried Lamnek/Susanne Vogl: Die materialistisch-interaktionistische Kriminologie nach Gerlinda Smaus. In: Dieselben: Theorien abweichenden Verhaltens II, 4. Aufl., Paderborn 2017, 135–165.
  • Festschrift: L. Oates-Indruchová (Hrsg..). Tvrdošíjnost myšlenky. Od feministické kriminologie k teorii genderu, Praha, Sociologické nakladatelství. Prag 2011.

Einzelnachweise

  1. Gerlinda Smaus, Privatdozentin, Universität Saarbrücken (Stand 1999).
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