Funkspiel

Funkspiel i​st ein geheimdienstlicher Begriff für d​en Austausch e​ines verdeckt operierenden feindlichen Funkers i​m eigenen Machtbereich d​urch eigenes Personal o​der durch Anwerbung a​ls Doppelagent. Ziel i​st es, d​em feindlichen Empfänger eigene gefälschte Meldungen zuzusenden.[1]

Funkspiele wurden während d​es Zweiten Weltkrieges v​on der Abwehr u​nd der Dienststelle IVa d​es Reichssicherheitshauptamtes i​n den besetzten Benelux-Staaten s​owie in Frankreich wiederholt durchgeführt.[2]

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. Der Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick führt deutsche und englische Funkspiele im Zweiten Weltkrieg an als prägnante Beispiele dafür, dass es „im sonderbaren Kommunikationskontext des Doppelagentenwesens möglich ist, dem Gegner fast jede beliebige 'Wirklichkeit' vorzutäuschen“. Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Wahn – Täuschung – Verstehen, Piper Verlag München 2003, ISBN 3-492-04515-4.
  2. Konkrete Beispiele auch aus der von der Wehrmacht besetzten Sowjetunion beschreibt Wilhelm von Schramm: Geheimdienst im Zweiten Weltkrieg. Organisationen – Methoden – Erfolge, Ullstein Verlag Frankfurt am Main 1986, ISBN 3-548-33075-4, S. 233 ff.
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