Fremdkörperzange nach Hartmann

Die Fremdkörperzange nach Hartmann[1] oder Hartmann-Zange[2] ist ein nach dem deutschen Mediziner Arthur Hartmann benannte medizinische Zange zum Entfernen von Fremdkörpern. Sie wird neben der Chirurgie vorwiegend in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde eingesetzt und von Laien „Ohrzange“ genannt. Die Schaftlänge variiert bis zu einem Meter, beträgt aber überwiegend 8 bis 12 cm, wobei sich nur die Spitze der Zange öffnet und schließt.[1] Da diese Bewegung dem Maul eines Alligators ähnelt, hat sich im Englischen der medizinische Fachausdruck „Hartmann Alligator Forceps“ durchgesetzt. Die Standardlänge des Maules ab vorderem Umsetzungsscharnier beträgt 1,5 cm oder 1 cm. Dadurch ist die Zange dort einsetzbar, wo normale Pinzetten oder feine Instrumente Probleme haben, kleine Gegenstände zu fassen. So kann man Gegenstände selbst in kleinen Röhren fassen und sie präzise positionieren.

Fremdkörperzange nach Hartmann, 8 cm, fein

Das Instrument w​ird gelegentlich v​on Bastlern für Elektronik u​nd Modellbau o​der beim Löten eingesetzt, u​m kleine Bauteile e​xakt zu positionieren, u​nd in d​er Veterinärmedizin[1], u​m „Grannen“ a​us Ohren d​es Hundes z​u entfernen. Das Design vermindert d​en natürlichen Tremor (Zittern).

Commons: Hartmann-Zangen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Katja Nuß: Veterinärmedizinische Instrumentenkunde, Schattauer Verlag, Stuttgart 1998, ISBN 3-7945-1794-6, S. 36.
  2. Hans-Peter Zenner: Praktische Therapie von HNO-Krankheiten. Schattauer Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7945-2264-4, S. 64.
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.