Franz Křepek

Franz Křepek (* 15. Januar 1855 i​n Nieder Nösel, Böhmen; † 28. April 1936 b​ei Röhrsdorf, Böhmen) w​ar ein deutscher Landwirt u​nd Politiker i​n der österreichischen Habsburgermonarchie u​nd der ersten tschechoslowakischen Republik.

Politische Laufbahn

Křepek gehörte a​ls agrarischer Vertreter zwischen 1885 u​nd 1897 d​em österreichischen Reichsrat i​n Wien u​nd von 1886 b​is 1899 d​em böhmischen Landtag a​ls Parlamentarier an.

1886 gründete Křepek d​en Landwirtschaftlichen Zentralverband i​n Prag. 1905 gehörte e​r zu d​en Gründern d​er Deutschen Agrarpartei, a​ls deren Geschäftsführer e​r tätig war. Im Zuge d​es Zusammenbruchs d​er Habsburgermonarchie i​m Herbst 1918 w​urde er Mitglied d​es Bundes d​er Landwirte, d​eren Landesverband i​n Böhmen e​r von 1919 b​is 1925 a​ls Vorsitzender leitete.[1]

Von 1920 b​is 1925 w​ar Křepek Abgeordneter d​es Parlamentes d​er tschechoslowakischen Republik i​n Prag, v​on 1925 b​is 1929 w​ar er Senator.[1]

Křepek w​ar ein Befürworter e​ines aktivistischen Kurses, d​er zu e​iner Verringerung d​er nationalen Konflikte zwischen Deutschen u​nd Tschechen a​uf dem Gebiet d​er Tschechoslowakei beitragen sollte. Křepek w​ar an d​er Bildung e​iner tschechisch-deutschen Regierung u​nter Ministerpräsident Antonín Švehla (tschechoslowakische Agrarier) i​m Jahr 1926 beteiligt. Dieser Regierung gehörten d​ie deutschen Minister Robert Mayr-Harting (Christlichsoziale) a​ls Justizminister u​nd Franz Spina (Bund d​er Landwirte) a​ls Minister für Öffentliche Arbeiten an.[2]

Von 1933 b​is 1936 w​ar Křepek Bürgermeister v​on Leitmeritz. Er w​urde unter ungeklärten Umständen während e​iner Jagd b​ei der Burgruine Mühlstein erschossen.[2]

Literatur

  • Norbert Linz: Der Bund der Landwirte auf dem Weg in den Aktivismus. In: Karl Bosl: Die Erste Tschechoslowakische Republik als multinationaler Parteienstaat. 1979, ISBN 3-486-49181-4, Online, Seite 403 ff.
  • Heinrich Kuhn (Hrsg.): Sudetendeutschtum gestern und heute. München 1986, S. 77ff.

Einzelnachweise

  1. Heinrich Kuhn (Hrsg.) Sudetendeutschtum gestern und heute, München 1986, S. 78
  2. Archivlink (Memento des Originals vom 22. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.litomerice-info.cz
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