Florentiner Streichquartett

Das Florentiner Streichquartett w​ar ein v​on Jean Becker 1865 während e​iner Konzertreise i​n Florenz gegründetes Streichquartett m​it Friedrich Hilpert (Cello), Enrico Masi (zweite Violine) u​nd Luigi Chiostri (Viola). Es bestand b​is 1880.

Florentiner Streichquartett (um 1870)

Geschichte

Der Geiger Jean Becker erhielt während eines Aufenthaltes in Florenz den Auftrag, zehn Abonnement-Konzerte des Vereins zur Hebung und Förderung der italienischen Kammermusik unter dem Mäzenatentum des reichen Florentiner Professors Abramo Basevi (1818–1885) zu leiten. Nach gründlichen Studien im Zusammenspiel begannen 1866 die Reisen des "Florentiner Quartetts Jean Becker" in die Schweiz und nach Straßburg, 1867 dann nach Frankfurt, Köln, Leipzig, Berlin, Dresden und Baden-Baden. Vor der Ankunft des Quartetts in Wien 1868 hatten bereits das Joachimsche und das Hellmesberger-Quartett den Bereich Kammermusik abgedeckt. Nachdem sich die Qualität der Musiker herumgesprochen hatte, wurden zehn weitere Konzerte mit größtem Erfolg gegeben. 1874 verließ Friedrich Hilpert das Quartett, um in Wien zu arbeiten. Seine Stelle nahm Louis Hegyesi ein.

Florentiner Streichquartett (um 1874)

Bedeutung

Jean Beckers spielerische u​nd interpretatorische Leistungen l​agen auf d​em Gebiete d​er Kammermusik, besonders m​it den Werken seines Altersgenossen Johannes Brahms. Er h​at das konzertmäßige Quartettspiel populär gemacht u​nd zur Pflege d​es Kammermusik-Spiels d​urch Amateure entscheidende Anregungen gegeben.

Mitglieder

  • Violine: Jean Becker
  • Violine: Enrico Masi
  • Viola: Luigi Chiostri
  • Cello: Friedrich Hilpert (1865–1874), Louis Hegyesi (1875–1880)
  • Jean Becker (Eintrag in "Meyers Großes Konversations-Lexikon" von 1905)
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