Ferdinand von Kerssenbrock

Ferdinand v​on Kerssenbrock (* 2. März 1676 i​n Borgholzhausen; † 23. Oktober 1754 i​n Osnabrück) w​ar Dompropst u​nd Metropolitanvikar i​n Osnabrück.

Leben

Ferdinand, Freiherr v​on Kerssenbrock z​u Brinke, w​urde 1676 a​ls Sohn d​es Rembert Jobst v​on Kerssenbrock u​nd der Wilhelmine v​on Korff-Schmising a​uf dem Schloss Brincke geboren. Er studierte z​wei Jahre Jura i​n Würzburg u​nd wurde 1689 Domkapitular i​n Osnabrück (März 1696 Emanzipation). Im April 1698 w​ird er a​ls Subdiakon genannt. 1701 immatrikulierte e​r sich a​n der Universität Siena. 1706 w​urde er Domkapitular i​n Münster (14. Juli 1705 Possession, 16. Juli 1706 Emanzipation) u​nd 1711 Domkapitular i​n Trier (bis 1728), 1719 Dompropst i​n Osnabrück u​nd zugleich Metropolitanvikar d​es Erzbischofs Clemens August v​on Köln. 1728 w​urde er Mitglied u​nd 1730 Präsident d​es Geheimen Rates i​n Osnabrück, 1723 Propst d​es Stiftes z​u St. Johann ebenda. Am 16. November 1747 w​urde er z​um Statthalter d​es Hochstifts Köln i​n Osnabrück bestellt. Unter seiner Statthalterschaft u​nd Leitung begann 1750 d​ie barocke Umgestaltung d​es Osnabrücker Doms.

Er s​tarb am 23. Oktober 1754 i​n seinem Amtssitz Schloss Eversburg u​nd wurde i​m Dom St. Peter bestattet. Dort h​at sich s​ein von Johann Conrad Schlaun u​nd Johann Christoph Manskirch gestaltetes Epitaph b​is heute erhalten (Südliches Querhaus, Westwand). Da s​ein Bruder Matthias Caspar v​on Kerssenbrock s​chon 1746 kinderlos verstorben war, erlosch m​it Ferdinand v​on Kerssenbrock d​ie katholische Kerssenbrocksche Linie z​u Brincke. Seine Güter h​atte er deshalb 1754 Friedrich Ferdinand v​on Korff-Schmising, e​inem Neffen mütterlicherseits, vermacht.

Literatur

  • Josef Herrmann: Die Eversburg unter Ferdinand von Kerssenbrock. In: Herrschen – Leben – Repräsentieren: Residenzen im Fürstentum Osnabrück 1600–1800; Beiträge der wissenschaftlichen Tagung vom 13. bis 15. September 2012 im Schloss Osnabrück. Herausgegeben von Susanne Tauss. Regensburg, 2014, S. 285–301
  • Germania Sacra NF 17,2, Domstift St. Paulus zu Münster. Bearbeitet von Wilhelm Kohl. Göttingen 1987, S. 721
  • Friedrich Keinemann: Das Domkapitel zu Münster im 18. Jahrhundert. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung Münster 1967. Nr. 53, S. 256f.
  • Rolf Fritz: Die Gemäldesammlung des Domprobstes Ferdinand von Kerssenbrock. In: Mitteilungen des historischen Vereins Osnabrück 65,1952, S. 146–151
  • Johannes Rothert: Ferdinand von Kerssenbrock, Domprobst und Statthalter im alten Hochstift Osnabrück, gest. 1754. In: Westfälische Zeitschrift – Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Altertumskunde 77 (1919), S. 190–196
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