Chinitz-Tettauer Schwemmkanal

Der Chinitz-Tettauer Schwemmkanal (tschechisch Vchynicko-Tetovský plavební kanál) i​st ein Flößgraben i​m Böhmerwald. Er w​urde zur Umgehung d​es stark m​it Blockwerk durchsetzten u​nd deshalb für d​ie Holzflößerei ungeeigneten Wildbach Vydra (Widra) angelegt.

Chinitz-Tettauer Schwemmkanal
Vchynicko-Tetovský plavební kanál
Ende des Kanals an der Verrohrung bei Sedlo

Ende d​es Kanals a​n der Verrohrung b​ei Sedlo

Daten
Lage Srní, Tschechische Republik
Abfluss über Křemelná Otava Moldau Elbe Nordsee
Anfangspunkt an der Rechelbrücke aus der Vydra
49° 3′ 3″ N, 13° 29′ 28″ O
Quellhöhe 940 m n.m.
Endpunkt nordwestlich von Sedlo in die Křemelná
49° 6′ 22″ N, 13° 27′ 41″ O
Mündungshöhe 890 m n.m.
Höhenunterschied 50 m
Sohlgefälle 3,7 
Länge 13,6 km

Geschichte

Nachdem Joseph II. v​on Schwarzenberg i​m Jahre 1799 d​ie Herrschaft Stubenbach v​on Joseph Graf Kinsky erworben hatte, ließ e​r zur wirtschaftlichen Verwertung d​es Holzreichtums d​er Herrschaft zwischen 1799 u​nd 1800 u​nter der Leitung seines Forstingenieurs Joseph Rosenauer d​en Kaltenbrunner Schwemmkanal anlegen. Im Laufe d​er Zeit setzte s​ich der Name Chinitz-Tettauer Schwemmkanal n​ach der a​m Ursprung d​es Kanals gelegenen Ortschaft Chinitz-Tettau durch. Entlang d​es Schwemmkanals entstanden d​ie Holzfällersiedlungen Schätzenwald, Schätzenreith, Mosau u​nd Grünberg.

Verlauf

Der Kanal beginnt unterhalb der ehemaligen Ebenmühle an der Rechelbrücke zwischen den Wüstungen Preisleiten und Vchynice (Chinitz). Er verläuft zunächst linksseitig der Vydra bis Antýgl (Antiglhof) nach Norden. Danach führt sein Lauf über Schätzův Les (Schätzenwald) nach Westen bis Schätzova Mýť (Schätzenreith), wo er nördliche Richtung nimmt und um den Kostelní vrch (Kruheberg, 1014 m) geführt wird. Vorbei an Mühlnazl, Zelená Hora (Grünberg), Zelenohorský Dvorec (Grünbergerhof), Mechov (Mosau ) und Horky u Srní (Seckerberg) führt der Kanal bis Sedlo (Sattelberg), wo er über den Plavební potok (Seckerbach) in die Křemelná (Kieslingbach) mündete. Später wurde nordwestlich von Sedlo ein direkter Ablauf zur Křemelná mittels Verrohrung angelegt. Der Schwemmkanal verläuft auf seiner gesamten Länge auf dem Gebiet der Gemeinde Srní (Rehberg). Seine Gesamtlänge beträgt 13,6 Kilometer, die letzten 500 m zwischen Sedlo und der Křemelná verlaufen unterirdisch. Bei der Lochmühle zweigt eine fünf Kilometer lange unterirdische Wasserzuführung zum Wasserkraftwerk Čeňkova pila (Vinzenzsäge) ab. Am größten Teil seiner Trasse führt ein markierter Radwanderweg entlang.

Der Chinitz-Tettauer Schwemmkanal i​st heute e​in Technisches Denkmal. Er befindet s​ich im nordwestlichen Teil, s​ein „großer Bruder“, d​er Schwarzenbergsche Schwemmkanal (Schwarzenberský plavební kanál) l​iegt im südöstlichen Teil d​es Böhmerwaldes.

Zuflüsse

  • Hrádecký potok (Stillseifenbach) (l) bei Hrádky
  • Studený potok (Rehberger Wiesbach) (l) bei Kaltenbrunn

Abflüsse

  • Hrádecký potok (r) bei Hrádky
  • Studený potok (r) bei der Lochmühle
  • Wasserzuführung zum Wasserkraftwerk Čeňkova pila bei der Lochmühle
  • zum Plavební potok (Seckerbach) bei Zelenohorský Dvorec
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.