Bubi, mein Favorit

Bubi, m​ein Favorit i​st der deutsche Titel[1] d​es One-StepSwanee“, dessen Melodie George Gershwin 1918 komponierte. Die deutsche Fassung m​it Worten v​on Paul Preil w​urde 1920 i​n Deutschland b​ei Bosworth & Co. i​n Leipzig veröffentlicht.[2]

Hintergrund

Der Schlager wurde, nachdem ihn 1919 in Amerika der Entertainer Al Jolson in seiner Show „Sindbad“ aus der Taufe gehoben hatte, 1920 auch in Deutschland bekannt. In Berlin spielten den One-step das Society-Orchester von Marek Weber für Lindströms Parlophon-Label, die Jazz Band “Original Piccadilly Four”[3] für Anker (1026, Matr. 2746) und Homokord (16 199) und auch der Jazzpionier Eric Borchard, noch unter seinem Pseudonym Eric Concerto, mit seiner Yankee Jazz Band für die Leipziger „Polyphon“[4] auf die Grammophonplatte. Dort nahm ihn auch der „Kapellmeister Stern mit seiner Künstlerkapelle vom Hotel Adlon, Berlin“ unter dem deutschen Titel „Bubi, mein Favorit“ auf. Ebenfalls unter diesem Titel spielten ihn für die gerade gegründete Berliner Firma Vox sowohl deren „Vox“ Tanz-Orchester[5] als auch die von dem Russen Boris Romanoff geleitete Romanoffs Jazz Band[6] in den Aufnahmetrichter. Für Odeon spielte ihn das Orchester des Palais de Danse unter Leitung des Kapellmeisters Carl Rosenthal, auf Beka war er vom Orchester J. Schura Polischuk zu hören. Auch als Notenrolle für elektrische Klaviere, ja sogar für die mechanische Zither »Triola«[7] war der Titel zu haben. Noch nach dem Zweiten Weltkrieg spielte ihn der Trompeter Kurt Hohenberger mit seinen Solisten für das Label "Amiga" ein.[8]

Notenausgaben

  • Swanee. Bubi, mein Favorit ! Onestep-Lied. Worte von Paul Preil. Musik von George Gershwin. Bosworth & Co. Leipzig-Wien-Zürich 1920. Titelillustration: Mann, als Jockey gekleidet, hält vier Frauen am Zügel.
  • Swanee (Bubi, mein Favorit): „Hallo! In Grunewald heut Rennen“. Onesteplied f. Orch. M 3. — f. Salonorch. M 2,40. 8°. — f. Pfte bearb. v. O. Bahlmann. M 2. — f. Mandquart. (Mand. III, Mandcello u. Pfte ad lib.) M 16. (V.-P.) — f. 1 Singst, m. Pfte. Leipzig: Bosworth [1920].[9]

Tondokumente

  • Anker Record No. 1026 (Matr. 2746) Swannee [sic]. One-step von George Gershwin. Jazz Band The Original Piccadilly Four.[10]
  • Parlophon P. 1114-I (Matr. 2-2696) Swanee. One-step von George Gershwin. Orchester Marek Weber, aufgen. 23. Sept. 1920.
  • Polyphon 30 530 (Matr. 155 at) Swanee. One-step von George Gershwin. Eric Concerto's Yankee Jazz Band, aufgen. Berlin, ca. Dez. 1920.
  • Polyphon 50 176 / 100.312 (Matr. 114 av) Swanee (Bubi, mein Favorit), Onestep (Gershwin) Kapellmeister Stern mit seiner Künstlerkapelle vom Hotel Adlon, Berlin.
  • Odeon A 71 773 (xBe 2248) Swanee (Bubi, mein Favorit), Onestep (Gershwin) Orchester des Palais de Danse, Leitung Kapellm. Carl Rosenthal, aufgen. Berlin, Sept. 1920.
  • Beka B. 3194 (Matr. 30 842) Swanee (Bubi, mein Favorit), Onestep (Gershwin) Orchester J. Schura Polischuk, aufgen. 10. Februar 1920.
  • Vox 01136 (Matr.  ? ) Swanee (Bubi, mein Favorit), Onestep (Gershwin) „Vox“ Tanz-Orchester.
  • Vox 1155 (Matr. 652 B) Swanee (Bubi, mein Favorit), Onestep (Gershwin) Romanoffs Jazz Band.

Notenrollen

  • Duo Art #1649 Swanee from “Sinbad”: Gershwin. One-step in F minor played by George Gershwin
  • rollo de 88 notas, marca „Diana“ #862, numerado al dorso 06031
  • QRS #1049 standard 88-note roll played by Max Kortlander, copyrighted in 1919.[11]

Literatur

  • Horst J. Bergmeier, Rainer E. Lotz: Eric Borchard Story. (= Jazzfreund-Publikation. Nr. 35). Edition „Der Jazzfreund“, Menden 1988.
  • Horst H. Lange: Jazz in Deutschland. Die deutsche Jazz Chronik 1900–1960. Colloquium Verlag, Berlin 1966.
  • Horst H. Lange: Die deutsche “78er” Diskografie der Hot-Dance und Jazz-Musik 1903–1958. Colloquium Verlag, Berlin 1966. (2., erw. Auflage. 1978)
  • Berndt Meyer-Rähnitz, Frank Oehme, Joachim Schütte: Die "Ewige Freundin" : von Lied der Zeit zum VEB Deutsche Schallplatten Berlin (Schellack 1939–1961) : eine Firmen-Diskografie der Marken Amiga, Eterna und Lied der Zeit sowie Schallplatten auf Radiophon und Regina nebst einem Vorwort. Albis international, Dresden/ Ústí nad Labem 2006, ISBN 80-86971-10-4.
  • Peter Tschmuck: Creativity and Innovation in the Music Industry. Springer Science & Business Media, 2012, ISBN 978-3-642-28430-4, S. 79.
  • Carl Friedrich Whistling, Adolf Moritz Hofmeister (Hrsg.): Hofmeisters Handbuch der Musikliteratur. Band 16, Verlag F. Hofmeister, 1924.

Einzelnachweise

  1. Der deutsche Gesangstext beginnt mit der Zeile „Hallo! In Grunewald heut' Rennen“, vgl. Hofmeister Handbuch Band 16, 1924.
  2. vgl. bosworth.at „Wir über uns. Die Geschichte des Verlages Bosworth“, wo es heißt: „Zu dieser Zeit gelang es auch, die Subverlagsrechte an zwei erfolgreichen amerikanischen Schlagern für Deutschland und die ehemaligen Gebiete der österreichisch-ungarischen Monarchie zu erwerben: Den Erstlings-Hit von George Gershwin, „Swanee“ – damals auch unter dem deutschen Titel „Bubi, mein Favorit“ bekannt – und „Dardanella“ von Felix Bernard und Johnny S. Black.“ - Illustr. Notentitel abgeb. bei imagesmusicales.be
  3. Eine Berliner Formation mit Sascha Dickstein (vln), und/oder Arno Lewitsch (vln), Fred Ross (p), Hans Sagawe (bj) oder Michel „Mike“ Ortuso (bj) und Erich Giese (drs), vgl. Lange “78er” Diskografie S. 750.
  4. vgl. Bergmeier-Lotz S. 4, Lange S. 149.
  5. vgl. lotz-verlag.de: Vox 01136 A
  6. vgl. Lotz: Boris Romanoff bei russian-records.com
    1. 1232 Swanee. One Step / (Bubi, mein Favorit). Lied. Gershwin, George, vgl. mmdigest.com
  7. Amiga Sonderklasse B 1146 (Matr. AM 1019), aufgen. 1948, label abgeb. bei discogs.com
  8. vgl. Hofmeister, Handbuch Band 16, 1924, S. 130.
  9. Etikett abgeb. bei dort Bild: Nr 1026 Swanee
  10. anzusehen bei ytimg.com
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