Borouth

Borouth o​der Boruth (slow. Borut, d​er Kämpfer) w​ar im 8. Jahrhundert e​twa von 740 b​is 750 d​er erste namentlich erwähnte karantanische Slawenfürst.[1]

Leben und Bedeutung

Karantanien zur Zeit Karls des Großen

Borouth dürfte sich zu Beginn des 8. Jahrhunderts als Herrscher der slowenischen Karantanen durchgesetzt haben. Als das Gebiet, welches Teile des heutigen Kärnten und der Steiermark, sowie möglicherweise kleine Ausschnitte Sloweniens beinhaltete, immer wieder von den Awaren bedroht wurde, sah er sich gezwungen um zirka 740 den Herzog Odilo von Bayern um Hilfe zu bitten. Herzog Odilo gewährte entsprechende Hilfe, allerdings nur gegen Anerkennung der Oberherrschaft der Bayern und somit des Fränkischen Reichs und der Annahme des christlichen Glaubens. Odilo gründete daraufhin verschiedene Diözesen u. a. 739/740 die Diözese Salzburg die ab 745 Sitz des Missions-Bischof Virgilius wurde.[2]

Dadurch herrschten Borouth, sein Sohn Cacatius (slow. Gorazd) und von 752 bis 769 sein Neffe Cheitumar (slow. Hotimir) als fränkische Vasallen. Dieser ließ Cacatius und Cheitumar als Geiseln nach Salzburg bringen und christlich erziehen. Nach der Machtübernahme Cheitumars 752 bat er Virgilius um Hilfe beim Aufbau einer Diözese zur Christianisierung des Landes. Neben dem geistlichen Berater des Fürsten, Maioranus, wurde deswegen 757 der Chorbischof Modestus nach Karantanien entsandt. Eine Kirche in Marienkirche (Maria Saal) als Sankt Maria ad Carantanum wird erstmals für 860 erwähnt.

In d​er Folge starben Modestus n​ach 767 (Einweihung Kirche i​n Maria Saal) u​nd Cheitumar 769, w​as die Missionsbewegung i​ns Stocken brachte. Valhun versuchte s​ich als Nachfolger i​n der Herrschaftstradition durchzusetzen. Die heidnischen Slawen organisierten a​ber mehrere Aufstände u​nd erst 772 konnte Herzog Tassilo III. militärisch eingreifen u​nd Valhun a​ls Herrscher einsetzen. Die Missionierung w​urde durch Wanderpriester fortgesetzt.

Einzelnachweise

  1. Herwig Wolfram: Salzburg, Bayern, Österreich. Die Conversio Bagoariorum et Carantanorum und die Quellen ihrer Zeit. Verlag Oldenbourg, Wien/München 1995, ISBN 3-486-64833-0, S. 46 und 278.
  2. Herwig Wolfram: Salzburg, Bayern, Österreich. Die Conversio Bagoariorum et Carantanorum und die Quellen ihrer Zeit. Verlag Oldenbourg, Wien/München 1995, ISBN 3-486-64833-0, S. 50 und 277.

Literatur

  • Peter Štih: Glossen zu einer neuen Monographie über Karantanien. In: Carinthia I, 196. Jahrgang (2006), S. 99–126.
  • Christian Rohr: Zwischen Bayern und Byzanz. Zur Missionsgeschichte Osteuropas im Früh- und Hochmittelalter. (Ringvorlesung der Salzburger Mittelalter-Studien, WS 2003/04; Online verfügbar (PDF; 168 kB)).
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