Arwed Blomeyer

Arwed Ludwig Georg Jürgen Fritz Blomeyer (* 16. Dezember 1906 i​n Wilhelmshaven; † 8. Mai 1995 i​n Berlin)[1] w​ar ein deutscher Rechtswissenschaftler.

Leben und Wirken

Arwed Blomeyer w​ar der Sohn d​es Fregattenkapitäns Fritz Blomeyer, d​er sich m​it der Familie n​ach Ende d​es Ersten Weltkrieges i​n Jena niederließ. Hier besuchte Arwed Blomeyer d​as Gymnasium u​nd begann 1924 e​in Jura-Studium, d​as er 1927 m​it dem Ersten juristischen Staatsexamen[1] u​nd 1929 m​it der Promotion abschloss. Anschließend arbeitete e​r am Kaiser-Wilhelm-Institut für ausländisches öffentliches Recht u​nd Völkerrecht i​n Berlin. 1932 g​ing er a​n die Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin.

Dort beantragte e​r 1936 m​it der Arbeit Die Anwartschaft a​us bedingtem Rechtsgeschäft, d​ie von Heinrich Titze u​nd Carl August Emge empfohlen wurde, d​ie Habilitation. Nach e​iner von d​er Universität Breslau a​n die Universität Kiel verlegten Lehrprobe u​nd einer Wiederholung a​n der Universität Marburg w​urde 1937 d​ie Dozentur erteilt.[2]

Grabstätte von Arwed Blomeyer

1938 g​ing er a​n die Universität Tübingen,[3] w​o er 1939 z​um Professor berufen wurde.[2] Weitere Professuren h​atte er i​n Jena[4] u​nd Würzburg[5] inne. 1951 w​urde er a​n die Freie Universität Berlin a​ls Professor für Bürgerliches Recht, Handelsrecht, Zivilprozessrecht u​nd Rechtsphilosophie berufen. Rufe n​ach Göttingen, Heidelberg u​nd Freiburg schlug e​r aus. 1975 w​urde er emeritiert.

Arwed Blomeyer s​tarb 1995 i​m Alter v​on 88 Jahren i​n Berlin. Sein Grab befindet s​ich auf d​em Waldfriedhof Dahlem.[6]

Schriften

  • Die außerpositiven Grundlagen des Privateigentums. Dissertation. Jena 1929.
  • Die Anwartschaft aus bedingtem Rechtsgeschäft. Habilitationsschrift. Berlin 1936.
  • Studien zur Bedingungslehre. de Gruyter, Berlin.
Teil 1: Über bedingte Verpflichtungsgeschäfte. 1938.
Teil 2: Über bedingte Verfügungsgeschäfte. 1939.
Reprint: De Gruyter, Berlin/Boston 2013, ISBN 978-3-11-202604-5.
  • mit Walther Rosenthal, Richard Lange: Die Justiz in der sowjetischen Zone. Deutscher Bundes-Verlag, Bonn 1952.
  • Allgemeines Schuldrecht. Vahlen, Berlin/ Frankfurt am Main 1953.
  • Der unbestimmte Gläubiger. In: Festschrift für Ernst Rabel. Band 1.1. Mohr Siebeck, Tübingen 1954, S. 308–331.
  • Die Entwicklung des Zivilrechts in der sowjetischen Besatzungszone. Deutscher Bundes-Verlag, Bonn 1955.
  • Der Urheberrechtsschutz für den ausübenden Tonkünstler nach deutschem Recht. Kohlhammer, Stuttgart/ Köln 1960.
  • Zivilprozessrecht: Erkenntnisverfahren. Springer, Berlin u. a. 1963. 2. Auflage: 1985, ISBN 3-428-05901-8.
  • Beweislast und Beweiswürdigung im Zivil- und Verwaltungsprozeß. Beck, Berlin/ München 1966.
  • Zivilprozessrecht: Vollstreckungsverfahren. Springer, Berlin u. a. 1975. Hauptband ISBN 3-540-07286-1, Nachtrag ISBN 3-540-09771-5.
  • E. T. A. Hoffmann als Jurist. Eine Würdigung zu seinem 200. Geburtstag. Vortrag gehalten am 23. Januar 1976. de Gruyter, Berlin 1978, ISBN 3-11-007735-3.
Commons: Arwed Blomeyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Blomeyer, Arwed auf koeblergerhard
  2. Anna-Maria von Lösch: Der nackte Geist. Die Juristische Fakultät der Berliner Universität im Umbruch von 1933. Mohr Siebeck, Tübingen 1999, ISBN 3-16-147245-4, S. 345 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Wolfgang U. Eckart, Volker Sellin, Eike Wolgast (Hrsg.): Die Universität Heidelberg im Nationalsozialismus. Springer, Heidelberg 2006, ISBN 3-540-21442-9, S. 283, Fußnote 178 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Petra Weber: Justiz und Diktatur. Justizverwaltung und politische Strafjustiz in Thüringen 1945–1961. Oldenbourg, München 2000, ISBN 3-486-56463-3, S. 34 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  5. siehe Der „Anspruch“ auf Wandlung oder Minderung. In: Archiv für die civilistische Praxis. Band 151, Heft 2, 1950/1951, S. 97–121.
  6. Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Begräbnisstätten. Pharus-Plan, Berlin 2018, ISBN 978-3-86514-206-1, S. 578.
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