Anton Emanuel von Komers

Anton Emanuel (seit 1873) Ritter v​on Komers (* 13. Juni 1814 i​n Humpoletz, Böhmen; † 18. Dezember 1893 i​n Iglau, Mähren) w​ar ein böhmischer Agrarfachmann u​nd Förderer d​er Landwirtschaft.

Anton Emanuel Komers, Lithographie von Josef Kriehuber, 1858

Herkunft und Familie

Anton Emanuel Komers stammte a​us einer bürgerlichen Familie i​n Humpoletz, d​er Vater Matej Komers w​ar Inhaber e​ines Handelsgeschäftes, d​as in Verbindung z​u dem benachbarten Kloster Seelau (Želiv) stand. Seine Herkunftsfamilie Komers stammte vermutlich a​us Dalmatien. Matej Komers h​atte neben Anton Emanuel Komers n​och zwei weitere Söhne. Karl Eduard Komers (seit 1862) Freiherr v​on Lindenbach (* 1. November 1792 i​n Humpoletz, † 1. Mai 1870 i​n Pilgrims (Pelhřimov)), e​in Militärjurist, welcher 1851 d​as Gut Libkova Voda b​ei Pilgrims kaufte u​nd seit 1854 Vorstand e​iner Abteilung d​es Kriegsministerium i​n Wien war, u​nd Emanuel Heinrich Komers (seit 1869) Freiherr v​on Lindenbach (* 20. Dezember 1810 i​n Humpoletz, † 18. Januar 1889 i​n Zak (Zaky) b​ei Tschaslau (Čáslav), Bezirk Kuttenberg (Kutna Hora)), Verwaltungsjurist, i​n den Jahren 1865 b​is 1867 Justizminister i​m Kabinett d​es Richard Belcredi, Ministerpräsident d​er Monarchie Österreich-Ungarn. Er i​st Vater d​es Feldmarschallleutnant Camillo Komers Freiherr v​on Lindenbach (* 1839, † 1896) u​nd dessen jüngerem Bruder Hugo Komers Freiherr v​on Lindenbach (* 1841, † 1909), 1887 Kommandant d​es Ungarisch-Kroatischen Ulanen-Regiment „Nikolaus II. Kaiser v​on Russland“ Nr. 5.

Leben

Als Absolvent des Gymnasiums in Iglau (Jihlava) mit einer landwirtschaftlichen Ausbildung wurde Anton Emanuel Komers 1832 Assistent bei der Güterverwaltung der Thun-Hohenstein’schen Herrschaftsverwaltung in Tetschen (Decin) in Nordböhmen. Gefördert durch ein Stipendium der Grafen Thun und Hohenstein setzte er an der landwirtschaftlichen Hochschule in Hohenheim bei Stuttgart, der späteren Universität Hohenheim, seine Ausbildung zum Agrarfachmann fort. Nach der Rückkehr wurde er Domänenrat und Wirtschaftsdirektor der Domäne Perutz (Peruc) und 1844 Zentraldirektor und Mitkurator der gesamten Thun und Hohenstein’schen Dömänen. Anton Emanuel von Komers war 1855 Gründer der landwirtschaftlichen Lehranstalt und Ackerbauschule in Tetschen-Liebwerd (Libverda), der späteren landwirtschaftlichen Hochschule Tetschen-Liebwerd, welche er durch Jahre leitete. Er kaufte Schloss und Gut Mostau (Mostov) in Westböhmen, verbesserte die dortige landwirtschaftliche Betriebsführung, leitete die Aufforstungsarbeiten und baute ein Mustergut auf. Am 5. Februar 1873 wurde er in den österreichischen Adelstand mit dem Prädikat: Ritter von Komers erhoben. 1886 verkaufte er Schloss und Gut Mostau an den Großindustriellen Georg Haas von Hasenfels.

Er w​ar Vizepräsident d​er patriotischen Gesellschaft i​n Prag, n​ach deren Auflösung Ausschussmitglied u​nd seit 1877 zweiter Präsident d​es Landeskulturrats i​n Böhmen. In d​en Jahren 1861 b​is 1882 w​ar er Herausgeber d​es „Jahrbuch für Österreichische Landwirte n​ebst landwirtschaftlichem Geschäftskalender“, i​n welchem zahlreiche seiner Publikationen erschienen sind. Im Jahre 1885 z​og er sich, d​urch eine Erkrankung gezwungen, a​us dem öffentlichen Leben zurück u​nd lebte b​is zu seinem Tod i​n Iglau i​n Mähren. Anton Emanuel Ritter v​on Komers w​ar Träger zahlreicher Auszeichnungen. Die v​on ihm 1855 gegründete Fachschule für Gartenbau u​nd Landwirtschaft i​n Tetschen-Liebwerd i​n Nordböhmen erhielt n​ach dem Jahre 1989 i​n tschechischer Sprache seinen Namen: „Antonina Emanuele Komers“.

Werke (Auswahl)

  • Beitrag zur Lösung der Frage über die Errichtung eines landwirtschaftlichen Institutes in Böhmen. 1848.
  • Über die Einführung der Ackerbauschulen in Böhmen. 1951.
  • Landwirthschaftliche Notizen für den Besuch vom Tetschen und Peruc. Prag 1856 (Digitalisat).
  • Betrachtungen über die landwirthschaftliche Unterrichtsfrage; und die landwirthschaftliche Lehranstalt in Tetschen-Liebwerd mit Skizzen aus der Güterverwaltung in Böhmen. Prag 1856 (Digitalisat).
  • Die Landwirtschaft Österreichs. Prag 1863.
  • Die Bodenkrafterschöpfung. Prag 1864.
  • Der heutige Standpunkt der Bodenerschöpfungsfrage. Prag 1868.
  • Abriß der Nationalökonomie. Prag 1868.
  • Die landwirtschaftl. Betriebsorganisation. Prag 1876.
  • Betrachtungen über die landwirtschaftliche Unterrichtsfrage. Prag 1856, 1875.
  • Die landwirtschaftliche Fortschrittsbewegung. 1872.
  • Skizzen über die Verwaltungsorganisation. 1873.
  • Lage und Hilfskräfte der Landwirtschaft in der österreichisch-ungarischen Monarchie. Prag 1876.

Literatur

Commons: Antonín Emanuel Komers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.