Vorsignalbake

Vorsignalbaken (in Österreich: Abstandstafeln) kündigen als Orientierungshilfe ein Vorsignal an, damit es auch bei hohen Geschwindigkeiten und schlechten Sichtverhältnissen wahrgenommen werden kann. Häufig ist über den schwarzen Streifen ein jeweils weiterer reflektierender Streifen angebracht, um die Erkennbarkeit bei Nacht zu erhöhen.

Vorsignalbaken im Regel- und Gegengleis, das zugehörige Vorsignal steht im Hintergrund

Verwendung in Deutschland

Vorsignalbaken gehören z​u den Nebensignalen (Signal Ne 3 / So 4) m​it der Bedeutung „Ein Vorsignal i​st zu erwarten“. Sie wurden Mitte d​er 1920er Jahre aufgestellt u​nd zum 10. Mai 1927 für d​ie Lokomotivpersonale verbindlich.[1]

In Deutschland sind in der Regel drei (an unübersichtlichen Stellen bis zu fünf) weiße Tafeln mit schwarzen nach rechts steigenden Streifen (bei Annäherung zunächst drei, dann zwei und zuletzt ein Streifen, bei fünf Baken entsprechend mehr Streifen). Die in Fahrtrichtung letzte Vorsignalbake steht 100 Meter vor dem Vorsignal, die anderen Baken in einem Abstand von je 75 Metern. Ist der Vorsignalabstand um mehr als 5 % verkürzt, trägt die erste Bake auf dem oberen Rand ein auf der Spitze stehendes weißes Dreieck mit schwarzem Rand. Beim H/V-Lichtsignalsystem kann ein Lichtvorsignal auch am gleichen Mast angebracht sein wie ein Lichthauptsignal. Dies ist oft der Fall, wenn auf stark befahrenen Strecken die Blockabstände gleich dem Bremswegabstand sind, außerdem praktisch immer bei Einfahrsignalen von Bahnhöfen. Hier zeigt das Vorsignal dann die Stellung des Ausfahrsignals in dem Gleis an, in das die Fahrstraße eingestellt ist. Wenn ein Vorsignal am Mast eines Hauptsignales angebracht ist, wird auf die Vorsignaltafel und die Vorsignalbaken verzichtet, da der Triebfahrzeugführer sowieso an dieser Stelle ein Signal erwartet. Beim moderneren Hl- und Ks-Signalsystem ist die Vorsignalisierung des nächsten Hauptsignals in diesem Fall in den Hauptsignalbegriff integriert, damit entfällt ein besonderes Vorsignal. Bei Vorsignalen, die auf Ausfahr- oder Zwischensignale in Bahnhöfen verweisen, entfallen die Vorsignalbaken. Auf Nebenbahnen kann auf sie generell verzichtet werden.

Verwendung in Österreich

Die österreichischen Abstandstafeln sehen gleich aus wie die Vorsignalbaken in Deutschland. Bei Streckengeschwindigkeiten bis 60 km/h ist in der Regel eine Abstandstafel aufzustellen, bei höheren Streckengeschwindigkeiten in der Regel drei. Der Abstand zwischen den Tafeln bzw. der letzten Tafel und dem Vorsignal beträgt i. d. R. 80 m. An unübersichtlichen Stellen werden bis zu fünf Abstandstafeln aufgestellt.

Einzelnachweise

  1. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft (Hg.): Amtsblatt der Reichsbahndirektion in Mainz vom 30. April 1927, Nr. 18. Bekanntmachung Nr. 258, S. 113.
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