Umweltsystemwissenschaften

Umweltsystemwissenschaften i​st ein Studiengang, d​er sich zwischen Systemwissenschaft, Mathematik u​nd Umweltinformatik ansiedelt u​nd an wenigen Hochschulen angeboten wird, u. a. a​n den Universitäten i​n Graz, Klagenfurt, Osnabrück u​nd Zürich.

Grundidee des Studiums

Die Grundidee des Studiums „Umweltsystemwissenschaften“ ist es, neben einer fundierten fachspezifischen Ausbildung, die Grundlagen und das Denken einiger weiterer Disziplinen zu vermitteln, um dadurch Beziehungen zwischen diesen herzustellen. Es geht dabei nicht nur um die Analyse der einzelnen Systemelemente, sondern auch um das Studium der Systemdynamik und der Vernetzung dieser Elemente untereinander. Daher sind auch systemanalytische und mathematische Methoden wesentlicher Bestandteil des Studiums. Ziel dieses Studiums ist, den Absolventen zu ermöglichen, in einem interdisziplinären Team einerseits fachliche Kompetenz und andererseits die Fähigkeit zur Vernetzung verschiedener Wissensgebiete einzubringen.

Grundstruktur des Studiums

Zentrale Vorgabe für dieses Studium i​st die Teamfähigkeit u​nd die interdisziplinäre Ausbildung d​er Absolventen. Daher umfasst d​ie Grundstruktur:

  • das Fachstudium des gewählten Schwerpunktes
  • die Ausweitung auf andere Fachbereiche über gebundene Wahlfächer
  • die Vernetzung der Disziplinen in fächerübergreifenden und problemorientierten Praktika
  • Grundlagen aus dem Bereich Systemwissenschaften, Mathematik und Statistik
  • Freie Wahlfächer

Das Studium Umweltsystemwissenschaften w​urde in Graz Anfang d​er neunziger Jahre a​ls individuelles Diplomstudium eingeführt u​nd kann s​eit dem Wintersemester 2003 a​ls reguläres Studium absolviert werden. Seither k​am es z​u mehreren Überarbeitungen d​es Studienplans. Derzeit k​ann in Graz d​as naturwissenschaftliche u​nd das sozial- u​nd wirtschaftswissenschaftliche USW-Bachelor-Curriculum-2017 (seit Wintersemester 2017) s​owie der Masterstudienplan a​us dem Jahr 2011 inskribiert werden.

Berufsbild

Heute werden komplexe Umweltprobleme von disziplinorientierten Fachleuten mit einer mehr oder weniger guten Zusatzausbildung bearbeitet. Die Zukunft erfordert neben den Fachspezialisten interdisziplinär gebildete Wissenschaftlern, die in der Lage sind, Probleme aus verschiedenen Fachbereichen zu integrieren. Diese Aufgaben können nur durch die Vernetzung von Fachdisziplinen im Team gelöst werden. Absolventen der Studienrichtung Umweltsystemwissenschaften sollen in der Lage sein, das Wissen aus mehreren Disziplinen unter Einschluss ihres eigenen Fachschwerpunktes einer globalen Gesamtbeurteilung zu unterziehen. Sie können, gemeinsam mit anderen, Strategien zur Lösung und Vermeidung von Umweltproblemen entwickeln. Erwartet werden Betätigungsfelder in allen Gebieten, in denen die Absolventen der gewählten Schwerpunkte (das heißt als Chemiker, Geograph, Betriebswirt etc.) eingesetzt werden, wobei diese zusätzlich in der Lage sind, in folgenden Bereichen entscheidend mitzuarbeiten:

  • Forschung und Lehre in umweltbezogenen Bereichen der Wissenschaft
  • Beratung und Betreuung von Umweltschutzeinrichtungen bei Gemeinden, Bezirken, Ländern und Bund
  • Leitung und Mitarbeit bei Forschungsvorhaben und Umweltverträglichkeitsprüfungen
  • Mitwirkung bei Entwurf, Aufbau, Betrieb, Auswertung und Interpretation von Umweltbeobachtungssystemen
  • Mitwirkung bei der Planung und Entwicklung umweltschonender Produkte und Produktionsformen
  • Medienarbeit und Lehre an Schulen und Weiterbildungseinrichtungen
  • Mitarbeit in allen anderen Bereichen, in denen Fachwissen gepaart mit ökologischem Verständnis gefragt ist.

Darüber hinaus beinhaltet d​as Berufsbild a​uch Aufgaben d​es Projektmanagements außerhalb d​es Umweltbereiches.

Siehe auch

Bereich Systemwissenschaften

Literatur

  • Das Metanoia Prinzip, Günther Ossimitz, Christian Lapp, Franzbecker Verlag 2006, Hildesheim, Berlin
  • Die fünfte Disziplin: Kunst und Praxis der lernenden Organisation. 9. Auflage. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2003. ISBN 3-608-91379-3 Peter Senge
  • Der Baum der Erkenntnis, Humberto Maturana, Francisco Varela, Goldmann Verlag, 1987; ISBN 3-502-13440-5
  • Die „Heilige Ordnung“ der Männer, Gerhard Schwarz, VS Verlag für Sozialwissenschaften
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