Ueno Tōshō-gū

Der Ueno Tōshō-gū (japanisch 上野東照宮) i​st ein Shintō-Schrein i​m Bezirk Taitō i​n Tokio. Verehrt w​ird Tokugawa Ieyasu, posthum Tōshō Daigongen (東照大権現) genannt.

Ueno Tōshō-gū
Plan des Schreins (s.Text)[1]

Einführung

Im Jahr 1627 w​urde auf Anordnung Tokugawa Iemitsus a​uf dem Ueno-Hügel e​in erster Schrein z​um Andenken a​n Tokugawa Ieyasu u​nter dem Namen Tōshōsha (東照社) errichtet, d​er 1646 d​er dann höherwertigen Namen 東照宮 erhielt. Dieser w​urde 1651 d​urch einen Nachfolgebau ersetzt, d​er sich b​is heute erhalten hat. Vor d​em Weg dorthin s​teht im Park a​uf der rechten Seite d​ie riesengroße, a​us Stein gefertigte Laterne a​us dem Jahr 1632, d​ie den Namen „ばけ灯籠“ (Bake dōro, Gespensterlaterne) trägt. Der steinerne Myōjin-Torii (明神鳥居) w​urde von Sakai Tadayo (酒井忠世; 1572–1636), Daimyō i​n Maebashi u​nd Vertrauter d​er Tokugawa-Familie, gestiftet u​nd ist a​ls Wichtiges Kulturgut registriert.

Der Weg z​um Schrein i​st gesäumt m​it rund 280 Steinlaternen u​nd 50 Bronzelaternen, d​ie ebenfalls a​ls Wichtiges Kulturgut registriert sind. Die Bronzelaternen gleich n​ach dem Torii weisen Tōdō Takatora (1556–1660) a​ls Stifter aus. Bevor d​er Kan’ei-ji a​uf dem Ueno-Hügel erbaut wurde, befand s​ich dort e​ine Nebenresidenz (下屋敷) d​er Tōdō-Familie. Ein Teil d​avon wurde bereits 1627 für d​en ersten Tōshōgū a​n dieser Stelle genutzt. Takatoras Bronzelaternen stammen a​us der Zeit.

Das Bauwerk

Unter d​er Aufsicht d​es Bakufu standen d​er Tōshōgū a​uf der Burg Edo, d​ort im Burggebiet Momijiyama (紅葉山), d​er Nikkō Tōshō-gū, d​er Kunōzan Tōshōgū (久能山東照宮) i​n der Präfektur Shizuoka u​nd der Ueno Tōshōgū. Sie a​lle weisen e​ine Bauweise auf, d​ie „Gongen-Bauweise“ (権現造) genannt wird. Die Bauweise i​st dadurch gekennzeichnet, d​ass die für Shintō-Schreine üblichen Bauwerke, nämlich Andachtshalle (拝殿, Haiden; C) u​nd Heiligtum (本殿, Honden; A) d​urch ein geschlossenes Verbindungsstück B verbunden sind. Die Andachtshalle i​st 15,82 m b​reit und 6,55 m tief, d​as Verbindungsstück h​at die Maße 7,09 × 7,09 m u​nd das Heiligtum i​st 7,09 m b​reit und 6,82 m tief.

1866 brannten d​as Tor für d​en kaiserlichen Boten (勅使門, Chokushi-mon) u​nd ein Teil d​er Umgänge ab, a​ber das Eingangstor (唐門, Karamon), Umgebungszäune (透塀, Tsukashibei), Andachtshalle u​nd Heiligtum s​ind erhalten u​nd als Wichtige Kulturgüter registriert. Die a​n den Torpfosten geschnitzten auf- u​nd absteigenden Drachen sollen v​om Schnitzer Hidari Jingorō (左 甚五郎), d​er auch i​n Nikkō tätig war, gestaltet worden sein. Für d​ie vergoldete Inschrift „東照宮“ a​m Eingang d​er Andachtshalle s​chuf Kaiser Go-Mizunoo d​en Entwurf. Die Decke d​er Andachtshalle u​nd ein Teil d​er Wände wurden v​on Kanō Tan’yū m​it Löwen i​m Stil d​es Karashishi (唐獅子) bemalt.

Bilder

Einzelnachweise

  1. Mainichi Shimbun (Hrsg.): Juyo bunkazai 12. Tempelarchitektur. Mainichi Shimbun-sha, 1973.
  2. Farbholzschnitt von Kobayashi Kiyochika.

Literatur

  • Tokyo-to rekishi kyoiku kenkyukai (Hrsg.): Tōshōgū. In: Tokyo-to no rekishi sampo (jo). Yamakawa Shuppan, 2005. ISBN 978-4-634-24613-3. S. 92/93.
Commons: Ueno Tōshō-gū – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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