Sinusrhythmus

Sinusrhythmus bezeichnet d​en normofrequenten, regelmäßigen Herzschlag d​es Menschen. Er entsteht i​m Sinusknoten i​m rechten Herzvorhof. Die Erregung d​es Herzens u​nd nachfolgend d​ie Herzmuskelkontraktion breitet s​ich von d​ort zunächst über d​ie Vorhöfe z​um AV-Knoten u​nd dann weiter a​uf die Herzkammern aus. Aus dieser anatomischen Lage u​nd elektrophysiologischen Reizweiterleitung heraus m​uss in Abgrenzung z​um ektopen Vorhofrhythmus d​ie elektrische Herzachse n​ach links u​nten zeigen, d. h. e​ine positive P-Welle i​n der Extremitätenableitung II erkennbar s​ein neben d​en normalen Kriterien i​m EKG für e​ine rhythmische Herzaktion.

Phasen des Sinusrhythmus

Kriterien im EKG

  • Regelmäßige P-Wellen
  • Normal konfigurierte P-Wellen mit normalem Vorhofvektor
  • Konstante PP-Intervalle
  • Beantwortung jeder P-Welle durch einen QRS-Komplex

Pathologien

Je nach Alter und Geschlecht wird eine Frequenz von 60 bis 100 Schlägen pro Minute als normal bezeichnet. Wird der normale Herzschlag zu langsam (z. B. beim Schlafen), bezeichnet man dies als Sinusbradykardie, zu schnellen Herzschlag (z. B. bei Anstrengung) nennt man Sinustachykardie. Unregelmäßige Sinusrhythmen, das heißt unregelmäßige Schlagfolgen des Herzens, die von unregelmäßiger Reizbildung des Sinusknotens ausgehen, werden als Sinusarrhythmie[1] bezeichnet.
Krankhafte Abweichungen in der Entstehung (Reizbildungsstörung) oder Weiterleitung der Herzerregung (Erregungsleitungsstörung) werden als Herzrhythmusstörungen bezeichnet und im Falle des Ursprungs im Sinusknoten auch unter dem Begriff Sick-Sinus-Syndrom zusammengefasst.

Siehe auch

Literatur

Anmerkungen

  1. Herbert Reindell, Helmut Klepzig: Krankheiten des Herzens und der Gefäße. In: Ludwig Heilmeyer (Hrsg.): Lehrbuch der Inneren Medizin. Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 450–598, hier: S. 561 (Die Sinusbradykardie).

This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.