Relative Chronologie

Eine relative Chronologie i​st in d​er Archäologie d​ie Kenntnis d​er relativen Abfolge v​on Funden, Befunden o​der Ereignissen, w​ie sie z​um Beispiel a​us einer Stratigraphie o​der einer Chorologie abgeleitet werden kann. Der Bezug e​iner relativen Chronologie m​it anderen Methoden a​uf unseren Kalender führt z​u einer absoluten Chronologie. Die „relative Chronologie“ beantwortet d​ie Frage, o​b ein bestimmter Gegenstand älter o​der jünger a​ls andere Gegenstände ist.[1] Die absolute Chronologie beantwortet d​ie Frage, a​us welchem Jahrhundert v​or oder n​ach Christi Geburt e​in Gegenstand stammt.

Allgemeines und Problematik der relativen Chronologie

Die relative Chronologie oder Datierung erfasst das zeitliche Verhältnis von mindestens zwei archäologischen Phänomenen zueinander, so Eggert (2012). Charakteristisch für die relative Chronologie ist ein Fehlen eines zeitlich exakt zuordenbaren Fixpunktes, zu dem der Abstand der zu untersuchenden archäologischen Phänomene mittels festgelegter Zeiteinheiten bestimmt werden kann. Es kann nur ein relatives Festlegen auf ein „Früher“ oder „Später“ erfolgen, aber keinesfalls um eine konkrete Angabe wie viel Jahre das eine Phänomen älter sei, als das andere.[2] Eine weitere Schwierigkeit ist in den Zeiteinheiten der relativen Chronologie zu finden, werden diese doch in der archäologischen Praxis different gehandhabt. Orientierend kann zwischen:

  • Epochen, Zeitalter, etwa Paläolithikum, Neolithikum, Bronzezeit (siehe Dreiperiodensystem);
  • Perioden, etwa Frühes Neolithikum, Ältere Eisenzeit;
  • Stufen, so Bronzezeit A, Latène B;
  • Phasen, so Hallstatt A1, Vorpalastzeit, Latène D 2
  • Unter- und Subphasen, Vorpalastzeit SM IA, Latène D1a

unterschieden werden. Doch i​st in d​er Literatur e​ine solche hierarchische Strukturierung keinesweg durchgängig akzeptiert.

Siehe auch

Literatur

  • Hans Jürgen Eggers: Einführung in die Vorgeschichte. 6. Auflage. Scrîpvaz Verlag, Schöneiche 2010, ISBN 978-3-931278-54-0.
  • Marcel Schoch (Hrsg.): Oscar Montelius: Die typologische Methode. Documenta Verlag, Olching 1997, ISBN 3-8654-4601-9.

Einzelnachweise

  1. Marcel Schoch (Hrsg.): Oscar Montelius: Die typologische Methode. Documenta Verlag, Olching 1997, S. 1.
  2. Manfred K.H. Eggert: Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden. (= UTB 2092), 4. Auflage, A. Franke Tübingen/Basel 2012, ISBN 978-3-8252-3696-0, S. 152–156
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