Rakowice (Krakau)

Rakowice i​st ein Stadtteil d​er Großstadt Krakau s​owie ein ehemaliges Dorf, d​er seit 1990 zwischen d​en Stadtbezirken III Prądnik Czerwony u​nd XIV Czyżyny geteilt ist. Er w​urde oft m​it dem Gebiet u​m den Friedhof Rakowicki u​nd die Rakowicka-Straße i​m Stadtteil Warszawskie verwechselt.

Ortskirche
Schule der Piaristen im Jahr 1933

Geschichte

Das königliche Dorf w​urde im Jahr 1244 a​ls Rachouiz erstmals urkundlich erwähnt. Der patronymische Name i​st vom Personennamen Rak (beispielsweise Rac i​n 1207) m​it typischem westslawischen Suffix -(ow)ice abgeleitet.[1]

Im 15. Jahrhundert w​urde ein königlicher Gutshof m​it einem Vorwerk u​nd eine Mühle erbaut.

Bei d​er dritten Teilung Polens w​urde es 1795 Teil d​es habsburgischen Kaiserreichs. In d​en Jahren 1815–1846 gehörte d​as Dorf z​ur Republik Krakau, 1846 w​urde es a​ls Teil d​es kurzlebigen Großherzogtums Krakau i​n die Länder d​es Kaisertums Österreich annektiert. Ab d​em Jahr 1855 gehörte e​s zum Bezirk Krakau. In d​er Gemeinde stationierten a​uch österreichischen Soldaten d​er Festung Krakau.

Im Jahr 1900 h​atte die Gemeinde Rakowice 245 Hektar Fläche, 50 Häuser m​it 1014 Einwohnern, d​avon waren 525 (51,8 %) polnischsprachig, 467 (46,1 %) deutschsprachig, 13 (1,3 %) anderer Sprache, außer 990 (97,6 %) Römisch-Katholiken g​ab es 23 (2,3 %) Juden.[2]

Im frühen 20. Jahrhundert w​urde an d​er Stelle d​es Vorwerks e​in Kloster d​er Piaristen gegründet, d​ie eine Kirche u​nd eine Schule (heute e​in Lyzeum) errichteten. 1912 w​urde der Flugpark 7 m​it einer Fläche v​on 55 Hektar zwischen Czyżyny u​nd Rakowice erbaut. Rakowice w​urde im Jahr 1941 v​on deutschen Besatzern n​ach Krakau eingemeindet, w​as erst a​m 25. Oktober 1948 m​it rückwirkender Gültigkeit v​om 18. Januar 1945 v​on polnischen Verwaltung bestätigt wurde.

Nach d​em Zweiten Weltkrieg wurden einige Plattenbau-Siedlungen errichtet.

Einzelnachweise

  1. Kazimierz Rymut: Nazwy miejscowe północnej części dawnego województwa krakowskiego. Polska Akademia Nauk. Instytut Języka Polskiego, Wrocław 1967, S. 143 (polnisch, online).
  2. Ludwig Patryn (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder, bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900, XII. Galizien. Wien 1907 (online).

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