Oskar Schabert

Oskar Albert Karl Schabert (* 27. November 1866 i​n Grobin/Kurland; † 7. Januar 1936 i​n Bad Nauheim) w​ar ein deutschbaltischer lutherischer Theologe u​nd Pfarrer. Bekannt w​urde er v​or allem d​urch sein Baltisches Märtyrerbuch, m​it dem e​r von Bolschewiken ermordeten Pfarrern (darunter Traugott Hahn) ökumenisch e​in Denkmal setzte.

Leben

Schabert w​urde am 27. November 1866 i​n Grobin i​n Kurland geboren. Seine Eltern w​aren der Kantor Albert Schabert u​nd Caroline, geb. Eilenberg. Seine Ausbildung erhielt e​r zunächst a​m Gouvernements-Gymnasium i​n Riga u​nd später a​n der Universität Dorpat, w​o er Theologie studierte. Seine ersten Anstellungen erhielt e​r bei d​er Stadtmission i​n Berlin, d​ann bei d​er Seemannsmission i​n Hamburg. Als e​r 1894 Pastor d​er St.-Gertrud-Gemeinde i​n Riga wurde, übernahm e​r den Gedanken d​er Inneren Mission u​nd gründete verschiedene Hilfsvereine, u​nter anderem e​ine Seemannsmission, Vereine für Innere Mission u​nd die „Bruderhilfe für Russland“. Er selbst w​urde 1915–1917 n​ach Sibirien verbannt u​nd war 1919 i​n bolschewistischer Haft. Danach arbeitete e​r zunächst i​n Hamburg, erhielt d​ie Ehrendoktorwürde d​er Universität Greifswald u​nd wurde 1929 Vizepräsident d​es Internationalen Verbandes für Innere Mission.

Bekannt machten i​hn seine Veröffentlichungen. Neben d​em Baltischen Märtyrerbuch h​at er i​m Russisch-Evangelischen Pressedienst (R. Ev. P., auch: Evangelium u​nd Osten[1]) d​er deutschen Öffentlichkeit v​iele Zeitzeugnisse zugänglich gemacht.

Familie

Schabert w​ar zweimal verheiratet: 1894 heiratete e​r Elise (Elsa von) Kaull, d​ie 1932 verstarb; 1934 heiratete e​r Adelheid Löhe.

Werke

  • Die Innere Mission und die ihr verwandten Bestrebungen in Riga. Eine Skizze (Kirchliche Chronik), 1898
  • Dr. Martin Luthers 1. Brief an die Livländer, Riga 1904 (als Herausgeber)
  • 2. Brief an die Christen zu Riga und Livland
  • Cīņa pret ubagošanu un nabadzību [Der Kampf gegen Bettelei und Armut]
  • Das St. Gertrud-Heim und das Leben in ihm, 1908
  • Die Rigaer Stadtdiakonie. Geschichte und Bericht, 1911
  • Märtyrer. Der Leidensweg der baltischen Christen, 1920
  • Die innere Mission in den baltischen Landen. Vortrag auf dem allgemeinen Gemeindeabend am 17. Juli 1922 in Riga
  • Fünfundzwanzig Jahre Rigaer Stadt-Mission [1901–1926]. Geschichte und Berichte, Riga 1926 (Digitalisat und PDF; 14,28 MB in der LNB)
  • Baltisches Märtyrerbuch. Furche-Verlag, Berlin 1926 (Digitalisat bei dspace.ut.ee)
  • Das Traugelübde, was es enthält, und wie wir es halten können, 1929
  • Was der Bolschewismus den Christen zu sagen hat, 1929
  • De Baltische arbeid voor Rusland, 1931
  • Godsdienstvervolgingen in de Sowjet-Republiek, 1932
  • Der Märtyrer D. Traugott Hahn, Dorpat, 1932
  • Des Glaubens Not und Sieg in Russland. Predigten und Ansprachen, 1936

Literatur

  • Koos-jan de Jager: Food Packages as Anti-Communist Weapons: Oskar Schabert, the Baltic Action for Russia and the Mobilization of Christians in the Netherlands, 1924–1936. In: Zeitschrift für Ostmitteleuropa-Forschung 69 (2020), 2, S. 183–207.
  • Anna Katterfeld: Oskar Schabert. Ein Rufer Gottes. Ein Lebensbild. Erlangen 1936.
  • E. Steinwand (Hrsg.): Pastor D. O. S. zum Gedächtnis, Riga 1936.
  • Rita Bočarova (Hrsg.): Letonikas grāmatu autoru rādītājs (1523–1919), Riga 2005 (lettisch).
  • Christian Weise: Oskar Schabert im BBKL.

Einzelnachweise

  1. Digitalisate der Ausgaben des Jg. 1939 in der LNB.
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.