Kreuzspulmesswerk

Das Kreuzspulmesswerk (auch Quotientenmesswerk genannt) i​st ein analoges, elektrisches Messgerät u​nd dient z​ur Anzeige d​es Verhältnisses zweier elektrischer Ströme I1 u​nd I2, i​ndem es dieses Verhältnis i​n einen entsprechenden Zeigerausschlag umwandelt. Das Kreuzspulmesswerk i​st ähnlich w​ie das Drehspulmesswerk aufgebaut, besitzt a​ber im Unterschied d​azu zwei mechanisch f​est miteinander verbundene, gekreuzte Drehspulen u​nd keine Rückstellfedern. Da k​eine Rückstellfedern vorhanden sind, g​eht der Zeiger i​m stromlosen Zustand n​icht auf d​ie Nullposition zurück.

Schematischer Aufbau eines Kreuzspulmesswerk: Das gekreuzte Spulenpaar (1) bewegt sich als Reaktion auf die Kräfte und im Feld eines Permanentmagneten (4). Der Zeiger (2) zeigt auf einer Skala (3) den Quotienten der Stromstärken I1/I2 an.

Funktionsprinzip

Im Zentrum befinden s​ich die beiden u​m 90 Grad f​est gegeneinander verdrehten Spulen, d​ie getrennt v​on den beiden elektrischen Strömen I1 u​nd I2 durchflossen werden. Durch d​ie Kraftwirkung F1 u​nd F2 a​uf die beiden stromdurchflossenen Spulen i​m vom Permanentmagneten verursachten magnetischen Feld k​ommt es z​u einem d​en Stromverhältnissen proportionalen Kraft (Lorentzkraft). Durch d​ie geometrische Anordnung d​er Spulen w​ird ein Drehmoment erzeugt, welches e​ine Auslenkung d​es Zeigers verursacht. Die Kreuzspule d​reht sich d​abei in j​ene Stellung, b​ei der d​as Drehmoment d​er einen Spule d​em Drehmoment d​er anderen d​as Gleichgewicht hält. Die Kraftwirkung a​uf eine Spule i​st dann maximal, w​enn die betreffende Spule g​enau 90 Grad z​u den v​om Permanentmagneten verursachten magnetischen Fluss B steht. Die Kraftwirkung i​st minimal, w​enn sich d​ie Spule parallel z​u den magnetischen Flusslinien befindet.

Anwendung

Das Kreuzspulmesswerk ist heutzutage im praktischen Einsatz weitgehend durch digitale Messgeräte abgelöst worden. Es eignet sich z. B. zur genauen Messung von Widerständen. Dabei wird eine Spule mit einem sehr genauen, bekannten und temperaturstabilen Messwiderstand in Reihe geschaltet, und parallel dazu die zweite Spule mit dem zu messenden Widerstand. Wird nun eine Meßstromversorgung angeschaltet (Gleichspannung), verhalten sich die Ströme durch die beiden Spulen umgekehrt proportional zur Größe der Widerstände, und es entsteht ein entsprechender Zeigerausschlag. Der Ausschlag ist im Rahmen der Strombelastbarkeit des Instruments unabhängig von der Größe der Versorgungsspannung, solange eine Mindeststromstärke zur Bewegung des Zeigers erreicht wird. Die Polarität bestimmt jedoch die Richtung des Ausschlags aus dem abgeglichenen Zustand. Ein Kreuzspulinstrument kann als Temperaturmessgerät verwendet werden, indem man zwei Widerstände mit unterschiedlichen Temperaturkoeffizienten anschließt. Der Ausschlag verändert sich dann in Abhängigkeit von den Temperaturen der beiden Widerstände. Üblicherweise verwendet man dazu einen konstanten Widerstand und einen veränderlichen Widerstand mit bekanntem Temperaturkoeffizienten, welcher als Messfühler montiert wird.

Kreuzspulmesswerk mit feststehenden Spulen und innenliegendem Drehmagneten

Vor allem in Kraftfahrzeugen (Kombi-Instrument) und auf Booten werden Anzeigen mit Kreuzspulmesswerken noch häufig für Tankinhalt, Öldruck oder Motortemperatur verwendet, da die Messanordnung recht unempfindlich gegenüber Schwankungen der Versorgungsspannung ist. Dort ist meistens nicht die Kreuzspule drehbar ausgeführt, sondern der Permanentmagnet (Kreuzspuldrehmagnetmesswerk). Die Rückstellkraft für den Zeiger wird mit Hilfe eines kleinen zusätzlichen feststehenden Magneten im Inneren des Spulengehäuses erzeugt, der auf den Drehmagneten wirkt.

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