Joachim Huppelsberg

Joachim Huppelsberg (* 2. Februar 1907 i​n Brüssel; † 15. März 1988 i​n Lemgo) w​ar ein deutscher Übersetzer, Essayist u​nd Lyriker.

Leben

Huppelsberg w​ar der Sohn e​ines Fabrikanten. Er besuchte n​ach dem Realgymnasium d​ie Höhere Fachschule für Textilindustrie u​nd die Werkkunstschule i​n Barmen. Danach arbeitete e​r beim Amtsgericht Wuppertal-Barmen u​nd begann i​n dieser Zeit m​it schriftstellerischen Arbeiten, insbesondere Übersetzungen a​us dem Französischen. Nach d​em Kriegsdienst v​on 1939 b​is 1945 u​nd der Entlassung a​us englischer Kriegsgefangenschaft 1946 ließ e​r sich i​n Alverdissen nieder u​nd begann a​ls freier Übersetzer z​u arbeiten. 1951 w​urde er Leiter d​er Volkshochschule i​n Lemgo, 1972 w​urde er pensioniert. Huppelsberg w​ar mit d​er Malerin Anne Huppelsberg verheiratet. 1988 i​st er i​n Lemgo i​m Alter v​on 81 Jahren gestorben.

Huppelsberg war durch seine Essays und vor allem durch seine Übersetzungen von Bedeutung für die Rezeption französischer Literatur im Nachkriegsdeutschland. Er übersetzte Francis Jammes, Maurice de Guérin, Alphonse de Lamartine und Honoré de Balzac ins Deutsche, wobei die Nachdichtung der Elegien von Francis Jammes diesen Autor erstmals in Deutschland bekannt machte. 1949 erschien ein Essay Huppelsbergs über Rainer Maria Rilke, der vom Verlag gegen seinen Wunsch als Biografie deklariert wurde. Darüber hinaus erschienen in der symbolistischen Tradition stehende Gedichte Huppelsbergs in verschiedenen Zeitschriften.

Werke

  • Rainer Maria Rilke. Biographie. München 1949.
  • Nachdichtungen. In: Flora Klee-Palyi (Hg.): Anthologie der französischen Dichtung von Nerval bis zur Gegenwart. 2 Bde. Wiesbaden 1951–1953.
  • Lemgo, die alte Hansestadt. Eine Bildchronik. Fotografien von Heinrich Gräfenstein. Lemgo 1961.
  • Lemgoer Kirchen. Lippische Sehenswürdigkeiten, Heft 4. Lemgo 1977.
  • Lemgo. Gegenwart einer historischen Stadt. Fotografien von Heinrich Gräfenstein. Bielefeld 1980, ISBN 3-7694-0712-1.
  • Karl Junker. Architekt, Holzschnitzer, Maler. 1850–1912. Lemgo 1985, ISBN 3-921428-48-3.
Übersetzungen
  • Francis Jammes: Elegien. Deutsch und französisch. Düsseldorf 1948.
  • Maurice de Guérin: Dichtungen, Tagebücher und Briefe. Krefeld 1949.
  • Alphonse de Lamartine: Graziella. Braunschweig 1947.
  • Honoré de Balzac: Physiologie der Ehe oder eklektische Betrachtungen über eheliches Glück und Unglück. Krefeld 1951.
  • Georg Nockemann: Hermannsdenkmal. Lippische Sehenswürdigkeiten, Heft 3. Lemgo 1975 (Text der französischen Ausgabe von Huppelsberg).

Literatur

  • Heinrich Detering: Huppelsberg, Joachim. In: Wilhelm Kühlmann (Hrsg.): Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes. 2., vollst. überarb. Aufl. de Gruyter, Berlin 2009, Bd. 6, S. 20.
  • Lippisches Autorenlexikon. Bd. 1: Lebende und nach dem 1. Januar 1983 verstorbene Autoren mit Nachträgen. Hrsg. von Detlev Hellfaier. Bearbeitet von Ernst Fleischhak. Lemgo 1986. (Online bei der Lippischen Landesbibliothek)
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