Hermann E. Sieger

Hermann Ernst Sieger (* 16. Juni 1902 i​n Cannstatt[1]; † 21. November 1954 i​n Göppingen[1]) w​ar ein deutscher Briefmarkenhändler u​nd Verleger.

Leben

Von H. E. Sieger auf der von der Weimarer Nationalversammlung genehmigten Luftpost-Linie Weimar-Berlin versandter und von der Deutschen Luft-Reederei beförderter Ersttagsbrief vom 6. Februar 1919

1919 wurden v​on ihm bereits philatelistische Belege z​ur Beförderung m​it dem Luftschiff LZ 120 „Bodensee“ aufgegeben. Als 20-Jähriger gründete Sieger a​m 16. Dezember 1922 s​eine gleichnamige Firma i​n Lorch (Württemberg). Im selben Jahr stiftete e​r den n​ach ihm benannten Sieger-Preis. 1930 g​ab er erstmals seinen Zeppelin-Postkatalog, d​en sogenannten „Sieger-Katalog“, heraus.[2] Als e​r 35 Jahre a​lt war, ernannte i​hn Paraguay z​um Honorarkonsul.[3] Er w​ar Kurator d​er Sammlung d​es Fürstlich Liechtensteinischen Postmuseums u​nd philatelistischer Berater d​er Zeppelin AG.[3]

1954 übernahm s​ein Sohn Hermann Walter Sieger (1928–2019)[4] d​ie Firma. Er w​ar 1971 e​iner der Initiatoren e​iner philatelistischen Marketing-Aktion, d​ie kurz darauf a​ls Briefmarkenaffäre v​on Apollo 15 bekannt werden sollte. 1975 t​rat sein Enkel Günter Hermann Sieger i​n das Unternehmen e​in und führt e​s inzwischen.

Sieger w​ar 1932 e​ines der Gründungsmitglieder d​er Lorcher NSDAP-Ortsgruppe s​owie bis 1945 d​eren Ortsgruppenleiter.[5][6]

Am 6. Juni 2005 erschien anlässlich d​es 75-jährigen Bestehen d​es Postmuseums i​n Liechtenstein e​ine Briefmarke (Michel-Nr. 1380) m​it einem Bild v​on ihm, welche i​hn als Initiator d​es Postmuseums würdigt.

Schriften (Auswahl)

  • Sieger-Post (auch: Sieger-Berichte), anfangs mit den Zusatz Philatelistische Zeitschrift, mit ungezählten Beilagen wie etwa Sieger-Neuheiten-Dienst, Lorch (Württ.): Sieger, 1930–1937
    • später fortgesetzt durch die Deutsche Briefmarken- und Flugpostzeitung
  • Siegerpost. Hauszeitschrift der Firma Hermann E. Sieger GmbH, Haus- und Werkszeitschrift, Siegerpost, 1952ff.

Literatur

  • Carlrichard Brühl: Geschichte der Philatelie, Band 1, Hildesheim u. a., Olms 1985. ISBN 3-487-07619-5, S. 333–341
  • Horst Hille: Pioniere der Philatelie. Verlag Phil Creativ, Schwalmtal 1995, ISBN 3-928277-17-0, S. 163–167
  • Wolfgang Maassen (Hrsg.): Wer ist wer in der Philatelie? Ein Lexikon namhafter Philatelisten des 19./20. Jahrhunderts. Verlag Phil Creativ, Schwalmtal 1999, ISBN 3-932198-32-8, S. 195 f
  • Wolfram Grallert: Lexikon der Philatelie. 2. Auflage. Phil Creativ, Schwalmtal 2007, ISBN 978-3-932198-38-0, S. 367
Commons: Hermann Ernst Sieger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Maassen (Hrsg.): Wer ist wer in der Philatelie? Ein Lexikon namhafter Philatelisten des 19./20. Jahrhunderts. Verlag Phil Creativ, Schwalmtal 1999, ISBN 3-932198-32-8, Seite 195 f
  2. Wolfram Grallert: Lexikon der Philatelie. 2. Auflage. Phil*Creativ GmbH, Schwalmtal 2007, Seite 367
  3. Hans Meyer: Die Philatelie im „Dritten Reich“. Die Organisationen der Sammler und Händler 1933–1945. o. O. 2006, Seite 329
  4. Traueranzeigen von Hermann W. Sieger | OstalbTrauer. Abgerufen am 16. November 2020 (deutsch).
  5. Manfred Schramm: Die NSDAP und ihre Gliederungen in Lorch. In: Manfred Schramm, Geschichtswerkstatt der VHS Lorch (Hrsg.): Stadt und Kloster Lorch im Nationalsozialismus. Schwäbisch Gmünd 2004, ISBN 3-936373-15-9, S. 29 ff.
  6. Rainer Wahl, Manfred Schramm: Die Gemeinderäte und der Bürgermeister werden nicht mehr gewählt, sondern von der Partei ernannt. In: Manfred Schramm, Geschichtswerkstatt der VHS Lorch (Hrsg.): Stadt und Kloster Lorch im Nationalsozialismus. Schwäbisch Gmünd 2004, ISBN 3-936373-15-9, S. 21 ff.
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