Guelta d’Archei

Das Guelta d’Archei ist eine Wasserstelle und wahrscheinlich das berühmteste Guelta in der Sahara. Es liegt auf dem Ennedi-Plateau im Nordosten des Tschad südöstlich der Ortschaft Fada. Das Guelta wird von verschiedenen Tieren genutzt. Sehr erstaunlich sind dabei wohl die 2001 in der Schlucht gesichteten fünf Krokodile. Staewen berichtet anlässlich seiner Tibestireise im Frühjahr 1964 noch von neun Krokodilen, wobei die längsten Exemplare bis zu 1,80 m maßen. Zwischen den Jahren 2008 und 2012 wurden verschiedentlich zwischen sechs und neun Krokodile gezählt. Überreste aus dem mittleren Holozän sind ebenso wie Felszeichnungen ein Anhaltspunkt dafür, dass diese Spezies in dem Gebiet der heutigen Wüste früher weit verbreitet war; ebenso wie in Sümpfen und Flüssen an der südlichen Mittelmeerküste. Die kleine Gruppe der überlebenden Panzerechsen im Guelta stellt wohl die letzte in der östlichen Sahara noch vorkommende Population dar; die Tiere, die in der Nähe von Tagant im Gebirge lebten, sind wahrscheinlich 1996 ausgestorben. Auch die bis in das späte 20. Jahrhundert nachgewiesenen Populationen in Algerien, Marokko und Tunesien sind mittlerweile erloschen. Lediglich in Mauretanien kommen noch in drei südlichen Saharagebieten (Tagant, Assaba and Affole) Krokodile vor. Neue DNA-Untersuchungen zeigen, dass es sich nicht um das Nilkrokodil handelt, sondern um das äußerst seltene Westafrikanische Krokodil.[1]

Dromedare im Guelta d'Archei

Das Guelta d’Archei i​st abgelegen u​nd nicht d​urch Straßen o​der Pisten erschlossen. Die Schlucht selbst i​st mit e​inem geländegängigen Fahrzeug o​der einem Kamel erreichbar. Der für Fotos typischerweise gewählte Aussichtspunkt erfordert zusätzlich e​inen rund einstündigen Fußmarsch d​urch felsiges Gelände. Um d​as Guelta v​on N’Djamena a​us der Hauptstadt d​es Tschad z​u erreichen, benötigt m​an mit d​em Geländewagen ungefähr v​ier Tage.

Literatur

Einzelnachweise

  1. S.H. Geoffroy: Description de deux crocodiles qui existent dans le Nil, comparés au crocodile de Saint-Domingue. Annales du Muséum d'histoire naturelle, Paris. Bd. 10, 1807, S. 67–86 (Volltext auf BHL)
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