Goswin Anton von Spiegel zum Desenberg und Canstein

Goswin Anton v​on Spiegel z​um Desenberg u​nd Canstein (* 6. Oktober 1712; † 22. Oktober 1793) w​ar ein römisch-katholischer Geistlicher u​nd Domherr i​n Münster u​nd Paderborn s​owie Geheimer Rat u​nd Weltlicher Hofrichter.

Leben

Herkunft und Familie

Goswin Anton v​on Spiegel z​um Desenberg entstammte d​em zum Uradel d​es Hochstifts Paderborn zählenden Adelsgeschlecht von Spiegel z​um Desenberg. Er w​ar der Sohn d​es Johann Everhard v​on Spiegel z​um Desenberg (1660–1737) u​nd dessen Gemahlin Josina Maria v​on Schade (1677–1737). Franz Wilhelm v​on Spiegel (1752–1815, kurkölnischer Minister) u​nd Ferdinand August v​on Spiegel (1764–1835, Erzbischof i​n Köln) w​aren seine Neffen.

Werdegang und Wirken

Im Jahre 1733 immatrikulierte Goswin Anton an der Universität Siena, nachdem er im Jahr zuvor mit päpstlichem Zuspruch die durch den Tod des Domdechanten von Landsberg frei gewordene münstersche Dompräbende erhalten hatte. 1746 optierte er das Archidiakonat Stadtlohn, gab es zwei Jahre später auf und wurde, verbunden mit der Domkantorei, Archidiakon in Albersloh. Im Jahre 1747 erlangte er die kaiserliche Erste Bitte auf das Domkanonikat in St. Mauritz in Münster. Es kam zum Streit mit dem Kapitel in St. Mauritz, weil Goswin Anton zusätzlich das Scholasteramt besetzen wollte. Schließlich wurde dieser Streit durch den Reichshofrat zugunsten Spiegels entschieden. Goswin Anton wurde als Schützling des Fürstbischofs Vicedominus und im Jahre 1753 Geheimer Rat und Weltlicher Hofrichter. Im Siebenjährigen Krieg war er für das Hochstift Münster in einer Kommission tätig, die sämtliche militärische Angelegenheiten zu regeln hatte. Er wurde am 6. Juni 1758 von der Besatzungsmacht verhaftet und bis zum Kriegsende in die Verbannung geschickt. In Paderborn besaß Goswin Anton seit 1770 ein Domkanonikat, auf das er im Jahre 1790 verzichtete.

Quellen

  • Das Bistum Münster 4,2. (NF 17.2), Das Domstift St. Paulus zu Münster, bearbeitet von Wilhelm Kohl, herausgegeben vom Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen, Verlag: Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin/New York, ISBN 978-3-11-008508-2.
  • Das Bistum Münster 7,3. Die Diözese (NF 37.3), bearbeitet von Wilhelm Kohl, herausgegeben vom Max-Planck-Institut für Geschichte, Göttingen, de Gruyter, Berlin/New York, ISBN 978-3-11-017592-9.
  • Friedrich Keinemann: Das Domkapitel zu Münster im 18. Jahrhundert (= Geschichtliche Arbeiten zur Westfälischen Landesforschung, Band 11), Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung, Münster 1967.
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