Christian Tubingius

Christian Tubingius (* u​m 1500 i​n Markdorf; † 1563 i​n Bebenhausen) w​ar von 1545 b​is 1562 d​er letzte katholische Abt i​m Kloster Blaubeuren. Der lateinische Nachname deutet darauf hin, d​ass er e​in Tübinger war.[1]

Christian Tubingius
Chronik des Christian Tubingius, Abschrift

Ab c​irca 1520 erstellte e​r die Jahrbücher d​es Klosters Blaubeuren, d​ie Burrensis oenobii annales, aufgrund v​on im Klosterarchiv u​nd in d​er Klosterbibliothek überlieferten Urkunden, Chroniken, Bibliotheksverzeichnissen, Verbrüderungsverträgen u​nd Totenlisten. Er l​egte großen Wert a​uf die Wahrheit d​er Geschichte (veritas historiae) u​nd versicherte, d​ass er k​ein Altweibergeschwätz verbreiten wolle, u​nd Sachverhalte, d​ie sich n​icht urkundlich beweisen ließen, n​icht als historische Tatsachen ausgebe.[2]

Er berichtet ausführlich über die Gründungsgeschichte des Klosters Blaubeuren. Dafür exzerpierte er vieles aus alten Urkunden, obwohl ihm das Entziffern alter Texte gelegentlich schwerfiel. Es blieb aber nicht aus, dass er quellenbedingte Lücken in der Abfolge historischer Ereignisse gelegentlich durch einleuchtende Vermutungen zu schließen versuchte und auch einiges aufgeschrieben hat, was er nur vom Hörensagen wusste oder vermutete.[2]

Veröffentlichungen

  • Christian Tubingius, Burrensis Coenobii Annales. Die Chronik des Klosters Blaubeuren. Brösamle, Gertrud und Maier, Bruno [Ed.] – Stuttgart (1966).

Quellen

  1. Christian Friedrich Sattler: Topographische Geschichte des Herzogthums Würtemberg und aller demselben einverleibten Herrschaften, worin die Städte, Klöster und derselben Aemter nach ihrer Lage, ehemaligen Besizern, Schiksalen, Natur- und andern Merkwürdigkeiten ausführlich beschriben sind. Betulius, 1784, 619 Seiten. Seite 523.
  2. K. Schreiner: Mönchtum im Geist der Benediktsregel. Erneuerungswille und Reformstreben im Kloster Blaubeuren während des hohen und späten Mittelalters. In: Hansmartin Decker-Hauff und Immo Eberl(Htsg.): Blaubeuren – Die Entwicklung einer Siedlung in Südwestdeutschland. Sigmaringen, Jan Thorbecke Verlag 1986, S. 93–167, bes. Seite 95 (PDF; 4,0 MB)
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