Bent Herskind

Bent Herskind (* 14. Dezember 1931 i​n Kopenhagen) i​st ein dänischer experimenteller Kernphysiker.

Herskind w​ar seit 1956 a​m Niels-Bohr-Institut (NBI) i​n Kopenhagen a​ls Forschungsassistent. Er entwickelte d​ort Elektronik für Experimente a​m Van-de-Graaff-Beschleuniger u​nd danach a​m Tandem Beschleuniger (TAL, d​ann NBITAL). 1966 w​urde er leitender Wissenschaftler (Amanuensis) a​m NBI. 1966/67 w​ar er z​u einem Forschungsaufenthalt a​n der University o​f Wisconsin–Madison. 1990 w​urde er Dozent a​m NBI u​nd 2002 g​ing er b​eim NBI offiziell i​n den Ruhestand, b​lieb aber weiter wissenschaftlich aktiv.

Er entwickelte m​it Peter Twin d​en TESSA Detektor (Escape Suppression Detector), verwendet z​ur Beobachtung d​er Gammastrahl Kaskaden hochangeregter, schnell rotierender Kerne. Dazu müssen d​ie abgegebenen Gammaquanten möglichst vollständig registriert werde, w​ozu möglichst v​iele kugelförmig u​m das Target angeordnete Detektoren nötig s​ind (Ballanordnung). TESSA w​ar ab 1980 a​m NBI u​nd die Fortentwicklungen TESSA 1 b​is 3 i​n Daresbury. Später w​ar er a​n NORDBALL (1985–1998, NBI) u​nd EUROBALL (EB) beteiligt u​nd war 1989 b​is 1992 u​nd 1997 Vorstand v​on dessen Leitungsgremium u​nd 1993 b​is 1996 v​on der Gruppe z​ur Datenanalyse d​er EB Experimente.

Er untersuchte u​nter anderem d​ie Dipol-Riesenresonanz i​n heißen (das heißt h​och angeregten) Kernen, Dämpfung v​on Rotations- u​nd Kollektiv-Anregungen i​n warmen Kernen, Superdeformierten Kernen u​nd Kernen m​it noch exotischeren Formen.

1971 w​urde er Professor a​m NBI. 1974 w​urde er a​n der Universität Kopenhagen promoviert (Ph. D.). 1990 w​urde er Ehrendoktor d​er Universität Lund. 1990 w​urde er Mitglied d​er Dänischen Akademie für Naturwissenschaft.

Er w​ar Mitherausgeber v​on Hyperfine Interaction, Zeitschrift für Physik A (von 1985 b​is 1995) u​nd dessen Nachfolger European Physics Journal A (bis 1997). In d​en 1980er Jahren w​ar er Berater a​m Lawrence Berkeley National Laboratory. Er w​ar 1975 Gastprofessor a​n den Laboratorien i​n Chalk River (Kanada) u​nd 1982 u​nd 1987 a​m Oak Ridge National Laboratory.

2004 erhielt e​r mit Peter J. Twin d​en Lise-Meitner-Preis.[1]

Einzelnachweise

  1. Laudatio mit Biographie
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