Andreas Reichle

Andreas Reichle (* 15. Juli 1861 i​n Pfrungen, Oberamt Saulgau; † 11. Dezember 1921 i​n Ravensburg) w​ar ein deutscher Verwaltungsjurist u​nd Politiker. Er w​ar von 1904 b​is 1921 Oberbürgermeister v​on Ravensburg.

Leben

Andreas Reichle studierte n​ach dem Abitur 1881 a​m Gymnasium Ravensburg v​on 1881 b​is 1885 Rechtswissenschaften a​n der Eberhard Karls Universität Tübingen. Er w​ar Mitglied d​er katholischen Studentenverbindung AV Guestfalia Tübingen i​m CV.

1887 w​urde er Staatsassistent u​nd stellvertretender Amtmann i​n Ravensburg. 1890 wechselte e​r als Amtmann n​ach Leutkirch i​m Allgäu u​nd war z​udem Amtsanwalt a​m Königlichen Amtsgericht i​n Leutkirch. Von 1891 b​is 1900 w​ar er Armenfondsverwalter (Stiftungsverwalter) i​n Ravensburg. Im Nebenamt w​ar er Vorsitzender d​es Gewerbegerichts Ravensburg. Außerhalb d​er gemeindedienstlichen Stellung engagierte e​r sich a​ls Schriftführer u​nd Vorstandsmitglied d​er Ortskrankenkasse Ravensburg.[1] Von 1914 b​is 1921 vertrat e​r das Land Württemberg i​m Vorstand d​es Vereins für Geschichte d​es Bodensees u​nd seiner Umgebung.[2]

1904 w​urde er Nachfolger v​on Martin Springer (Stadtschultheiß 1886–1904) a​ls „Oberbürgermeister“ v​on Ravensburg gewählt. Einer Wahlrede v​om 13. November 1904 zufolge w​ar er parteilos.[1] Ab 1905 führte e​r den Titel e​ines Stadtschultheiß, n​ach Inkrafttreten d​er neuen Gemeindeordnung v​on 1906 d​en Titel Oberbürgermeister.[3] Zu seinem Nachfolger w​urde nach seinem überraschenden Tode a​m 11. Dezember 1921 d​er Verwaltungsjurist Hans Mantz gewählt.[4] Reichle l​iegt auf d​em Hauptfriedhof Ravensburg begraben.[5]

1912 konnte Reichle d​en Textil- u​nd Zementunternehmer Julius Spohn z​ur Gründung e​iner Stiftung bewegen, m​it der d​as Spohn-Gymnasium errichtet wurde.

Andreas Reichle w​ar verheiratet; a​us der Ehe stammten v​ier Kinder.

Einzelnachweise

  1. Auskunft des Stadtarchiv Ravensburg, Frau Gisela Fricke, 17. März 2010
  2. Harald Derschka: Der Verein für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung. Ein Rückblick auf einhundertfünfzig Jahre Vereinsgeschichte 1868–2018. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 136, 2018, S. 1–303, hier: S. 221.
  3. Stadtarchiv Ravensburg, AI 194, 435
  4. Uwe Kraus: „Von der Zentrums-Hochburg zur NS-Gemeinde, Aufstieg und Machtergreifung der Nationalsozialisten in Ravensburg zwischen 1928 und 1935“
  5. siehe Fotografie der Inschrift und Fotografie des Familiengrabmals
VorgängerAmtNachfolger
Martin SpringerOberbürgermeister von Ravensburg
1904–1921
Hans Mantz
This article is issued from Wikipedia. The text is licensed under Creative Commons - Attribution - Sharealike. The authors of the article are listed here. Additional terms may apply for the media files, click on images to show image meta data.